Temperatur im Weltall

Hallo an alle!!

Ich habe mich letztens einfach so gefragt, ob es im
Vakuum des Universums kalt wäre, wenn man dort ohne
Anzug rumfliegen könnte.
Ich hab diese Frage mal im Physikunterricht angerissen,
doch keiner meiner Mitschüler (und auch nicht mein
Lehrer) konnten mir diese Frage begründet beantworten!

Die meisten Schüler meinten, es sei viel zu kalt zum Überleben,
und die anderen Schüler (+Lehrer) schienen gar keine Meinung
zu haben!

Ich habe mir jedoch überlegt, da die Temperatur ja eigentlich
nur eine statistische Größe ist, die aus der Bewegung vieler Teilchen
resultiert, im Vakuum irrelevant ist.
Es kann ja gut sein, dass die einzelnen Teilchen, die dort rumschwirren an die 0 K haben. Aber z.B. dem Menschlichen Körper
könnten Sie nicht genug Wärme entziehen, um dessen Temperatur auch nur
geringfügig zu ändern. Ich hab es mir so wie in einer Thermoskanne vorgestellt :smile:.

Die einzige Energie, die der Körper jetzt noch abgeben könnte wäre doch in Form von EM-Wellen oder??
Ich hab keine Ahnung wie viel das erfolgt, aber Planeten werden ja in der Nacht auch kälter???

Also müsste einem im All in der Sonne(also nicht da drinnen, sondern wie hier auf der Erde etwas in der Sonnne steht :smiley: ) tierisch heiß sein (da keine Atmosphäre vorhanden ist, um die Strahlen abzuschwächen).

Ich hoffe jemand kann mir helfen… komme selber zu keinem Schluss
wie ihr seht :smiley:!

Danke schon mal!!!
mit freundlichen Grüßen
Philipp

Hi,
deine Überlegungen sind gut!
In der Tat ist es zwar im Weltall sehr kalt (etwa 3K), aber es gibt dort eben kaum Materie, die die Wärme des Körpers aufnehmen könnte.
Genauer kann dir das die NASA erklären:
http://imagine.gsfc.nasa.gov/docs/ask_astro/answers/…

Kühle Grüße
Stanly

Hallo Philipp,

es gibt zwei Definitionen der Temperatur. Die geläufigere basiert auf der mittleren kinetischen Energie in den Bewegungs- und Schwingungsfreiheitsgraden der in einem Volumen enthaltenen Moleküle. Kurz: je schneller die Moleküle umherrasen und schwingen, desto wärmer. Messen lässt sich dass, weil sich die mittlere kinteische Energie der Umgebungsmoleküle durch Stöße schnell auf mein Thermometer überträgt, und sich die mittlere kinetische Energie meiner Thermometermoleküle im Gleichgewicht genauso einstellt, wie die meines Volumens - alls prima.

Die andere Definition verwendet den „Strahlungshintergrund“ und ist auch geeignet, unter bestimmten Bedingungen einem Vakuum eine Temperatur zuzuordnen. In einem Vakuum gibt’s ja keine Moleküle, die sich bewegen, und daher versagt der herkömmliche Temperaturbegriff. Man kann von nicht vorhandenen Molekülen ja keine mittlere kinetische Energie bestimmen.

Es gibt im Vakuum aber immer einen Hintergrund an thermischer Strahlung. Und die können wir verwenden, um dem Vakuum eine Temperatur zuzuordnen. Stellen wir uns mal eine evakuierte Hohlkugel vor, die innen schwarz angemalt ist und die eine gleichmäßige Temperatur von 20 Grad Celsius hat. Das innere der Kugel wird also homogen von Schwarzkörperstrahlung (LK Physik … da ist Dir „Schwarzkörperstrahlung“ ja ein Begriff nehme ich mal an) ausgefüllt, die einem 20 Grad warmen Schwarzkörper entspricht. Wenn wir jetzt eine schwarze Kugel in den Hohlraum setzen, strahlt diese wiederum als Schwarzkörper. Solange sie wärmer ist, als die Hohlkugel, strahlt sie mehr Energie ab, als sie empfängt und kühlt strahlungsbedingt ab. Wenn sie anfangs kälter ist als die Hohlkugel, empfängt sie mehr Energie, als sie abstrahlt und wärmt sich auf. Im Gleichgewicht nimmt sie also die Temperatur der Hohlkugel an, obwohl sie gar keinen Kontakt zu dieser hat - alleine durch den Austausch von Strahlung.

