Tennisarm

Hallo, liebe Experten!

Ich habe seit über 2 Monaten Beschwerden im linken Arm, so etwa zwischen Ellenbogen und Beuge. An manchen Tagen ist es schlimm, da kann ich nicht mal ein Glas Wasser heben, ohn das es weh getan hat, manchmal geht es gut. Vorgestern habe ich meinen Schwager getroffen, er ist Orthopäde, er hat sich das mal angesehen, aber wir waren da auf einem Fest, also konnte er auch nur erstmal eine oberflächliche Meinung abgeben (leider wohnt er ziemlich weit weg, kann also nicht so in seine Praxis). Er meinte, das sieht nach einem Tennisarm aus. Nun mache ich mit dem linkem Arm eigentlich nichts besonderes, bin auch Rechtshänder und spiele kein Tennis (*g* ich weiß, muß nicht immer damit zusammenhängen). Ich habe schon überlegt, ob es an meinem Arbeitsplatz liegt, an dem ich seit Mitte April sitze, vielleicht habe ich da keine besonders günstige Haltung des Arms in Relation zur Tastatur, ich hatte früher nie Probleme damit und mir scheint es schon einen Zusammenhang zwischen meinem neuen Arbeitsplatz und den Beschwerden zu geben (habe heute erstmal Monitor und Tastatur umgestellt, damit die linke Hand beim Schreiben mehr auf dem Schreibtisch liegt).

Vielleicht sind das zu pauschale Fragen, aber:
* was können alles Ursachen für „Tennisarm“ sein?
* was kann ich tun, um die Beschwerden zu lindern? Tips waren, die Sehnen nicht zu überdehnen (d.h. bestimmte Haltung der Hand beim Greifen) und auf eine bestimmte Art die Stelle massieren.

Mein Schwager meinte noch, Salbe schmieren (Mobilat o.ä.) würde nichts nützen, entweder Cortisonspritzen oder Akkupunktur.

Was ist Eure Meinung? Zum Arzt werde ich wohl mal gehen müssen, hm?

Vielen Dank schon mal und liebe Grüße
Borja

Hallo Borja,

aus eigener Erfahrung kann ich dir nur raten, so bald wie möglich zum Arzt zu gehen. Ich habe vor zwei Jahren den Fehler gemacht, zu lange zu warten und bei mir sind plötzlich zwei Finger taub gewesen, weil da vom Ellbogen her etwas auf den nerv gedrückt hat.

Der Orthopäde hat dann einen Tennisellbogen festgestellt und weil alle Behandlungsmöglichkeiten (Salben, Strombehandlungen, Bäder, Gipsschiene usw) nichts mehr brachten, bin ich letztendlich operiert worden. Inzwischen habe ich diese OP auch am anderen Arm hinter mir und heute bin ich absolut beschwerdefrei und kann wieder alles machen.

Dazu anmerken muß ich, daß ich auf Spritzen aller Art sehr empfindlich reagiere und daher Cortisonspritzen ins Gelenk nicht in Frage kamen. Aus dem gleichen Grund gibts bei mir keine Akupunktur. In leichteren Fällen hätte wohl noch die Ruhigstellung des Arms mit einer Schiene geholfen, das wurde noch probiert, dazu war das Ganze aber schon zu weit fortgeschritten.

Geh so bald wie möglich zum Arzt und laß dir helfen. Diese Schmerzen gehen nicht von alleine wieder weg und es ist doch nervig, wenn man dauernd etwas nicht machen kann, weil der Arm schmerzt. (Mich hat es beim linken arm über 7 Monate sehr genervt und die Lebensqualität entscheidend beeinflußt, beim rechten Arm habe ich mich nach 4 Wochen nach Rücksprache mit dem Arzt zur OP entschlossen, zuletzt konnte ich wegen der Schmerzen im rechten Arm nicht mal mehr Autofahren)

Bei mir sind die Schmerzen übrigens nach Renovierungsarbeiten für die damals neue Wohnung aufgetreten, die Arbeit am Computer hat dem kaputten Arm dann den Rest gegeben…

Viel Glück und liebe Grüße

Faya

*heute wieder glücklich, weil ohne Schmerzen*

hallo!!

Ich habe seit über 2 Monaten Beschwerden im linken Arm, so
etwa zwischen Ellenbogen und Beuge. An manchen Tagen ist es
schlimm, da kann ich nicht mal ein Glas Wasser heben, ohn das
es weh getan hat, manchmal geht es gut.

das würde aus meiner sicht eher gegen einen echten tennisarm/-ellenbogen sprechen-denn der tut i.r. immer weh.

