Teilnahme an psycholog. Experimenten unter Zwang

Hallo Juristen,

angenommen jemand studiert z.B. in den Niederlanden Psychologie und wird dazu gezwungen an verschiedenen psychologischen Experimenten teilzunehmen welche er zwar frei waehlen kann, allerdings in einem sehr engen Rahmen, sonst darf er nicht mehr weiterstudieren.

Alternativen dazu werden nicht geboten - entweder die Experimente werden mitgemacht oder man wird exmatrikuliert.

Gibt es ein (europaeisches) Gesetz welches dieses Vorgehen der Universitaet untersagt? (Evtl. auch ein deutsches Gesetz welches in den Niederlanden aehnlich sein duerfte.)

Gruss und Dank

Desperado

Tach auch,
in welche Richtung denkst Du denn gerade? Wenn durch das Experiment weder Leib noch Leben des Studierenden gefährdet werden, sehe ich keine Chance… Schließlich ist es auch ein nicht unerheblicher Eingriff in das Persönlichkeitsrecht eines jungen Menschen ihm „Schulpflicht“ aufzuerlegen.
Es gibt an Unis auch Massenhaft Pflichtveranstaltungen anderer Art. Wo ziehst Du die Grenze zu „psychologischem Experiment“?

Es läuft auf zwei Fragen raus:
Wird die körperliche Unversehrtheit gefährdet?
Wird die Privatspähre verletzt?

Gruß
jartUl
(IANAL)

PS:
Ich MUSSTE hunderte Stunden in Praktikas verbringen
Meine jetzige DienstPFLICHT besteht darin den Vormittag an einem bestimmten Ort zu verbringen.
Geistig gesund wäre ich nicht, wenn ich ein Gesetz suche, dass so etwas verhindert…

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Hallo Jartul,

Tach auch,
in welche Richtung denkst Du denn gerade? Wenn durch das
Experiment weder Leib noch Leben des Studierenden gefährdet
werden, sehe ich keine Chance…

Soweit ich weiss wird juristisch nicht zwischen psychischen und physischen moeglichen Schaeden unterschieden. Ob ein psychologisches Experiment ein Individuum schaedigen kann muesste im Einzelfall entschieden werden. Weil es sehr aufwendig ist so etwas fuer den Einzelfall zu entscheiden nehme ich an dass es irgendwo ein Gesetz gibt das es verbietet Teilnehmer zu zwingen an Experimenten teilzunehmen.

Schließlich ist es auch ein

nicht unerheblicher Eingriff in das Persönlichkeitsrecht eines
jungen Menschen ihm „Schulpflicht“ aufzuerlegen.
Es gibt an Unis auch Massenhaft Pflichtveranstaltungen anderer
Art. Wo ziehst Du die Grenze zu „psychologischem Experiment“?

Diese Eingriffe in die Persoenlichkeit dienen dem Individuum bzw. unterstuetzen den Wissenserwerb welcher fuer die Ausuebung eines Berufs notwendig ist (zumindest in der Theorie). Experimente in einer grossen Masse dienen lediglich der Uni damit sie kein Geld fuer Freiwillige ausgeben muss.

Ich bin sicher dass die Teilnahme an Experimenten egal welcher Art freiwillig erfolgen muss (ich finde dazu nur keine Quelle) sonst wuerden in Deutschland bestimmt Arbeitslose oder JVA-Insassen staendig zur Teilnahme an diversen Tests und Experimenten verpflichtet.

Gruss

Desperado

Tach Desperado,
bin kein RA, aber…
Was soll ein „psychologisches Experiment“ sein?
Ich bin als Lehrer jeden Morgen in der dummen Situation mit 30 Kindern herumzuexperimentieren. Worauf reagieren sie wie? Wie kann ich sie am besten dazu bringen mir zu folgen? Wann haben sie den besten Zugang zur Fragestellung? In welcher Situation kann ich bestmöglich Wissen aus ihnen rausquetschen? Welches meiner hunderte Instrumente benutze ich um Disziplinproblemen zu begegnen? Wie kann ich sie so manipulieren, dass sie vor lauter Konzentration den Pausengong überhören?

Musst Du Fragebogen ausfüllen? Werden Reaktionen auf bestimmte Situationen getestet? Werden Dir Mittel verabreicht? Wirst Du gezielt in bestimmte Stimmungen gebracht, und musst dann bestimmte Aufgaben machen?

Mit dieser ganzen Fragerei will ich auf eines hinaus: Wie bitteschön soll man „psychologisches Experiment“ definieren?

Gruß
jartUl

Hallo auch in D muss ein PSychologiestudent eine gewisse Anzahl Versuchspersonenstunden erfüllen um ein ordnungsgemässes Studium zu absolvieren. Psychologische Experimente gehören zum Psychostudium dazu, dazu muss man beide Seiten kennenlernen, mal als Versuchsperson, mal als VErsuchsleiter (und was macht der Versuchsleiter, wenn er keine VErsuchspersonen mehr findet, dann kann er seine Dipl.-Arbeit in die Tonne tun, sprich es ist auch eine Verantwortung die man den Kommilitonen gegenüber hat, die jüngeren dienen den älteren dazu um fertigzu werden, VPStunden sind also auch dazu da, um dies etradition aufrechtzuhalten, damit man später selbst VP für die eigene Arbeit findet).

Dazu gibt es für jedes Experiment eine BEwertung einer Ethikkommission, wie denn wohl das Risikopotential bzgl körperlicher und geistiger Gesundheit für die beteiligten Personen ist und einige klassische Experimente (Milgam, Stanford, oder die Ohnmachtsanfälle in aller Öffentlichkeit zum Hilfeverhalten)würden so heute nicht mehr durchgeführt werden.

Das typische STandardexperiment, dem man sich im Studium stellt ist dass man einen Fragebogen ausfüllt. Da dasganze anonym ist, wird vermutlich nicht mal das Persönlichkeitrecht angekratzt.

Labor und Feldesperimente sind da schon riskanter, werden aber auch genauer unter die Lupe genommen, bevor man die Kommilitonen auf die anderen loslässt.

Wenn dir die Experimemte an deiner Uni nicht gefallen, kannst du ja die Uni wechseln, anderswo gibts andere Forschungsschwerpunkte.
Ich hab während des Studiums nicht teilgenommen an vollgeschwitzte T-Shirts schnüffelstudien,da ich dafür dank HEuschnupfen ungeeignet war, dafür an Gruppenarbeitsexperimenten (Dinge lange in der Waage halten, so ähnlich wie Bierkrugstemmen, mal mit mal ohne Blickkontakt), an irgendwelchen PC-Klickereien (frag mich nicht wozu das war), und unzähligen Fragebögen.
Und geschadet hats mir nicht.
Ich hab mich nur manches MAl über die extrem unsinnigen Fragen gewundert und für mich geraten, was da wohl getestet wird.
Allerdings ist es auch so, dass für die meisten Experimente man nach maximal 3 Semestern Psychostudium ungeeignet ist, da man unbewusst eigenes Wissen einfliessen lässt (grade bei Fragebögen).
Dan bringt man nur noch was für Laborexperimente, wo man unsinnige Silben lernen muss oder eben solche Leistungstests, oder Reaktionstests.

Aber ich wette mit dir, dass dich niemand unter Strom setzt, zumindest nicht allzuviel :wink:
Aber vielleicht ist es auch das was dich stört, manch einer steht ja auf Skinnerbox und Milgram. Aber ob dann Psychologe der richtige Job ist mag ich zu bezweifeln.
Gruß Susanne