The falling man

Hallo zusammen!

Ich möchte kommentarlos auf eine Wikipediaseite hinweisen (sorry, sie ist in Englisch!) und folgende Frage stellen:

Wie fühlt ihr euch beim Betrachten des Bildes?

Was geht euch im Kopf herum, wenn ihr den Artikel lest?

http://en.wikipedia.org/wiki/The_Falling_Man

Ich persönlich fühle mich sehr betroffen, das Bild und der Artikle beschäftigen mich sehr - unter vielen Aspekten.

Welche Emotionen hab ihr?

Gruß
Golden Luzie

hi luzie,

ich habe erst gedacht, dass es eine fotomontage ist. dass der mann entweder an einem seil haengt oder sonstwie klettert. ich fand das bild ‚kuenstlerisch‘.

nach lektuere des textes weiss ich es besser.

das bild ruft keine grossen emotionen in mir vor, da es meiner meinung nach nicht realitaetsnah erscheint. halt eben eher wie kunst. und die versteh ich eh selten…

gruesse
coco

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mir gings wie coco…

wenn man nicht gerade melancholisch drauf ist, das miterlebt hat oder von jemandem draufgestossen wird, wirkt das nicht wirklich…

Hallo Luzie,

also ich kann mich meinen Vorrednern nicht anschließen. Das Bild betrifft mich natürlich nicht persönlich und ich fühle mich deswegen nicht unbedingt traurig, dennoch kommen mir so Gedanken durch den Kopf wie:

  • Wie würde ich in solch einer Situation reagieren?
  • Würde ich springen?
  • Was muss der Mensch in seinem Fall gedacht haben?
  • Hat er noch was gedacht?
  • War er ohnmächtig?

etc…

Grüße - Schnuffelmu

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Hi,

ein wenig unecht wirkt das Bild schon, wahrscheinlich, weil es so eine unvorstellbare Situation ist.

Aber - mein Gedanke/ Gefühl ist ganz klar:

Dem Himmel (oder wem immer) sei LOB UND DANK, dass es nicht
mein Liebster ist, dessen letztes Bild so aussieht. Dass er lebt und ich auch lebe.

Ich glaube, der Mann hat(te) Familie. Ich frage mich, wie die Frau damit leben kann. (schnüff)

Malna

Hallo Luzie

Wie fühlt ihr euch beim Betrachten des Bildes?

Schon, als ich das Bild gestern oder vorgestern im TV sah, dachte ich mehrere Sachen:

  1. Seltsam, wie schnell man mit dem Kopf nach unten fällt - oder ist er etwa kopfüber gesprungen?
  2. Es gibt schon haarige Situationen, in denen ich mich nicht befinden möchte.
  3. Eine gewisse Schönheit hat dieses Foto.

Gruß,
Branden

Wie fühlt ihr euch beim Betrachten des Bildes?

verzweifelt und voller Mitleid.

Hallo Luczie,

habe gestern ebenfalls den Bericht gesehen und war drauf und dran, daß zu tun, was Du im Reli-Brett dann auch gemacht hast. Aber es hat mich dermaßen angestrengt, daß ich nach der Hälfte aufgegeben habe.

Vorhin lag ich ganz kuschelig auf meinem Sofa, hatte mich eben von einer Schafphase und -seite auf die andere gedreht, als ich plötzlich wieder nicht nur an das Bild, sondern auch an die konkrete Situation dieser Menschen denken mußte. An die kaum nachvollziehbare Panik der Situation, daß Entsetzten, nein, eigentlich das blanke Grauen, welches sie durchgemacht haben müssen, bevor sie gesprungen sind. Und ein Hauch dieser Panik durchfuhr mich wie ein elektrischer Schlag.

Ich glaube, daß wir alle beim Betrachten dieses und vergleichbarer Bilder gar nicht anders können als „weiche“, distanzierte Gedanken dazu zu haben. Oder hächstens noch traurige, bezw. erleichterte, daß es sich um niemanden gehandelt hat, den wir kennen und lieben. Meine etwas heftigere Reaktion entsprang auch einem ungeschützen Moment zwischen Schlafen und Wachen. Ich kenne das ja, wenn mich des nachts die Panik über meinen eigenen, irgendwann einmal unausweichlich eintreffenden Tod in helle, zum Glück nur kurz anhaltende Panik ausbrechen läßt.

