Dafür ein Sternchen.
Danke, Bernhard, das nehme ich besonders gern! 
vor dem Sturz ins Verderben durch eine „Volte“ über
den Kopf des Pferdes auf sicheren Grund rettet.
Ohjaohja!
(Dieses autobiographische Element wird erst im „Schut“ wieder
übertroffen, wo er das Lasso benutzt, um seinem Pferd beim
Sprung über den Abgrund zu helfen.)
Nicht doch, nicht doch! Der Tauchgang durch den Kanal mit dem Gitter im Landhaus des Abrahim-Marmur, als Kara Ben Deutschländer seine „Entführung aus dem Serail“ gibt.
Das ist unüberbietbar lange vor dem Schut und der Verräterspalte!
_Ich warf nur das Obergewand ab und stieg in das Wasser. Mich auf den Rücken legend, schwamm ich vorwärts. Der Kanal war auch im Garten nicht offen, sondern mit steinernen Platten bedeckt. Als ich nach meiner Berechnung das Haus erreicht haben mußte, stieß ich an das Gitter. Es war so breit und hoch wie der Kanal selbst, bestand aus starken, gut eingefügten Holzstangen und war mit eisernen Klammern an die Mauer befestigt. Die Vorrichtung hatte jedenfalls den Zweck, Thiere wie etwa Ratten, Wassermäuse usw. vom Bassin fernzuhalten. Ich rüttelte daran; es gab nicht nach, und ich mußte einsehen, daß es im ganzen nicht zu entfernen sei. Ich faßte einen einzelnen Stab mit beiden Händen, stemmte die hoch emporgezogenen Kniee hüben und drüben gegen die Mauer - ein Ruck aus allen Kräften, und die Stange zerbrach. Jetzt war eine Bresche da, und in Zeit von zwei Minuten hatte ich noch vier Stäbe herausgerissen, so daß eine Öffnung entstanden war, durch welche ich mich zwängen konnte.
Sollte ich zurückkehren, um Isla das Weitere zu überlassen? Nein, denn das wäre Zeitverschwendung gewesen. Ich befand mich nun einmal im Wasser und kannte ja auch die Örtlichkeit genauer als er. Ich passirte also die Öffnung, welche ich mir gemacht hatte, und schwamm weiter fort in dem Wasser, welches durch den aufgewühlten Schlamm ganz dick war. Als ich mich nach meiner ungefähren Berechnung unter dem inneren Hofe befinden mußte, senkte sich plötzlich die Wölbung bis auf die Oberfläche des Wassers herunter, und ich wußte nun, daß ich mich in der Nähe des Bassins befand. Der Kanal glich von hier aus nur noch einer Röhre, welche so vollständig mit Wasser gefüllt war, daß die zum Athmen nöthige Luft fehlte. Die noch übrige Strecke mußte ich also unter Wasser durchkriechen oder tauchend durchschwimmen, was nicht nur höchst unbequem und anstrengend, sondern auch mit größter Gefahr verbunden war. Wie nun, wenn sich ein zweites, unvorhergesehenes Hinderniß in den Weg stellte und ich auch nicht so weit zurückkehren konnte, um den nöthigen Athem zu holen? - - Oder wenn ich beim Emportauchen bemerkt wurde? Es war doch immerhin möglich, daß sich Jemand in dem Hofe befand.
Diese Bedenken durften mich nicht irre machen. Ich sog die Lunge voll Athem, bog mich unter das Wasser und schob mich, halb schwimmend und halb gehend, mit möglichster Schnelligkeit vorwärts.
Eine ziemliche Strecke legte ich so zurück, und schon verspürte ich den eintretenden Luftmangel, als ich mit der Hand (Seite 43B) wirklich an ein neues Hinderniß stieß. Es war, wie ich fühlte, ein aus einem durchlöcherten Blech bestehendes Siebgitter, welches die ganze Lichte der Kanalröhre einnahm und jedenfalls so zu sagen als Seiher oder Filter des schlammigen, trüben Wassers dienen sollte.
Bei dieser Entdeckung bemächtigte sich eine wirkliche Ängstlichkeit meiner.
Zurück konnte ich nicht mehr, denn ehe ich die Stelle zu erreichen vermochte, wo die höhere Wölbung des Kanals mir gestattet hätte, emporzutauchen und Athem zu schöpfen, war ich jedenfalls schon erstickt, und doch schien das ziemlich starke Siebwerk sehr haltbar befestigt zu sein. Hier gab es freilich nur zwei Fälle: entweder es gelang mir, hindurchzukommen, oder ich mußte elend ertrinken. Es war kein Augenblick zu verlieren.
Ich stemmte mich gegen das Blech - vergebens; ich drückte und preßte mit aller Gewalt dagegen, doch ohne Erfolg. Und wenn ich hindurchkam und hinter ihm nicht sofort das Bassin sich befand, so war ich dennoch verloren. Ich hatte nur noch Luft und Kraft für eine Sekunde; es war mir, als wolle eine fürchterliche Gewalt mir die Lunge zerbersten und den Körper zersprengen - noch eine letzte, die allerletzte Anstrengung; Herr Gott im Himmel, hilf, daß es mir gelingt! Ich fühle den Tod mit nasser, eisiger Hand nach meinem Herzen greifen; er packt es mit grausamer, unerbittlicher Faust und drückt es vernichtend zusammen; die Pulse stocken; die Besinnung schwindet; die Seele sträubt sich mit aller Macht gegen das Entsetzliche; eine krampfhafte, tödtliche Expansion dehnt die erstarrenden Sehnen und Muskeln aus - ich höre keinen Krach, kein Geräusch, aber der Kampf des Todes hat vermocht, was dem Leben nicht gelingen wollte - das Sieb weicht, es geht aus den Fugen, ich fuhr empor. Ein langer, langer, tiefer Athemzug, der mir augenblicklich das Leben wiederbrachte, dann tauchte ich wieder unter. Es konnte ja Jemand im Hofe sein und meinen Kopf bemerken, der grad in der Mitte der kleinen Wasserfläche sichtbar geworden war. Am Rande derselben kam ich vorsichtig wieder auf und blickte mich um._
Action in der Wüste, aber mit richtiger Deutung auch gut für Psycho- oder Meditationszwecke geeignet.
In „Am Jenseits“ gibt es auch solche Sachen oder in „Old Shurehand“, aber da sind sie sehr religiös-christlich-kirchlich verunreinigt.
Ach, es geht nichts, gar nichts über Karl May; auch wenn Ralf drambeldier an anderer Stelle über ihn lästert.
Fritz