Textgestaltung mit dem Computer

Hallo.

Kann mir jemand ein Buch empfehlen, in dem Regeln und Ratschläge wie man einen computergeschriebenen Text formal gestaltet, angegeben sind.
Fragen, die mich beispielsweise interessieren, sind:
1)Wie schreibt man das Datum (mit Querstrich, mit Punkt…)?
2)Wo muss ein Leerzeichen gesetzt werden, wo nicht (nach Bindestrich, nach Gedankenstrich, vor und nach Auslassungszeichen …)?
3)Allgemein Satzzeichen (Bsp.: können „Anführungszeichen oben“ auch am Beginn eines Satzes stehen…)?
4)Wenn man Beispiel abkürzt und anschließend eine Aufzählung erfolgt, schreibt man dann Bsp.: (mit Punkt und Doppelpunkt)?
5)Muss beispielsweise zwischen „Mit freundlichen Grüßen“ und dem Namen eine Leerzeile gesetzt werden?
6)Wie erfolgen mathematische Angaben wie Prozent, Einheiten (mit oder ohne Lehrzeichen nach der Zahl)?

Besten Dank
Martin Unterholzner

Hallo Martin,

ich kann dir zwar kein Buch bieten, jedoch einen Link, in dem solche Sachen (ich wusste vorher auch nicht, dass es eine DIN dafür gibt) erklärt werden: Briefe adressieren, Satzzeichen, Abstände, Maße etc. Bestimmt kann man das auch auf andere Texte anwenden.

http://www.textverarbeitung.de/p0400020.htm

Oben ist ein Dropdown-Menü, mit dem du die einzelnen Themen aussuchst. Was z.B. Standards bei Uni-Hausarbeiten und Diplomarbeiten betrifft, findest du hier vielleicht noch brauchbare Hinweise:

http://www.uni-duesseldorf.de/HHU/fakultaeten/wiwi/l…
http://www.psychologie.uni-bonn.de/sozial/lehre/I1/t…

Gruß
Huttatta

Hallo,

dein Suchbegriff lautet " Typographie ", damit kannst du dir mal verschiedene Internetseiten zu diesem Thema suche.

Ein spezielles Buch kann ich dir leider nicht empfehlen. Teilweise sind die Informationen, die du suchst in verschiedenen Büchern verstreut. Und außerdem heißt es „Typographieregeln“ und nicht Typographiegesetze. Es gibt viele verschiedene Meinungen über Zeichenabstände, Gestaltung der Interpunktion usw.

Versuch mal diese links:
http://www.janaszek.de/t/typograph-online.htm
http://www.korolewski.de/links/themen/content/text.html

Gerhard

Hallo Martin,

diese Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung sind in der DIN 5008 geregelt. Beim Beuth-Verlag http://www.beuth.de kannst Du sie käuflich erwerben sowie diverse erklärende Texte zu annehmbaren Preisen.

Zu Deinen Fragen gehe ich jetzt strikt davon aus, dass Du einen Brief schreibst. Das ist sehr wichtig; denn in beispielsweise Finanzberichten oder ähnlichem sieht gerade die Zahlenwelt wieder ganz anders aus.

1)Wie schreibt man das Datum (mit Querstrich, mit Punkt…)?

Die Datumsangabe im deutschen Brief steht in der ersten Zeile, also auf gleicher Höhe mit dem Absender und auf 10 Zentimetern vom Textbeginn an gerechnet (die meisten Schreibprogramme zeigen am oberen Rand eine entsprechende Skalierung). Die europäische Schreibweise ist üblich: Berlin, 15. Oktober 2004 bzw. Berlin, den 15. Oktober 2004 bzw. Berlin, dem 15. Oktober 2004. Das Datum kann natürlich auch ohne Ortsangabe stehen, aber - wie gesagt - in Briefen ist „mit“ höflicher.

2)Wo muss ein Leerzeichen gesetzt werden, wo nicht (nach
Bindestrich, nach Gedankenstrich, vor und nach
Auslassungszeichen …)?

Nach einem Bindestrich steht natürlich kein Leerzeichen, da dieser ja Wortteile verbindet. Einzige Ausnahme sind dann die Aufzählungen: Kombi- und Geländewagen.