Und angesichts des unvorstellbaten Entsetztens, welches diese Menschen durchgemacht haben müssen, ist es mir persönlich nicht möglich zu verstehen, wie man sich von diesen Menschen, wenn es denn Angehörige waren „in ihrer Liebe und im Vertrauen enttäuscht“ fühlen kann, weil sie ja Suizid begangen haben. Wie man dies als Schwäche oder gar Todsünde betrachten kann. Wenn es einen Gott gäbe, der einer solchen Verzweiflung nicht mit Liebe und grenzenlosen Verständnis begegnet, würde ich mir mit Sicherheit einen aderen suchen. Aber diese Diskussion gehört nicht hier her.

Noch immer fassungslos

Avera

Welche Emotionen hab ihr?

Wut über diese ganze 911 Hyperventilatoren.

kopfschüttelnd,
frank

Hi,

gleich wie traurig, wütend, verzweifelt, auch hasserfüllt es machen kann, wenn Menschen zutode kommen, vor allem wenn so „sinnlos“ ist, doch ich mag diese Fixierung auf den 11.09.2001 nicht. Das ist ein feststehender Begriff geworden. Wieviele Menschen wissen, dass der Tsunami am 26.12.2004 war? Sicherlich weniger. Warum?

Und wieviele Menschen wissen um die aktuellen Situation in Sri Lanka? Sicherlich widerum noch weniger. Warum? http://de.wikipedia.org/wiki/Bürgerkrieg_in_Sri_Lanka

Es gibt sicherlich aktuell diverse Kriegsorte auf der Welt, auch wenn ich auf die Schnelle keine Übersicht finden konnte.

Nochmal: gleich wie schlimm der Tod dieser „unschuldigen“ Menschen sein mag, gleich ob ein paar Menschen bishin zu zig tausend Menschen sterben, wieso sind die Menschen so auf Amerika und den 11.9.1 fixiert, wenn doch tagtäglich überall auf der Welt Menschen unnötigerweise sterben müssen?

Ciao,
Romana

Hi,

auf http://video.google.com/videoplay?docid=-59465939738… scheint von sehr sehr vielen Leuten dieses Video gesehen worden zu sein. Ich habe bislang nur die ersten Minuten gesehen, habe gerade weder Zeit noch Muse das anzusehen.

911 Cover Up
Durchschnitt: 17493 Bewertungen

Mit deutschen Untertiteln. Video gab es schon mal 2005 und nun die zweite Auflage.

„Loose Change“ geschrieben und produziert von Dylan Avery. Dieser verfilmten Theorie nach wurde die Exlosion nicht von der al-Qaida sondern von der USA ausgelöst.

Ciao,
Romana

Hallo

Wie fühlt ihr euch beim Betrachten des Bildes?
Was geht euch im Kopf herum, wenn ihr den Artikel lest?
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Falling_Man

Ganz spotan - und ohne die anderen
Beiträge zu lesen, sehe ich sofort:

Steve McQueen im Western „Die glorreichen Sieben“,
wie er seinem Widersacher erklärt, wie er mal einen
Mann kannte, der „fiel einmal aus dem 10. Stock.
Bei jedem Stockwerk, an dem er vorbeiflog, sagte
er sich: "Bis hierher ging es noch ganz gut.

(und nun steinigt mich.)

Ich persönlich fühle mich sehr betroffen, das Bild und der
Artikle beschäftigen mich sehr - unter vielen Aspekten.
Welche Emotionen hab ihr?

Ich fühle mich weder vom Bild betroffen, noch
von der üblichen Betroffenheit bezüglich
solcher Bilder betroffen.

Jeder hat eben seine üblichen Bildchen, die
ihm je nach Vorliebe zur rührigen Stimmung
verhelfen.

Grüße

CMБ

Hei,

da denke ich ganz spontan wieder an das Chaos auf den Bildschirmen meiner damaligen Kollegen (Bankentochter im Investmentbereich) und dass ich meine Chefin aus einem scheiß wichtigen Meeting rausklingelte, weil keiner mehr wusste, was er machen sollte. Dass wir ein paar Tage später in der Firma geschlossen an der Schweigeminute teilgenommen haben und währenddessen die Bildschirme komplett still standen. Und dass wir viele amerikanische Visitenkarten entsorgt haben.

