bei den Bildern, die täglich von der Tour de France ins Haus flimmern, fällt mir auf, daß Straßenrennräder offensichtlich kaum noch weiterentwickelt werden. Jedenfalls sehen die Räder für mich auch bei näherer Betrachtung genauso aus wie jenes Rennrad, mit dem ich schon vor 30 Jahren rumgeheizt bin (natürlich sind die Materialien heute edler und leichter). Okay, Rennräder sind mittlerweile offensichtlich weitgehend optimiert und ausentwickelt. Dennoch fällt auf, daß - auch schon nicht mehr so neue - Entwicklungen wie Federung und Scheibenbremsen keine Anwendung bei professionellen Rennmaschinen finden. Dabei geht es ja z.B. bei der Federung nicht um den Komfort des Fahrers, sondern um dessen Kondition und Sicherheit bei schlechten Straßenbelägen und generell um eine bessere Traktion des Rades.
Normalerweise müsste es sich doch wie bei der Formel 1 verhalten: Die Rennställe entwickeln für jede Rennsaison neue Räder, deren innovative Technik später auch bei „normalen“ Rädern zu finden ist. Täusche ich mich, oder findet hier tatsächlich kaum noch ein technischer Fortschritt statt?
Meine Meinung: Der von dir zitierte Fortschritt (Federgabel, Scheibenbremsen) bringt beim Profi (Jan U., Lance A. und Konsorten) nur unnötiges Gewicht…
So ein Carbon-RAhmen bringt doch heutzutage samt Vordergabel nur noch unwesentlich mehr als ein Kilo auf die Waage. Eine Federgabel dürfte dieses Gewicht schon alleine brauchen.
Außerdem: Was nicht eingebaut ist kann auch nicht kaputt gehen.
Anders sieht es bei Mountainbikes aus. Da könnte ich mir schon eher vorstellen, dass es das dort entwickelte Profi-Equipment an das Rad von Otto-Normalstrampler schaffen könnte…
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Dabei geht es ja z.B. bei der Federung
nicht um den Komfort des Fahrers, sondern um dessen Kondition
und Sicherheit bei schlechten Straßenbelägen und generell um
eine bessere Traktion des Rades.
Die wollen so schnell wie möglich vorankommen, nicht sicher.
HH
der eindruck trügt!
man sieht die titanschrauben und unter neuen lacken verwendeten carbon-bauteile nicht! ein rennrad wird natürlich immer zwei räder und einen lenker behalten und von daher immer aus der entfernung einer kamera ähnlich aussehen, wer aber mal so ein teil in der hand oder gar unter´m hintern gehabt hat, weiß, wie stark die entwicklungen vorangegangen sind. armstrong berichtet in einem interview von heute (gazetta dello sport, 26.7.04), daß sein rad in den letzten 5 jahren ein kilo leichter geworden sei. und das bei gleichbleibender stabilität! und das ist der entscheidende faktor: nicht die optik zeigt den fortschritt, sondern die optimale verbindung von leichtigkeit und stabiltität, d.h. vor allem verwindungssteifigkeit. aber du hast recht: es sieht nicht danach aus!
Ebenfalls Hallo.
Während der Tour de France habe ich im Fernsehen gesehen, daß die Fahrer unterschiedlich dicke Bereifung fahren. Oder habe ich mich getäuscht?
Früher fuhren sie gaanz dünne Reifen, heute fahren einige - wie mir scheint - recht dicke Reifen.
Aber gerade bei der Bereifung ist die Gewichtseinsparung doch besonders effektiv: Das Reifengewicht muß bei einem Sprint nicht nur vorwärts beschleunit werden sondern auch in (schnelle) Rotation versetzt werden.
ich kenne keine speziellen Fahrrad-Studien, aber es sind ja nicht die Federn, die irgenwofür gut sind, sonderen die Dämpfung. Und die absorbieren Energie… die der Fahrer zusätzlich aufbringen muß
Gruß
achim
P.S.: Durchdrehende Hinterreifen waren meiner Beobachtung nach nicht das Handicap der meisten Fahrer
Das leuchtet mir ein. Allerdings frage ich mich, ob diese Energie nicht ohnehin vom Fahrer aufgebracht werden muss? Wenn Rad und Fahrer auf Kopfsteinpflaster durchgeschüttelt werden, werden diese Stöße ja auch irgendwie absorbiert - von den Reifen, den Speichen, dem Rahmen und letztlich vom Fahrer, der den Verlust an Vortrieb auf schlechten Belägen so oder so kompensieren muss. Feder-Dämpfer-Elemente würden die Stoßdämpfung besser bewältigen. Die Frage ist, ob das Mehrgewicht dieser Elemente gegenüber den erzielten Vorteilen (höhere Spurtreue, bessere Vorderradkontrolle, geringere Sturzgefahr) zu rechtfertigen ist. Anscheinend aber nicht, sonst sähe man wohl schon solche Rennräder im Einsatz.
Gruß
Hallo,
ich kenne keine speziellen Fahrrad-Studien, aber es sind ja
nicht die Federn, die irgenwofür gut sind, sonderen die
Dämpfung. Und die absorbieren Energie… die der Fahrer
zusätzlich aufbringen muß
ich kenne keine speziellen Fahrrad-Studien, aber es sind ja
nicht die Federn, die irgenwofür gut sind, sonderen die
Dämpfung. Und die absorbieren Energie… die der Fahrer
zusätzlich aufbringen muß
das ist jetzt aber eine merkwürdige Ansicht. Selbstverständlich sind die Federn für etwas gut: sie bringen die statische Kraft auf. Da die innere Reibung der Federn zu gering ist, wird das Dämpferelement damit kombiniert (dynamische Kraft). Schwingende Systeme bestehen immer aus Masse-Rückstellkraft-Reibungskraft.
Dass der Fahrer die Reibungskraft aufbringen muss, stimmt zwar im Prinzip (insbesondere bei schlecht berechneten Hinterradschwingen, die beim Treten ständig mitschwingen). Bei einer sauber berechneten Konstruktion wird die Federung nur auf unebenem Boden ein-/ausfedern. Dabei wird eigentlich nur die Energie „vernichtet“, die sonst durch die Reifen-Felgen-Kombination absorbiert werden müsste.
da die Gesamtschwingung des Aufbaus dadurch reduziert wird, ist es dem Fahrer möglich, gleichmäßiger zu treten.