Tempo30-Zonen-Antrag

Hi,

heißt ausgeschrieben Bundesministerium für Verkehr.

ich weiss, aber ich werde nicht fragen, denn ich komme mit den 50 blendend klar. Die Frage bezog sich mehr darauf, das diejenigen, die gern überall 30 hätten, nicht den Alternativvorschlag einbringen, dann hätten sie sicher gute Chancen auf einen entsprechenden Teilerfolg.

Im übrigen zu Deiner unten stehenden Bemerkung: erst beschwerst Du Dich über Pauschalisierungen, dann kommt die Frage „nennst Du im Stau stehen persönliche Freiheit“.
Mal abgesehen davon, das ich das glatt mit „ja“ beantworte, ich warte lieber in meinem warmen Auto, hab was zu lesen und MEINE Musik dabei, als im kalten überfüllten Zug - oder Bahnhof, wenn der Anschlusszug gerade mal wieder nicht erreicht wurde - so oft stehe ich nicht im Stau!

Gruß,
Micha

Hi Karin!

Glaubst Du, ich fahre kein Fahrrad?

Im Prinzip kann ich mir das nach Deinen Äußerungen nicht
vorstellen.

Tja, es gibt eben immer wieder Zeichen und Wunder…

Aber es ist schon etwas gegenseitige Rücksichtnahme gefagt.
Auch von den Radlern.

Zusammen mit den Zitaten, die ich am Anfang des Artikels (die
beiden ersten Absätze) stehengelassen habe: Wie definierst Du
gegenseitig? Und wie Rücksichtnahme. Oder haben Radler so sehr
auf Autofahrer Rücksicht zu nehmen, daß sie bitteschön so
rücksichtsvoll sein mögen, nicht auf der Straße zu fahren, auf
der Du unterwegs bist?

Zumindest erwarte ich, daß man nicht nebeneinander radelt und längere Parklücken nutzt, um Autos überholen zu lassen.

Also die moralische Wertung bringst Du hier ein. Daß
Autofahrer doch immer so empfindlich reagieren müssen, wenn
ihnen jemand erzählt, er oder sie kommt völlig ohne Auto
aus…

…weil das nicht stimmt.
Ohne Autos/Laster würdest Du keine Post erhalten, Dein
Supermarkt wäre leer, Dein Arbeitsplatz wäre
höchstwahrscheinlich weg und die Radwege würden verwahrlosen,
da die Kfz_Steuer für deren Erhaltung fehlt…

Gut, ich habe mich mißverständlich ausgedrückt: Ich komme ohne
eigenes Auto aus, d.h. ich verstelle keinen Platz, sei es in
einer Garage oder im öffentlichen STraßenraum nur dafür, daß
ich jedesmal, wenn ich mich von einem Ort zum anderen bewegen
möchte, eine ganze Blechkiste um mich herum mitführen kann.

Du vernichtest also Arbeitsplätze, weil Du kein Auto kaufst…

Und zum Thema Radwege: Die müssten logischerweise von der
KFZ-Steuer bezahlt werden, in einem früheren Posting hast Du
ja selber zugegeben, daß Radwege dazu da sind, daß Autofahrer
auf der Straße nicht von Radlern gestört werden. Die größte
Verwahrlosung von Radwegen (habe ich erst kürzlich wieder in
der Grillparzerstr. beobachten können) entsteht dadurch, daß
diese Wege, die von der Gesamtkonstruktion her nicht für
tonnenschwere Autos dimensioniert werden, regelmäßig mit von
Autofahrern z.B. zum kurzen Anhalten mit 2 bis 4 Rädern
belastet werden, wodurch die wunderschönen Sprünge in
Längsrichtung entstehen. Auf unbefestigten (sog.
wassergebundenen) Oberflächen gilt für die Schläglöcher
ähnliches.

Mir kommen die Tränen. dann muß man halt Mountainbike fahren!
Allerdings halte ich auich nichts davon Rad- und Fußwege zuzuparken. Ich mache das auch nicht.
Ein Radweg ist allerdings genauso gebaut wie eine Straße. Schließlich muß man ihn auch befahren können, um Hauseinfahrten zu benutzen.

Das wäre äußerst ärgerlich.
Mal wieder ein juristischer Winkelzug zur Aushölung der
persönlichen Freiheit und Mobilität der Bundesbürger. Wehret
den Anfängen!

Hältst Du „im Stau stehen“ für Mobilität?

Ich stehe eigentlich relativ selten im Stau, da ich zu Zeiten fahre, zu denen wenig los ist.
Ansonsten nutze ich den Vielfahrervorteil der Fähigkeit der knappen Raumausnutzung und überhole rechts oder fahre Landstraße.

Gruß,

Mathias

Hallo Mathias

da wir uns vom Thema des Brettes schon so weit entfernt haben, jetzt nur noch eine Anmerkung.

Also die moralische Wertung bringst Du hier ein. Daß
Autofahrer doch immer so empfindlich reagieren müssen, wenn
ihnen jemand erzählt, er oder sie kommt völlig ohne Auto
aus…

…weil das nicht stimmt.
Ohne Autos/Laster würdest Du keine Post erhalten, Dein
Supermarkt wäre leer, Dein Arbeitsplatz wäre
höchstwahrscheinlich weg und die Radwege würden verwahrlosen,
da die Kfz_Steuer für deren Erhaltung fehlt…

Gut, ich habe mich mißverständlich ausgedrückt: Ich komme ohne
eigenes Auto aus, d.h. ich verstelle keinen Platz, sei es in
einer Garage oder im öffentlichen STraßenraum nur dafür, daß
ich jedesmal, wenn ich mich von einem Ort zum anderen bewegen
möchte, eine ganze Blechkiste um mich herum mitführen kann.