Außerdem sind da noch Gedanken an meinen ersten Flug nach Oslo, der am dem 11.09. folgenden Samstag vom Fraport aus stattfand, dem Tag, an dem dort die Amerika-Flüge wieder geöffnet wurden. Die zig Soldaten und andere Securities, die dort mit irgendwelchen Waffen rumgelaufen sind, haben mir mehr Angst gemacht als der vorangegangene Dienstag. Und dass ich sowohl Nagelschere als auch Nagelfeile im Handgepäck mitnehmen durfte. Hm.

Grüße
Natascha

Welche Emotionen hab ihr?

Ich frage mich, ob wir in einer Geselschaft leben, in der die Menschen solche Bilder brauchen, um Emotionen zu haben. Und weil ich dies gleichzeitig bejahe, frage ich mich mich, warum dies so ist.

Ich frage mich, was in dem Herausgeber dieses Bildes vorgeht. Ich kann es verstehen, dass ein Fotograf in einer höchst emotionale Situation auch Dinge ablichtet, die nicht für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt sind, wie diesen Suizid. Ich könnte es auch verstehen, wenn der Fotograf dieses Bild irgendwo bei sich verwart und gelegentlich betrachtet, schließlich war er Teil der Situation. Ich verstehe es nicht, dass man so ein Bild dem Vorgang der Publikation zuführt, d.h. es vervielfältigt, es digital „optimiert“, unter Urheberrecht stellt und millionenfach veröffentlicht. Dazu gehört Skrupellosigkeit.

Ich frage mich, welchen Reiz dieses Bild an sich hat. Ich glaube, der Reiz besteht im Realitätsschock, den der medial abgebrühte Betrachter bekommt.
Auf einmal spürt man, dass man auch beim Zeitunglesen noch zu Mitgefühl fähig ist. Besser gesagt, man glaubt es zu spüren, weil es so seltsam kribbelt.
Auf einmal wird mir der Tod einer fremden Einzelperson wichtig, auch wenn im selben Moment auf der anderen Seite des Globus zehn fremde Menschen in die Luft gebombt werden.
Ist es aber wirklich das Schicksal der Einzelperson, das den Betrachter einnimmt? Es ist eher das Selbstmitleid, Teil der Gesellschaft zu sein, die mit dem Tod des Falling Man einen Verlust erleidet. Es ist ein sehr arrogantes Selbstmitleid, den eigenen, verschwindend geringen Verlust über alles zu stellen und parallel dazu den Rest der Weltbevölkerung zu berauben. Das Resultat dieser Arroganz sind die Ereignisse, die wiederum solche Bilder hervorbringen.

Hallo,

alle meine Gedanken und Emotionen zu schreiben, die mir bei diesem Bild und seinem Hintergrund in den Sinn kommen würde hier ehrlich gesagt den Rahmen sprengen.

Aber neben aller Betroffenheit beneide ich diesen und die anderen Springer ein wenig, denn sie haben etwas gehabt, was ich nie erleben werde: Die vollkommene Freiheit.

Ich glaube er hat den schönsten Tod gewählt, den es gibt. Ein freier Fall und auf dem Boden angekommen auf der Stelle tot, er hat sicherlich zumindest nicht körperlich gelitten.

Das relativiert seinen Tod - und die für keinen von uns nachvollziehbare Verzweiflung, die ihn zum Springen getrieben haben wird - keineswegs, aber ich hoffe es ist für die Angehörigen wenigstens ein kleiner Trost.

Grüße,
Sue

Hallo Romana,

doch ich mag diese Fixierung auf den 11.09.2001
nicht. Das ist ein feststehender Begriff geworden. Wieviele
Menschen wissen, dass der Tsunami am 26.12.2004 war?
Sicherlich weniger. Warum?

das eine sind Naturkatastrophen, zweifellos schrecklich. Das andere wurde jedoch von Menschenhand kalblütig geplant. Zu wissen, dass Menschen für so eine Tragödie verantwortlich sind macht mich persönlich auf eine andere Weise betroffen.

