Technologen aller Länder

tut Euch zusammen, um mir zu helfen!

Ich habe letztes Jahr das unglaubliche Glück gehabt, eine olle Engländerin in einer Scheune zu finden. Viel war nicht mehr brauchbar, und ich weiß auch nicht, was das okinal mal gewesen ist. Der Motor (von AJS) jedenfalls war noch zu retten, vermutlich später aus Restbeständen eingebaut. 348 ccm Einzylinder. Habe alles entrostet und poliert , den Kopf runter, den Kolben geschliffen, Ringe angepaßt usw. usw.
Ihr könnt mir glauben : Es ist keine Ölkohle und nix mehr da, was Ärger machen könnte, paßt alles wunderbar. Sogar die Ventile von Hand geläppt!
Nun mein Problem : Wenn der Motor gelaufen ist und abgestellt wird, dieselt er wie ein Biest. Nicht zwei oder drei Arbeitstakte, nein, richtig lange noch. Mit dem Zündzeitpunkt bin ich schon praktisch einmal rund um die Uhr, es nützt nix.
Selbst, wenn ich die Zündung nicht abschalte, sondern die Spritzufuhr unterbreche, läuft er länger, als Sprit im Hahn ist (merkt man an dem ekligen Geräusch, wenn er auf Selbstzündung geht). Zum Schluß patscht er einmal .
WAS, zum Teufel, kann denn da los sein? WIE kann der Motor noch weiteronanieren, wenn gar kein Sprit mehr da ist, also rein gar nix, was brennen kann? Falsche Luft kann auch nicht sein, er macht die Faxen nämlich auch ohne Auspuff.
Ich bin völlig fertig. Der Motor hat grob geschätzt Verdichtung 1:7, und trotzdem …

Zu Hülf, zu Hülf!
Heinerich

Selbst, wenn ich die Zündung nicht abschalte, sondern die
Spritzufuhr unterbreche, läuft er länger, als Sprit im Hahn
ist (merkt man an dem ekligen Geräusch, wenn er auf
Selbstzündung geht). Zum Schluß patscht er einmal
.
WAS, zum Teufel, kann denn da los sein? WIE kann der Motor
noch weiteronanieren, wenn gar kein Sprit mehr da ist, also
rein gar nix, was brennen kann?

Hallo Heinerich,

von nix kommt nix! Deshalb wird das gute Stück schon noch Sprit bekommen, auch wenn Du den Hahn zudrehst. Im Schwimmergehäuse des Vergasers ist ja immer noch etwas Vorrat, mit dem der Motor noch eine Weile läuft.

Mit welchem Sprit passiert das Nachdieseln? Falls Du bisher Normalbenzin verwendet hast, versuch’s mit Super. Superbenzin zündet nicht so leicht von allein.

Gruß
Wolfgang

Hallo, Wolfgang.

von nix kommt nix! Deshalb wird das gute Stück schon noch
Sprit bekommen, auch wenn Du den Hahn zudrehst. Im
Schwimmergehäuse des Vergasers ist ja immer noch etwas Vorrat,
mit dem der Motor noch eine Weile läuft.

Hassu ja sehr recht. Aber der Witz ist, wie ich mittlerweile festgestellt habe, folgender : Nicht im Schwimmergehäuse ist was, sondern der Schwimmer selbst (scheint noch richtige Korkeiche oder so was zu sein) saugt sich voll! Wirklich wahr. Und dann dunstet das so vor sich hin … dieseldieseldieseldieselPÄNG. Werde mal den Schwimmer austauschen.

Mit welchem Sprit passiert das Nachdieseln? Falls Du bisher
Normalbenzin verwendet hast, versuch’s mit Super. Superbenzin
zündet nicht so leicht von allein.

Ist ihm wurscht. Super hatte ich eh schon, jetzt habe ich noch SP genommen. Macht trotzdem … siehe oben.
Aber ich habe noch etwas entdeckt : nämlich eine (schräg verlaufende!) Nut im Kolbenhemd, die ich Ignorant für eine Riefe gehalten habe. Jetzt hat mich einer darauf aufmerksam gemacht, daß da ein (hoffentlich habe ich das richtig behalten) „halbrunder Ölabstreifring“ eingepaßt gewesen sein soll. Er sagte auch, wenn das stimmt, hätte ich eine echte Perle, nämlich einen AJS-Rennmotor. Und ohne den Abstreifring könnten aus der Ölwanne brennbare Stoffe in den Verbrennungsraum geraten, die dann … wie gehabt. Was ich von dieser Aussage halten soll, weiß ich noch nicht, aber ich sehe schon, Jugend (bin ja erst 39!) forscht wird weitergehen.
Einstweilen vielen Dank für Deinen Tip.
Grübelnd grüßt
kw

Hallo Heinerich,

würde mich an Deiner Stelle auf die Suche nach Liebhabern dieses Motorentyps machen. Vielleicht findet sich sogar noch ein alter Herr, der bei Konstruktion oder Fertigung dabei war. Gibt es irgendwo einen Hinweis auf das Baujahr?
Wenn nicht auf dem Motorblock, so vielleicht am Vergaser oder anderen Aggregaten?

Einem gewöhnlichen 2- oder 4-Takt-Motor kann man eigentlich immer wieder Leben und ordentliche Funktion einhauchen, egal was dran ist. Aber bei Besonderheiten wie von Dir beschrieben, sollte man doch eine Vorstellung davon haben, was sich der Konstrukteur dabei gedacht hatte. Sonst hat man kaum eine Chance, fehlende Teile sachgerecht herzustellen.

Viel Spaß noch mit dem alten Stück!

Gruß
Wolfgang

Und ohne den Abstreifring
könnten aus der Ölwanne brennbare Stoffe in den
Verbrennungsraum geraten, die dann … wie gehabt. Was ich von
dieser Aussage halten soll, weiß ich noch nicht, aber ich sehe
schon, Jugend (bin ja erst 39!) forscht wird weitergehen.
Einstweilen vielen Dank für Deinen Tip.

Ein Kumpel von mir hatte mal einen Stationärdiesel, der mangels funktionierendem Ölabstreifer mit dem eigenen Motoröl weiterlief. Das gibts tatsächlich. Allerdings ist dazu wohl ein ordentlich hohes Verdichtungsverhältnis nötig.

Sigi