Texte ins Netz stellen in Foren?

Liebe ExpertInnen,

wie denkt ihr darüber, (auch eigene?) literarische Texte in Internet-Foren einzustellen, in denen speziell „Schriftsteller“ sich austauschen können? Es gibt ja so einige Foren, die dies ermöglichen.

Ich selbst habe das bisher nicht getan, weil ich vermute, dass die Texte dort nicht unbedingt „sicher“ aufgehoben sind? Viele machen zwar einen Copyright-Vermerk, aber wie will man denn nachprüfen, wo die Texte tatsächlich landen könnten?
Sollte man davon absehen, die Texte in solchen Foren zu veröffentlichen, wenn man sie nicht „einfach nur so schreibt“ und vielleicht einmal in Buchform veröffentlichen möchte?

Vielen Dank für eure Antworten
Gruß - iceage

Hallo iceage,
das Urheberrecht verbleibt immer bei dir. Bei Veröffentlichung in Foren gibst du aber oft das Nutzungsrecht weiter. (z.B. ich für diesen Text in diesem Forum). Ich kann diesen Text weiterhin verwenden, Epublica aber auch. Und wenn ich Mist geschrieben habe, taugt es noch für Pro7. Schau mal in die AGB der Foren!
Ein Copyright gibt es nach deutschem Recht nicht. Hier gilt das Urheberrechtsgesetz. http://bundesrecht.juris.de/urhg/index.html
Ein Hinweis darauf ist nicht notwendig.
Meist wird in einem gewissen Rahmen nicht autorisiertes Kopieren akzeptiert (Zitate sind sowieso statthaft), da so ein Bekanntheitsgrad erreicht wird. Wer sollte sonst Bücher von einer Unbekannten kaufen?
Grüße
Ulf

Hallo Iceage,

wie denkt ihr darüber, (auch eigene?) literarische Texte in
Internet-Foren einzustellen, in denen speziell
„Schriftsteller“ sich austauschen können? Es gibt ja so einige
Foren, die dies ermöglichen.

kann man machen, muss man aber nicht.
Bedenke die Geisteshaltung der „Allgemeinheit“.
Das Motto der meisten Zeitgenossen lautet doch - was nichts kostet, ist auch nichts wert.

Ich selbst habe das bisher nicht getan, weil ich vermute, dass
die Texte dort nicht unbedingt „sicher“ aufgehoben sind?

bei der Menge von Foren und der Menge von Texten sind sie sehr „sicher“. Statistische gesehen findet kaum jemand findet dort hin.

Viele
machen zwar einen Copyright-Vermerk, aber wie will man denn
nachprüfen, wo die Texte tatsächlich landen könnten?

kann man. Gibst Du nur einige aber bitte markante Worte aus Deinem Text bei google ein.
Dass jeglicher Text - auch ganz offiziell veröffentlichte! - zu privatem Gebrauch kopiert werden darf, sollte Dir aber klar sein.

Sollte man davon absehen, die Texte in solchen Foren zu
veröffentlichen, wenn man sie nicht „einfach nur so schreibt“
und vielleicht einmal in Buchform veröffentlichen möchte?

erstens - Verlage veröffentlichen Romane und Sachbücher. Kurzgeschichten, Gedichte extrem selten oder in Anthologien (Sammlungen von Texten verschiedener Autoren)

zweitens - wer wie ein Verlag Geld damit verdienen will, Lesern Texte zugänglich zu machen, nimmt es übel, wenn eben diese Leser anderswo genau diese Texte umsonst haben können.

Wobei übrigens Ausleihe eines Buchs aus einer öffentlichen Bibliothek/ dort Kopieren aus diesem Buch mit Gebühren belegt ist, die an die Verlage zurückfließen. Und über die wieder an die Autoren.

viele Grüße
Geli

Hallo Geli,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

das Internet erscheint mir doch ungeeignet; deine Ausführungen bestätigen mich darin.
Eine Zeit lang hab ich Lesungen angeboten. Das war toll, weil es konstruktive Kritik gab und ich auch andere Leute traf, die schreiben, musizieren. Dadurch konnten sich wieder neue Projekte entwickeln. Schreiben fand nicht nur „im stillen Kämmerlein“ statt. Leider fehlt mir momentan die Zeit, zumal ja auch Werbung, Vorbereitung etc. viel Zeit kosten.
Ich bin vollauf damit beschäftigt, meinen Beruf auszuüben und „nebenbei“ die Erzählungen zu schreiben, die aus einem Romanprojekt hervorgehen und umgekehrt. Mir fehlt einfach dieser direkte Austausch, den ich sonst hatte, und das schlägt sich auf meine Motivation nieder.

