Liebe Fachleute,
diesen Artikel poste ich wortgetreu für einen Freund, der momentan nicht online sein kann, ihn aber selbst zum hier posten verfasst hat. Antworten können ruhig an mich gesendet werden, ich leite sie dann unkommentiert an ihn weiter.
„Ich bin bereits seit 2,5 Monaten in der Psychatrie in Oberhausen. Anlass: meine Freundin hat mit mir Schluss gemacht und ich habe es nicht verkraftet. Nachts im Bett hatte ich das Gefühl, daß die Wände u. Decke auf mich zukommen. Die Ärzte tippen auf Psychose oder Panikattacken.
Nun frage ich mich z.Z., ob es nicht wirkungsvollere Therapiemöglichkeiten für mich gibt. Nach 2,5 Monaten hätte ich doch bessere Fortschritte machen müssen. An Medikamenten erhalte ich Zyprxan und Taxilan, sowie ein Präparat gegen die Nebenwirkungen.
Wer kann mir einen Tip oder eine alternative Therapiemöglichkeit nennen?“
Schönen dank schon mal an alle!
Ulli,
die gerne ergänzen möchte, das die Medikamente zwischenzeitlich höhergestuft wurden, die Nebenwirkungen fürchterlich sind, und Erfolge auf sich warten lassen, so das nun die nächsten Probleme anstehen, wie finanzielle Not, Hoffungslosigkeit usw.
In akuten Faellen ist es sicherlich sinnvoll, Medikamente zur Stabilisierung eines Patienten und Unterstuetzung einer Psychotherapie zu geben aber nur Medikamente !!!
Die psychoseaehnlichen (!) Zustaende gehen ja zunaechst mal auf eine externe Ursache zurueck - wobei man allerdings fragen kann, ob dies die alleinige Ursache ist, mitunter werden auch echte Psychosen durch solche Ereignisse ausgeloest. Wenn ich das wenige, was Du geschrieben hast, so interpretiere, wuerde ich nicht unbedingt auf eine Psychose tippen.
Auf jeden Fall sollte des Problem VOR ALLEM psychologisch behandelt werden. Ich bin leider kein Experte fuer Psychotherapie, mache selber eher in Arbeitspsychologie. Grundsaetzlich erscheint mir sinnvoll
Wenn es allein um die Behandlung von Panikattacken geht eine Verhaltenstherapie. Dazu muessten die Probleme aber erst einmal als Paniksyndrom diagnostiziert werden. Ich bin da sehr skeptisch, ob das von Aerzten bewaeltigt werden kann.
Geht es um das Problem der Bewaeltigung der Trennungssituation, dann erscheint mir eine Psychoanalyse angezeigt.
Wenn die Symptome akut sind, d. h. die Lebensbewaeltigung stark einschraenken, dann erst mal die Symptome behandeln.
Beide Therapieformen koennen uebrigens ueber die Kasse abgerechnet werden.
Psychiatrie und Psychopharmaka haben sicherlich ihre Bedeutung in der Behandlung von akuten Krankheitsbildern. Eine Behandlungsdauer über eine solche Zeit scheint mir aber recht wenig mit akut zu tun zu haben. Erfahrungsgemäß wird der Schaden einer solchen Behandlung den Nutzen weit überflügeln.
Ich würde Psychotherapie dem vorziehen, wenn der Betreffende stabilisiert ist.
Aber man kommt ja auch nicht nur so zum Spaß in die Psychiatrie, der Einweisung ist ja auch etwas vorangegangen?! Was ist daraus geworden?
Hallo Harald,
ich habe Dein Posting gerade ausgedruckt und gebe es ihm heute noch. Ich hoffe, das er mir noch weitere Infos
diktiert, und melde mich dann hier wieder.
Danke schön, Ulli
Hallo Falk,
habe auch Dein Posting ausgedruckt und gebe es heute weiter. Wenn er noch was hinzufügen möchte oder Fragen dazu hat, melde ich mich hier wieder.
Danke schön,
Ulli
Gegen akute psychotische Symptome gibt es zu Medikamenten keine Alternative. Außer: einfach alles laufen lassen. Aber die möglichen Konsequenzen kann niemand verantworten. Es ist oft schwierig und langwierig, die richtigen Medikamente für ein, wie es scheint, undeutliches Krankheitsbild zu finden. Wenn es gelingt, sollte nach der Stabilisierung eine der Symptomatik entsprechende Therapie erfolgen (z.B. Verhaltenstherapie bei Panik). Es ist aber möglich, daß Medikamente auch nach der Stabilisierung über Jahre eingenommen werden müssen, um Rückfälle zu verhindern. Je nach Schwere des Krankheitsbildes kann eine Stabilisierung auch mehrere Monate dauern. Kleine Fortschritte sollten aber jetzt zu erkennen sein, sonst müssen die Medikamente geändert werden. Im Zweifel gibt es noch die Möglichkeit, die Klinik zu wechseln.
Alles Gute
WG
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