Therapeutische Maßnahmen beim Borderline Syndrom

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom? Würde mich über hilfreiche Antworten freuen.

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?
Würde mich über hilfreiche Antworten freuen.

Ich versteh die Frage nicht, was meinst du mit therapiemaßnahmen ? Und Borderline Syndrom, es gibt nicht nur ein Syndrom. Was wurde bei Dir diagnostiziert ? Und was hat der Arzt Deines Vertrauens als weiteres Vorgehen vorgeschlagen ? Bitte etwas mehr infos, dann kann die Antwort auch genauer ausfallen.

LG

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?
Würde mich über hilfreiche Antworten freuen.

Hallo,

hier ist vor allem die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) nach Marsha Linehan hilfreich und die Therapie der Wahl. Wird z.T. von Institutsambulanzen, Niedergelassenen Psychotherapeuten und spezialisierten KLiniken/Stationären Einrichtungen angeboten. Sie umfaßt u.a. Einzeltherapie, Skills-Gruppe und Telefonkontakte.
Homepage www.dbt-dachverband.de

Alles Gute!

Hallo,

mit dem Borderline Syndrom kenne ich mich nicht aus. Es gibt sicher gute Behandlungsmethoden, ich kenne allerdings keine.

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?
Würde mich über hilfreiche Antworten freuen.

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?
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Sehr geehrter Herr nemo1601,

da ich den Kontext Ihrer Frage nicht kenne, kann ich auch nur sehr allgemein antworten:

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung hat so enorm viele Gesichter, dass sie oft nicht einmal in den ersten 6 Sitzungen richtig diagnostiziert wird.
Die Symptome sind vielgestaltig, und der Schweregrad schwankt nicht nur von Patient zu Patient, sondern sogar in ein und demselben Patienten im Verlauf der Behandlung. Deshalb muss zum einen über die therapeutischen Maßnahmen von Fall zu Fall entschieden werden, zum anderen ist im ganzen Behandlungsverlauf nicht auszuschließen, dass ein Klinikaufenthalt zum Schutze des Patienten nötig wird.

Wenn Sie das Portal

http://www.therapie.de/Psychotherapie/

besuchen, finden Sie per Postleitzahl viele Psychotherapeuten, die Sie zudem noch durch eine verfeinerte Suche auswählen können.
Dieses Portal ist seriös und für Professionelle.

Viel Glück und gutes Gelingen!
visit

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?

Bei vielen Psychoanalytikern gilt Borderline als mit dieser Methode nicht behandelbar. Bei einigen von ihnen kann dies im Einzelfall jedoch anders eingeschätzt werden. Bei anderen Therapierichtungen, z.B. Gestalttherapie, besteht grundsätzlich größerer Optimismus. Aber die Annahme zu einer Therapie und die Formulierung von Zielen und Wegen ist immer etwas, was nur im konkreten Kontakt zwischen Therapeut und Klient ausgemacht werden kann. Bisherige Erfahrungen lehren, dass sich beide Seiten auf einen langen und dornigen Weg einstellen müssen.

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?
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Hallo
das sollte nur ein arzt im persoenlichen gespraech beantworten.
gruss

Hallo Nemo1601
erste Antworten gibt es bei Wikipedia.de unter Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Haben Sie dann noch konkretere Fragen, bin ich zu einem Austausch gerne bereit.
liebe Grüße
Thomas

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?
Würde mich über hilfreiche Antworten freuen.

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?
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Hallo ich habe eine Emotionale Borderlinestörung und habe das dbt Programm gemacht eine 3 monatige Therapie in der du viel über die Krankheit lernst und auch den Umgang mit Skills!Danach sollte man auf Jedenfall noch eine Ambulante Therapie machen so fern man einen Platz bekommt warte schon 1 Jahr auf nen platz obwohl ich schon 1 jahr aus der stationären Therapie raus bin! lg gixe

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?

Die korrekte Bezeichung lautet:
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ

Diese Diagnose ist eine Art Sammelbecken und deshalb haben sehr viele Menschen diese Diagnose.

Es gibt einige Therapieverfahren, die konkret für diese Störung entwickelt wurden:

  • TFT (psychodynamischer Ansatz nach Otto F. Kernberg)
    Würde ich ganz dringend davon abraten; ist eine Therapie, die sehr qualvoll und schmerzhaft sein kann und deren Therapieerfolge doch eher zweifelhaft erscheinen, wenn sie im Vergleich mit anderen Therapieverfahren überprüft werden) Ich würde hier ganz dringend anraten: Finger weg!

