Therapie bei Retropatellaren Knorpelschaden III°-I

Hallo zusammen!
Ich habe eine Frage bzgl. einer am 19.07.2010 durchgeführten Arthroskopie. Als erstes ein paar Infos über den durchgeführten Eingriff.

Diagnose: Retropatellarer Knorpelschaden III°-IV° ICD:M22.4
Eingriff: ASK: Parapetellare Denervierung5 ICPM: 5-8198.XH
Patellaanbohrung ICPM: 5-780.1j
Therapieempfehlung: 2 Wochen Teilbelastung mit 20 kg
Das zum Eingriff.

Meine Frage ist nun wie es mit der Behandlung weiter gehen soll. Mein operierender Arzt hatte mir nämlich dies bzgl. keine weiteren Infos gegeben. Ich laufe nun seit über 2 Wochen mit Krücken und frage mich, ob ich nun wirklich schon das Knie voll mit normalem Gehen belasten darf oder ob ich noch irgendetwas kaputt machen kann was nach der OP noch nicht richtig verheilt ist. Das Knie ist nämlich noch ein wenig geschwollen und ich kann es noch nicht wieder vollständig knicken aber mein Orthopäde, bei dem ich vor etwas mehr als einer Woche war, meinte ich könnte nach Ablauf der 2 Wochen auch schon wieder Fahrrad fahren. Knicke beim Versuch zu Gehen nämlich immer leicht weg. Fühlt sich so an als hätte ich keine Muskeln mehr:wink: Dies kommt mir aber irgendwie ein wenig komisch vor. Deshalb wollte ich mal eure Meinungen bzw. Erfahrungen zu diesem Thema hören :wink: Außerdem würde ich noch gerne wissen wann ich wieder mit dem joggen anfangen kann und was für Sportarten ihr mir empfehlen könntet. War leidenschaftlich Fussballer nur diesen Sport sollte ich laut meinen beiden Ärzten besser nicht mehr ausüben. Sooo, das war´s dann auch. :wink:
Es wäre nett, wenn Ihr mir dazu ein wenig sagen könntet.
MFG

Hi Rieusen,

wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf und wie kam es zu dem Knorpelschaden? Hattest du schon vorher mal eine Verletzung an dem Knie?

Ich hatte vor ca. einem Jahr eine Mikrofrakturierung am medialen Femurkondylus, die Nachbehandlung unterscheidet sich allerdings von der Nachbehandlung eines retropatellaren Eingriffs.
Hast du denn keine Krankengymnastik? Normalerweise - wenn man eine gute KG-Praxis hat, die auch meiner Meinung nach völlig unverzichtbar ist - kann man mit den Physiotherapeuten schon viele Fragen klären. Solltest du keine oder nur eine schlechte physiotherapeutische Behandlung haben, würde ich dir DRINGEND raten eine gute Praxis zu suchen.
Da unsere Verletzungen sich doch sehr unterscheiden und es auch immer sehr fallabhängig ist, kann ich dir zu deinen anderen Fragen nichts sagen. Diese (also wann du wieder joggen kannst etc.) sollte dir dein Physio oder dein Arzt beantworten.
Viele Grüße und gute Besserung
TanjaAnja

Hey TanjaAnja!
Also ich bin 24 Jahre alt und es hat sich über mehrere Jahre entwickelt. Als erstes wurde allerdings nur ein Patellaspitzensyndrom festgestellt. Dann habe ich immer weiter Fußball gespielt (auch teilweise mit Schmerztabletten) und nun habe ich einen Korpelschaden. Da sehe ich ja was ich davon hatte. Also ich hatte meinen Arzt nach Krankengymnastik gefragt aber er meinte darauf, dass es nicht nötig wäre Krankengymnastik zu verschreiben. Warum frage ich mich noch immer. Kann ja bestimmt nicht schaden, denke ich. Ich würde mich über weitere Empfehlungen/Erfahrungen freuen.

Gruß

Hi Rieusen,

das mit der Krankengymnastik ist sehr eigenartig. Ich habe in den letzten 6 Jahren einige verschiedene Orthopäden gesehen, teils durch Wohnortwechsel, teils um einfach mal eine andere Meinung zu hören und Krankengymnastik wurde mir noch nie als unnötig abgetan. Auch vor meiner OP letztes Jahr haben wir versucht mit einer ausführlichen Krankengymnastik Muskelaufbau und Beweglichkeit zu fördern um evtl. eine erneute OP zu verhindern. Ich würd an deiner Stelle entweder diesen Arzt nochmal auf Krankengymnastik bzw. Reha ansprechen oder einen zweite Meinung einholen. Ich halte gar nichts davon nach einer OP den Patienten einfach sich selbst zu überlassen und halte das auch nicht wirklich für seriös.

Ich kann dir nur zu meinen Erfahrungen was sagen, wie gesagt, dass sind aber zwei Paar Schuhe(!):
Die Nachbehandlung für die Mikrofrakturierung am medialen Femurkondylus sieht vor, dass das Knie 6 Wochen gar nicht und danach 3-4 Wochen teilbelastet wird. Während der ganzen Zeit ist Bewegung ohne Belastung extrem wichtig, d.h. entweder Bewegungsschiene oder zumindest manuelle Bewegung. Ich hatte in den 6 Wochen jede Woche mindestens zweimal Krankengymnastik und Lymphdrainage. Und das bis 8-10 Wochen postoperativ, also auch noch, nachdem ich ohne Stützen gehen konnte. Die Belastung in der Krankengymnastik steigt dabei von Woche zu Woche. Anfangs handelt es sich fast ausschließlich um passive Bewegungen, d.h. der Therapeut bewegt dein Bein, später kommen immer mehr Übungen dazu, die Kraftaufwand für die Beinmuskeln bedeuten.

Das einzige was ich über die Nachbehandlung von der Bohrung von retropatellaren Knorpelschäden weiß, ist das die Nicht-Belastungs-Phase kürzer ist.

Aber ich rate dir dringend, die Fragen die du hast einem Arzt (am besten wahrscheinlich einem neuen Arzt) oder einem qualifizierten Physiotherapeuten zu stellen!

Viele Grüße
TanjaAnja