erste Antworten
Hi datafox,
es würde mich interessieren, wie das auge technisch
abschneiden würde, wenn man es als videokamera begreift.
Hier ist schon mal das erste Mißverständnis. Du kannst nicht das Auge isoliert betrachten, da bei Organismen die „Datenverarbeitung“ (die Signalverarbeitung im ZNS) eine zentrale Rolle spielt (siehe Weißabgleich weiter unten)
- frames / sek. (25 wenn ich nicht irre?)
wenn ich mich recht erinnere liegt das Auflösungsvermögen des Systems Auge/Gehirn bei ca. 20 Bildern / s.
- bildpunkte, bildformat (annähernd)
Ist so nicht vergleichbar, da die (lichtempfindliche) Netzhaut im Gegensatz zu Silberfilm oder Chip nicht homogen aufgebaut ist. Interessant ist die Auflösung des Auges, angegeben als Winkel. Mit dieser Zahl durfte ich im Studium öfter rechnen - hab sie aber leider nicht im Kopf…
- farbtiefe (unterscheidbare farben)
ist individuell sehr verschieden - Zahlen habe ich keine.
- größe des lichtempfindliches areals
Auch hier ist die Frage falsch formuliert, da die reine Größe in cm² absolut nichtssagend ist. Die Frage ist vielmehr der größte Sehwinkel - auch hier sind die individuellen Unterschiede sehr groß. Hinzu kommt, daß für Farb- und Helligkeitssehen unterschiedliche Zellen verantwortlich sind, die inhomogen verteilt sind.
Für das hell/dunkel-Sehen liegt der maximale Sehwinkel im Bereich 90° und darüber.
- lichtempfindlichkeit -> kann ich nichts sagen
- brennweite (+ äqu. zum kleinbildfilm?)
Das ist einfach: 50mm. Dies ist die Brennweite, die dem menschlichen Sehen entspricht.
- blende (von schwarz bis autsch)
Kannst Du selbst messen: Für die kleinste Blende die Pupille bei hellem Licht ausmessen, für die größte Blend könnte man z.B. eine Blitzlichtaufnahme bei völliger Dunkelheit heranziehen. Da die Reaktionszeit des Auges geringer ist als die Auslösezeit, hält man den Zustand im Dunkeln sehr zuverlässig fest. Alles rot leuchtende im Auge ist die (dann völlig geöffnete) Pupille. (Btw: darauf beruht auch der „rote-Augen-Blitz“: durch die Vorblitze schließt sich die Pupille - und nur die leuchtet so schön rot)
Unendlich
Die Netzhaut wird permanent belichtet - die Belichtung wird über die Pupille (Blende) und über die Menge an lichtempfindlichem Material (das sog. Seh-Purpur - frag mich nicht nach dem lat. Namen) gesteuert.
Die Geschichte mit dem Seh-Purpur hast Du übrigens schon mehrfach am eigenem Leib erfahren: Wenn Du z.B. aus einem dunklen Zimmer in die Sonne trittst, bist Du erst mal eine zeitlang fürchterlich geblendet (bis zum Schmerz). In dieser Zeit zerfällt das in der voranliegenden Dunkelphase gebildete Seh-Purpur bis die vorhandene Menge wieder den Lichtverhältnissen angepasst ist.
s.u.
Variabel je nach Beleuchtungsverhältnissen, da die Tiefenschärfe ausschließlich von der Blende abhängt (Öffnungszustand der Pupillen). Zudem ist eine solche Angabe Unsinn, da die Fokussierung blitzschnell erfolgt.
auch interessant: makromodus = brille ab 
Was willst Du hier wissen? Einen „Makromodus“ gibt es nicht - es sei denn, du schaust durch Lupe oder Mikroskop…
außerdem frage ich mich zb. ob der weißabgleich eine täuschung
im gehirn ist. geht man vom glühlampenlicht in den
sonnenschein, ist alles blau, aber nur kurz.
Jein - ich würde zwar nicht von Täuschung reden, aber im Prinzip hast Du es richtig erkannt. Da unser Gehirn weiß, wie bestimmte Dinge gefärbt sind und wie die Farbe auszusehen hat, kann es die erforderliche Angleichung selbst und sehr schnell vornehmen.
Aber denk mal an farbiges Licht: hier schafft das Gehirn die Angleichung nicht mehr - falsche Farben werden wahrgenommen.
wie schneiden andere augen im vergleich zum menschen ab? zb.
eulen, fliegen, adler, schlangen.
Die visuellen Fähigkeiten von Greifvögeln sind um Zehnerpotenzen besser als die menschlichen - vor allem der „Auflösungswinkel“.
Insekten haben ein völlig anderes visuelles System mit anderen Schwerpunkten und sind daher nicht vergleichbar. Eigentlich haben Insekten auch nicht nur zwei Augen - was wir als „Fliegenauge“ betrachten ist in Wirklichkeit eine Ansammlung sehr vieler kleiner Augen (sehr vereinfacht).
Schlangen sind meines Wissens nahezu blind.
Gruß Stefan
danke für erklärungen links was auch immer.
gruß datafox