  • DBT (verhaltenstherapeutischer Ansatz)
    Ist je nach Ausprägung der BL-Störung die Therapie der Wahl. Sie zielt primär darauf ab, das Verhalten unter Kontrolle zu bringen. Ist nicht für jeden Borderliner geeignet und bringt auch nur bei 50 % der behandelten Patienten einen Therapieerfolg.

  • MBT (kann man hier vernachlässigen, gibt’s kaum und wenn ja, dann in Kliniken)

  • Schematherapie (integrativer Therapieansatz aus der Verhaltenstherapie). Ist derzeit der Hoffnungsträger und hat sehr gute Ergebnisse gebracht, verbessert nicht nur das Verhalten wie die DBT, sondern geht weiter und setzt an der Innenwelt des Patienten verstärkt an. Findet sich im Internet an vielen Stellen und wird dort sehr gut beschrieben. Sehr warmherzige Therapie, die auch Elemente von Reparenting enthält.

  • Traumatherapieverfahren sind - nach meinem Dafürhalten - das non plus ultra für alle komplex Traumatisierten. Ein Großteil der BL-Patienten ist komplex traumatisiert und profitiert daher am meisten von Therapien, die genau auf Traumapatienten abgestimmt sind.

Hier sind zu nennen:

  • PITT (nach Reddemann, Sachse)
  • neurobiologische Traumatherapieansätze
  • sporttherapeutische Traumatherapieansätze
  • traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie
  • Ego-State-Disorder-Therapie (Peichl), dissoziationsaddaptierte Therapieverfahren (Huber)

Diese letztgenannten und die Schematherapie sind alle mehr oder weniger auf strukturelle Dissoziation und neurobiologische Veränderungen bei Traumapatienten ausgerichtet. Insofern sind das eigentlich die Therapieformen, die am Problem von Traumapatienten direkt ansetzen.

Man sollte sich mit Borderline immer an eine Traumaambulanz wenden, klären lassen, welche Therapieform für einen empfehlenswert wäre.

Als Borderline-Patient ist dringend abzuraten von allgemeinen Therapieverfahren und insbesondere vor aufdeckenden, nicht stützenden Therapieverfahren wie klassische Psychoanalyse, allgemeine tiefenpsychologische Therapie, reine Konfrontationstherapie. Diese alle führen zu Überforderungen und zur Verfestigung der krankhaften Synapsenverknüpfungen im Gehirn des Patienten, machen also alles noch schlimmer.

Jeder, der irgendwie mit Borderline zu tun hat, sollte sich über komplexe PTBS und Trauma informieren. Dort finden sich für den Großteil der Patienten die Informationen, die er sucht und braucht. Für diejenigen, die ohne Trauma Borderline haben, ist die DBT die beste Therapieempfehlung und für die, die emotionalen Missbrauch erlebt haben, ist Schematherapie und Innere-Kind-Arbeit aus der PITT die generell beste Therapieform.

Freilich muss man das in jedem Einzelfall nochmals genau abklären, aber das hier kann man als grobe Richtschnur nehmen, um erst mal ungefähr zu wissen, wo es lang geht.

Was gibt es für Therapiemöglichkeiten beim Borderline Syndrom?
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Hilfreiche Literatur/Links:

http://www.amazon.de/Kognitive-Verhaltenstherapie-na…
(zur kognitiven Verhaltenstherapie bei chronischer Traumatisierung von Anne Boos (traumafokussierte kognitive VT = tf CBT)

http://www.amazon.de/Wenn-die-Seele-verletzt-ist/dp/…
(zu Traumatisierungen allgemein)

http://www.amazon.de/Wenn-die-Seele-verletzt-ist/dp/…
(Zu Borderline, eines der gelungensten Borderline-Bücher, sehr informativ)

http://books.google.de/books?id=eti43bfuOmwC&pg=PA4&…
(zu Borderline und PTBS- Selbsthilfe, Skills)

Und es gibt noch viele mehr. Zu Borderline selbst gibt es nur sehr wenige gute Informationen im Internet. Man wird eher fündig, wenn man sich auf Trauma und Ptbs, komplexe PTBS konzentriert.

Zwar sehr DBT-lastig, aber dennoch hilfreiche Videos hier:

http://www.borderline-online.de/index.php?option=com…

Hier ein guter Artikel, der die katastrophale Versorgungslage im psychologischen/psychiatrischen Bereich in der BRD bei Borderline-Patienten zusammenfasst.

