TH White, Schloß Malplaquet oder Liliput im Exil

Liebe Lesefreunde und Bücherkenner, vor allem der englischen Literatur,

im Original heißt das im Titel genannte Werklein „Mistress Masham’s Repose“.

Wer White kennt und das Buch, weiß, dass White eine ganz spezielle Art der Verknüpfung von Fiktion und Realität sein eigen nennt.

Im genannten Büchlein treten fiktive Personen in fiktiven Realität auf und reale Personen in der sich real gebenden Fiktion auf.

Also treten in dem Schloss Malplaquet, das als Realität des 20. Jhdts geschildert wird, fiktive Personen auf wie Gulliver und Lilliputaner - keine menschlichen Kleinwüchsige, sondern Bewohner der Insel Lilliput - auf.

In diesem von White selber erdachten fiktiven Schloss verkehrten aber auch reale Peronsn wie Alexander Pope und Jonathan Swift.

Soweit durchschau ichs noch.

Schlimm aber ist, dass er eine große Anzahl von Leuten nennt, die unsereinem unbekannt sind. Und die können nun reale Personen sein, wie die beiden genannten, oder der Maler Ramney, Königin Anna oder Dr. Samuel Johnson.

Wie steht es aber mit den anderen Namen.

Außerdem nennt er eine Reihe von Gräsern, eine Unmenge von Straßen- und Ortsnamen, die alle eine Bedeutung zu haben scheinen, die sich mir aber nicht erschließen.

Schließlich finden sich Anspielungen auf - wieder fiktive und reale -Ereignisse und Personen, die einem gebildeten Briten wohl bekannt sind, wie uns Luther, Karl May und Arno Schmidt oder Parzival, Faust und Effi Briest und der Tellssprung und der Apfelschuss die hohle Gasse, oder Redewendungen, wie etwa die von Sir Galahads Karrengaul und „three shillings and nine pence“.

Wer kennt diese Anspielungen und kann mir helfen, sie zu verstehen?

Gruß Fritz

Lesen ist furchtbar! Für jedes Buch, das man verstehen will, muss man zehn andere lesen.

Moin,

im Original heißt das im Titel genannte Werklein „Mistress
Masham’s Repose“.

Steht hier bei mir im Regal.

Schließlich finden sich Anspielungen auf - wieder fiktive und
reale -Ereignisse und Personen, die einem gebildeten Briten
wohl bekannt sind, wie uns Luther, Karl May und Arno Schmidt
oder Parzival, Faust und Effi Briest und der Tellssprung und
der Apfelschuss die hohle Gasse, oder Redewendungen, wie etwa
die von Sir Galahads Karrengaul und „three shillings and nine
pence“.

Wer kennt diese Anspielungen und kann mir helfen, sie zu
verstehen?

List du das Buch auf englisch oder auf deutsch? Falls auf deutsch, kannst du es vermutlich in die Tonne kloppen. Ich hatte mal das zweifelhafte Vergnügen „The once and future king“ von T.H. White (im englischen Original und echtes Vergnügen) in einer deutschen Übersetzung in die Hände zu bekommen. Furchtbar.

Ansonsten frag halt mal :smile:

Gruß
Marion

Moin, Marion,

bisher hab ich nur eine Übersetzung gelesen. Da mag zwar viel verloren gehen, aber in meinem Interessenhorizont ist das vernachlässigbar.

Es geht nur um Namen und Begriffe.

Ich will wissen, ob es diese Leute wirklich gab, oder ob White sie erfunden hat.

Ich will wissen, worauf er anspielt und was das bedeutet.

Liest du das Buch auf englisch oder auf deutsch?

Auf Deutsch! Weil mein Englisch doch nicht so toll ist.

Falls auf deutsch, kannst du es vermutlich in die Tonne kloppen.

Dass diese Übersetzungen Schrott sind habe, ich mir auch schon sagen lassen. Doch den Inhalt werden sie ja wohl korrekt wieder geben!
Und auch die Namen werden ja wohl nicht von der Übersetzung abhängen.

Gruß Fritz

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Moin,

Ich will wissen, ob es diese Leute wirklich gab, oder ob White
sie erfunden hat.

Da wird dir sicher google weiterhelfen.

Ich will wissen, worauf er anspielt und was das bedeutet.

