Artikel aus Wikipedia: „Die Ereignisse dieses Tages werden wegen ihrer weitreichenden Folgen weltweit als historische Zäsur betrachtet.[2] Der damalige Präsident der Vereinigten Staaten George W. Bush leitete daraufhin verschiedene Maßnahmen ein. Die USA führten den Krieg in Afghanistan 2001 und begründeten auch den Irakkrieg 2003 als Reaktion auf die Anschläge.“
Da dies sogar als Zäsur bezeichnet wird, wie z. B. der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit muss ja demzufolge dieser Ereignis gewaltige Auswirkungen gehabt haben:
Ich versuchs mal, die Auswirkungen zu beschreiben:
- Die USA sagte den Kampf gegen den Terror an, dadurch Angriff auf Afghanistan
Doch aus meiner Sicht scheinen diese Auswirkungen gar nicht allzu gross zu sein, wenn man nicht gerade in den USA lebt.
Ich z. B. hätte in meinem Umfeld wohl nichts gemerkt, wenn ich nichts über dieses Ereignis erfahren hätte
Hallo,
die Bewertung ist sicherlich in den USA und in Europa unterschiedlich stark ausgefallen.
In den USA war es der Moment, in dem man wahrnehmen mussten, dass man es nicht mit einer Herde halbgarer Spinner sondern mit einem Kriegsgegner zu tun hatte. Einem Kriegsgegner, dem gelungen war, was keinem der Kriegsgegner der USA seit dem Unabhängigkeitskrieg gelungen war, nämlich die USA im eigenen Land anzugreifen. Neben dem direkten Schock veränderte diese Erkenntnis die Außenpolitik in einem ganz wesentlichen Punkt. Waren die USA vorher bereit gewesen, irgendwo in einen Krieg zu ziehen, weil in ihrer eigenen Constitution geschrieben steht, dass wenn Menschen in Unfreiheit leben müssen, andere Menschen etwas tun müssen (damit ist nicht wegschauen gemeint), so wurde nun eine Art „Vorwärtsverteidigung“ ein bestimmender Faktor. Dabei war gar nicht mal „der Islam“ der plötzlich neue Feind. Wesentlich ist die Erkenntnis, dass es innerhalb des Islam eine regelrechte Schicht gobt, die Fundamentalismus bis hin zum Jihad predigt und probt. Es ist also die Erkenntnis, dass man sich einem zweiten Systemkrieg ausgesetzt sah (der erste war der Kalte Krieg). Wobei aus amerikanischer Sicht zwar die USA bedroht waren, aber gemäß den Äußerungen der Gegner diese Bedrohung als gegen die gesamte westliche Zivilisation gerichtet sahen.
Für Europa hingegen war es ein schrecklicher Terroranschlag, der glücklicherweise „woanders“ stattfand. Selbst als Anschläge in Europa stattfanden, war es ja immer „woanders“ und man konnte dem Problem selbst ausweichen. Die Spanier mussten bluten weil sie die USA unterstützt hatten. England, ganz klar auch. Und als die Bomben in Deutschland nicht hochgingen, tat man grlßtenteils so, als wäre gar nichts passiert. Obwohl D natürlich nicht im Irak dabei war.
I, inneren Verhältnis der westlichen Welt untereinander wurde die ehemalige Schutzmacht zum bösen Cowboy bis es fast schon eine uneingeschränkte Sympathie für jeden gab, der einfach gegen die USA war. Letztens las ich auf einem anderen Board, dass sich jemand geradezu wünsche, dass der Iran seine Atombombe hätte, „das würde die Amerikaner davon abhalten den wilden Mann zu spielen“. Die wahre Änderung ist also, dass sich das Verhältnis Europa zu Amerika und umgekehrt verändert hat. Verstanden hat man einander ja nie wirklich, aber nun drängt Europa zur Supermachtrolle (mit der naiven Vorstellung, das wäre möglich ohne einen Preis zu zahlen), was die alte Schutzmacht nicht nur obsolet macht sondern sogar dem eigenen Profil im Wege stehen läßt. Umgekehrt verstehen die USA die europäischen Staaten nicht mehr (in Wirklichkeit weder die, die den Krieg im Irak unterstützt haben noch die, die es nicht taten).
Man hat sich angewöhnt, immer „der böse Bush“ zu brüllen, un der hellst ist er ja nun wirklich nicht, aber man sollte nun nicht in Europa annehmen, dass mit Obama das Zeitalter des Friedens angebrochen wäre. Erstens sind die gleichen Feinde immer noch da draußen, zweitens ist auch Präsident Obama an ein paar geschichtlich gewachsenen Leitlinien gebunden.
Gruß
Peter B.
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