The falling man

Hallo zusammen,

es gab ja zu diesem Bild vor kurzem auch einen Bericht im Fernsehen. Mir stösst immer noch sauer auf, dass es doch tatsächlich Menschen gibt, die diesen Sprung in den Tod für verwerflich halten. Menschen, die Suizid begehen, kommen in die Hölle *kopfschüttel* Leider vergessen sie, dass die Hölle bereits in den Türmen eingekehrt ist.

Das Bild berührt mich nicht mehr als alles andere, was mit dem 11.September zu hat. Das in anderen Ländern der Welt tagtäglich Krieg herrscht, wird nur allzu oft übersehen.

Gruß*Diana

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

huhu,

da denke ich ganz spontan wieder an das Chaos auf den
Bildschirmen meiner damaligen Kollegen (Bankentochter im
Investmentbereich) und dass ich meine Chefin aus einem scheiß
wichtigen Meeting rausklingelte, weil keiner mehr wusste, was
er machen sollte.

ich weiss, es war ein harter schlag fuer die banken und versicherungen, aber genau das sollte erreicht werden.

Welche Emotionen hab ihr?

Für mich symbolisiert es den Fall des New Yorkers, der in seiner ganzen Häßlichkeit eigennützigen materiellen Denkens, den Sturz einer ganzen Epoche darstellt, - und er wirkt in seinem hilflosen Zustand, nackt und erbärmlich, etwas kümmerlich und tragisch.

gruß
rolf

Hallo Rolf,

Für mich symbolisiert es den Fall des New Yorkers, der in
seiner ganzen Häßlichkeit eigennützigen materiellen Denkens,
den Sturz einer ganzen Epoche darstellt, - und er wirkt in
seinem hilflosen Zustand, nackt und erbärmlich, etwas
kümmerlich und tragisch.

Hehe!

 Zu lang, zu lang schon ist
 Die Ehre der Himmlischen unsichtbar.
 Denn fast die Finger müssen sie
 Uns führen und schmählich
 Entreißt das Herz uns eine Gewalt.
 Denn Opfer will der Himmlischen jedes,
 Wenn aber eines versäumt ward,
 Nie hat es Gutes gebracht.

(Patmos)

Grüße

CMБ

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Hei,

ich weiss, es war ein harter schlag fuer die banken und
versicherungen, aber genau das sollte erreicht werden.

ja, was damals an den Börsen abgegangen ist, war der glatte Wahnsinn. Chaos pur, und das beschreibt es nicht mal ansatzweise!

Ich hatte es nur mit halbem Ohr im Radio mitbekommen und es überhaupt nicht richtig realisiert, bis mein Telefon dauerklingelte, weil alle unbedingt meine Chefin sprechen wollten.

Keine Ahnung, wie viele Freunde/Bekannte/Geschäftspartner meine Kollegen damals tatsächlich verloren haben. Ich selbst kannte gottseidank niemanden persönlich dort. Aber die ganze Stimmung in der Firma war wochenlang extrem gedrückt, so dass ich automatisch mehr ‚mitgetrauert‘ habe, als ich es sonst wohl getan hätte.

Eine Gänsehaut bekomme ich heute aber immer noch, wenn ich an die besagte Schweigeminute denke. Es passierte eine Minute lang rein gar nichts an den Märkten, so dass klar war, dass wirklich die Händler auf der ganzen Welt gerade zusammen an die Opfer dachten. War schon beinahe unheimlich, aber ich glaube, manchen hat es geholfen.

Grüße
Natascha

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Hallo Sue,

Aber neben aller Betroffenheit beneide ich diesen und die
anderen Springer ein wenig, denn sie haben etwas gehabt, was
ich nie erleben werde: Die vollkommene Freiheit.

Beneiden? Ist das Dein Ernst? Und wenn das für Dich Freiheit ist, hat jeder sie, zu jeder Zeit.

Ich glaube er hat den schönsten Tod gewählt, den es gibt.

Ich kann mir haufenweise schönere Todesarten vorstellen. Und eine wirklich Wahl sieht für mich auch anders aus.

Ein
freier Fall und auf dem Boden angekommen auf der Stelle tot,
er hat sicherlich zumindest nicht körperlich gelitten.

