The Force - Die Macht

Hallo Mike,

Die Verführung zum Bösen wird nicht von aussen an uns
herangetragen, sondern sie steckt in uns drinnen.

womit Du eine hervorragende Definition der Erbsünde gegeben hast.

Danke!

Gruss Harald

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Hi,

der Begriff der Erbsünde ist das Schlimmste, was man einem Menschen antun kann: er ist Sünder, obwohl er nichts für die Taten von anderen, vor ihm Lebenden, kann. Er befindet sich also in Sippenhaft (wir hatten das hier ja schon mal).
Man sollte sich von einer Ideologie, die solches „verbricht“, schnell frei machen, um ein gutes Leben führen zu können.

Viele Grüße
WoDi

Hi,

Man sollte sich von einer Ideologie, die solches „verbricht“,
schnell frei machen, um ein gutes Leben führen zu können.

„frei machen“ ist das passende Stichwort.

Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh.8,31-32)

Gruss Harald

Erbsünde
Nicht doch!

Erbsünde

ist, dass die Kinder immer noch von Eltern und Schule mit solch komischen und absurden Leehren gefüttert werden.

Wie heißt es im Lied: „Gfiadat, vabotzt, kanüfelt, zabrocha, dea oami Bua; darum isa so dumm der Bua, dea oami oami Bua!“

Gruß Fritz

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Hallo Fritz!

Wie heißt es im Lied: „Gfiadat, vabotzt, kanüfelt, zabrocha,
dea oami Bua; darum isa so dumm der Bua, dea oami oami Bua!“

Täusche ich mich oder war das der gute alte Arik Brauer?
Grüße, Peter

off topic

Täusche ich mich oder war das der gute alte Arik Brauer?

Genau, Peter. Ich wusste bloß noch, es war ein Österreicher.

Jetzt gehe ich doch gleich und lege die Platte auf.
Danke Fritz

Hi,

[Seufz] Ich wusste, dass wieder sowas kommt…

Viele Grüße
WoDi

Hallo Mike

Lesen und verstehen

Genau: ich habe mich an ALEXANDER gewendet. Steht zuoberst (wenn auch mit Tippfehler).

es gibt keine Wissenschaftsgläubigen, dies ist ein Widerspruch
in sich.

Ach ja? Es wurden doch in der Geschichte der Menschheit schon so viele Gedankengebäude und Erkenntnisse für wahr und richtig gehalten (also geglaubt), bis sie widerlegt worden sind.
Meine Wortwahl mag dich stören - als falsch hat sie sich deswegen noch nicht erwiesen.

Mit Gruss
Rolf

zum Verständnis

Das vorige Posting ist von mir (Rolf).
Ich habe an Luisas Computer geschrieben und vergessen, mich unter meinem Namen einzuloggen.

Rolf

Hallo Mike

Lesen und verstehen

Genau: ich habe mich an ALEXANDER gewendet. Steht zuoberst
(wenn auch mit Tippfehler).

Nu ja, datt kann ich auch nicht riechen, nicht wahr…
Ich wurde hier schon mit den merkwürdigsten namen angesprochen :smile:

es gibt keine Wissenschaftsgläubigen, dies ist ein Widerspruch
in sich.

Ach ja? Es wurden doch in der Geschichte der Menschheit schon
so viele Gedankengebäude und Erkenntnisse für wahr und richtig
gehalten (also geglaubt), bis sie widerlegt worden sind.
Meine Wortwahl mag dich stören - als falsch hat sie sich
deswegen noch nicht erwiesen.

das ist das fundamentale Mißverständnis, das viele über die Wissenschaft haben.
Wissenschaft ist kein Weltbild, oder eone Theorie, sondern eine Methode.
Diese Methode beruht auf der intersubjektivem Nachprüfbarkeit der Resultate anderer. Man kann also die Versuche und Beobachtungen anderer hernehmen, und diese SELBER nachprüfen.
daraus werden dann die Theorien entwickelt, und diese Theorien anhand der Vorhersagen überprüft.
Das Innere Wesen der Wissenschaft ist also der Zweifel.

daher ist das gegenwärtige Wissenschaftliche Weltbild zum einen permanent im wandel, zum anderen per Definiton unvollständig.

nachdem ein „Glaubenssystem“ üblicherweise zum einen festgelegt ist, zum anderen auch üblicherweise vollständig ist (also einen allumfassenden Erklärungsansatz liefert) unterscheidet sich Wissenschaft und Glaube fundamental. beim Glaube darf nicht ernsthaft gezweifelt werden, denn dann fällt man vom Glauben ab.
Von „der Wissenschaft“ „fällt man ab“ wenn man aufhört, zu zweifeln.

