Hallo,
ich „leide“ unter kontrollierbarer „Aufschieberitis“…ich ärgere mich immer wieder darüber, komme im Großen und Ganzen allerdings damit klar, und sehe darin kein größeres Problem, kenne aber die Auswirkungen in milder Form usw…
Anders ein guter Freund von mir…ohne, dass es weitere EInflußfaktoren gibt, zumindest solche, die mir bekannt sind, versemmelt er so ziemlich alles aufgrund der ständigen Aufschieberei.
Da hätte ich mal Folgende Fragen:
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Gibt es eine Grenze, wo man das Problem professionell behandeln muss? Kommt es da dann auf den persönlichen Leidensdruck an, oder gibt es objektive Kriterien dafür?
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Wie wird das angegangen? Ich mein ich kenne die tricks wie Arbeiten in kleine Häppchen aufteilen, Ziele schriftlich fixieren usw. aus euigener Erfahrung und ich komme mit diesen Hilfen meits zurecht. Aber wie ist der Ansatz eines Therapeuten bei so etwas, wenn das „Ratgeber“-Wissen nicht mehr reicht?
Danke und Grüße!
hi du,
ich bin kein profi, kann also nur aus laiensicht meinen senf dazu geben.
das mal vorweg:wink:
grundlegend wird eine thera nat. nur dann sinn machen, wenn man selbst dazu bereit ist - insofern gehts hier also um leidensdruck - sei es nun subjektiv oder objektiv (weil man schädliche auswirkungen auf grund des verhaltens zu spüren bekommt mit denen man nicht klar kommt z.b)
meiner meinung nach wirds wohl so sein - wenn es eine ausprägung über ein bestimmtes mass hinaus gibt, werden tips und tricks nichts helfen wie bei allen anderen problemen auch. der grund hierfür liegt darin, dass die tips und tricks nicht das problem an der wurzel packen, also die ursachen für jenes verhalten unberücksichtigt lassen.
sprich - die „aufschieberisits“ ist eine folge/auswirkung/ergebnis
von etwas und dieses etwas gilt es zu finden und zu bearbeiten.
erst danach - so stelle ich es mir vor - würden sog. tips und tricks eine chance haben das derzeitige verhaltensmuster aufzubrechen (erkennen, auseinandersetzen und verabeiten ums platt zu sagen) und
mittels dem üben/testen neuer umgangsmöglichkeiten (die man mit profi hilfe sucht, austestet, an sich anpasst und das so lange, bis man für sich in den jeweiligen lebenssit. die passenden methoden gefunden hat).
aus meiner sicht gehts also um wesentlich „mehr“ als darum nur mal eben die „richtigen tricks“ zu finden. ich vermute sogar, mit der dann neu gewachsenen einstellung erledigen sich manche dinge von allein. aber das soll nun nicht bedeuten, dass ich denke - alles ginge dann wie von selbst.
aber ich halte die entscheidung sich um sich zu kümmern - und das ist eine entscheidung für eine geeignete therapie ja in höchster weise -
für den wichtigsten schritt. auch wenn man selbst dies erst evtl jahre später als „den grossen schritt“ wahrnehmen mag.
da ich laie bin, wart mal die beiträge der anderen ab. kann ja sein,
die sagen was gänzlich anderes.
LG
nina
Hallo, Samson!
Hier der Fachbegriff für das AufschiebePhänomen: Prokrastination bzw. auf Englisch: Procrastination. Gibt es auch einiges im Netz! Aber da such besser mit dem englischen Begriff, die deutschsprachige Forschung ist noch nicht besonders weit mit diesem Phänomen.
Es wird in der Fachliteratur im allgemeinen unterschieden zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Prokrastinatoren. Erstere sind Leute wie Du und ich, die zwar aufschieben, bis es nicht mehr geht, aber trotzdem noch alles mehr oder weniger rechtzeitig in den Griff kriegen. Nicht erfolgreiche sind Leute wie Dein Freund, die alles versemmeln.
Praktische Hilfe kann da glaube ich nur ein professioneller Therapeut geben…Einzige Möglichkeit, die mir noch einfällt, ist evtl. die psychologische Beratung an der Uni, die haben mit sowas öfter zu tun, denke ich.
Beste Grüße von einer Prokrastineuse erster Kajüte
,
Smiri