Interessanterweise gilt das nicht nur für Schwarzkörper, sondern auch für Probekugeln beliebiger Strahlungseigenschaften - also weissen, roten, grünen, verspiegelten, usw. - alle nehmen früher oder später die Temperatur der Hohlkugel an, also die Temperatur, die der Temperatur des Strahlungshintergrunds entspricht, in dem sie sich befinden. Nur die Zeit, die es braucht bis sie der Temperatur des Strahlungshintergrunds nahegekommen sind, ist für verschiedene Kugeln unterschiedlich. Bei schwarzen Kugeln geht es schneller als bei grauen, die wiederum schneller sind als weisse oder verspiegelte. Perfekt weisse oder perfekt verspiegelte Kugeln würden sogar unendlich lange brauchen, aber die gibt es nicht.

Wenn wir also ein beliebiges Thermometer in unsere Hohlkugel halten, wird es irgendwann die Temperatur der Kugel annehmen. Damit können wir dem Vakuum im innern der Kugel eine Temperatur zuordnen. Und diese Temperatur bestimmt sich nur aus der Art des Strahlungshintergrundes, das in dem Vakuum herrscht. Wir vergleichen einfach den Strahlungshintergrund mit der Schwarzkörperstrahlung verschiedener Temperaturen und leiten daraus die „Temperatur“ des Strahlungshintergrunds ab. Das ist dann auch die Temperatur, die jeder Körper in dem Vakuum nach einiger Zeit annehmen wird.

Das Weltall ist fern von der Sonne (und allen anderen Sternen und Himmelskörpern) durchsetzt von einem sehr homogenen Strahlungshintergrund, der 4 Kelvin entspricht (die extrem rotverschobene Strahlung des Urknalls, der in alle Richtungen gleichmäßig noch sichtbar ist). Setzt man also fern von der Sonne einen Körper aus, wird dieser irgendwann auf 4 Kelvin abkühlen. Das ist in der Tat höllisch kalt. Aber da reine Strahlungswärmeverluste nicht sehr effektiv sind, dauert es recht lange bis ein warmer Körper so weit abkühlt. Das Auskühlen ist also eine der weniger direkten Sorgen, die einen Menschen plagen würde, der sich plötzlich im Weltall wiederfindet.

In der Nähe der Sonne ist alles viel komplizierter. Hier haben wir einen Strahlungshintergrund, der extrem richtungsabhängig ist. Aus dem kleinen Raumwinkel, der von der Sonne eingenommen wird, kommt Strahlung, die fast 6000 Kelvin entspricht und aus dem Rest wieder unsere 4 Kelvin Hintergrundstrahlung. Bei inhomogenen Strahlungshintergrund kann man nun nicht mehr wirklich gut eine Temperatur definieren. Wenn wir nämlich eine Probekugel aussetzen, die auf der einen Seite schwarz ist und auf der anderen Seite verspiegelt (oder weiss), kommt es auf ihre Ausrichtung an, welche Temperatur sie annimmt. Schwarz zur Sonne, weiss zum Weltall ergibt eine wärmere Kugel als andersherum. Diesen grundsätzlichen Effekt nutzt man, um die Temperatur von Satelliten zu regeln. Wenn Du Dich mal in einem Orbit um die Sonne wiederfindest, könntest Du vielleicht was geeignetes aus unterschiedlicher Kleidung bauen, um Deine Temperatur auf ein vernünftiges Niveau zu regeln, jedenfalls wenn Du grad sowohl was weisses als auch was schwarzes anhast. Aber dabei das atmen nicht vergessen :smile:

Beste Grüße,
Markus

Hallo Philipp
Im All und ohne Anzug macht eine Überlegung natürlich keinen Sinn, ob es dann vielleicht zu kalt ist oder nicht.
Aber für einen rein physikalischen Körper sieht es schon anders aus.
Hier wird die sogenannte mittlere Strahlungstemperatur wirksam.
Die Temperatur eines Körpers stellt sich auf diese Temperatur ein, das ist auch bei unserer Erde im großen und ganzen so.
Wenn ein solcher Körper sich etwas dreht ist es okay, aber wenn er zur Sonne immer mit der selben Seite ausgerichtet wird, wird er dort gebraten und auf der anderen Seite ist es eisig kalt.
Dabei gibt es kein Gas, welches erwärmen oder abkühlen könnte.
Dann spielt es natürlich auch noch eine Rolle, welche Wärme der Körper selbst produziert und in welchem Grade er dem physikalisch schwarzem Körper entspricht.
befindest Du Dich in einer überdimensionalen Thermoskanne, wirst Du bald zum Opfer Deiner eigenen Wärmeproduktion.
Der erwähnte Begriff Hintergrundstrahlung ist wohl davon abhängig, was man als Vordergrund ansieht. Heutzutage gibts auf jedem Hintergrund doch noch irgendwelche Objekte :wink: .

MfG
Matthias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Tach HuddiHutzn,
450Watt/m² bei 300K ist die „Schwarzkörperstrahlung“ (etwa) Jetzt kannst Du Dir selbst überlegen wie lange es dauert (selbst wenn Du nicht sublimierst im Vakuum) bis Du 3K erreicht hast…
Anschaulich kann man es sich so verdeutlichen: Von der Erde kennst Du nur „fast-Gleichgewichts-Zustände“. Im Vakuum (3K, 0bar) ist sowas nicht gegeben. Die „zitternden“ Atome an der Oberfläche werden „nicht zurückgeschubst“ und können munter „weiterzittern“ (und dabei Energie abstrahlen).

grüße
jartUl

Vielen Dank an alle die mir geholfen haben!!!
hätte ja auch gerne einigen nen Stern gegeben, aber
dazu muss ich ja jetzt erst mal noch ein bisschen
länger hier bleiben :wink:!!

Werd jetzt mal versuchen ein paar Rechnungen zu
machen, wie schnell ich jetzt zb. auf der Schattenseite
der Erde abkühlen würde.
Müsste doch eigentlich gehen oder??

Na jut, noch mal vielen Dank!!
Philipp

zu spaet wie immer
bin ich.

das wasser in dir wuerde gleich sublimieren, vermute ich mal. koennte auch gut sein, wenn es kalt ist, dass du gefuehltmit elementen bist, nicht mit molekuelen, die von deinem koerper(haut)zusammengehalten wuerde, da sie keine bindung mehr eingehen wollen.
wenns warm/heiss ist, dann verdampft das wasser in dir sofort.
die strahlung der sonne frisst dich, denn du hast keine schutzatmosphaere wie die erde.

Die meisten Schüler meinten, es sei viel zu kalt zum
Überleben,
und die anderen Schüler (+Lehrer) schienen gar keine Meinung
zu haben!

kommt drauf an, wo.

Ich habe mir jedoch überlegt, da die Temperatur ja eigentlich
nur eine statistische Größe ist, die aus der Bewegung vieler
Teilchen
resultiert, im Vakuum irrelevant ist.

du bist kein vakuum.

Es kann ja gut sein, dass die einzelnen Teilchen, die dort
rumschwirren an die 0 K haben. Aber z.B. dem Menschlichen
Körper
könnten Sie nicht genug Wärme entziehen, um dessen Temperatur
auch nur
geringfügig zu ändern. Ich hab es mir so wie in einer
Thermoskanne vorgestellt :smile:.

du gibst wie die thermoskanne waerme ab. und da du viele loecher in deinem koerper hast, sehr schnell.und das gibst du wie meistens auch auf der erden mit hilfe eines energietraegers ab,wasserdampft.

bist du nicht weit weg von der sonne, lassen diese loecher aber auch genauso schnell die waerme in dich rein->bratwurst mit 2 spiegleiern

Die einzige Energie, die der Körper jetzt noch abgeben könnte
wäre doch in Form von EM-Wellen oder??

naja…stimmt…irgendwann faengst du an zu leuchten:smile:

Ich hab keine Ahnung wie viel das erfolgt, aber Planeten
werden ja in der Nacht auch kälter???

sehr sogar(ohne atmosphaere)

Also müsste einem im All in der Sonne(also nicht da drinnen,
sondern wie hier auf der Erde etwas in der Sonnne steht :smiley: )
tierisch heiß sein (da keine Atmosphäre vorhanden ist, um die
Strahlen abzuschwächen).

richtig kombiniert, watson.

Ich hoffe jemand kann mir helfen… komme selber zu keinem
Schluss

basst scho

mfg
rene