Also, für diese Frage ist die STIKO am RKI der Massstab. Deshalb hier das Epidemiologisches Bulletin vom 2. August 2010 ( http://www.rki.de/cln_169/nn_1493664/DE/Content/Infe… ) zitiert:
Ist es überhaupt angezeigt die Impfung sofort durchführen zu lassen? Die Empfehlung der STIKO zur Pertussis-Impfung ist
„Erwachsene sollen die nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap-Kombinationsimpfung erhalten“
„Sofern in den letzten 10 Jahren keine Pertussis-Impfung stattgefunden hat, sollen
Frauen im gebärfähigen Alter;
enge Haushaltskontaktpersonen (…) 1 Dosis Pertussis-Impfstoff erhalten.“
Das interpretiere ich als eine relative Indikation, also nicht zwingend diese sofort durchzuführen. Aber wenn du dich umbedingt jetzt impfen lassen willst, was ja evtl. aufgrund deiner Vorerkrankung angeraten ist, dann hier die Antwort auf deine Frage:
„Fehlende Impfdokumentation: Häufig ist der Arzt damit konfrontiert, dass Impfdokumente fehlen, nicht auffindbar oder lückenhaft sind. Dies ist kein Grund, notwendige Impfungen zu verschieben, fehlende Impfungen nicht nachzuholen oder eine Grundimmunisierung nicht zu beginnen. Von zusätzlichen Impfungen bei bereits bestehendem Impfschutz geht kein besonderes Risiko aus.“
Das wiederum bedeutet, dass man im Zweifel impfen kann, egal wie weit die letzte Impfung zurückliegt. Hier muss also der impfende Arzt abwägen, ob du zu einer der o.g. Risikogruppen zählst. Für die Tetanus-Impfung gilt: Alle 10 Jahre eine Auffrischung. Ausnahme ist eine Akute Verletzung, wenn der Impfstatus unbekannt ist (was wiederum auch dafür spricht, dass kurze Impfabstände nicht als grosses Risiko für den Patienten gesehen werden). Ich erinnere mich aber an einen Fachartikel, in dem bei verkürzten Abständen von verstärkten Impfreaktionen an der Injektionstelle gesprochen wurde.
Alle Zitate „…“ sind aus dem Epidemiologisches Bulletin vom 2. August 2010.
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