Eben das dürfte in der Übersetzung ein Problem sein. „The once and future King“ hab ich in der Übersetzung jedenfalls kaum wiedererkannt. Die grobe Geschichte war wohl gleich, aber der ganze Sprachwitz und die Mehrdeutigkeit war weg. Teilweise fand ich es auch schlichtweg unverständlich (in der Übersetzung wohlgemerkt, nicht im Original).

Wenn du mir aber konkrete Zitate nennst und ungefähr wo ich sie in dem Buch finde, dann will ich gerne versuchen, hilfreich zu sein.

Gruß
Marion

Moin,

Danke für dein Anerbieten. Ich werde demnächst eine Liste zusammen stellen und, wenn du gestattest, an dich direkt schicken.

Handschriftlich hab ich das meiste schon notiert.

Da wird dir sicher google weiterhelfen.

Das schon, aber ich muss gestehen, dass ich hoffte, dass eine Fachmann oder eine Fachfrau dies schon mal gemacht hat. Das würde mir eine zeitaufwändige Recherche ersparen.

Wenn ich z. B. „Sir Galahads Karrengaus“ bei google eingebe, gibt es keinen Treffer.

Ich bin sicher, dass sich das auf eine Episode der Artussagen bezieht; man müsste dazu den alten Malory durchforsten.

Bei der Eingabe von „three shilling and nine pence“ gibt es einige Treffer, aber keinen, der genau trifft.
Auch hier vermute ich, dass in einem bekannten Roman, einem Märchen, einer Sage, einem Kinderreim oder ähnlichem genau diese Summe angegeben wird, um zu sagen: Das war ein armer Schlucker.

Eine sprichwörtliche Summe also wie die „dreißig Silberlinge“ oder die „two pence for your thoughts“.

Yorkshire-Fog und Ray-Gras lassen sich finden; aber Cock’s Foot Gras und Kräuselgras gibt es offensichtlich nicht bei google.

Dr. Cook, Martin und Swallow, die offensichtlich Zeitgenossen des 20. Jhds sind, sind so vage, dass man sie nicht identifizieren kann.

„Mistres Hill, Mistress Marham“, die auch im Originaltitel auftaucht, und „Mistress Morley“ halte ich für erfunden. Sie werden hier genannt, als ob sie wichtig wären und eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Schlosses spielten und jeder sie kennen müsste. Aber in Wirklichkeit sind sie belanglos. Ein unlösbares Rätsel also.

So wie bei Calvin & Hobbes nie geklärt wird, was der „Nudelvorfall“ eigentlich war.

Gruß Fritz

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Moin,

Wenn ich z. B. „Sir Galahads Karrengaus“ bei google eingebe,
gibt es keinen Treffer.

Ich bin sicher, dass sich das auf eine Episode der Artussagen
bezieht; man müsste dazu den alten Malory durchforsten.

Gruß Fritz

Hallo!
in der Tat: ich habe meinen Malory derzeit nicht zur Hand, aber ich erinnere mich, daß der Name dort in anderer Schreibweise vorkommt.

Hallo, Armin!

aber ich erinnere mich, daß der Name dort in anderer Schreibweise vorkommt.

Das kann ich nicht bestätigen.

Sir Galahad ist als Sohn Lanzelots eine prominente Figur der Artussagen. Bei Malory gibt es nur diese Schreibung. In französischen Texten gibt es die Schreibung „Galaard“.

Er ist auf eine geradezu penetrant langweilige Art tugendhaft und vollkommen.

Er zählt zu den Findern des Grals. Das war seinem Vater nicht möglich, weil er mit Ginevra Ehebruch beging

Ich habe inzwischen angefangen, die Galahad-Kapitel durchzusehen, aber eine Episoden mit einem Karrengaul ist mir noch nicht begegnet.

Gruß Fritz

Hallo, Armin!

aber ich erinnere mich, daß der Name dort in anderer Schreibweise vorkommt.

Das kann ich nicht bestätigen.

Sir Galahad ist als Sohn Lanzelots eine prominente Figur der
Artussagen. Bei Malory gibt es nur diese Schreibung. In
französischen Texten gibt es die Schreibung „Galaard“.

Habe mich wohl mißverständlich ausgedrückt ; der Name des anderen Ritters kommt mir aus Malory bekannt vor, aber nicht exakt in dieser Form. Der Name Galahad ist klar…