Ich habe schon

überlegt, ob es an meinem Arbeitsplatz liegt, an dem ich seit
Mitte April sitze, vielleicht habe ich da keine besonders
günstige Haltung des Arms in Relation zur Tastatur, ich hatte
früher nie Probleme damit und mir scheint es schon einen
Zusammenhang zwischen meinem neuen Arbeitsplatz und den
Beschwerden zu geben (habe heute erstmal Monitor und Tastatur
umgestellt, damit die linke Hand beim Schreiben mehr auf dem
Schreibtisch liegt).

das ist oft eine der ursachen bzw. begünstigenden faktoren. deine muskulatur, etc. ist auf eine situation eingestellt (trainiert) und dann kommt plötzlich eine völlig neue situation. kein mensch würde sich wundern wenn er nie sport treibt und dann nach einer 4 stunden wanderung probleme hat-aber deine arbeit ist genauso anstrengend (sogar noch mehr) als wandern-und die machst du täglich.
sehe da also schon einen zusammenhang. und du beschreibst das ja auch selber so für dich.

Vielleicht sind das zu pauschale Fragen, aber:
* was können alles Ursachen für „Tennisarm“ sein?

siehe oben: neue ungewohnte belastungen; zusätzlich wird eine degenerative komponente vermutet (ist dann auch bei op`s zu sehen). dann kann man noch nervenkompressionen mit einbeziehen wenn man den begriff tennisarm weit fasst. oder auch „gelenkfunktionsstörungen“ der gelenke im ellenbogen, z.b. nach unfällen, etc. man darf auch nicht die halswirbelsäule vergessen-die ganze sache kann von dort ausgehen oder stark beeinflusst werden (test für dich: kopf in alle richtungen bewegen-verändert das die symptome im ellenbogen?).

* was kann ich tun, um die Beschwerden zu lindern? Tips waren,
die Sehnen nicht zu überdehnen (d.h. bestimmte Haltung der
Hand beim Greifen) und auf eine bestimmte Art die Stelle
massieren.

die „massagetechnik“ heisst querfriktion und hat mehrere wirkungen: einerseits schmerzdämpfend, andererseits wird die gewebeneubildung angeregt, d.h. der körper „beschleunigt“ sozusagen den heilungsprozess der in der gegend abläuft damit die neu gebildeten sehnenanteile wieder qualitativ hochwertig werden. dafür gibt es auch noch ein „sehnentrainingsprogramm“ das man selber machen kann.

Mein Schwager meinte noch, Salbe schmieren (Mobilat o.ä.)
würde nichts nützen, entweder Cortisonspritzen oder
Akkupunktur.

naja-garantie kann dir dafür keiner geben. was ganz gut hilft sind diese „klammern“ die man den ganzen tag dranhaben kann. bringen i.r. deutliche erleichterung.
zunächst sollte aber bei dir abgeklärt werden wo die ursache genau liegt! sonst kann auch keine gezielte therapie erfolgen. und wenn nach verdacht behandelt wird vergeht oft viel zeit ohne dass sich eine besserung ergibt und dann wird die ganze sache chronisch was man unbedingt vermeiden sollte.

Was ist Eure Meinung? Zum Arzt werde ich wohl mal gehen
müssen, hm?

jup.

tschüss

matthias

Hallo Borja,

zu den Ursachen für einen „Tennisarm“ ist ja schon sehr gut beraten worden. Es geht grundsätzlich um ungewohnte Tätigkeiten, Gardinenwaschen und Aufhängen, Teppichklopfen, Parkett verlegen, Bowling oder aber wie bei Dir einfach eine neue ungewohnte Stellung (es muss ja nicht unbedingt eine falsche sein, sondern einfach nur ungewohnt) am Arbeitsplatz.
Als Anregung aus der chirotherapeutischen Medizin kann ich hier nur noch sagen, dass die Ursache nicht zwingend immer direkt am Arm sein muss, sondern auch eine Blockierung in der Halswirbelsäule die Ursache sein kann.