Grüße,
Sue

2 „Gefällt mir“

11 September ´73

Hi,

mir persönlich geht das getue um diesen 9/11 Tag langsam auf die Nerven.

Sorry.

Es gibt noch andere Tage

http://de.indymedia.org/2003/09/61190.shtml

Könnt ihr euch noch an die Lichterketten errinnern ´73? Plötzlich waren alle Chilenen.

Wer Ironie findet kann sie behalten

Grüsse vom schuh

Hatte jetzt net unbedingt was mit dem Falling Man zu tun.

hallo richard,

was den fotografen motiviert hat, kann man doch nachlesen.
http://de.wikipedia.org/wiki/The_Falling_Man (deutschte übersetzung)

ob man seine sicht nun teilt, ist ne andere sache.

LG
nina

Ich frage mich, wie die

Frau damit leben kann. (schnüff)

hallo malna,

ich weiss es natürlich auch nicht genau, denn dazu mus man wohl in der haut der angehörigen stecken. doch stelle ich mir andere an diesem tag vorgekommenen arten udn weisen zu tode zu kommen keinesfalls für angehörige „besser“ vor. also nicht einfacher oder weniger grausam.

seltsamer weise stimme ich dem fotografen zu - er schreibt - dieser mann hat selbst entschieden wie er sterben will - und ein stück weit auch wann. - angesichts des unvermeidlichen todes fühlt es sich für mich schöner an - sofern man das so sagen kann - als darauf zu warten bis mir das gebäude „den rest gibt“.

natürlich ist es auch wiederum erschreckend, jemand wartet nicht passiv auf den tot sondern entscheidet selbst im rahmen der möglichkeiten die art seines sterbens. so so seltsam es klingen mag, es hat auch für mich ein stück weit etwas von freiheit, freier als zu ersticken oder erschlagen zu werden oder sonstiges.

und so kann ich brandens kommentar irgendwie gut zustimmen, auch wenn es wohl merkwürdig klingt, auch für mich selbst.

ich erinnere mich während des schreibens an die szene des erfrierens im wasser bei dem film titanic - damit das mädel überlebt, stirbt der junge mann. - nun ist das ja fiktion aber dennoch fühlt sich das für mich schmerzhafter an, da sich jemand opfert.
das ist hier bei diesem mann nicht der fall. mit dem sprung will er „etwas entgehen“. nämlich einer art von tot, die er so nicht will.
dabei geht es nur um ihn selbst.

das fühlt sich für mich irgendwie gut an - trotz allem leid.

(wobei das nicht mit anderen arten vergleichbar ist, bei den man andere „mitnimmt“ oder ähnliches)

jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass es weniger schrecklich ist für die angehörigen deren verstorbene „weniger spektakulär“ zu tode bekommen sind, nur weils kein bild gibt. es sagt sich sicher leicht, aber hätte ich keine wahl als minuten oder stunden abzuwarten und null aussicht zu überleben, würde ich wohl auch nicht abwarten sondern mir überlegen was ich wie tun kann - nur für mich.

LG

nina

(schon komisch was bilder auslösen bzw. welche gefühle mit ihnen automatisch einhergehen - dazu lief gestern nacht eine sendung auf ZDF, sehr interessant)

PS: ob der mann nun ein mann war oder eine frau, ob er hetero war oder schwul - es sind ja sicher auch frauen gesprungen, denke also diese punkte keine rolle spielen und du das auch nicht „so“ gemeint hast.

Hallo,

mir kamen die Tränen, wie immer wenn ich etwas von 9/11 sehe oder höre. Einen guten Teil meines Lebens habe ich in N.Y. verbracht, habe Familie und FReunde dort, war auf den Towers als Kind…
Ich habe auch diese schrecklichen Ereignisse life im TV erlebt, hatte zufällig den Fernseher an und war Tage lang völlig fassungslos.Alle Leitungen nach N.Y. waren belegt und ich hatte große Angst.
Zum Foto: Es ist ein sehr esthetisches Foto, es könnte ein Kunstwerk sein, wenn es nicht so tragisch wäre.Es bewegt auf jeden Fall alle Emotionen auf der Skala.

Gruß,
Claudia