Sehr, sehr lesenswerter Artikel!!

Zitat:

"Spezielle Therapien wie die DBT können ein Segen sein für Betroffene. Doch die Zahl der Therapeuten ist rar. „In Deutschland bekommt nur einer von 1000 Borderline-Patienten einen adäquaten Therapieplatz“, sagt Martin Bohus, Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Bohus ist in Deutschland wohl der profilierteste Borderline-Experte. Und weil er nicht will, dass die Krankheit weiterhin das Stiefkind der Psychiatrie ist, hat er einen Weltkongress initiiert, auf dem es nur um die Borderline-Störung geht. Die Tagung beginnt am heutigen Donnerstag im Berliner Congress Center in Mitte. 1600 Teilnehmer aus 40 Ländern werden erwartet. Bohus ist froh über das große Interesse. Er hält es für dringend notwendig, Borderline besser zu erforschen. „Über die Ursachen und mögliche genetische Komponenten der Erkrankung wissen wir noch viel zu wenig“, sagt Bohus. So ist weitgehend unklar, wie es kommt, dass Borderliner hochsensibel sind und ihre Gefühle so schwer in den Griff bekommen. Ein Auslöser der Störung steht allerdings fest: traumatische Erlebnisse in der Kindheit, allen voran sexueller Missbrauch. 65 Prozent der Patienten haben Übergriffe dieser Art erleben müssen. „Die meisten Patienten haben eine grauenhafte Kindheit hinter sich“, sagt der Psychologe Christian Stiglmayr, der Borderline-Patienten behandelt und in Berlin die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Psychotherapie leitet, die Ärzte und Psychologen in DBT fortbildet. Stammhirn auf Notfallbetrieb "

witeres Zitat:
„Dass die Versorgungslage hierzulande so miserabel ist, belastet Experten wie Stiglmayr und Bohus sehr. Die Gründe sind vielfältig. „Bei vielen niedergelassenen Kollegen ist die Ausbildung so lange her, dass sie nicht genügend über die Borderline-Störung wissen“, sagt Bohus. Nur wenige werden behandelt Etwa 60 Prozent der niedergelassenen Psychiater und Psychotherapeuten -das ergab eine aktuelle Umfrage -lehnen es zudem ab, mit Borderlinern zu arbeiten. Bohus: „Die Arbeit ist vielen zu anstrengend und zu schwierig.“ In der Folge erhalten nur die wenigsten eine Behandlung in einer der vier anerkannten Therapieformen. „Die meisten Borderliner geraten in völlig unwirksame Therapien und kommen immer wieder in unspezialisierte psychiatrische Stationen oder Tageskliniken“, klagt Bohus. Das ist frustrierend für die Patienten und teuer für das Gesundheitssystem. Durchschnittlich 67 Tage im Jahr verbringen Borderliner in stationärer Behandlung, pro Tag kostet das 200 bis 250 Euro. „Damit ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung die teuerste psychiatrische Störung überhaupt“, sagt Stiglmayr.“

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/borderline-pat…

aus:
Berliner Zeitung, 01.07.2010 - Borderline-Patienten geraten oft in Therapien, die ihnen nichts nützen. Dabei könnte vielen geholfen werden
Leben an der Grenze
Von Anne Brüning

Leider bilden sich viele „Fachleute“ nicht fort und verweigern dann Borderline-Patienten generell die Behandlung und Therapiemöglichkeit oder sie arbeiten auf veraltetem Stand, was zu einer entsetzlichen Chronifizierung der Borderline-Störung führt, die oft in auto- oder fremdaggressiven Durchbrüchen endet. Für diese Ausraster macht freilich anschließend keiner Psychiater und Therapeuten verantwortlich, die durch ihre Fehlbehandlung dafür sorgen, dass Patienten dekompensieren und die Situation in der Folge eskaliert.

Zu den Kosten sagt man hier lieber nix mehr, da wird ein großer Anteil der Kosten, die überhaupt für psyische Erkrankungen ausgegeben werden im Prinzip in den Gulli geworfen. Sie versickern nicht nur sinnlos für unwirksame Therapie, sondern die Krankenkassen zahlen diese gewaltigen Summen leider auch noch dafür, dass die Patienten kränker werden, als sie es davor waren und zahlen anschließend die Kriseninterventionen usw, die hierdurch verursacht wurden. Dabei landen Borderline-Patienten dann idR eben wiederrum auf ungeeigneten Stationen und in allgemeinen Psychiatriekliniken, wo leider wieder nicht ausreichend für sie Therapie gemacht wird.