Dies alles ist abzuklären und Du wirst die Erfahrung machen, dass Du bei einem halben Dutzend Ärzten mindestens genauso viele verschiedene Meinungen zu hören bekommst. Das liegt daran, dass jeder so seine eigene Strategie/Erfahrung hat, wie er an ein Syndrom herangeht, das im Allgemeinen Tennisarm genannt wird. Man findet nicht immer die wirkliche Ursache und bei manchen Ärzten wird mangels Diagnostik mal eben jede Erkrankung, die am Ellenbogen weh tut, kurzer Hand Tennisarm getauft.

Hilfreich aus meiner Sicht ist neben der klassischen orthopädischen Sichtweise auch die der Chirotherapie und Neuraltherapie, letztere sind nicht zwingend in der gesamten Ärzteschaft beliebt. Jedoch der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel… Aus den verschiedenen Disziplinen (es gibt genug Ärzte, die verschiedene Sichtweisen in ihrer Medizin kombinieren) kann man verschiedenste Therapieoptionen ausprobieren, denn letztlich wird es daraus hinauslaufen, zu sehen, was bei Dir am besten hilft.

Gruß,

Claudia

http://www.claudia.org/

Hallo Borja,

Ging mir auch mal so, es hieß, das wäre nicht unbedingt nen Tennisarm… *wunder

Er meinte, das sieht nach einem Tennisarm aus.
Tja, kann sein, kann auch nicht sein, solltest du am besten von nem Orthopäden deiner Wahl vor Ort klären lassen.

Vielleicht sind das zu pauschale Fragen, aber:
* was können alles Ursachen für „Tennisarm“ sein?

Überanstrengung durch permanente Fehlhaltung oder ungewohnte Bewegungen.

* was kann ich tun, um die Beschwerden zu lindern? Tips waren,
die Sehnen nicht zu überdehnen (d.h. bestimmte Haltung der
Hand beim Greifen) und auf eine bestimmte Art die Stelle
massieren.

Ruhigstellen lassen z.B. durch eine Schiene über mehrere Wochen.
(ist glaube ich die erste Behandlungsmethode )
Danach, wenn nichts genutzt hat, Kortisontherapie; da wird Dir dann Kortison an die entzündete Knochenhaut gespritzt ( vorher natürlich Lokalanästhesie, da das sonst weh tut, da Kortison eher von „öliger“ Konsistenz ist )
Tja und dann wird in der Regel , wenn nix gefruchtet hat, irgendwann operiert.

Aber ich hätte da noch nen Tip, der nicht unbedingt bekannt ist.
Wir hatten in der Klinik regelmäßig ein Team, das Lithotripsien
-sogenannte Speichelsteinzertrümmerungen - durchgeführt hat.
Ich habe denen von meinen dauernden Beschwerden erzählt. Sie haben mir daraufhin zweimal den Ellenbogen bzw. die Region beschallt ( was übrigens schweineigelig weh tat! ). Seit dem habe ich seit mittlerweile 5 Jahren Ruhe. Vorher war ich sage und schreibe 4 Jahre in Behandlung: zweimal Gips für 4-6 Wochen,
mehrere Kortisontherapien, Salben, Elektrotherapien etc.

Viel Glück und Gute Besserung!!!

Ute

Danke!
Hallöle!

Vielen Dank für die vielen Tips, ich werde auf jeden Fall ziemlich schnell mal zu einem Arzt gehen und mich ausführich untersuchen und beraten lassen.

lg
Borja

hallo!!

hab ich gerade beim stöbern in meinem archiv entdeckt-ein heimtrainingsprogramm:

http://www.nismat.org/ptcor/tennis_elbow/index.html

kann man selber schön durchführen-die phasen sind auch gut beschrieben. nur die erste sache mit dem „dehnen“ kannst du vergessen-dein gewebe braucht alles andere als dass im akuten fall noch mehr dran gezogen wird.

aber wie gesagt: abklärung nerv/sehne muss/sollte stattgefunden haben.

tschüss

matthias

hallo borja,

entzündungshemmende salben,krankengymnastik,ultraschall, akupunktur.injektionen mit lokalanästhetikum plus cortison würde ich mir in verbind mit einer einwöchigen ruhigstellung in einem gips geben lassen. Aber manchmal verschwindet so ein tennisarm auch nach ein paar monaten von ganz alleine, er tritt ja nur auf , bei einer einseitigen belastung.
wenn alles nicht nutzt muß man eben operieren.
aber ich würde auf alle fälle die cortisoinjektion plus ruhigstellung des betroffenen armes in einem oberarmgips zuerst vorziehen.
mfg und alles gute
bernd