Taufe

Kann jemand, der nicht getauft ist, Taufpate werden? Die Sache ist n"amlich so - sehr, sehr gute Freunde von mir wollen ihr Kind jetzt (katholisch) taufen lassen. Ich finde das zwar merkw"urdig, aber ich akzeptiere es nat"urlich, denn es liegt ihnen offensichtlich sehr viel daran. Ausserdem wollen sie mich als Taufpaten - was ich von ganzem Herzen gerne mache - nicht wegen dem christlichen Primborium, das mir fern liegt, sondern weil ich sie alle sehr gerne habe, und gerne mithelfen will, teilhaben will am Leben von dem s"ussen kleinen Zwerg, und die damit verbundene Verantwortung ernst nehme. Ich f"uhle mich nat"urlich nicht dazu berufen, das Kind im r"omisch-katholischen Glauben mitzuerziehen, sondern dazu beizutragen, dass er ein gl"ucklicher Mensch wird, der in der Lage ist, kritisch zu denken, seine eigenen Entscheidungen zu treffen, dass er eine moralisch-ethische Grundlage bekommt, die ihm hilft, den Respekt vor Menschen, anderen Meinungen, Lebewesen, der Natur zu bewahren, dass er Vernunft und Rationalit"at genauso lernt wie Gef"uhle zuzulassen, na ja, dass er eben gl"ucklich und zufrieden wird, und neugierig bleibt auf die Welt, lernen will, offen ist f"ur Neues, ein bisschen Kultur und Bildung abkriegt, und wenn er Lust hat, dann kann er von mir ein bisschen was "uber Physik und Astronomie lernen. Nur "uber Gott kann ich ihm nicht viel sagen.
Dass das ganze mit der Kirche zu tun hat, und ich mit denen eben nichts am Hut habe, macht die Sache jetzt aber etwas kompliziert. F"ur meine Freunde ist es wichtig, dass ich auch sozusagen ‚‚offiziell‘‘ Taufpatin bin, und ich breche mir dabei nichts ab. Die Frage ist nur - wie handhabt die Kirche sowas? Die beiden sind nicht verheiratet, das heisst, er ist noch mit seiner Frau verheiratet (mit der er aber nicht zusammen ist). Der andere Taufpate ist evangelisch, nur ihr Bruder, der der dritte Pate wird, ist katholisch. Gibt es Pfarrer, die sowas machen? Ein ‚‚uneheliches‘‘ Kind katholisch taufen, dessen Taufpaten sich aus einem Protestanten und einem Agnostiker rekrutieren? Uff - vielleicht ist hier ja jemand, der mir sagen kann, ob die Kirche da feste Richtlinien hat, oder ob das am jeweiligen Pfarrer und der Art der Argumentation liegt ?!
Danke f"ur Antworten, Gruss Gnlwth

http://www.mpia-hd.mpg.de/homes/phleps/index.html

inzwischen kann jeder taufpate werden.
ich bins auch, obwohl ich aus der kirche ausgetreten bin. die sind doch froh, wenn noch irgendjemand überhaupt mitmacht.

die taufe ist ein sakrament. eine religiöse kultische handlung. ich musste z.b. dem satan abschwören etc.
ich weiß nicht, ob der text inzwischen etwas…moderner ist.

ich würde es nicht mehr machen, weil es für mich nicht stimmt, dass ich als kirchengegnerin taufpatin bin.

Hallo

In der Frage Taufpate gibt es zwei Seiten, die die Sache schwierig machen.

Die erste ist, den beteiligten Pfarrer (Priester) fragen, hier findet man in der Regel Verständnis und kann das Patenamt übernehmen, auch wenn es geschehen kann, daß man auf einen Pfarrer (Priester) mit Prinzipien stösst.

Die zweite ist das Ritual, das vollzogen wird, um Dein Patenamt öffentlich zu bekunden. Zu diesem Ritual gehört die Frage, ob Du bereit bist, dem Kind die christlichen Grundsätze nahe zu bringen, was Du aber nicht bist. Die reguläre Antwort wäre also eine glatte Lüge. Hier liegt meines Erachtens das Problem. Deine Freunde wollen Dich dazu zwingen, öffentlich zu lügen.

Die sauberste Lösung wäre meines Erachtens, daß Du mit Deinen Freunden sprichst und sie bittest, daß Du Dich nicht an dem Ritual beteiligen musst, aber die Aufgabe der Begleitung des Kindes trotzdem bekommst.

Gruß
Thomas

Ich glaube, es ist möglich. Aber ich halte es ehrlich gesagt nicht für sinnvoll Taufpate zu sein, wenn du selbst kein getaufter Christ bist. Der Rest wurde ja bereits gesagt.

mfg
Martin

habe soeben erfahren, dass es seit kurzem nicht mehr möglich sei.
die katholische kirche verlangt vom paten den beglaubigten nachweis über die mitgliedschaft in ihrem verein.

Na, war mir eigentlich klar…

habe soeben erfahren, dass es seit kurzem
nicht mehr möglich sei.
die katholische kirche verlangt vom paten
den beglaubigten nachweis über die
mitgliedschaft in ihrem verein.

Tja…sowas habe ich mir schon fast gedacht. Es ist ja auch nichts anderes, ob man ganz bewusst nicht mitmacht, oder in einem anderen Verein ist - die Kirche w"urde ja sicher einen Moslem auch nicht als Taufpaten zulassen. Na ja, aber da es mir ja nicht um den Taufakt geht, sondern um die Begleitung vom Theo, werde ich dann wohl so eine Art inoffizieller Taufpate sein - auch recht, wenn es auch nicht das ist, was sich meine Freunde vorgestellt haben.

Danke f"ur Deine Antwort (und nat"urlich auch die Antworten der anderen)! Gruss, Steffi

Hallo,

ehrlich gesagt finde ich es ein wenig seltsam, daß deine Freunde von dir erwarten an einem Ritus teilzunehmen, der deinen eigenen Überzeugungen widerspricht und dabei auch noch Versprechen abzugeben, die du gar nicht halten kannst. Weshalb sind sie denn nicht mit einer inoffiziellen Begleitung des Kleinen deinerseits zufrieden? Schließlich ist die Taufe ja lediglich ein religiöser und kein zivilrechtlich bindender Akt (soweit mir bekannt ist) und deine Zusage ohne Teilnahme am Ritus ist daher auch nicht weniger wert.

Viele Grüsse,
Lisa