Zurück zu paranormalen Phänomenen. Diese sind deshalb paranormal, weil sie sich bislang der wissenschaftlichen Verifikation entziehen (sofern es sie überhaupt gibt) Sobald die Existenz eines derartigen Phänomens anhand intersubjektiv nachprüfbarer Experimente mit hinreichender Sicherheit nachgewiesen ist, ist es nicht mehr paranormal, sondern normal… und dann müsste man ganz schnell ein paar Theorien zum Fenster rauswerfen und durch neue ersetzen.
Das wäre in diesem fall zwar sehr spektakulär, passiert aber im kleinen andauernd. (Durfte auch schon mal eine Theorie mit beerdigen, war lustig)
(Die Natur ist halt die beste Wissenschaftlerin… Sie hat immer recht und sie redet nicht schlecht über die Kollegen)

Kein Wissenschaftler würde übrigens den Nachweis von Parafähigkeiten unterdrücken (solange er die sache wasserdicht nachweisen kann) Das wäre ein Expressticket nach Stockholm, da kann man sich dann einen netten Preis abholen…

Gruß
Mike

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Hallo Mike,

Die Verführung zum Bösen wird nicht von aussen an uns
herangetragen, sondern sie steckt in uns drinnen.

womit Du eine hervorragende Definition der Erbsünde gegeben
hast.

Danke!

Nun, es mag sein, dass man die erbsünde so definieren kann, aber ich halte den namen für schlecht gewählt. Denn dieser Ausdruck setzt voraus, dass das egoistische und andere bewusst Schädigende Verhalten des Menschen auf ein diskretes Ereignis in der Vergangenheit zurückzuführen ist.

Ich persönlich bin jedoch der meinung, dass die Fähigkeit des menschen, böses zu tun, untrennbar mit dem freien Willen des menschen verknüpft ist. Denn wenn er diese Fähigkeit nicht hätte, dann hätte er auch keinen freien Willen.

dass dieser Freie Wille den allermeisten Machthabern ein Dorn im Auge war… (und ist) führte unter den Priesterherrschern dazu, dass dieser „freie Wille“ durch „göttliche Gesetze“ als im Kern schlecht dargestellt wird. Ausserdem hilft es, Antisozial agierende Personen per „Gottes Wille“ aus der Gemeinschaft auszugliedern, ohne hochnotpeinliche Moralinsaure Diskussionen zu führen…

(man kann jetzt eine Diskussion über die Existenz des Freien Willens anzetteln, aber da geraten wir dann in einen byzantinischen Irrgarten aus Philosophie und Neurophysiologie mit extrem verwirrenden Argumenten…
ich erkläre hiermit aus freiem Willen, dass ich diese Diskussion nicht führen möchte)

Fazit: Ich halte die Erbsünde für ein untaugliches Konzept, das Verhalten der Menschen zu begründen.

Gruß
Mike

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Moin,

Die Verführung zum Bösen wird nicht von aussen an uns
herangetragen, sondern sie steckt in uns drinnen.

womit Du eine hervorragende Definition der Erbsünde gegeben
hast.

Ich würde die grundsätzliche Fähigkeit des Menschen, sich für das „Gute“ (oder das „Böse“) frei entscheiden zu können, eher als Segen sehen, denn als „Sünde“.

Mich würde daher interessieren, wieso die christliche Kirche dies mit so einer negativen Bezeichnung versieht.

Gruß
Marion

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Moin,

und im Buddhismus die allgegenwärtige Macht, zum Beispiel.

Tatsächlich ? Welche allgegenwärtige Macht soll es denn im Buddhismus geben ?

Gruß
Marion

Hi,

Mich würde daher interessieren, wieso die christliche Kirche
dies mit so einer negativen Bezeichnung versieht.

Du wirst ein paar wohlmeinende Worte und ein Bibelzitat als Antwort bekommen, aber nichts Erhellendes.

Viele Grüße
WoDi

zum Begriff Erbsünde, Erbschuld
Hi Marion,

das Erbsünde- bzw. Erbschuld-Theorem ist in der christl. Theologie über Jahrhunderte kontrovers diskutiert worden - mit der Folge, daß das Gemeinte nach und nach klarer formuliert wurde.

Das Konzept wird auf Paulus zurückgeführt (Römer 5.18-19). Es hat mit einer (in der kath. Dogmatik so genannten) „individuellen Tatsünde“ nichts zu tun. Kurz gesagt ist der Gedankengang folgender: Durch die „Sünde Adams“ (also des mythisch gedachten „ersten Menschen“) ist die ursprünglich vom „Schöpfer“ vorgesehene Konstitution des Menschen zerstört worden. Seine primordial vorhandene unmittelbare Anschauung Gottes ist verloren gegangen. Und dieser Verlust wird auf alle Menschen (die nach diesem Mythem ja Nachfahren des „ersten Menschen“ sind) vererbt. Die Fähigkeit (oder wenn man so will: die Freiheit) zur je individuellen und aktuellen Sünde ist dadurch erst konstituiert.

