Technischer Betriebswirt ?

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage die mich doch seit einiger Zeit quält.

Beginne ich eine Weiterbildung zum technischen Betriebswirt oder nicht?
Meine derzeitige Tätigkeit als staatl. gepr. Techniker in der Qualitätssicherung & management (Kfz-Zulieferindustrie) macht zwar spass, aber ich suche nach Möglichkeiten meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse zu vertiefen. Die Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Qualität erstrecken sich in diesem Bereich auf Lehrgänge der DGQ oder ähnliche Institute.

Für weitere Kompetenz auf der betriebswirtschaftlichen Seite ist mir nun der technische Betriebswirt ins Auge gefallen, doch was bringt er mir ausser weiterer betriebswirtschaftlicher Kompetenz?

Sind die Aufstiegtsmöglichkeiten hiermit besser und was für Positionen stehen mir mit einem solchen Abschluss evtl. offen?

Wie anerkannt ist diese Weiterbildung in der Industrie?

Gibt es vielleicht bessere alternativen?

Auf was sollte man bei diesen Weiterbildungen evtl. achten?

Schon mal besten Dank für alle Tips & Ratschläge.

MfG
Carsten Jacobs

Hallo Carsten,

dass es einen staatlich geprüften technischen Betriebswirt gibt, ist mir bekannt - mehr aber auch nicht. Vermittelte Inhalte, Perspektiven mit dem Abschluss usw. sind mir fremd.

Besser kenne ich mich da mit dem Studiengang Technische Betriebswirtschaft aus. Der ist vergleichbar mit einem Wirtschaftsingenieurs-Studium. Aber eben nur vergleichbar. Als groben Unterschied kann man sagen, dass Techn. BWL ca 60% BWL-Studium und 40% Ing.-Studium (m.W. ungefähr so Richtung Maschinenbau, was ich von Komilitonen her kenne) ist. Beim Wirtschaftsingenieur ist das Verhältnis genau umgekehrt.
Die technischen BWLer, die ich kenne, haben Jobs in Marketing eines Maschinenbauers, Projektmanagement und auch sonst irgendwo(?) bei nem Automobilzulieferer, IT-Beratung Schwerpunkt SAP,…

Also da gibt es wohl viele Möglichkeiten. Aber in wie fern der staatl. geprüfte Abschluss bei Techn. BWL nun mit nem Studium verglichen werden kann, weiss ich nicht.

Bei Wirtschaftsinformatikern ist mir aber zu Ohren gekommen, dass rein von den Lehrinhalten zw. staatl. geprüfter Variante und Studium kaum ein Unterschied besteht. Studium dauert halt länger und ist daher in manchen Bereichen etwas ausführlicher (naja, FH-Studium dauert mit 4 Jahren ja auch nur doppelt so lang, soweit ich mich erinnere). Angeblich sind trotz fast gleicher Ausbildung aber die studierten Wirtschaftsinformatiker „begehrter“ bei Arbeitgebern (war die Aussage der Berufsberatung vom Arbeitsamt vor ca 5 Jahren zu Wirtschaftsinformatik) und man verdient damit später mehr (weil höherer Abschluss). Ich hab mich dann damals für das FH-Studium entschieden…

Im Falle der Wirtschaftsinformatik kenne ich auch jemanden, der das vorher auf ner „normalen“ Schule mit staatl. geprüftem Abschluss gemacht hat und jetzt nochmal an der FH studiert. Also scheint das mit dem staatl. geprüften Abschluss wohl nicht soooo begehrt zu sein, ist jetzt aber ne reine Vermutung von mir.

Ok, das hilft dir nicht konkret in deinem Fall weiter. Vielleicht hab ich dir aber ein paar Denkanstöße geliefert, und du kannst deine anstehende Entscheidung nochmal aus anderen Augen überdenken. Ich habe für mich die Entscheidung, das Studium der stattl. geprüften Ausbildung vorzuziehen (Wirtschaftsinformatik), jedoch bis jetzt noch nicht bereut. Bleibt halt die Frage der Finanzierung (bei mir waren es meine Eltern und ich selbst, es gibt aber auch Bafög) und der Zugangsvorrausetzungen (man kann auch ohne Abitur - fachungebunden- sondern auch nur mit Ausbildung und 5 Jahren Berufserfahrung - dann aber fachlich gebunden - studieren gehen).

Viel Glück, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst, die kann dir niemand abnehmen!

Viele Grüße
Merlinchen