The Oscars 2007

Hi!

Ich habe mir eben im Überflug die Aufzeichnung der Oscarverleihung 2007. Abgesehen davon, dass die Streuung der Preise außergewöhnlich groß war, hatte ich irgendwie den Eindruck, dass eine wirklich Emotionalität fehlte - ausgenommen an zwei Stellen:

Die Reaktion von Florian Henckel von Donnersmarck, als sein Erfolg verkündet wurde, und die Übergabe des Ehren-Oscars an einen ganz offensichtlich tief berührten Ennio Morricone.

Ansonsten fand ich die Feier dieses Jahr irgendwie „abgespult“. Täusche ich mich?

Grüße
Heinrich

hi,

Ansonsten fand ich die Feier dieses Jahr irgendwie
„abgespult“. Täusche ich mich?

das ist doch bei den amis immer so, alles nur oberflächlich.

Ich fand noch andere Stellen recht emotional.
Leider habe ich den namen der Actress vergessen. Sie bekam den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle und man sah ihr die freude darüber sehr an.

Schlimm hingegen fand ich es, das die Preisempfänger meistens nie ihre Dankesreden zuende führen konnten.
Extrem ist mir das aufgefallen bei den Preisen, wo ganze Gruppen mit Preisen bedacht wurden. Sie wurden praktisch genötigt sich kurz zu fassen, da im hintergrund gleich die Melodie eingespielt wurde, die das nächste Thema angestossen hat.
Zudem wurde die Dankesredezeit von 1 Minute pro Empfänger auf 45sekunden reduziert, was natürlich das empfinden des „abspulens“ noch unterstreicht.

Ansonsten war die diesjährige Oscarverleihung nicht besser als Cannes, Berlin oder ähnliches.

da muss ich dir leider recht geben :frowning:

gruß martin

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Echt tolle Antwort.
Aber auch komische Frage. Was hast du denn erwartet? Mich persönlich
nervt es eher, wenn die Gewinner auf der Bühne plötzlich einen meist
unglaubhaft aussehenden Heulfilm abspulen. Diesmal hat´s gottlob nur
Jennifer Hudson getan, obwohl ich ihre sonstige überraschte Reaktion
doch niedlich fand (Zitat einer Freundin: „die hat geguckt wie ein
Auto!“) Und Ennio natürlich, was ich aber auch seltsam fand, denn der
Mann ist doch inzwischen viel zu „groß“ für einen Oscar, und grad der
Ehren-Oscar ist doch eigentlich immer der peinlichste, weil sich die
Academy damit quasi entschuldigt für bisher zu kurz gekommene.)
Helen Mirren ist natürlich eine zu gefasste Frau, als dass sie auf
sentimental macht, außerdem wurde der Oscar von ihr quasi erwartet,
da blieb eher Erleichterung übrig.

Ellen de Generes fand ich etwas lahm, aber insgesamt war´s doch eine
Show wie immer. Und was soll man großartig anders „abspulen“ an einer
Preisverleihung?
Und zu F.H.v.D.: Er hat sich schön gefreut, aber das haben sehr viele
andere auch, v.a. in den weniger „spannenden“ Kategorien.

Judy

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Hi,

Schlimm hingegen fand ich es, das die Preisempfänger meistens
nie ihre Dankesreden zuende führen konnten.

Finde ich gar nicht schlimm. Die Dankesreden waren früher viel zu lang

  • und SO spannend sind sie auch wieder nicht. Ich finde es schon okay,
    wenn die Preisträger sich kurz fassen sollen - umso knackiger und eben
    weniger langweilig wird das Ganze. Und es reicht, wenn man 3 Leuten
    dankt und nicht 10.000.
    Die Veranstaltung ging doch so schon 4 Stunden. Das muss echt reichen.

Ansonsten war die diesjährige Oscarverleihung nicht besser als
Cannes, Berlin oder ähnliches.

Ich fand allerdings auch, dass dieses Jahr filmisch eher schwach bestückt war. Dazu kommt die in den letzten Jahren stärker werdende Tendenz immer mehr Randgruppen- und Intellektuellenfilme zu pushen, wie z.B. Brokeback Mountain - das Thema interessiert doch keine Sau!

