Telefon-/Internet-/Netzwerkkabel verlegen

Hallo,

ich baue gerade ein Haus. Nun gehts ans Dosen planen und Kabel verlegen. Ich möchte mir ein kleines Heimnetzwerk anlegen. Geplant ist das über mehrere Stockwerke. Geht auch nicht anders, da der Haupttelefon- bzw Kabelanschluss im Keller ist. Nun mal zu meinem Vorhaben:

  1. Stockwerk soll im Eingangsberreich ein Platz eingerichtet werden wo eine Telefonanlage und ggf ein W-LAN-Router angeschlossen werden kann. In der gleichen Etage eine weitere Netzwerkdose im TV-Bereich
  2. Stockwerk ein zentraler Platz an dem auch Telefon und ein W-LAN Router angeschlossen werden kann.
  3. Stockwerk: Arbeitszimmer mit einem festen PC-Arbeitsplatz, Drucker, Telefon und Fax.

Geht das grundsätzlich so wie ich das „plane“? Wenn ja mit was für Kabeln fahre ich die einzelnen Punkte an? Habe schon viel über Cat5 und Cat7 Verlegekabel gelesen. Dabei ist mir aufefallen, dass bei Cat7 andere Anschlüsse (GG45) verwendet werden? Stimmt das? Rückwärtskompatibel?

Ich hoffe das war jetzt alles nicht zu verwirrend - ich blicke selbst nur noch schwer durch :wink:

Danke schonmal vorab.
Patrick

Nun mal zu meinem Vorhaben:

  1. Stockwerk soll im Eingangsberreich ein Platz eingerichtet
    werden wo eine Telefonanlage und ggf ein W-LAN-Router
    angeschlossen werden kann. In der gleichen Etage eine weitere
    Netzwerkdose im TV-Bereich

Nö. Das würde ich nicht.
Ich würde im Keller einen zentralen Punkt schaffen, wo die ganze Kommunikation zusammenläuft.
Also:
KabelTV, Telefon/DSL, SAT, alle Netzwerk- und Antennenleitungen (beide immer im Stern verlegen lassen!) und auch Leerrohre in den Dachboden.

Dann überlegt man sich, wo man mal was nutzen könnte.
Klassisch:
Keller: Nichts, außer vielleicht Partykeller oder Hobbyraum
EG: TV, WOhnzimmer und vielleicht noch ein alternativer Standort bekommen eine Netzwerkdose mit zwei Buchsen und zwei Kabeln IN LEERROHREN.
Obergeschosse: Kinderzimmer, Arbeitszimmer, auch Schlafzimmer bekomme je so eine Dose.

Geht das grundsätzlich so wie ich das „plane“? Wenn ja mit was
für Kabeln fahre ich die einzelnen Punkte an? Habe schon viel
über Cat5 und Cat7 Verlegekabel gelesen.

Ach ja, das ist fast Glaubensfrage. Ich nehme Cat7 Leitung, weil sie nicht soviel teurer ist.

Dabei ist mir
aufefallen, dass bei Cat7 andere Anschlüsse (GG45) verwendet
werden? Stimmt das?

Nein. Würde man die gesamte „Strecke“, also Netzwerkdose, Kabel und Patchfeld (bzw. Netzwerkdose im Keller) nach der in USA benutzten „CAT“ Normierung „7“ errichten, würde man TERA oder GG45 Stecker benötigen. Aber das wäre unnötig. Selbst ultraschnelles 10Gigabit/s Netzwerk benötigt nur „Cat 6a“.
Also:
Nimm ruhig die bessere Leitung und nehme Dosen nach Cat6a.
Lass das aber vom Installateur dann zertifizieren.
Dadurch bekommst du ne garantierte Bandbreite.
Die für 10GBit/s nötige Zertifizierung heißt nach hier gültiger Norm „ISO Klasse Ea“.
Da man diese Datenrate kaum benötigen wird (na ja, wer weiß, in 10 Jahren?), kann man auch nach ISO Klasse D zertifizieren. Dafür nötige Komponenten haben Cat5e.