Wir haben da wohl etwas sehr unterschiedliche Ansichten. Ich kann da keine wirklich Freiheit erkennen. Die Menschen die gesprungen sind taten das aus Verzweiflung, Panik und Todesangst. Gewiss haben sie keine Wahl getroffen im Sinne von Abwägen der Möglichkeiten. Ich kann mir sogar vorstellen, daß sie gesprungen sind, weil der Spung weg von den Flammen ihnen entsetzlicherweise noch Sekundenbruchteile die Illusion einer Hoffnung vermittelt hat. Ganz bestimmt aber haben sie den freien Fall nicht genossen.

Das relativiert seinen Tod - und die für keinen von uns
nachvollziehbare Verzweiflung, die ihn zum Springen getrieben
haben wird - keineswegs, aber ich hoffe es ist für die
Angehörigen wenigstens ein kleiner Trost.

Darüber mache ich mir immer noch Gedanken und ich bin mir nicht sicher. Ich stimme Dir allerdings zu, für die, die gesprungen sind ging es schneller (wie schmerzlos würden wir erst wissen,wenn wir selbst gesprungen wären). Aber andererseits

Grüße

Avera

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Hallo,

Zum Foto: Es ist ein sehr esthetisches Foto, es könnte ein
Kunstwerk sein, wenn es nicht so tragisch wäre. Es bewegt
auf jeden Fall alle Emotionen auf der Skala.

Ist das vielleicht die hin und wieder für „schaurig schön“
befundene „Ästhetik der Vernichtung“, wie z.B. ein Bild -

  • im Morgengrauen mit einer rauhreifbehangenen Birke
    und den rauchenden Krematoriumsöfen im Hintergund?

Ich weiss es nicht - ich frage Dich, da solche
Bilder normalerweise nicht „Ästhetik“-Gefühle
bei mir wecken.

Grüße

CMБ

Hallo Diana

Das Bild berührt mich nicht mehr als alles andere, was mit dem
11.September zu hat. Das in anderen Ländern der Welt
tagtäglich Krieg herrscht, wird nur allzu oft übersehen.

jemand hat diesen Gedanken anhand von Irak + Palästina „visualisiert“:

http://members.jcom.home.ne.jp/pinuskoraie/iraq-pale…

Grüße

CMБ

Hallo,

Aber neben aller Betroffenheit beneide ich diesen und die
anderen Springer ein wenig, denn sie haben etwas gehabt, was
ich nie erleben werde: Die vollkommene Freiheit.

Beneiden? Ist das Dein Ernst?

ja, aber nur neben all der Betroffenheit (sehr wichtig), natürlich nicht nur ausschließlich. Wie gesagt hätten all meine Gedanken dazu hier den Rahmen gesprengt, ich hatte erst versucht sie zu beschreiben. Es wäre ein kleiner Roman geworden und hätte trotzdem nicht wiedergegeben, was ich wirklich fühle. Also habe ich das alles als „Betroffenheit“ verpackt.

Und wenn das für Dich Freiheit
ist, hat jeder sie, zu jeder Zeit.

Egal wo und wie wir fallen, immer wartet unten irgendwas. Beim Fallschirmsprung öffnet sich der Fallschirm - und den gibt es in gewisser Weise immer. Man hat vielleicht Angst vom 10-Meterbrett im Schwimmbad zu springen, aber unten ist Wasser. Selbst wenn wir beruflich oder persönlich fallen werden wir irgendwo aufgefangen - und sei es nur durch unser soziales Netz. Wirklich fallen werden wir nie. Für ihn jedoch war der Fall das letzte, danach war alles vorbei.

Ich glaube er hat den schönsten Tod gewählt, den es gibt.

Ich kann mir haufenweise schönere Todesarten vorstellen. Und
eine wirklich Wahl sieht für mich auch anders aus.

Ich kann mir haufenweise schlimmere Todesarten vorstellen.

Ein
freier Fall und auf dem Boden angekommen auf der Stelle tot,
er hat sicherlich zumindest nicht körperlich gelitten.

Wir haben da wohl etwas sehr unterschiedliche Ansichten. Ich
kann da keine wirklich Freiheit erkennen.

