Teure Abschlussfeier

Mein Sohn macht in Kürze Schulabschluss -Mittlere Reife.
An dem Tag versammeln sich alle Eltern in der Aula und es gibt ein bisschen " Budenzauber " ,paar Darbietungen und nen Plasikbecher mit Sekt und Häppchen .
KOmmt mein Sohn grade und sagt :du musst 20 Euro bezahlen für die Abschlussfeier.
Er hat in der Klassenkasse noch rein Guthaben von 12 Euro ,die auch für diese Feier verwendet werden.
Ich schnall echt ab :32 Euro für einen Teilnehmer…Für paar Häppchen und nen Schluck Sekt.

Was haltet ihr davon ?
Ich hab nicht vor das zu bezahlen .

(Ach . ja…ich bin geringfügig beschäftigt und habe drei Kinder)

Gruss
KOsmokatze

Hallo Kosmokatze :wink:
als mein Sohn seine offizielle Zeugnisübergabe hatte (Abitur) gab es ein Buffet, Sektempfang, Abizeitung, Autoaufkleber, etc…
Wir wurden vorher gebeten, 80 € pro Person zu bezahlen. Also bei Mutter + Kind waren das 160€ insgesamt. Ich weigerte mich erst, regte mich auf, sprach mit der Schulleitung…Meine Bedenken wie das denn Leute mit weniger Einkommen bezahlen sollen wurden aus dem Weg geräumt:
Diese Fete haben sich die Abiturienten selbst ausgedacht. In den 80 € enthalten waren: die Weinprobe, die das Oragnisationsteam (5 Abiturienten) vorher gemacht hat, der Autoaufkleber (mein Sohn hat kein Auto), ein sündhaftes Buffet, dessen Ausmaße ich für absolut übertrieben halte, mit Lachs und Kaviar, etc. Ob die Feier jetzt schöner war, als in etwas weniger protzigem Rahmen wage ich zu bezweifeln. Ich frage mich, was da bewiesen werden musste! Auch ohne das habe ich mich gemeinsam mit meinem Sohn über dieses erste erreichte Ziel gefreut. Da kommen ja aber noch ganz andere Herausforderungen

tja, für die lieben Kinder nur das Beste? Unsere Kinder sind unsere ZUkunft, in die wir investieren müssen? (O-Ton Elternschaft)Ich kam mir vor wie auf dem Ball von Börsianern und Bankdirektoren, so gebärdeten sich auch die Jungs und Mädels in ihren Ballkleidern und Anzügen.Ich gab mich geschlagen.Iich habe bezahlt und überlegt, wie ich dieser Unsitte jetzt schon in weiser Voraussicht Einhalt gebieten kann: Meine Töchter werden beid nämlich auch in den nächsten Jahren Abitur machen.
Ach ja, die Schulleitung empfahl mir, schon jetzt monatlich etwas zur Seite zu legen, damit ich die Feten meiner Töchter bezahlen kann!
Du siehst, die haben wirklich verstanden, worum es mir ging!
Also, sprich mit anderen Eltern darüber und mit den SchülerInnen!
„Simone“

Hallo!

Bei uns hat jeder Schüler 100,- DM (war 1994) in die Jahrgangskasse gezahlt. Davon wurde alles vorfinanziert.
Die Abifete hat natürlich für jeden Gast (außer den Abiturienten) Eintritt gekostet, dafür gab’s Freibier.
Dann wurden Abizeitungen verkauft, die schon zum Teil durch die Werbung finanziert waren.
Der Abiball hat pro Person (glaube ich) 30,- DM gekostet; das war die Sache aber auch wert. Da gab es noch eine Tombola, bei der tolle Preise zu gewinnen waren, die von Sponsoren gestiftet worden sind.
Dann hat natürlich noch das Tralala in der Schule, der Umzug sozusagen, gekostet.
Aber im Endeffekt haben wir viel Plus gemacht und haben nach einigen Jahren nochmal ein Jahrgangstreffen davon finanziert.

Ist das wirklich alles soviel teurer geworden?!?

Bye, Vanessa

PS: Ja, das Posting war irgendwie sinnlos :wink:

Naee, Kosmo,
das halt ich auch für recht heftig.
Die Abifeier unseres Herrn Sohns wird übrigens von der Klassenkasse finanziert. Während der letzten zwei Jahre hat die Jahrgangsstufe eine Reihe von (öffentlichen) Tanzveranstaltungen ausgerichtet, bei denen heftig Kohle eingenommen wurde und das wird jetzt verpraßt.
Aber die Eltern derart zur Ader zu lassen halte ich gelinde gesagt für eine Unverschämtheit. Klar, dass man in dem Alter noch nicht so recht Bezug dazu hat, wie hart man arbeiten muß um Geld zu verdienen.

