Hallo erstmal,
würdest Du aus Gründen der Kostenersparnis bei dir selbst eine Herz-OP durchführen, möchtest Du in einem Flugzeug fliegen, dass von Laien repariert wurde, machst Du die Statik für dein Haus am heimischen PC?
Beim Vererben geht es um viel Geld und potentiellen Ärger, der Familien auf Generationen entzweien kann. Das Erbrecht ist ein Gebiet mit 1001 Fußangel, und es kommt wohl nicht von ungefähr, dass diverse Studien belegen, dass die Quote von ordentlichen Privattestamenten mal bei gerade 4% liegt. Genausowenig, wie man sich selbst aufschneiden sollte, sollte man auch die Erbrechtsgestaltung in die Hände von Profis legen, die dafür immerhin diverse Jahre studiert und einige der hässlichsten Examen der deutschen Studienlandschaft absolviert haben. Bei mir stolpert jede Woche mindestens ein Fall in die Kanzlei, wo Leute (im besseren Fall) mit vollkommen falschen Vorstellungen an ihre Erbrechtsgestaltung herangegangen sind, was sich dann noch ausbügeln lästt, oder (im schlechteren Fall) potentielle Erben mit Laientestamenten auftauchen, die so überhaupt nichts wert sind, nicht abwickelbar sind, oder zu massiven, vermeidbaren steuerlichen Folgen führen.
Ich habe gestern gerade mal wieder einen Vortrag zum Thema gehalten, wo ein älterer Herr auch ungläubig und etwas unwirsch auch die Quote perfekter Testamente reagierte und dann meinte, dass man doch eigentlich gar nichts falsch machen könne, man müsse das Testament doch nur handschriftlich abfassen und alles wäre gut. In der Fragerunde war es genau dieser Kandidat, der trotz ausführlicher Darstellung der Unterschiede zwischen Erbanteilen, Vermächtnissen und Teilungsanordnungen wieder anfing, dass er zwei Häuser an das eine Kind und ein Haus an das andere Kind „vererbt“. BTW: Mein Spitzenwert bei der Erbschaftsteuerersparnis gegenüber einem Laientestament liegt momentan bei € 127.000,-- in einem Fall, in dem ein Mandant wollte, dass ich „nur mal eben schnell“ einen Blick auf sein „fertiges“ Testament werfen sollte (was er natürlich nach Möglichkeit umsonst haben wollte). Daraus wurden dann mehrere Beratungsgespräche, einige notarielle Verträge, und schon darf sich das Finanzamt jetzt nur noch über rund € 3.000,-- und nicht mehr über € 130.000,-- freuen.
Also spare hier nicht am falschen Ende, das kann ganz böse nach hinten los gehen. In obigem Fall war mein Honorar dann plötzlich gar keine Frage mehr 
Geh zu einem spezialisierten Anwaltskollegen oder Notar, ziehe ggf. einen Steuerberater hinzu, dann kannst Du sicher sein, dass die Sache auch Hand und Fuß hat und fall nicht auf die Ammenmärchen rein, dass ein einzeiliges Berliner Testament schon jür jedermann eine ausreichende Lösung wäre.
Gruß vom Wiz
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]