Sofern du die ganzen aktiven Komponenten unbedingt im EG haben willst, würden dort alle Netzwerkkabel in DOsen enden. Und die Komponenten sehen Schei55e aus. Also ich empfehle: Ab in den Keller!

Ich hoffe das war jetzt alles nicht zu verwirrend - ich blicke
selbst nur noch schwer durch.

Dafür hat man ja den fähigen Elektriker, zumindest einen Planer.
Oder etwa nicht???

OT ab hier:
SAT oder KabelTV?
Lass alle Kabel im Stern verlegen, sowie ein Leerrohr in den Dachboden. Und noch zwei mehr für eventuelle Zwecke. Ab M32 bekommt man auch noch richtig was durch. Ist jetzt kaum ein Aufwand!
Bei SAT auch zwei Antennenkabel für das Wohnzimmer: TWIN-Receiver (arte schauen, Pro7 aufnehmen, das geht dann!).
Leerohre für Kommunikationskabel? Das ist das einzig sinnvolle.
Und pass auf, dass die Kollegen die Kabel erst nach dem Verputzen einziehen. Dann weißt du auch, dass diese Rohre durchgängig sind und die Kabel austauschbar sind.

Da man diese Datenrate kaum benötigen wird (na ja, wer weiß,
in 10 Jahren?), kann man auch nach ISO Klasse D zertifizieren.
Dafür nötige Komponenten haben Cat5e.

10 GBit wird nicht benötigt? Das ist nur zehnmal soviel wie das heutige gebräuchliche 1 Gbit-Zeugs, und das ist zehnmal so viel wie das vor zehn Jahren gebräuchliche 100 MBit-Netz, und das war zehnmal soviel wie die 10er-Netze vor 20 Jahren.

Das geht ruckzuck.

Stefan

Da man diese Datenrate kaum benötigen wird (na ja, wer weiß,
in 10 Jahren?), kann man auch nach ISO Klasse D zertifizieren.
Dafür nötige Komponenten haben Cat5e.

10 GBit wird nicht benötigt?

Ich gebe zu, dass ich - kaum hatte ich das geschrieben - zweifelte.

Die Entwicklung galoppiert. Kaum ist mehr Leistung möglich, wird sie - auch durch unnötige Dinge (schlampige Programmierung, unsinnige Knuffi-Bunti-Grafiken,…) auch alsbaldigst als selbstverständlich angesehen und gedankenlos verbraten.

Was bei effizienten Anwendungen nötig ist, sehe ich bei den neuen „Thin-Clients“ eines Kunden. Da stehen etwa 15 solcher Mini-Rechner mit je zwei großen Bildschirmen (einer ist eher textorientiert, der andere zeigt Echtzeitgrafiken von Fahrzeugzuständen und Bewegungen in Deutschland).
Zusammen mit nochmal rund 10 anderen PCs laufen die über eine 10MBit/s Standleitung auf dem Server in der kilometerweit entfernten Zentrale.
Absolut reibungslos.

Also:
Brauchen wir 10GBit/s?

Meine Antwort: Eigentlich nicht.
Aber sobald sie üblich und verfügbar sind, wird man sie auch brauchen.

Nur woher?

Ich meine, die momentanen Datentransferraten von Festplatten liegen bei - na, ich hab nix aktuelles im Kopf - aber so ca. 100-200MBit/s.

Und zur bloßen Verteilung eines Internetzugangs (da erwarte ich nicht, dass Geschwindigkeiten >1GBit/s in 10 Jahren üblich sein werden) dürfte in den allermeisten Fällen schon 100MBit/s schon deutlich schneller als nötig sein.

Einerseits bin ich mit meiner eigenen Aussage „1Gbit/s werden auch in 10 Jahren noch voll O.K. sein“ unsicher. Andererseits kann ich mir für 10GBit/s in Privathaushalten nix Sinnvolles vorstellen.

Wir werden sehen.
Aber ich fürchte, dass DU Recht haben wirst - siehe oben.