Für ihn wurde ein Tod geplant (lebendig verbrennen, im besten Fall vorher bewusstlos zu werden), er hat sich die Freiheit genommen einen anderen Tod zu sterben. Wie gesagt relativiert das seinen Tod keineswegs, gibt mir aber ein wenig Trost. Es ist schön zu wissen, dass wenn er (und all die anderen) schon sterben musste, dass er es wenigstens auf eine schmerzlosere Art getan hat als ihm von den Menschen gewünscht wurde, die ihn ermordet haben.

Die Menschen die
gesprungen sind taten das aus Verzweiflung, Panik und
Todesangst. Gewiss haben sie keine Wahl getroffen im Sinne von
Abwägen der Möglichkeiten. Ich kann mir sogar vorstellen, daß
sie gesprungen sind, weil der Spung weg von den Flammen ihnen
entsetzlicherweise noch Sekundenbruchteile die Illusion einer
Hoffnung vermittelt hat.

Dann sind sie mit Hoffnung gestorben. Das ist besser als mit Hoffnungslosigkeit, auch wenn die Hoffnung unbegründet ist. Ich habe auch geschrieben, dass niemand die Verzweiflung nachvollziehen kann die dazu geführt hat sich in den sicheren Tod zu stürzen, ich wünsche es auch niemandem soetwas zu erleben.

Ganz bestimmt aber haben sie den
freien Fall nicht genossen.

Das habe ich auch nicht behauptet.

Das relativiert seinen Tod - und die für keinen von uns
nachvollziehbare Verzweiflung, die ihn zum Springen getrieben
haben wird - keineswegs, aber ich hoffe es ist für die
Angehörigen wenigstens ein kleiner Trost.

Darüber mache ich mir immer noch Gedanken und ich bin mir
nicht sicher. Ich stimme Dir allerdings zu, für die, die
gesprungen sind ging es schneller (wie schmerzlos würden wir
erst wissen,wenn wir selbst gesprungen wären).

Ich weiß ehrlich gesagt nicht wieviele Meter die Springer gefallen sind, aber aus unmittelbarer Erfahrung weiß ich, dass schon bei einem Sprung aus 100 Metern mit dem Kopf voran nicht mehr viel von dem übrig bleibt, was Schmerzen empfinden könnte.

Wie gesagt relativiert nichts davon überhaupt den Tod, den so viele Menschen sterben mussten und ich denke auch nicht „Ach, wie gut hatte der es, da runterspringen zu können“.

Grüße,
Sue

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OT
Hi!
Dass Ästhetik jetzt ein Gefühl ist war mir neu :wink:))
LG,
NOrah

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Hallo Norah,

Dass Ästhetik jetzt ein Gefühl ist war mir neu :wink:))

Siehst Du :wink:

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84sthetik

 Demnach entscheiden über den ästhetischen Wert eines 
 Objekts nicht die Begriffe "schön" und "hässlich", 
 sondern die Art und Weise der <u>Sinnlichkeit</u> und/oder 
 Sinnhaftigkeit in Verbindung mit dem Zeichensystem des Objekts.

Grüße

CMБ

Hallo auch!

Wenn du mal ganz vergißt um was es da geht und dir nur das Bild anschaust
siehst du doch diese völlig glatte,glänzende, spiegelnde Wand und diesen Menschen, der geradezu die Leichtigkeit des Fallens verkörpert. Schau dir mal die Körperhaltung an, das angewinkelte Bein, als wäre es ein leichter Flug.Es ist ein Bild, da wette ich mit dir, das irgendwann mal das Bild des Jahres oder des Jahrhunderts wird.Genau wie das arme ,nackte,rennende Mädchen in Hiroschima.Das Foto finde ich allerdings einfach nur grauenhaft.
Gruß,
Claudia

Hallo Rolf,

was würde „die Mutter“ dazu sagen? Besteht doch das Leben daraus Mitgefühl und Liebe zu entwickeln. Du hast nichts verstanden.
Gruß,
Claudia

Für mich symbolisiert es den Fall des New Yorkers, der in
seiner ganzen Häßlichkeit eigennützigen materiellen Denkens,
den Sturz einer ganzen Epoche darstellt, - und er wirkt in
seinem hilflosen Zustand, nackt und erbärmlich, etwas
kümmerlich und tragisch.

gruß
rolf

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…eben?

