Teufelskreis durchbrechen

hallo
mein beitrag hat nur indirekt mit medizin zu tun, eher mit arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. also, wenn falsch, dann bitte ich um eine verschiebung: danke!

mein nachbar, 62 jahre und alg2 bezieher ist seit 2 jahren zurück in deutschland und hat seelische probleme, die sich darin bemerkbar machen, dass er ängste hat seine wohnung zu verlassen. alles was außerhalb der wohnungstür zu erledigen ist, mache ich seit 2 jahren für ihn.

nun ist es so, dass das jobcenter ihm die bezüge völlig streichen will, weil er seinen verpflichtungen nicht nachkommt. das er ängste hat interessiert sie nicht, sie wollen eine krankmeldung, was verständlich ist.

geht er zum hausarzt sagt der, er müsse zu psychologen, er könne nicht helfen.
kontaktiert er die psychologen, bekommt er bei allen in der umgebung frühestens einen termin zum erstgespräch in 3 monaten.

die arge will aber keine 3 monate auf die krankmeldung warten. (verständlich)

hausarzt meint, er könne die 3 monate bis zum ersttermin nicht krankschreiben.

was kann er machen, damit er nicht seine existenzgrundlage verliert?

danke in meinem und in namen meines nachbarn!

justin

sozialpsychiatrischer Dienst der Gemeinde
Hallo!

Dein Nachbar leidet unter Panikattacken oder hat eine Sozialphobie?

Es gibt in jeder Gemeinde einen sozialpsychiatrischen Dienst, also eine Behörde, die Mitarbeiter im Außendienst hat. Auch Ärzte!

Vielleicht wäre das eine Möglichkeit, dass ein Amtsarzt Deinen Nachbarn ansieht und dann eine Bescheinigung für die ArGe ausstellen kann, um die Zeit der Behandlung zu überbrücken.

Um die Unterstützung nicht zu verlieren gilt es dann, einen Arzt (Psychiater oder Neurologen) zu finden, der eine Krankschreibung durchführen kann, ein Psychologe kann und darf das meines Wissens nicht.

Es soll Psychiater geben, die Angstpatienten zu Hause aufsuchen, wenn den Menschen solcher Stress beim Verlassen ihrer Wohnung entsteht, dass sie fast kollabieren.

Das müsste man also herausfinden!

Dennoch halte ich es für ganz ganz wichtig, dass Dein Nachbar (gemeinsam mit Dir) einen Schritt vor die Tür wagt. Und ich meine das wörtlich. Jeden Tag einen Schritt mehr, weiter und weiter.

Außerdem gibt es Selbsthilfegruppen für Menschen mit Panikattacken bzw. Sozialphobie, im echten wie im virtuellen Leben.

Angelika