Theorie um IQ

Hallo,

ich habe letztens beim Abistreich aufgeschnappt, dass es eine Theorie geben soll, nach der Einstein einen IQ von 130 und Goethe 182 haben sollte. Kann mir jemand etwas zu dieser theorie sagen oder vieilleicht einen link geben? das lässt mir einfach keine Ruhe. ich frage mich wie man überhaupt ein sprachliches (icht falsch verstehen) mit einem mathematischen genie so vergleichen kann.

liebe Grüße hanna

Hallo!

das ist keine Theorie (laut Duden eine durch Denken gewonnene
Erkenntnis), sondern schlicht erfunden.

Nö. Der IQ von Einstein und Goethe wurde post hoc eingeschätzt.

Zu Goethes Zeiten gab
es den Begriff IQ noch gar nicht;

Richtig. Den Begriff IQ hat erst der Psychologieprofessor William Stern Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt. Sterns IQ-Definition (Formel!) wird heute nicht mehr benutzt.

bei Albert Einstein bin ich
mir nicht sicher, möchte aber fast annehmen, dass der sich für
so einen Quark nicht hergegeben hätte.

Von einem IQ-Test Einsteins weiß ich auch nichts.

Die IQ-Tests
messen zB die Fähigkeit, waggrechte von senkrechten Strichen
zu unterscheiden, Wörter zu klassifizieren, Szenen oder Zahlen
in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, also lauter
Einzelfähigkeiten.

Na, na. Wer wird denn gleich so kritisch sein? Intelligenztests messen das Konstrukt „Intelligenz“. Und nach Boring ist Intelligenz das, was der Test mißt. Es handelt sich also um eine operationale Definition des Konstrukts „Intelligenz“, weil es keine einheitliche verbale Definition von Intelligenz gibt.

Was sie nicht bewerten können, ist die Art,
wie ein Mensch mit den Herausforderungen klarkommt, die das
Leben an ihn stellt.

Stimmt teilweise. Intelligenz gemessen durch Intelligenztests ist - in Hunderten von Studien - nachgewiesenermaßen ein wichtiges Konstrukt, weil man damit bedeutsame und v.a. relativ genaue Vorhersagen machen kann. In der Berufseignungsdiagnostik sind Intelligenztests die besten Prädiktoren für den Berufserfolg!

Nur darauf kommt es aber an.

Sehr einseitig.

Auch sehr interessant: nach „Intelligenzquotient messen“ oder
„IQ messen“ zu googeln (www.google.de), das zeigt immerhin,
dass keiner weiß, was überhaupt gemessen wird.

Doch! Es wird Intelligenz gemessen, weil Intelligenz operational durch den Test definiert ist. Daher gibt es auch nicht „den“ IQ, sondern so viele IQs wie es verschiedene Tests gibt. Aus diesem Grund muß der Diagnostiker auch bemüht sein, in seiner Diagnostik die richtigen Tests einzusetzen.

Gruß,

Oliver

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Hallo Hanna,

von IQ Tests bei Goethe oder Einstein weiss ich auch nichts.
Ich habe aber in einem Buch („Was man wissen sollte“) gelesen das Goethe nachweislich unheimlich viele Worte benutzte. Der Autor des Buches (Name vergessen) hat im Buch dann auch die Behauptung aufgestellt das Goethe einen IQ von 18irgendwas gehabt haben muss. Vielleicht kommt das aus dem Buch?

Egal wie, die zwei waren ziemlich clever *g*.

Grüsse
Helena

Theorie um IQ
Hi, Johanna!

ich habe letztens beim Abistreich aufgeschnappt, dass es eine
Theorie geben soll, nach der Einstein einen IQ von 130 und
Goethe 182 haben sollte. Kann mir jemand etwas zu dieser
theorie sagen oder vieilleicht einen link geben?

Hier

http://www.at.mensa.org/iq.htm#A.War%20Goethe

wird diese angebliche Theorie entlarvt.

Hier

http://bs.cyty.de/stjakobi/archiv/intellig.htm

kannst du mehr nachlesen, wie einseitig IQ-Tests sind.

Hier

http://www.regiosurf.net/supplement/prob/intelligenz…

kannst du dir selbst deine Meinung bilden, bis zu der Schlussfolgerung am Ende des Tests:

„Ob Intelligenz mit einem Test zu messen ist bleibt allerdings immer fraglich. In der Psychologie gibt es aus diesem Grund die folgende Definition für Intelligenz :Intelligenz ist das Wissen, welches der jeweilige Intelligenztest misst.“

Für den Fall, daß du es nicht unbedingt ernst nehmen mußt, hast du hier

http://www.katzen-salon.de/IQ-Test/iq-test.html

den IQ-Test für Katzen. :smile:

Viele Grüße

Hallo Johanna!

Ich schrieb Dir bereits am 13.2. ausführlich die allgemeinen theoretischen Ausführungen zum Konstrukt des IQs und der Intelligenz:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Zur Beantwortung Deiner Frage solltest Du vielleicht noch einmal den Text durchgehen - veilleicht auch gerade diejenigen unter den anderen Postern, die ohne mit der Materie vertraut zu sein, eine Intelligenzmessung generell und strikt für Quatsch halten.

Grüße,
Der Captain

Ein IQ sagt zunächst gar nichts - er stellt nur die verzweifelte Bemühung der Menschen da, alles in Zahlen messbar zu machen. Thurstone unterteilte die Aspekte der Intelligenz in 7 verschiedene Bereiche, darunter auch Sprache und Kreativität. Im Test dürften diese Fähigkeiten eigentlich nur sehr schwer nachweisbar sein.

Ob ein sprachliches Genie mit einem physischem Verglichen werden kann: klar - warum nicht?

Ist denn das Ziel des Physikers nicht der des Literaten äußerst ähnlich und unterscheidet sich letztlich nur durch die Methodik (Zitat Goethe: „…Zu erkennen was die Welt in ihrem innersten zusammenhält…“)?

Gerade weil „Literaten“ keine vorzeigbaren, fundierten Ergebnisse haben, sind sie von unserer so sehr auf Zahlen bedachten Gesellschaft etwas verpöhnt - man kann eine philosophische Theorie nur schwer bewerten, und wenn man sie nicht versteht, so ist sie für einen auch automatisch Falsch.

Meiner Eischätzung nach hat J.W.v.Goethe das Kerngefüge der Welt sowie die psychischen Zusammenhänge im Menschen (gemessen an seiner Zeit) äußerst genau beobachtet und verstanden. Zudem war er in der Lage, seine Erkenntnis in komplexen Wortkonstruktionen in Form von Gleichnissen (nicht Gleichungen) wiederzugeben. Das ist eine hervorragende Leistung - die selbst heutigen Autoren in gleichem Maße nicht unbedingt gelingt.

Vielleicht hat angesichts dieser Leistung jemand versucht gewesen, den IQ von Goethe „posthum“ zu benennen, um all jenen, die Zahlen brauchen um Fakten zu erkennen, zu sagen: Das literarische Genie soll durchaus dem (meta)physischem gleichgestellt sein!