Grüße,

Anwar

unglaubhaft aussehenden Heulfilm abspulen.

da kommt es doch viel glaubhafter rüber, wenn die mädels voller stolz sagen, wessen kleid sie tragen.
ist doch wichtiger als so ein bisschen metall.

Auch hi,

seit in einem Jahr in derselben Kategorie „Elisabeth“ und „Shakespeare in Love“ nominiert waren und „Shakespeare in Love“ gewann, betrachte ich diese ganze Sache sowieso nur noch seeehr mißtrauisch…

Gruß,

Florian

Hi!

Echt tolle Antwort.
Aber auch komische Frage. Was hast du denn erwartet? Mich
persönlich
nervt es eher, wenn die Gewinner auf der Bühne plötzlich einen
meist
unglaubhaft aussehenden Heulfilm abspulen.

Mir ging es eigentlich weniger um das „Siegergeheule“ oder die üblichen Danksagungs-Arien. Ich habe einfach das Gefühl gehabt, die Verleihungen vor einigen Jahren waren in ihrer Präsentation bissiger, irgendwie mit mehr Leidenschaft - oder dem Mut zu einem deutlicheren Statement. Ich erinnere mich z.B. daran, wie ein Roberto Begnini die Show nahezu komplett geschmissen hat, oder wie Sidney Poitier, Halle Berry oder Denzel Washington das Thema „Farbige und Hollywood“ angegangen sind, oder wie ein Billy Crystal schul sein bzw. die amerikanische Außenpolitik witzig und intelligent kommentiert hat. Für einen Moment dachte ich, beim Auftritt von Al Gore könnte es interessant werden, aber das war dann auch nur Halbgares. Immerhin ist das eine Medienveranstaltun, wo eine Milliarde Menschen zuschaut. Da wäre der eine oder andere kritische Gedankenanstoß ganz nett gewesen, oder der eine oder andere Gefühlsmoment (selbst das „In Memoriam“ blieb irgendwie merkwürdig - kaum Applaus vom Publikum).

Grüße
Heinrich

wie z.B. Brokeback Mountain -
das Thema interessiert doch keine Sau!

Grüße,

Anwar

Säue nicht, mich schon.

Gruß

Will

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Hallo!

Ich fand allerdings auch, dass dieses Jahr filmisch eher
schwach bestückt war. Dazu kommt die in den letzten Jahren
stärker werdende Tendenz immer mehr Randgruppen- und
Intellektuellenfilme zu pushen, wie z.B. Brokeback Mountain -

Gott sei Dank hat sich auch in Hollywood langsam wieder die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Zuschauer sich nicht nur für Mainstream - Filme interessieren, sondern auch noch im Kino bleiben, wenn mal ein etwas anspruchsvolleres Thema angeschnitten wird - bei dem man eventuell sogar noch zum Nachdenken (auweia!!!) angeregt wird.

Davon abgesehen fand ich die Veranstaltung dieses Jahr auch eher emotionslos und langweilig.

LG

sondern auch noch im Kino
bleiben, wenn mal ein etwas anspruchsvolleres Thema
angeschnitten wird - bei dem man eventuell sogar noch zum
Nachdenken (auweia!!!) angeregt wird.

Das ist doch BS. Wenn ich nachdenken will, sehe ich mir eine Dokumentation an oder lese ein Buch (auweia!!!). Wenn Du der Meinung bist, wirklich komplexe Themen könnten auch nur Ansatzweise in einem Kinofilm abgehandelt werden, dann kann ich dem nicht zustimmen. Davon abgesehen frage ich mich, was an zwei schwulen Cowboys mich zum Nachdenken anregen soll. Auch Cowboys können schwul sein? Auch Schwule können eifersüchtig sein? Schwule haben einen schweren Stand in traditionellen Gesellschaften?

Mein Gott, wenn DAS für Dich intellektuelle Geistesblitze sind, dann kann man Dir auch nicht mehr helfen.

Grüße,

Anwar
-bekennender Sachbuchleser-

Hi,

ich fand es war eine professionelle Show wie immer. Ellen kennt hier kaum jemand, ich mag sie. Es waren nicht Gags die auf Teufel komm raus Richtung Punchline gingen, sonder eher Schmunzelhumor, das war ja gewollt in diesem Jahr.