Ausbaden dürfen diese Misere die Krankenkassen, damit die Beitragszahler, die Betroffenen selbst und ihr Umfeld. !!! Super!

Dass für Therapeuten und Psychiater längst eine Traumatherapieausbildung auf hohem Stand vorgeschrieben sein müsste, es aber nicht ist, hat man wohl nur der feinen Lobbyarbeit in der Psy-Branche zu verdanken, wo sich weiterbildungsdesinteressierte Narzissten ihre Futterpfründe schützen wollen. Anders ist es nicht mehr zu verstehen, warum sich in diesem Bereich absolut nichts tut.

Borderline-Patienten sind die 2. Klasse-Patienten, könnte man sagen. Wenn man genau hinschaut, muss man wohl leider sagen: 3. Klasse-Patienten, die die Fachleute lieber stigmatisieren und diskriminieren!?

Und dann hackt man auf Betroffene ein, die redlich nach Hilfe suchen, aber keine bekommen. Tolle Lösung für eine Erkrankung, die rund 1 Mio Menschen in Deutschland betrifft.

Dass die DBT-Therapie lediglich zur Stabilisierung ausreicht und die meisten Borderline-Patienten auch gleich eine komplette Traumatherapie anstreben könnten und sollten, falls sie auch unter komplexer PTBS leiden, liest man selten. Aber wenigstens ein Link hierzu:

http://psychiatrie.charite.de/patienten/krankheitsbi…

Zitat aus vorstehender Quelle:

"Falls bei PatientInnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung zusätzlich eine Posttraumatische Belastungsstörung vorliegt, so kann diese erst dann psychotherapeutisch behandelt werden, wenn die PatientInnen ausreichend stabilisiert sind. Eine ausreichende Stabilität ist dann gegeben, wenn die PatientInnen über Strategien im Umgang mit Suizidgedanken, im Umgang mit dem Drang zu selbstverletzenden oder selbstschädigenden Verhaltensweisen, sowie über Fertigkeiten im Umgang mit belastenden Gefühlen verfügen. Auch müssen die PatientInnen Frühwarnzeichen von Dissoziationen erkennen und diesen durch Anti-Suizidskills aktiv entgegen wirken können. Darüber hinaus sollte keine schwere Essstörung vorliegen.

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie kann als Stabilisierungsphase angesehen werden, da sie suizidale und lebensbedrohliche sowie therapieschädigende Verhaltensweisen der PatientInnen in den Fokus der Therapie stellt.

(Website der Chrite Berlin; Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie)

Leider versteht ein großer Anteil von Psychiatern und Psychotherapeuten von der Borderline-Störung heute sehr wenig bzw. geht von einem veralteten Kenntnisstand aus. Aber bei der Borderline-Störung handelt es sich eben in vielen Fällen um traumabedingte Spätfolgen und wer hier nicht mit einer Traumatherapieausbildung aufwarten kann, der wird nur noch Bahnhof verstehen, wenn er mit diesen Patienten enger zusammenarbeiten will. Die Borderline-Störung ist hochgradig in sich logisch, allerdings versteht man sie nur, wenn man den Traumatisierungshintergrund und die neurobiologischen Grundlagen aus der Stressforschung auf das kindliche Gehirn beachtet.

Ich finde es eine unverantwortlichen narzisstischen und ökonomischen Missbrauch, wie viele Psy-Fachleute an Borderline-Patienten herumdoktern, ohne sich die erforderlichen Fachkenntnisse in Weiterbildung und Fortbildung anzueignen. Dies stellt einen selten dagegewesenen gesundheitspolitischen Skandal dar, dass derart schwerkranke Menschen in so einer Form einfach missbraucht werden, weil die Fachleute sich den neuesten Forschungsergebnissen einfach verweigern. Kein Mediziner in anderen Fachbereichen kann mit veraltetem Stand an seine Arbeit herangehen, aber in der Psychotherapie und Psychiatrie findet man das als häufigen Fall in der Praxis.

Das ist ehtisch in keiner Weise zu vertreten und hier versagt die Politik, die ihre Bürger nicht schützt und die Ausbildungsordungen nachbessert, so dass eine zweck- und sachgerechte Fort-und Weiterbildung auch älterer Fachleute im Psy-Bereich gewährleistet wird.