Wir haben ja in den letzten Tagen erst hier in diesem Brett über übertriebenen Aufwand bei Geburtstagen und Klamotten für Kids gesprochen - ich denke, Eltern sollten sich doch mehr querstellen und nicht jeden kostenträchtigen Wunsch erfüllen, sich nicht krummlegen, um dem Nachwuchs Fun und Spaß zu ermöglichen.

Leider meinen immer noch zu viele, sich in Konkurrenz mit den lieben Nachbarn begeben zu müssen, auch auf diese Weise. Angefangen beim größten Rasenmäher in der Siedlung über die Nobelkarre (die dann doch auf Stottern gekauft ist) bis zur Urlaubsreise nach Weißderteufelwohin. Vielleicht sollte alles doch lieber eine Nummer kleiner sein.

Nachdenkliche Grüße
Eckard.

Ich habe mich mal aus dem Fenster gelehnt, als es um den eintägigen Klassenausflug einer 6. Klasse ging. Der sollte 60 DM kosten. Kanufahrt, Pizzaessen und so. Es stellte sich heraus, daß ich die Einzige zu sein schien, die damit ein Problem hatte. Was habe ich also gemacht? Den gewählten Elternvertreter am Telefon angegiftet und schließlich bezahlt. Das Hauptargument war damals übrigens, der Eintritt in einen Vergnügungspark sei ja beinahe ebenso teuer und das biete man seinen Kindern ja schließlich auch immer mal zwischendurch…

Apropos Vergnügungspark - der Abitur-Jahrgang eines der letzten Jahre hat es fertiggebracht, die komplette Schule (weit über 1000 Schüler) ins Phantasialand einzuladen. Die haben Sponsoren gefunden und eine logistische Meisterleistung vollbracht. Das verdient zum einen Bewunderung, zum anderen aber kann man das auch ziemlich daneben finden. Oder?

Wenig hilfreiche Grüße
Aia
(die zumindest die diesjährigen Geburtstagsfeiern im Griff hat…)

Mit dem Thema habe ich zum Glück noch etwas Zeit. Trotzdem schön schon mal im Vorfeld zu sehen, was auf einen zukommen kann.
Trotzdem habe ich da auch jetzt meine Meinung dazu.
Ich finde, wenn die Jugentlichen Ihren Abiball so heroisch ausstaffieren müssen, sollen Sie gefälligst auch was dafür tun. Wenn dann den teilnehmenden Eltern noch ein Betrag X abgenommen wird - schön verpackt beispielsweise in einer Verlosung unnütz gewordener Schulreliquien oder ein Eintrittsgeld, oder was weiß ich - ist halt Krativität gefragt - ist das ja in Ordnung.
Aber so wie ich das unten gelesen habe, 80€ pro Nase auch für Abiturienten, nur um eine völlig aus dem Rahmen gelaufene Finanzierung zu retten - nee da wäre ich dagegen.
Wenn die Finanzierung über die Klasse nicht funktioniert würde ich wenigstens von unserem Kind verlangen, daß sie Ihren Teil sich selbst verdient.

Hallo
Das worum es geht ist noch nicht mal ein Ball oder sowas …nur eine einstündige Feier in der Aula ,nachher gibt es nen Häppchen (dreieckige Toasts mit Käse ,Frikadellchen …)im Stehen .Das wars.
Nix Ball oder Essen oder so…

Kosmokatze

hallo Kosmokatze,
also ich mag ja altmodisch, geizig oder sonst was sein— aber ich stimme dir zu, dass ich 32 € für die kleine Abschlußfeier auch sehr happig finde. Leider wirst du nicht drumherum kommen, da nützt alles Zetern nichts.

Bezeichnend finde ich auch die Argumente mit dem Freizeitpark-- als alleinerziehende Mutter habe ich meinen Kindern und mir einen Freizeitpark nie leisten können. Allein die ganzen monatlichen Beiträge für die Schule waren immer mein (!) Taschengeld, was draufging.

Bei meiner Tochter hatten die Lehrer überhaupt kein Verständnis für finanzielle Engpässe. Ich habe einmal (!!) um einen Zuschuß für die Klassenfahrt gebeten – das wurde meiner Tochter mehrfach vorgehalten so wie, „ach ja, du bist ja die, wo es finanziell schlecht aussieht“ „ach, müssen andere verzichten, weil ihr das Geld nicht habt“…

Meine Erfahrung ist (und das gilt auch für Kinder von alleinerziehenden Freundinnen) die sogen.„gute“ Gesellschaft grenzt einfach Kinder auf diesem Wege von Gemeinschaftsaktivitäten aus. In der 10. Klassse waren es zum Schluß 4 Kinder, die dann halt eine Entschuldigung bekamen, weil sie an dieser oder jener Veranstaltung nicht teilnehmen konnten. Wie sagte die Frau eines Rechtsanwaltes: man müsse sich die Schulart eben nach seinen finanziellen Verhältnissen aussuchen.

Das ist Bildungsgerechtigkeit heute…-

Also leider - du musst zahlen - oder dein Sohn hat die A----karte
Gruß Chris