Ich verlege selber nur noch Cat7 Leitung, das schrieb ich ja schon.
Auch die von mir benutzten Dosen/Patchfelder sind Cat6a.
Und bei der Zertifizierung gehe ich mit ISO Class Ea einen einsamen Weg (ich leihe mir den Zertifizierer und sehe dann oft die ungelöschten Projekte meiner lieben Mitbewerber).
Ist schon spaßig, wenn ich sehe, dass Kollege X beim Neubau der Sparkasse Hinter-Ober-Dorfhausen mit „Cat5“ prüft, wo sonst alles in dem Bau vom Allerfeinsten ist.

Also:
Brauchen wir 10GBit/s?

Meine Antwort: Eigentlich nicht.
Aber sobald sie üblich und verfügbar sind, wird man sie auch
brauchen.

Nur woher?

Ich meine, die momentanen Datentransferraten von Festplatten
liegen bei - na, ich hab nix aktuelles im Kopf - aber so ca.
100-200MBit/s.

Und zur bloßen Verteilung eines Internetzugangs (da erwarte
ich nicht, dass Geschwindigkeiten >1GBit/s in 10 Jahren üblich
sein werden) dürfte in den allermeisten Fällen schon 100MBit/s
schon deutlich schneller als nötig sein.

Einerseits bin ich mit meiner eigenen Aussage „1Gbit/s werden
auch in 10 Jahren noch voll O.K. sein“ unsicher. Andererseits
kann ich mir für 10GBit/s in Privathaushalten nix Sinnvolles
vorstellen.

Computer Cloud Games etc
USB-3
5 Gbit/s (625 MB/s)

TV-On Demand TV
mindestens Blue-Ray qualität
432 Mbit/s 54 MB/s

Der Blue-Ray recorder nimmt noch ein zweites und drittes programm auf , für den urlaub .

TV-On Demand Recorder
mindestens Blue-Ray qualität
2 x (432 Mbit/s 54 MB/s)

Stromeffizienz kontrolle , sonstiger update verkehr der gerade anfällt für die haushaltsgeräte .

Video Telefon , oder noch besser 3D-Hologram-Phone
etc etc

Und da ja nix ausfallen darf und keiner eingeschränkt sein möchte ist das dann auch die grundlast, die vorgehalten werden muss.

Also ich sach mal joa brauchen wir dringen die 10Gbit/s Leitung .

Einerseits bin ich mit meiner eigenen Aussage „1Gbit/s werden
auch in 10 Jahren noch voll O.K. sein“ unsicher. Andererseits
kann ich mir für 10GBit/s in Privathaushalten nix Sinnvolles
vorstellen.

Nette Beispiele.
„Sinnvoll“ mag da aber diskussionswürdig sein :wink:

OK, um zum Topic zurück zu kehren:

  1. Leerrohre installieren lassen. Und zwar solche, durch die man auch Leitungen problemlos einziehen kann. Also wenige Bögen mit großen Biegeradien und genügend großer Durchmesser. Zugdosen - also größere Kästen, deren einziger Sinn es ist, beim Einziehen längerer Strecken etappenweise vorgehen zu können - sind auch nicht verkehrt.

  2. Genügend Dosen vorsehen! Steht der Fernseher wirklich IMMER an dieser Wand? Wird in der Küche wirklich niemals eine Netzwerkdose benötigt?

  3. Zentral an einem Punkt auflaufen lassen, an dem einem zusätzliche Technik nicht stört. Erdgeschossflur? Eher nicht. Hausanschlussraum oder Keller sollte optimal sein.

  4. Mit Cat7 Leitung und Cat6a Dosen ist man für alles zur Zeit überblickbare gewappnet.

  5. Wer Cat7 Leitung und Cat6a Dosen installiert, der möge dann auch bitte nach einer entsprechenden Norm seine Leistung dokumentieren. Das wäre dann ISO Klasse Ea. Und die garantiert sicher 10GBit/s Übertragungsrate.

Also ich sach mal joa brauchen wir dringen die 10Gbit/s
Leitung .

Hinter dem „dringend“ fehlt mir persönlich heute noch ein Smiley!