Ansonsten gilt als Faustformel eigentlich, dass IMMER nach einem Zeichen auch ein Leerzeichen steht. Es ist eine Unart, dass oft Abkürzungen ohne Leerzeichen geschrieben werden. Falsch: A.d.W. Richtig: A. d. W.

3)Allgemein Satzzeichen (Bsp.: können „Anführungszeichen oben“
auch am Beginn eines Satzes stehen…)?

Können ja, allerdings wandeln neuere Schreibprogramme automatisch schon An- und Abführungszeichen in die richtige Position um. Richtig wäre Anführungszeichen unten und Abführungszeichen oben.

4)Wenn man Beispiel abkürzt und anschließend eine Aufzählung
erfolgt, schreibt man dann Bsp.: (mit Punkt und Doppelpunkt)?

Grundregel: In Briefen jegliche Art von Abkürzungen, wenn es irgend geht, vermeiden. Das Gleiche gilt für die Zahlenschreibweise bis 10: Bitte ausschreiben! Theoretisch aber wäre Dein Beispiel korrekt.

5)Muss beispielsweise zwischen „Mit freundlichen Grüßen“ und
dem Namen eine Leerzeile gesetzt werden?

Zwischen dem Fließtext und der Grußformel ist EINE Leerzeile. Zwischen Grußformel und Namen sind DREI Leerzeilen. Absolut feste Regel!

6)Wie erfolgen mathematische Angaben wie Prozent, Einheiten
(mit oder ohne Lehrzeichen nach der Zahl)?

Siehe oben: Nach einem Zeichen folgt immer ein Leerzeichen. Und Abkürzungen sollten in Fließtexten eben vermieden werden. Du würdest, aber jetzt als Erklärung, das Wort „Prozent“ ja auch nicht unmittelbar an die Zahl anhängen, oder? Und Einheiten und ähnliches genauso. Auch wenn es sich um einen Term handelt, besteht dieser doch auch verschiedenen Elementen. Also „50 Prozent“ oder *gruselig* „50 %“.

Besten Dank

Keine Ursache und viel Erfolg,
Jana

Hallo Martin,

ich will nur noch das Folgende ergänzen:

2)Wo muss ein Leerzeichen gesetzt werden, wo nicht (nach
Bindestrich, nach Gedankenstrich, […]

Eins meiner Lieblingsthemen. Ein Gedankenstrich unterscheidet sich typographisch vom Bindestrich natürlich gerade dadurch, dass vor und nach ihm ein Leerzeichen steht. Das Zeichen Gedankenstrich ist außerdem länger als ein Bindestrich. Textprogramme wie MS Word ersetzen einen getippten Bindestrich bei eben dieser Schreibweise (davor und danach ein Leerzeichen) ja in der Regel auch automatisch durch einen typographisch korrekten Gedankenstrich (eben den längeren). Leider tut dies gerade Word nicht sehr zuverlässig. Von Hand erzeugt man einen typographisch korrekten Gedankenstrich (im Unterschied zu einem Bindestrich) durch die Tastenkombination Alt+0150 (Ziffern im Zahlenblock benutzen) – zumindest unter Windows.

vor und nach Auslassungszeichen …)?

Das Auslassungszeichen steht immer dicht an dem Wort, in dem Du etwas auslässt, sei es am Anfang oder in der Mitte oder am Ende des Wortes. Nach einem Wort steht natürlich ein Leerzeichen – oder ein Satzzeichen.

[…]
5)Muss beispielsweise zwischen „Mit freundlichen Grüßen“ und
dem Namen eine Leerzeile gesetzt werden?

Dazu will ich vor allem noch anmerken, dass man den Namen – quasi als Übersetzung für eine meist unleserliche Unterschrift – nur dann an dieser Stelle setzen sollten, wenn man nicht auch schon im Briefkopf steht. Bei einem Privatbrief, dessen Briefkopf ja wohl vor allem auch aus Deinem Namen besteht, ist dies jedenfalls überflüssig und ein Zeichen von Kleinkariertheit. Gleiches gilt aber m.E. auch bei einem Geschäftsbriefkopf, in dem Du als Ansprechpartner genannt bist.

Gruß, Ron