Leider ist ein Großteil der Borderline-Patienten früher Opfer von Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung bzw. anderer traumatischer Erlebnisse gewesen, meistens spielt Vernachlässigung in irgendeiner Form eine große Rolle, weswegen man dies auch als typisches Trauma bei Borderline sehen kann. Hierauf begründet sich auch die Angst vor dem Alleinsein, die ganz typisch ist für Borderliner und die Wechsel von Nähe und Distanz.

Ich kann’s beim besten Willen nicht verstehen, dass diese Menschen dann auch kranke Erwachsene von unserer Gesellschaft und der Medizin erneut so im Stich gelassen werden.

Einmal Opfer immer Opfer? Im Falle von Borderliner sprechen die Statistiken eine deutliche Sprache: In der Mehrheit der Fälle lautet hier die Antwort leider: JA!!

Dass die Borderline-Störung zunehmend als Traumafolgeerkrankung anerkannt wird, ergibt sich auch aus der AWMF-Leitlinie zur posttraumatischen Belastungsstörung. Die Begriffe „kompexe Posttraumatische Belastungsstörung“ sowie „Komplexe Traumafolgestörung“, „Developmental Trauma Disorder“ oder „Komplexe Präsentation einer Posttraumatischen
Belastungsstörung“ sind international in der Forschung längst Gang und Gäbe.

Zitat:

Synonyme: PTBS - Posttraumatische Belastungsstörung
PTSD - Post Traumatic Stress Disorder
Die Posttraumatische Belastungsstörung ist eine spezifische Form einer Traumafolgestörung.
Verwandte Störungsbilder sind:
Akute Belastungsreaktion ICD10: F 43.0
Anpassungsstörung ICD10: F 43.2
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung ICD10: F 62.0
siehe hierzu auch Link: Abkürzungsverzeichnis
Die umfangreichen Folgen, einer durch Traumatisierung gestörten Persönlichkeitsentwicklung,
werden aktuell unter den Begriffen „Komplexe Traumafolgestörung“,
„Developmental Trauma Disorder“ oder „Komplexe Präsentation einer Posttraumatischen
Belastungsstörung“ diskutiert.
Weitere Traumafolgestörung sind:
Dissoziative Störungsbilder F 44
Somatoforme Schmerzstörung F45.4
Emotional Instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline) F 60.3

aus der AWMF-Leitlinie für PTBS

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-010l…

Unter diesem Blickwinkel muss man sagen, dass der große Borderline-Spezialist der vergangenen Tage Otto F. Kernberg die Forschung und Therapie bezüglich Borderline leider auf den Holzweg geführt hatte. Bei Borderline als komplexer PTBS handelt es sich um eine neurologische Funktionsstörung, die aufgrund einer Übererregung der Amygdala bei traumatischem Stress bzw. langandauerndem psychischen Stress wie z.B. narzistischem Missbrauch in der Kindheit entstehen kann. Die psychoanalytische Arbeitsweise an unbewussten Konflikten, die aufgedeckt werden sollen durch Deutungen und freie Assozzion kann hier nur fehlschlagen. Deutungen sind zur Behandlung von neurologischen Funktionsstörungen ungeeignet und verschlimmern die Verfassung der Patienten nur. Eine Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung ist hier völlig unsinnig, da die Patienten daran leiden, dass ihr Gehirn immer wieder sozusagen einen Störfall hat und wer solche darauf beruhenden Gefühle dann als Arbeitsgrundlage nimmt, der kann hier nicht erfolgreich behandeln, weil er regelrecht einem „Hirngespinst“ nachjagt. Es ist ganz einfach: Während der „Borderline-Zustände“ schalten Teile des Gehirns sich von selbst ab. Wer Patienten in diesen Zuständen behandeln will, analysieren will, erreicht nichts, weil in diesem Zustand kein Patient „lernen“ kann. Er kann nicht mal mehr wirklich richtig denken, weil das Gehirn gar nicht mehr wirklich richtig funktioniert.

Insofern ist es großer Quatsch, hier aufdeckend mit Übertragung und Gegenübertrag arbeiten zu wollen. Da kann ich auch die Übertragungs- und Gegenübertragungsreaktion bei einem Gehirntumor oder einer Kopfverletzung zur Behandlungsgrundlage machen, statt die Patienten an geeignete Behandler zu verweisen. Borderline-Patienten sind im Grunde neurologische Patienten, deren gesundheitliche Schwierigkeiten sich jedoch auf die psychischen Funktionen auswirken. Sie brauchen moderene Therapien, damit sie gesund werden können!