Hallo!
… wohneigentum wird teurer weil hier einfach sichere feste werte :sind
Um „feste“ Werte handelt es sich schon mal nicht, sonst wären Immo-Preise nämlich stabil oder würden sich nur im Rahmen der Inflationsrate bewegen. Aber die Preise bewegen sich und sie bewegen sich mitnichten überall nur nach oben. Es wird also irgendeinen Zusammenhang mit Markt und Nachfrage geben.
Wer nicht nur kurzfristig spekuliert, sondern langfristig denkt, kann die demographische Entwicklung in Deutschland (in weiten Teilen Europas) nicht ignorieren. Wer diese Entwicklung zur Kenntnis nimmt, wird in einigen Ballungszentren noch für einige Zeit mit einem angespannten Wohnungsmarkt und anhaltend hoher Nachfrage rechnen, aber irgendwann auch mit Sättigung. Sättigung und sogar erheblichen Leerstand gibt es vielerorts längst.
Selbst in teuren Zentren wie z. B. Hamburg gibt es Grenzen, die sich bereits abzeichnen, obwohl die großen Maklergesellschaften vor Ort stoisch etwas anderes erzählen. Dort wird nämlich seit Jahrzehnten auf Teufel komm raus Büroraum geschaffen, obwohl Millionen (!) qm Büroraum leer stehen. Etliche Investoren haben ganz einfach den Schuss nicht rechtzeitig gehört. Den Leerstand wird man sich nicht ewig leisten wollen und können. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass auf die Marktlage reagiert wird und hinsichtlich Lage geeignete Flächen umgewidmet und zu Wohnraum umgebaut werden.
Eine selbst genutzte Immobilie ohne Renditeüberlegungen, einfach nur als Mittelpunkt des eigenen Lebens in Unabhängigkeit, kann unter den geeigneten finanziellen, persönlichen und beruflichen Voraussetzungen sehr vernünftig sein. Das darf man dann als „festen Wert“ bezeichnen, aber nicht in dem Sinn, den Wert jemals in Euro ausdrücken und realisieren zu wollen. Demographie darf man dabei getrost vergessen.
Bei einem Produkt, bei dem du erkennst, dass sich der Markt nicht nur sättigt, sondern die Käuferschicht kontinuierlich schrumpft, wärst du vermutlich vorsichtig mit der Empfehlung, immer tüchtig in neue Produktionsmittel zu investieren. Aber für Wohnraum gelten andere Regeln? Nein! Man ist vielmehr gut beraten, auch bei Wohnraum ganz gewöhnliche Marktmechanismen zu beachten.
Die Nachfrage nach Wohnraum wird insgesamt kleiner, wenn auch mit regional erheblichen Unterschieden. Insbesondere aber verändert sich das Anforderungsprofil vermietbarer Wohnungen aufgrund der demographischen Entwicklung mit einem stetig höher werdenden Anteil älterer Menschen.
Insgesamt kann man feststellen, dass die Annahme von „sicheren festen Werten“ bei Vermietobjekten nur ein sicherer Weg in den Leerstand ist.
Gruß
Wolfgang