Taubenschwänze und globale Erderwärmung

Hallo,

heute konnte ich zum ertsen mal bei uns zwei Taubenschwänze auf unserem Lavendel beobachten. Diese Gattung habe ich zum ersten mal vor ca. 20 Jahren gesehen. Meines wissens kommen sie aus dem Süden. Ist es möglich, dass die Verbreitung gen Norden ein Indikator der globalen Erderwärmung sein kann?
Vor kurzem gab es da einen Thread mit dem Titel Palmen als Indikator.
Wenn die schon auf der rauhen Alb anzutreffen sind kann es ja nicht mehr so heiss sein, oder kommen die Insekten auch in kalten Gegenden natürlich vor?

Grüssle, Jürgen

Hallo Jürgen,

nachdem meine Kinder vor einigen Jahren behauptet hatten, im Garten wäre ein Kolibri, hab ich auf der Suche nach diesem Schmetterling folgende wunderschöne Seite ergooglet:

http://www.srbild.de/bild/bild86.jpg
http://www.schmetterling-raupe.de/

Über das Taubenschwänzchen steht da folgendes:
„Im Sommer in ganz Europa vorkommend, nach Norden seltener werdend. Die Überwinterung gelingt vor allem im Süden Europas, vereinzelt aber auch in Mitteleuropa (vgl. Wissenswertes unten). Erscheint gerne auch im Siedlungsbereich, vor allem an Balkonblumen (Geranien, …).
Interessante Wanderfalterart! In früheren Publikationen konnte man meist lesen „kann in Deutschland nicht überwintern“. Dies muss inzwischen korrigiert werden! Das konnte man besonders im Winter 2003/2004 feststellen: Im Sommer 2003 war das Taubenschwänzchen bis in den Herbst hinein sehr häufig. Aber auch in den anschließenden Wintermonaten erhielt ich kontinuierlich bis in das Frühjahr hinein vereinzelte Faltermeldungen, so dass die Überwinterung einzelner Exemplare als gesichert zu betrachten ist.“

Vielleicht konnte ich Dir ein wenig weiterhelfen,

Gruß, Leonora

Hi,

heute konnte ich zum ertsen mal bei uns zwei Taubenschwänze
auf unserem Lavendel beobachten. Diese Gattung habe ich zum
ersten mal vor ca. 20 Jahren gesehen. Meines wissens kommen
sie aus dem Süden.

Genau, das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter, deren erste Generation von Mai bis Mitte Juli sich über die Alpen nach Norden ausbreitet. Dort bilden ihre Nachkommen die zweite Generation von Ende August bis Oktober (die Generationen überschneiden sich, sodass der Falter im Verbreitungsgebiet den ganzen Sommer über anzutreffen ist). Wenn es wieder kälter wird, wandert ein Teil wieder nach Süden ab - der Rest überwintert im Norden als Falter oder Puppe - oder besser: er versucht zu überwintern. In kalten Wintern stirbt der Großteil der überwinterten Exemplare, im nächsten Jahr wiederholt sich das Spiel von neuem.

Ist es möglich, dass die Verbreitung gen
Norden ein Indikator der globalen Erderwärmung sein kann?

Je wärmer es ist, desto weiter kann der Falter nach Norden wandern. Je freundlicher die Winter sind, desto mehr überwinterte Falter überleben im Norden und tauchen dort im nächsten Jahr sehr früh auf. Ob das häufige Vorkommen allerdings ein Hinweis auf die globale Erwärmung ist, darüber ließe sich streiten - dafür müssten längere Beobachtungen durchgeführt werden, um zu sehen, ob der Trend sich stetig fortsetzt.

Schönen Gruß,
Rudy

Danke für die Antworten. Haben mir sehr geholfen, auch die tollen Links.

lg
Jürgen

Noch was: Taubenschwänzchen stehen auf Verbenen :smile:)) In unserem Fall lilafarbene.

Gruß, Leonora