Klar Roberto Begnini war ein Highlight, das nicht so schnell getoppt werden wird, aber auch diesmal gab es schöne Überraschungen: Scorsese, Arkin, Hudson, Donnersmark…

Schade finde ich, dass ProSieben nicht mehr mit diesem Pfund wuchert, sondern Montags spät abends nur noch einen lustlosen und schlecht synchronisierten Schnipselsalat absendet, moderiert vom Senderküken Annemarie Warnkross, die wirkt wie frisch vom Schülerfernsehen…

Das war früher eindeutig besser gemacht…

doscho

Aber wenn 3 leute einen Titel bekommen haben sollten sie auch für 3 Leute zeit einplanen und diese nicht mit der Musik von der Bühne drängen. Und 45sekunden sind wirklich sehr sehr knapp…

Hätten ruhig bei der minute bleiben können.

Sonst hast du natürlich recht das die sich früher bei Hund, Katze, Maus von Nachbars Schwagerneffcousin und dessen im Krieg um die Nord und Südstaaten gefallenen Urfurz sich bedanken mussten und damit das ganze nur unnötig in die länge gezogen haben.

gruß martin

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Hallo!

Stell Dir vor, ich habe tatsächlich auch schon Bücher gelesen!
Anspruchsvolle und weniger anspruchsvolle.
Das schließt aber nicht aus, dass es nicht auch Filme gibt -Intellektuellenfilme, wie Du sie so schön bezeichnet hast- die tatsächlich zum Nachdenken anregen. (Mich jedenfalls. Klappt aber bestimmt nicht bei jedem.) Und bei solchen Filmen bin ich eben froh, dass sie in Hollywood z.Z. etwas mehr Beachtung finden. Und daher fand ich die Oscars eben dieses Jahr auch filmisch durchaus „gut bestückt“, um bei Deinen Worten zu bleiben.

Das Filme dazu da sein sollen, ein Thema „abzuhandeln“, ist mir übrigens neu. Deswegen sprach ich ja auch von „zum Nachdenken anregen“ (im Sinne von: ein Thema anreißen und es dann anschließend diskutieren oder recherchieren).
Aber auch ein einziges Buch kann wohl kaum ein Thema „abhandeln“, oder? Und schon gar keine komplexen Themen. Ich denke, da muß man wohl eher ziemlich viele Bücher gelesen haben, um komplexe Themen auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können. So ging es mir zumindest immer.

LG

2 „Gefällt mir“

Hi,

Stell Dir vor, ich habe tatsächlich auch schon Bücher gelesen!

Wer hat denn hier mit dem „auweia!!!“ angefangen`? Also mal ganz ruhig.

Das schließt aber nicht aus, dass es nicht auch Filme gibt
-Intellektuellenfilme, wie Du sie so schön bezeichnet hast-
die tatsächlich zum Nachdenken anregen. (Mich jedenfalls.
Klappt aber bestimmt nicht bei jedem.)

Gut. In der Tat hätte ich die filme „Pseudointellektuell“ nennen sollen, das wäre treffender gewesen. Wirklich gute Filme können intelligent UND unterhaltsam gleichzeitig sein. Schlechte Filme können nur so tun als ob sie intelligent wäre und sind dabei noch langweilig.

Und bei solchen Filmen
bin ich eben froh, dass sie in Hollywood z.Z. etwas mehr
Beachtung finden. Und daher fand ich die Oscars eben dieses
Jahr auch filmisch durchaus „gut bestückt“, um bei Deinen
Worten zu bleiben.

Echt? Nenn mir bitte einen Film der dieses Jahr nominiert war und welchen großartigen Denkanstoß er Dir gegeben hat.

Das Filme dazu da sein sollen, ein Thema „abzuhandeln“, ist
mir übrigens neu. Deswegen sprach ich ja auch von „zum
Nachdenken anregen“ (im Sinne von: ein Thema anreißen und es
dann anschließend diskutieren oder recherchieren).