Du vernichtest also Arbeitsplätze, weil Du kein Auto kaufst…

Als Anhängerin der Friedensbewegung der 70er und 80er kenne ich das Arbeitsplatz-Argument zur Genüge. Damals hieß es, wenn die Rüstungsindustrie ihre Arbeitsplätze nicht zur Verfügung stellen würde, dann ginge es uns ganz furchtbar schlecht.

Dann kam Gorbatschow und Perestroika, das Feindbild aus dem kalten Krieg fiel weg, und natürlich auch ein paar Arbeitsplätze, hier in München z.B. bei MBB plus Zulieferern und bei Siemens Unterschleißheim plus zulieferern. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Und was passierte? Die Wohnungen in München wurden billiger, weil nicht mehr ein so hoher Zuzugsdruck auf der Stadt lag, auch andere Lebenshaltungskosten sanken (z.B. Dinge des täglichen Bedarfs) weil auch die gewerblichen Mieten nicht mehr so stark unter Druck standen und diese Kosten nicht mehr an die Preise weitergegeben werden mußten…

Und dann kam die Joboffensive der IT-Branche: Es gibt 10 Jahre nach dem Einbruch wieder keine Wohnungen hier, Läden, die in München überleben wollen, müssen mit ihren Preisen wieder teuere Gewerbeflächen finanzieren, einfach alles wird teurer.

Ich würde sicher als Technische Redakteurin (Dipl. Ing. (FH) Elektrotechnik) weniger verdienen, wenn durch die Autoindustrie und ihre Zulieferer nicht so unsinnig viel zu verdienen wäre, ich hätte aber auch geringere Lebenshaltungskosten. Und Du kannst, wenn Du Dich umschaust, dies auch regional nachvollziehen. Ich kenne nur das Beispiel Nürnberg, da dort meine Tochter studiert, die Lebenshaltung ist dort deutlich billiger, aber es läßt sich sicher bundesweit nachvollziehen.

Also erzähle mir nicht, daß Arbeitsplätze, die durch Rückgänge in einer veralteten oder nicht mehr so unmäßig prosperierenden Branche wegfallen, die Katastrophe schlechthin sind, so daß alle, die die derzeitige sog. Schlüsselindustrie nicht durch Konsum unterstützen, Schuld an einer etwaigen Wirtschaftsmisere seien.

Da könnte ich ja gleich mal Dich fragen, ob Du Kinder hast, und wenn nein, wie Du es verantworten kannst, die Wirtschaft nicht durch den automatisch entstehenden Zusatzkonsum (Kinder brauchen regelmäßig neue Anziehsachen, auch regelmäßig zu essen wäre nicht schlecht, und wenn sie in die Schule kommen, dann geht das Ausgeben selbst bei dem allernotwendigsten, erst so richtig los) zu fördern.

Gruß, Karin

Hi Karin,

das ist eine interes´sante Diskussion.

Also erzähle mir nicht, daß Arbeitsplätze, die durch Rückgänge
in einer veralteten oder nicht mehr so unmäßig prosperierenden
Branche wegfallen, die Katastrophe schlechthin sind, so daß
alle, die die derzeitige sog. Schlüsselindustrie nicht durch
Konsum unterstützen, Schuld an einer etwaigen
Wirtschaftsmisere seien.

Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen der Rüstungsindustrie und der Kfz-Industrie.

Die Kfz-Branche füttert (inkl. Zulieferer, verbundene Branchen) sicherlich ca. 30-40% der deutschen Arbeitnehmer.
Die Rüstungsindustrie ist deutschlandweit bei weitem nicht so wichtig.

Ferner ist die Kfz-Branche keineswegs auf dem absteigenden Ast. Ganz im Gegenteil. Man weint zwar momentan, weil sich das Wachstum (!!) leicht verringert hat, aber das ist kein echtes Problem.

Zu Nürnberg: klar ist dort alles billiger. Einer der Hauptarbeitgeber dort, ABB, hat in den letzten 2 Jahren mehrere Hundert Stellen abgebaut.
Die Region ist traditionell schwach und die Einwohnerstruktur eine ganz andere.

Da könnte ich ja gleich mal Dich fragen, ob Du Kinder hast,
und wenn nein, wie Du es verantworten kannst, die Wirtschaft
nicht durch den automatisch entstehenden Zusatzkonsum (Kinder
brauchen regelmäßig neue Anziehsachen, auch regelmäßig zu
essen wäre nicht schlecht, und wenn sie in die Schule kommen,
dann geht das Ausgeben selbst bei dem allernotwendigsten, erst
so richtig los) zu fördern.

Ich habe noch keine Kinder. Allerdings möchte ich gerne welche.
Es ist nur recht problematisch, in der Generation der Töchter der alt-68er-Emanzen noch gebährwillige Mädels zu finden…
Die sind ja alle total versaut…

Im Ernst: ich finde es toll, daß Du kein Auto fährst. Einer weniger vor mir auf der Autobahn.
Aber ich halte es für falsch, die Leute, die ein Auto brauchen und gleich auch noch die Branche mit den meisten Arbeitgebern im Lande zu verteufeln und sich selbst über sie alle zu erheben.

Du mußt Dich schon ziemlich toll finden. Die verschiedenen Hinweise auf Deine Aktivität in der Friedensbewegung (sorry, damals war ich ca. 5-8 Jahre alt, ich konnte nicht mitmachen) und Deine Ausbildung (reißt mich nicht vom Hocker, bin auch Diplom-FH-BWLer und bilde mir nicht viel drauf ein) zeigen das.
Ist ja auch o.k., nur laß die anderen, die nicht ganz so perfekt sind, auch am Leben.
Wir wollen doch nur in einer angemessenen Zeit und bei angemessenem Risio von A nach B fahren!

Bis dann,
Mathias