Tennisarm und kein Ende?

Hallo Experten,

habe seit einem Jahr den doofen Tennisarm. Hat jemand einen Tipp für mich, was helfen könnte? Mein Orthopäde hat als einzige Lösung Kortison zu spritzen, aber ich hörte, dass dies nur vorübergehend hilft!

Dank im voraus!
Karl

Hallo,

ich habe im TV gerade einen Bericht gesehen, wo im Zusammenhang mit der Röntgenreizbestrahlung auch gesagt wurde, dass es bei Tennisarm eine wirksame Möglichkeit ist.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/visite/medizin…

Gruß Maren

Hey,

eine Epicondylitis ( Tennisarm ), eine sehr lästige und schmerzhafte Angelegenheit, habe selbst damit schon Probleme gehabt.

ES gibt sehr viele Therapieansätze, eine Möglichkeit ist natürlich die Gabe von Kortison, nicht Therapieansatz der ersten Wahl, in vielen Fällen jedoch hocheffektiv.
Du schriebst in deinem Beitrag, dass die Probleme schon lange bestehen, es wäre gut zu Wissen, welche Therapieansätze du schon versucht hast.
Erste Wahl ist immer die konsequente Schonung, konsequnt heißt in dem Fall auch konsequnt! Bei starken Problemen ist ein Zeitraum einer 3-4 wöchigen Ruhigstellung durchaus angebracht und sinnvoll, danach professionelle Belastung und Muskelaufbau durch Physiotherapeuten. In Verbindung mit dieser Therapie gibt es die Möglichkeit entzündungshemmende Medikamente zu verabreichen wie zum Beispiel Diclofenac. Die Kombination aus Ruhe und Entzündungshemmung helfen oft. Es ist wichtig nach dieser Art der Therapie richti weiterzuverfahren. Achtet man nicht weiter darauf weil die Schmerzen vorerst weg sind, komme diese oft schneller wie man denkt zurück und alles fängt von vorne an. Deshalb gezielt den Muskel aufbauen und stärken.

Der Einsatz von Kortison wird oft als schlecht dargestellt was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Natürlich ist eine systemische Gabe, insbesondere über längere Dauer, mit vielen Nebenwirkungen behaftet, aber davon spricht auch keiner im Fall einer Epicondylitis. Besser und effektiv ist eine lokalbe Gabe, mit der Spritze wird dann ein Langzeitkortison als Depot nahe der betroffenen Stelle gespritzt. Die Entzündung wird schnell und effektiv bekömpft, Schmerzen lindern sich oft in wenigen Tagen. Hier bietet sich auch eine Ruhigstellung, bzw eine Schonung an, allein das Kortison hat wenig Effekt, gerade auf längere Zeit betrachtet.
Mit diesen Therapiemöglichkeiten heilen wir sicher 80 % aller Patienten, die uns mit einer solchen Problematik besuchen.

Weitere Möglichkeiten gibt es natürlich, ich könnte noch ewig schreiben darüber…beispielsweise die Elektrotherapie, die Therapie durch Magnetbestrahlung oder durch Laserbestrahlung. Effektiver finde ich aber oben beschriebene Methoden.

Noch einmal, bitte denk daran…eine solche Sache ist nicht gegessen nach ein paar Wochen, es kann durchaus monatelange Nachsorge mit sich ziehen. Eine Bandage kann auf Dauer die Belastung im Gelenk vermeiden, vielleicht solltest du dies auch mal miteinbeziehen.

Viele Grüße
Marc

Hallo Karl.
Auch ich bin zur Zeit in Behandlung bei der Röntgenreizbestrahlung. Spreche doch mal mit deinem Orthopäden darüber. Obgleich die Überweisung auch dein Hausarzt ausstellen kann.
Erkundige dich umfangreich vorher schon im Netz. Es sind mittlerweile sehr viele Behandlungserfolge zu verzeichnen.
Ich drücke dir die Daumen.

MfG
Hans13

Vielen Dank…
…für die ausführlichen und detailierten Informationen, toll!
Ich glaube, ich muss meinen Orthopäden wechseln!

Karl

Hallo Karl2,

seit einiger Zeit gibt es Forschungen (mit bisher guten Ergebnissen) vom Einsatz von Nitroglycerin-Spray dermal bei Epicondylitis.
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skel…

Vielleicht findest du einen Orthopäden, der es auf einen Versuch ankommen lässt :smile:

Gruß
finnie