Auch hier: Welcher Film hatte den ein Thema, zu dem nicht schon längst alles gesagt war? Zum diskutieren scheinen mir sowieso nur „Letters from Iwo Jima“, „Little Miss Sunshine“ und eventuell noch „The Queen“ geeignet zu sein. „The Departed“ und „Babel“ haben wohl keinen „kontroversen“ Inhalt - wobei sich die Frage stellt welchen Inhalt Babel überhaupt hat oder was uns der Film sagen will.
Übrigens der letzte wirklich gute Film, den ich gesehen habe war „Hard Candy“ und der ist bei den Oscars nicht in einer einzigen Kategorie nominiert gewesen - und der Film wird wirklich kontrovers diskutiert und das obwohl er keine eindeutige Stellung bezieht. Zudem behandelt er ein Thema das uns alle tangiert und nicht nur (um beim Beispiel zu bleiben) Schwule oder Cowboys (zwei Gruppen zu denen ich zumindest nicht angehöre und auch niemand den ich kenne).

Aber auch ein einziges Buch kann wohl kaum ein Thema
„abhandeln“, oder?

Das kommt darauf an, wie spezifisch man das Thema fasst. Ein Buch darüber wie ich den 27. Februar verbracht habe wird mehr Details darlegen als irgendjemand jemals brauchen wird. Ein hundert Seiten Büchlein über „die Kulturgeschichte der Menschheit“ kann natürlich höchstens ein erläuterndes Stichwortverzeichnis sein.
Davon abgesehen wie erschöpfend ein Buch ein Thema behandelt, empfiehlt es sich natürlich (mal mehr, selten weniger) mehrere Bücher zum Thema zu lesen, um verschiedene Standpunkte kennen zu lernen - das heißt aber eben nicht, dass ein Buch nicht in der Lage wäre einen Standpunkt erschöpfend darzustellen.

Grüße,

Anwar

Hallo!

Also gut, hier ein paar Beispiele von Filmen, die dieses Jahr nominiert waren und die ich beeindruckend und „schauspielerisch wertvoll“ fand:
zum Beispiel

  • Blood Diamond
  • Babel
  • the last King of Scottland
  • das Leben der anderen
    und nicht zuletzt die schauspielerische Leistung von Penelope Cruz in „Volver“

Aber das ist halt Geschmackssache.
Ich weiß nicht, warum Du immer wieder auf dem Film „Brokeback Mountain“ rumreitest. Der scheint es Dir ja wirklich angetan zu haben.
Aber Deine Ausgangsaussage war doch wohl, dass die diesjährigen Oscars „schauspielerisch nicht besonders gut bestückt“ waren. Die o.g. Filme beweisen nach meiner Meinung das Gegenteil.

LG

Ich weiß nicht, warum Du immer wieder auf dem Film „Brokeback
Mountain“ rumreitest. Der scheint es Dir ja wirklich angetan
zu haben.

wahrscheinlich weil er es nicht ertragen kann, daß ein Film mit dieser Themazik auch noch gewonnen hat. that´s it…

LG

Will

Hallo,

„schauspielerisch wertvoll“ fand:

Ich redete von „filmisch wertvoll“, Du von schauspielerisch. Da können wir nicht auf einen Nenner kommen. Darüber hinaus hast Du meine Frage nicht beantwortet, welche großartigen Denkanstöße Dir auch nur einer der Filme gegeben hat.

Ich weiß nicht, warum Du immer wieder auf dem Film „Brokeback
Mountain“ rumreitest. Der scheint es Dir ja wirklich angetan
zu haben.

Wie ich schon schrieb: Um beim Beispiel zu bleiben. Ich kann das ganze auch für Blood Diamond umformulieren:
Ich kenne keine afrikanischen Söldner und auch niemanden aus der Diamantenindustrie. Ich kenne nicht mal jemanden, der Diamanten besonders toll findet.

Aber Deine Ausgangsaussage war doch wohl, dass die
diesjährigen Oscars „schauspielerisch nicht besonders gut
bestückt“ waren.

Ne, die Aussage hast Du dazugedichtet…

Grüße,

Anwar

wahrscheinlich weil er es nicht ertragen kann, daß ein Film
mit dieser Themazik auch noch gewonnen hat. that´s it…

Auf unqualifizierte Vermutungen können wir alle gerne verzichten.[…]

Grüße,

Anwar


[MOD: Beleidigung gelöscht]