Mit dem christl. Konzept eines „Verführers“ (oder johanneisch formuliert: eines „Herrschers des Kosmos“) ist der Mensch somit dessen Macht ausgeliefert.

Ferner ist darin enthalten, daß der Mensch diesen primordialen Zustand der Glückseligkeit (oder „Gnade“) nicht aus eigenem Bemühen wiedergewinnen kann. Das geht nur durch ein Entgegenkommen des Gottes selbst („Charisma“, Gnadengabe). Und dies geschieht - nach Paulus - eben durch den Foltertod des menschgewordenen Gottes selbst. Paulus nennt daher Jesus den „zweiten Adam“, der die Schuld des „ersten Adam“ „aufhebt“ und daher „Erlöser“ bzw. „Retter“ ist.

Unter „Glauben an“ Jesus ist von daher gemeint, daß der Einzelne dieses Heilsgeschehen als tatsächlich anerkennt, es auf sich bezieht und dadurch an ihm teilhat. Die Freiheit zur individuellen „Sünde“, also die Freiheit „Böses“ zu tun, ist dadurch jedoch nicht beeinträchtigt, ebenso wenig, wie die Aufhebung individueller Schuld damit automatisch gegeben ist.

Der Begriff „Erbsünde“ hat also nichts mit individueller „Sünde“ zu tun. Es wird allerdings oft damit durcheinandergemischt.

Religionswissenschaftlich kann man das Ganze als ein Mythem sehen für eine Erklärung, warum das menschliche Leben mühsam ist und warum der Mensch in der Lage ist, „Böses“ zu tun.

Reicht das vorerst? :wink:

Gruß

Metapher

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Ja (und kleines Aber)
Hallo Mike

Danke für diese Erklärungen.
So entsteht ein stimmiges Bild dessen, was
Wissenschaftlichkeit bedeutet. Dafür hätte ich
schon fast auf den Sternchen-Button gedrückt.

Bloss fiel mir dies ein:
Wie weit hat diese deine Sicht bindende
Bedeutung für deine Kollegen aus anderen
Weltgegenden, Kulturen und Epochen?
Wie weit müssen wir zurückblicken, um auf ein
ganz anderes Verständnis von
Wissenschaftlichkeit zu stossen? 30 Jahre? 50
oder 100 Jahre?
Waren es – nach deren eigenem Verständnis –
nicht auch Wissenschafter, obwohl sie sich
vielleicht Vorgaben von Machthabern, vom Klerus
oder schlicht einem Zeitgeist unterordneten?

Beispiel:
Man beruft sich doch darauf, dass die
griechischen Philosophen die Begründer der
modernen Wissenschaft waren und damals die
Wissenschaft (nämlich: Mathematik, Astronomie
und Musik!) vom Nichtwissenschaftlichen getrennt
hätten.
Bei den Pythagoräern waren die Zahlen heilig und
verkörperten die Essenz aller Dinge. Trotzdem
ist es Pythagoras gelungen, aus diesem
spirituellen Weltbild heraus die fünf
geometrischen Körper mit vollkommener Symmetrie
zu definieren, die heute noch Bedeutung haben.
(Manchmal auch als platonische Körper
bezeichnet.)
Selbst Plato kam noch zum Schluss, dass die
Gottheit das Dodekaeder zur Festlegung des
Planes für das ganze Universum benutzt habe.

Wäre das nach deiner Definition dann nicht
deutlich ausserhalb der Wissenschaft?

Gruss
Rolf

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Moin Marion,

Ich würde die grundsätzliche Fähigkeit des Menschen, sich für
das „Gute“ (oder das „Böse“) frei entscheiden zu können, eher
als Segen sehen, denn als „Sünde“.

die Fähigkeit, zu entscheiden, ist sicher positiv.
Aber die Entscheidung fällt meist negativ aus ;-(

Mich würde daher interessieren, wieso die christliche Kirche
dies mit so einer negativen Bezeichnung versieht.

Metapher hat das ja schon sehr gut erklärt.

Hinzufügen möchte ich bloß, wie sich die Sache praktisch in unserem Leben auswirkt.

Dazu sagt Paulus:
Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut ist. So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.“ (Röm.7,15-17)

Wir wissen schon, wofür wir uns entscheiden sollten, aber…
Und es gibt so viele „gute Gründe“, warum wir uns nicht für das Gute entschieden haben.

Gruss Harald