Teleskop-tip

Eine Frage an alle Astronomie-fans: eins meiner vielen Hobbys ist die Astronomie; tagein tagaus lese ich alles was ich darüber finden kann(naja, fast alles…); da ich aber nun die Dinge, über die ich lese, auch sehen will, spiele ich mit dem Gedanken, mir ein Teleskop zur Sternbeobachtung zu kaufen; dabei hoffe ich natürlich auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis(vor allem, da ich mir als aaaaarmer Student nicht viel leisten kann!); nun weiß ich zwar was Brennweiten/… sind, da ich das Lehramt Physik studiere, aber bei der praktischen Anwendung stehe ich etwas daneben.
Vielen Dank also für alle Tips :smile:

Ein bestimmtes Teleskop kann ich Dir zwar nicht empfehlen, aber auf ein paar Dinge solltest Du achten, wenn Du Dir eins kaufst.

Das Stativ sollte möglichst Standfest und nicht wackelig sein. Viele Billigteleskope haben ein labberiges Dreibein, das schon wackelt, wenn man nur das Auge ans Okular haelt. Wenn Du dann noch Fotografien machen moechtest, haelt das Stativ die zusaetzliche Kamera kaum aus.

Frage beim Kauf nach, wie viele (und welche) Okulare schon zum Fernrohr gehoeren. Manchmal bekommt man zwei, manchmal auch mehr dazu.

Bei starken Vergroesserungen z.B. zur Planetenbeobachtung oder „DeepSpace“-Objekten solltest Du auf eine parallaktische Montierung des Fernrohrs achten. Der Kopf des Stativs kann dann geneigt und zum Polarstern (um den sich ja alles dreht) ausgerichtet werden. Mit einem Raedchen kann man den Stern oder was immer Du gerade beobachtest leicht im Blickfeld halten. (Er wandert ja sonst aus dem Blickfeld raus.) Hast Du keine parall. Montierung, musst Du staendig Hoehe und horizontale Ausrichtung korrigieren, was auf Dauer nervt. Wenn Du Langzeitbelichtungen mit einer Kamera machen willst empfiehlt sich für die parall. Montierung noch eine Motorik, die selbsttaetig des Teleskop nachfuehrt. Die sind aber leider einige hundert Mark teuer. Das Nachfuehren geht aber auch beim Fotografieren - wenn die Bel.zeiten nicht allzu lange sind und man ein wenig uebt - von Hand.

Zum Teleskop selbst faellt mir im Moment nur ein, dass es zwei Ausfuehrungen gibt, naemlich Spiegel (Reflektoren) und Linsenteleskope (Refraktoren). Spiegelteleskope koennen von der Bauform her kleiner (kuerzer) hergestellt werden. Falls Du wenig Platz hast, ist das vielleicht ein ausschlaggebender Grund. Ich glaube, bei grossen Objektivdurchmessern sind Spiegel ausserdem preisguenstiger als Linsen und sie haben den Vorteil, dass alle Farben des Lichts gleich reflektiert werden, waehrend bei Linsen die Brechung von der Wellenlaenge (also Farbe) abhaengt. Bei Refraktoren werden dann immer Linsensysteme aus mehreren Linsen eingesetzt, die den Effekt kompensieren sollen.

Mein eigener Refraktor (ein Billigteil, das ich gebraucht gekauft habe) hat einen Durchmesser von 60mm und eine Brennweite von 600mm. Es reicht zwar, um ab und an in die Sterne zu gucken, aber bei extremen Vergroesserungen versagt das Ding (Schaerfe geht verloren). Ab und an leihe ich mir von einem Freund ein Spiegelteleskop mit (etwa) 12cm Durchmesser und etwas laengerer Brennweite. Die groessere Oeffnung faengt mehr Licht ein und fuehrt ausserdem zu schaerferen Bildern bei gleicher Vergroesserung. Wenn Du also weisst, dass Du Dich intensiver mit der Astronomie beschaeftigen wirst, wuerde ich mir (vielleicht gibt es aber auch andere Meinungen) ein Spiegelteleskop mit moeglichst grosser Oeffnung kaufen. Zwei Okulare (vielleicht 20mm und 12mm) reichen eigentlich am Anfang, aber schnell merkt man, dass was fehlt. Mal moechte man einen groesseren Ueberblick (z.B. wie beim Feldstecher) haben, manchmal moechte man doch etwas mehr vergroessern. Dann muessen neue Okulare (oder Adapter) her.

Gruss
C.

spiele ich mit dem
Gedanken, mir ein Teleskop zur
Sternbeobachtung zu kaufen; dabei hoffe
ich natürlich auf ein gutes
Preis-Leistungsverhältnis(vor allem, da
ich mir als aaaaarmer Student nicht viel
leisten kann!); nun weiß ich zwar was
Brennweiten/… sind, da ich das Lehramt
Physik studiere, aber bei der praktischen
Anwendung stehe ich etwas daneben.
Vielen Dank also für alle Tips :smile:

Ich kann Dir nur einen Tipp geben: wenn es geht möglichst keine Kompromisse bei der Qualität machen. Die Qualität gibt den Spaß beim Beobachten und nicht die Öffnung. Lieber ein kleines aber feines Instrument mit wenig, aber gutem Zubehör, als ein billiger Licht-Eimer, bei dem alles wackelt. Lieber zwei gute Okulare als fünf schäbige, die du dir in die Augenhöhle rammen musst, weil der Einblick nichts taugt. Und wenn du irgendwann endgültig vom Astro-Virus befallen bist: ein kleines und gutes Instrument hat immer seinen Platz, z.B. als Reise-Fernrohr oder in der Fotografie.

Gruß

Johannes