Gruß - iceage

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Hallo Ulf,

ja, das fiel mir auch in den AGB auf.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob man dadurch wirklich eine Chance auf Bekanntheit erreicht.
Das hängt wohl auch davon ab, welche Ansprüche man hat?
Wenn ich z.B. in einem Forum lese, dass so einigen der Namen Hilde Domin nichts sagt, kommt bei mir die Frage hoch, wie weit die Beschäftigung als „SchriftsstellerIn“ dort reicht. Sicher, man muss nicht jedeN SchriftstellerIn kennen, jedoch gibt es Qualitätsunterschiede.
Die gut besuchten Foren tragen „gewaltig“ professionell klingelnde Forennamen… kein Zufall?
Mir fiel auch auf, dass zugrunde gelegt wird, jeder könne ein (guter) Schriftsteller sein, wenn man nur das Handwerkszeug erlernt. Vielleicht freuen sich besonders diejenigen über diese Art der „Motivation“, die talentlosen Menschen Geld aus den Taschen ziehen wollen, z.B. in Form von Kursen.
Was „Pro7“ betrifft… „Deutschland sucht das Superschriftstellertalent“ wäre vielleicht eine lukrative Sache. Ich glaube aber, dass kein Sender es sich zumuten würde, die Flut an Einsendungen zu bewältigen!?

Gruß - iceage

Hallo Iceage!

ja, das fiel mir auch in den AGB auf.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob man dadurch wirklich eine
Chance auf Bekanntheit erreicht.

Ich denke, Foren sind gut, um einmal (s)einen neuen Schreibstil auszuprobieren. Allerdings mit der Prämisse, darüber diskutieren zu müssen/zu lassen und auch sehr gute Ansätze vom Mop zerreißen zu lassen.

Darüber hinaus aber… hmm! -
Ich hätte es nicht gerne, mir eine gute Idee „klauen“ zu lassen. Denn, auch wenn einem ausreichende Mengen von Ideen an sich zur Verfügung stehen, ist es ja doch so, dass ein guter Einfall, wie (in einer Geschichte) eine Situation verläuft und wie sie pointiert rüberkommt und endet, eine ziemlich einmalige Sache ist; besonders dann, wenn’s den Lesern Spaß macht.

Deshalb würde ich also nichts im Internet - wo auch immer - veröffentlichen, was mir sehr gelungen erscheint, dessen Manuskript ich aber noch nicht fix und fertig habe. (Und wenn ^das getan ist, dann sucht man sich sowieso einen Verlag.)

Was „Pro7“ betrifft… „Deutschland sucht das
Superschriftstellertalent“ wäre vielleicht eine lukrative
Sache. Ich glaube aber, dass kein Sender es sich zumuten
würde, die Flut an Einsendungen zu bewältigen!?

Nein, wirklich nicht. Braun’sche Röhre und Lesen hat sich irgendwie schon immer gebissen.

Vielleicht noch einen Tipp (Dank an … aus wer-weiss-was/Brett Storys): Wenn Du an einem Roman oder Kurzgeschichten schreibst, ist http://www.andreaseschbach.de/ in der Rubrik „Über’s Schreiben“ sehr zu empfehlen. - Seine Kurzgeschichten (s. „Schublade“) sind auch nicht von schlechten Eltern.

Gruß und gutes Gelingen
DannyFox64

Hallo,

Textklau ist bei einer Veröffentlichung im Internet immer ein Thema, manche Leute sind gar so dreist, fremde Geschichten bei Ausschreibungen und ähnlichem einzureichen und damit teilweise sogar Geld zu scheffeln.

Der schlimmste Textklau, der mir bisher zu Ohren gekommen ist war nicht nur die Veröffentlichung auf einer anderen Seite sondern auch noch das Entstellen der Geschichte mit Sex-Wörtern. Da wird dann aus einem harmlosen Satz wie „Sie ging in den Garten“ sowas wie „Sie Blasen ging Ficken in Muschi den Penis Garten“.

Auf der anderen Seite kann das Veröffentlichen in einem Forum viel bringen. Man wird auf logische Fehler hingewiesen, die man selbst nie gefunden hätte und unbekannte Leute haben selten ein Problem damit, die Gefühle des Autor zu verletzen. Nur weil Freunde und Familie eine Geschichte gaaaaanz toll finden muss sie nicht objektiv gut sein. Für ein gutes Feedback sollte man dann aber auch in einem guten Forum veröffentlichen.

Außerdem gibt es natürlich die Möglichkeit „entdeckt“ zu werden. Der beste Autor wird nie zu einem Verlag kommen, wenn er nicht bereit ist, seine Werke zu verbreiten und nicht jeder traut sich, sich direkt an Verlage zu wenden.

Gruß
Sue

Hallo und danke für deine Rückmeldung,

die von dir empfohlene Seite habe ich mir näher angesehen.
Dabei kam mir ein kleines Programm (ähnlich wie Zettelkasten) in die Finger. Bisher habe ich ohne PC-Datenbank gearbeitet, aber diese Methode scheint die Arbeit zu erleichtern.

Gruß - iceage

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