Hallo Claudia

Wenn du mal ganz vergißt um was es da geht und dir nur das
Bild anschaust siehst du doch diese völlig glatte, glänzende,
spiegelnde Wand und diesen Menschen, der geradezu die
Leichtigkeit des Fallens verkörpert. Schau dir mal die
Körperhaltung an, das angewinkelte Bein, als wäre es
ein leichter Flug.

Das ist reine Phantasie Deinerseits.

Es ist ein Bild, da wette ich mit dir, das irgendwann mal das
Bild des Jahres oder des Jahrhunderts wird.

Ich tippe eher auf „Konsumprodukt“, dessen Genuss (durch Dich)
dem Hersteller Gewinn einbringt, etwas so, mit
Wandhalter: http://whitelead.com/jrh/falling/man.jpg

Ausserdem ist das Foto ganz klar „verkehrtherum“. Sagt viel
über die „Fans“ aus, dass sie das nicht mal gemerkt
oder auch nur in Betracht gezogen haben :wink: Der Mann
fällt also mit den Füßen nach unten.

Genau wie das arme, nackte, rennende Mädchen in Hiroschima.
Das Foto finde ich allerdings einfach nur grauenhaft.

Vietnam(!) - Phan Thi Kim Phuc
==> http://www.vietnamwar.com/phanthikimphuc.htm

(Ich habe allergrößte Achtung vor
dem „rennenden Mädchen“.)

Grüße

CMБ

was würde „die Mutter“ dazu sagen? Besteht doch das Leben
daraus Mitgefühl und Liebe zu entwickeln. Du hast nichts
verstanden.

Hallo Claudia

Erstmal war das ein mehr literarisches Urteil, zum anderen muß ich dir leider sagen, daß ich in den Rauchwolken des zusammenstürzenden Turms, die Gestalt der Mutter erblickt habe, - Kali, die Rauchfarbene.

gruß
rolf

HI,

Das ist reine Phantasie Deinerseits.

Ja und? Das ist ein Foto.Jeder sieht etwas Anderes. Keine Freiheit in deinem Verständnis?

Es ist ein Bild, da wette ich mit dir, das irgendwann mal das
Bild des Jahres oder des Jahrhunderts wird.

Ich tippe eher auf „Konsumprodukt“, dessen Genuss (durch Dich)
dem Hersteller Gewinn einbringt, etwas so, mit
Wandhalter: http://whitelead.com/jrh/falling/man.jpg

Warum regst du dich eigentlich so auf?

Genau wie das arme, nackte, rennende Mädchen in Hiroschima.
Das Foto finde ich allerdings einfach nur grauenhaft.

Vietnam(!) - Phan Thi Kim Phuc
==> http://www.vietnamwar.com/phanthikimphuc.htm

Ja danke, du wußtest was gemeint ist.Dieses Foto zeigt das blanke Grauen des Krieges.Jetzt klarer?
Gruß,
Claudia

CMБ

Ästhetisch wirkt es nicht auf mich; allerdings hat die Haltung des Mannes schon etwas Außergewöhnliches. Es wirkt nicht wie der Sprung eines in Panik geratenen Menschen in Todesangst, sondern hat etwas bizarr-friedliches; als wenn der Mann noch seinen Frieden mit sich und der Welt gemacht hat und nun angesichts der fehlenden Alternativen seine Entscheidung für den Sprung getroffen hat.

Sehr zwiespältig, finde ich und sehr zum Nachdenken anregend.

Hi Luzie,

ich finde es schade, dass ich hinsichtlich des Themas schon irgendwie zugemacht habe, weil die Bilder pausenlosauf einen einprasseln und einem damit vermittelt wird, es hätte auf der Welt nie größere Verbrechen gegeben. Es ist am tragischsten, dass das der Mann hier noch für eine Sache benutzt wird, für die er noch weniger kann, als er es damals konnte. Mit Bildern kann man Meinung machen.

Viele Grüße,

Hilmar