Tetanie/Epileptischen Anfall durch Schmerzen verur

Hallo,

habe folgendes beobachten können:

Eine Patientin (ca 20 J.) war bei einer Nachuntersuchung nach einer Oberkiefer-OP. Der Kiefer und die Heilung der Wunden wurde untersucht, die Nähte desinfiziert und fertig. Dabei traten bei der Patientin Schmerzen auf und ihr wurde etwas schwindelig. Da sie bereits früher durch Schmerzen ohnmächtig geworden war, dachte sie abschätzen zu können, dass die Gefahr einer erneuten Ohnmacht dieses mal nicht besteht. *Nach* Abschluss der Behandlung wurde sie dann allerdings doch ohnmächtig.

Dabei konnte ich nun beobachten, dass sie während ca. 5-7 Sekunden krampfte und trotz offener Augen nicht ansprechbar war. Anschließend war die Patientin kurz verwirrt und wusste nicht wo sie war. Der Zahnarzt bemerkte nichts von den Krämpfen und es gab sonst keine weiteren Anzeichen eines epileptischen Anfalls (Tiefschlafphase, Einnässen), daher behielt ich meinen Verdacht für mich, um die Patientin nicht zu verunsichern.

Meine Frage nun, kann ein Epileptischer Anfall allein durch Schmerzen ausgelöst werden? Muss dazu eine Veranlagung zu Epileptischen Anfällen vorliegen oder kann das bei jedem Menschen geschehen? War es evtl. nur eine Tetanie? Sind solche Anfälle bei anderen schmerzhaften Behandlungen (Einrenkungen von Luxationen, etc.) auch zu beobachten?

Vielen Dank für eure Antworten und viele Grüße,
Klaus

Hi!

Meiner Erfahrung nach zeigen Patienten, die bei einer Behandlung kollabieren die unterschiedlichsten, zT auch beängstigende Symptome. Nicht alle dämmern einfach so weg, wie man sich das vorstellt. Viele hyperventilieren zudem erst auch ganz ordentlich.
Ich würde also in dem von Dir geschilderten Fall erst mal gar nicht von irgendwas in Richtung Epilepsie ausgehen.

Gruß
Peter

Panikattacke und Hyperventilation ?
Hallo,

ich weiß nicht, ob das jetzt so primär mit dem von dir Geschilderten zu tun hat, aber ich kenne sowas Ähnliches von mir selbst:

Schmerzen und seien sie noch so gering lösen bei mir starke Panikattacken aus. Daraufhin fange ich das Hyperventilieren an bis hin zur Ohnmacht.

Und so kann ich mich schwammig dran erinnern, dass mir das mal bei einer simplen Kochsalzlösung-Infusion zur Durchblutungsförderung bei Tinnitus passiert ist: Hyperventilieren, dann weiß ich nur noch, dass die Arzthelferinnen mich angeschrieen haben, ich solle langsamer atmen, aber ich konnte sie nur anstieren, mich nicht bewegen, nicht reagieren, das Atmen wurde immer schneller und weg war ich :wink:

Offenbar ist man da nicht mehr in der Lage, trotz offener Augen und Ansprache von außen, auf irgendwas zu reagieren - keine Ahnung warum.

Aber als ich wieder zu mir kam, war alles ok … bis zum nächsten Mal :smiley:

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Meiner Erfahrung nach zeigen Patienten, die bei einer
Behandlung kollabieren die unterschiedlichsten, zT auch
beängstigende Symptome. Nicht alle dämmern einfach so weg, wie
man sich das vorstellt. Viele hyperventilieren zudem erst auch
ganz ordentlich.
Ich würde also in dem von Dir geschilderten Fall erst mal gar
nicht von irgendwas in Richtung Epilepsie ausgehen.

Muss man nicht unbedingt, das sehe ich auch so. Auf der anderen Seite manifestieren sich epileptische Anfälle auf die unterschiedlichsten Weisen. Von - kaum registrierbar bis hin zum ausgeprägten Grand Mal Anfall.

