Hi,
Stell Dir vor, ich habe tatsächlich auch schon Bücher gelesen!
Wer hat denn hier mit dem „auweia!!!“ angefangen`? Also mal ganz ruhig.
Das schließt aber nicht aus, dass es nicht auch Filme gibt
-Intellektuellenfilme, wie Du sie so schön bezeichnet hast-
die tatsächlich zum Nachdenken anregen. (Mich jedenfalls.
Klappt aber bestimmt nicht bei jedem.)
Gut. In der Tat hätte ich die filme „Pseudointellektuell“ nennen sollen, das wäre treffender gewesen. Wirklich gute Filme können intelligent UND unterhaltsam gleichzeitig sein. Schlechte Filme können nur so tun als ob sie intelligent wäre und sind dabei noch langweilig.
Und bei solchen Filmen
bin ich eben froh, dass sie in Hollywood z.Z. etwas mehr
Beachtung finden. Und daher fand ich die Oscars eben dieses
Jahr auch filmisch durchaus „gut bestückt“, um bei Deinen
Worten zu bleiben.
Echt? Nenn mir bitte einen Film der dieses Jahr nominiert war und welchen großartigen Denkanstoß er Dir gegeben hat.
Das Filme dazu da sein sollen, ein Thema „abzuhandeln“, ist
mir übrigens neu. Deswegen sprach ich ja auch von „zum
Nachdenken anregen“ (im Sinne von: ein Thema anreißen und es
dann anschließend diskutieren oder recherchieren).
Auch hier: Welcher Film hatte den ein Thema, zu dem nicht schon längst alles gesagt war? Zum diskutieren scheinen mir sowieso nur „Letters from Iwo Jima“, „Little Miss Sunshine“ und eventuell noch „The Queen“ geeignet zu sein. „The Departed“ und „Babel“ haben wohl keinen „kontroversen“ Inhalt - wobei sich die Frage stellt welchen Inhalt Babel überhaupt hat oder was uns der Film sagen will.
Übrigens der letzte wirklich gute Film, den ich gesehen habe war „Hard Candy“ und der ist bei den Oscars nicht in einer einzigen Kategorie nominiert gewesen - und der Film wird wirklich kontrovers diskutiert und das obwohl er keine eindeutige Stellung bezieht. Zudem behandelt er ein Thema das uns alle tangiert und nicht nur (um beim Beispiel zu bleiben) Schwule oder Cowboys (zwei Gruppen zu denen ich zumindest nicht angehöre und auch niemand den ich kenne).
Aber auch ein einziges Buch kann wohl kaum ein Thema
„abhandeln“, oder?
Das kommt darauf an, wie spezifisch man das Thema fasst. Ein Buch darüber wie ich den 27. Februar verbracht habe wird mehr Details darlegen als irgendjemand jemals brauchen wird. Ein hundert Seiten Büchlein über „die Kulturgeschichte der Menschheit“ kann natürlich höchstens ein erläuterndes Stichwortverzeichnis sein.
Davon abgesehen wie erschöpfend ein Buch ein Thema behandelt, empfiehlt es sich natürlich (mal mehr, selten weniger) mehrere Bücher zum Thema zu lesen, um verschiedene Standpunkte kennen zu lernen - das heißt aber eben nicht, dass ein Buch nicht in der Lage wäre einen Standpunkt erschöpfend darzustellen.
Grüße,
Anwar