Gruss frieeda

Hallo, ich gehör auch zu der Sorte, vorzugsweise wenn ich mir die Füsse verstauche…
Ich bin auch schon mehrfach auf Epilepsie hin untersucht worden und nie ist auch nur der kleinste Hinweis gefunden worden.
Die heftigste Reaktion hatte ich mal in einer Orthopädischen Klinik, wo ich nach einer Nachuntersuchung auf dem weg zum Röntgen („ich mach lieber ein Päuschen in der Sitzecke“)kollabierte und nach dem Aufwachen als die hochgehaltenen Füsse losgelassen wurden, diese eine Zeitlang nicht runterbekam,…fieses Gefühl (was mir mal wieder ein EEG einbrachte)

Aber ich bin auch mal im Zug zusammengeklappt in einem Abteil voller Ärzte, darunter auch ein Neurochirurg, der mir das ganze so erklärte:
Die Krämpfe kommen von einer Unterversorgung des Gehirns mit Blut und Sauerstoff, sind also nichts ungewöhnliches, bei einem sind sie kaum wahrnehmbar, beim anderen eher sichtbar, je nach Veranlagung.
Die neurologische Abklärung ist schon sinnvoll, aber nur wenns das erste Mal passiert oder lange Zeit nicht mehr so war oder weitere Ereignisse (Unfall, weitere Beschwerden oder neue Umstände die zur Ohnmacht führten) für eine neuentstehende Epilepsie sprechen.
Ein Nichtneurologe wird aber immer dazu tendieren sich abzusichern und zumindest ein EEG machen lassen wollen.
Und schaden tuts ja nicht. Besser einmal umsonst untersucht, als was übersehen. (bei einem klassischen Röntgen-CT sollte man allerdings andere Massstäbe ansetzen und noch mal genau gucken, obs nottut.)

Gruß Susanne

Hallo!

Meine Frage nun, kann ein Epileptischer Anfall allein durch
Schmerzen ausgelöst werden? Muss dazu eine Veranlagung zu
Epileptischen Anfällen vorliegen oder kann das bei jedem
Menschen geschehen? War es evtl. nur eine Tetanie? Sind solche
Anfälle bei anderen schmerzhaften Behandlungen (Einrenkungen
von Luxationen, etc.) auch zu beobachten?

Wenn Deine Bekannte zu „Ohnmachtsanfällen“ neigt, also zu sogenannten „Synkopen“ (dies der Fachbegriff), können diese durchaus durch Schmerzen ausgelöst oder zumindest mitbedingt werden. Synkopen sind eine unwillkürliche Reaktion des Körpers, die durch das vegetative Nervensystem vermittelt werden. Diese ist auf zahlreiche Arten mit anderen Körpersystemen verbunden, insbesondere auch mit unserem Gefühlsleben, der Schmerzwahrnehmung usw. Je nach persönlicher „Beschaffenheit“ ist man da also empfindlicher oder auch nicht.

Wenn es zu einer Synkope kommt, kann die durchaus unterschiedlich aussehen. Es gibt - als eine mögliche Form - die sogenannte „Konvulsive Synkope“, die also mit „Krämpfen“ oder „Zuckungen“ einhergehen, die an einen epileptischen Krampfanfall denken lassen.
Im Unterschied zum klassischen Krampfanfall findet bei der konvulsiven Synkope aber in der Regel kein Zungenbiß und Einnässen statt, die ganze Sache ist kürzer als ein Krampfanfall, und die Betroffenen wachen relativ schnell wieder auf und sind orientiert, während viele Epileptiker eine gewisse Nachschlafphase haben, in der man sie kaum wachbekommt, sowie danach bis zu einer Stunde brauchen, um wieder voll orientiert zu sein.

Somit denke ich, daß in dem geschilderten Fall nicht von einer Epilepsie oder ähnlichem auszugehen ist, aber auch hier gilt: das Gespräch mit einem Arzt des eigenen Vertrauens sollte mehr zählen als ein paar Meinungen in einem Internetforum…

Grüße!