Was mit den Darstellern passierte…
… kann ich dir sagen. Ich hab dazu vor zwei Jahren recheriert und schreib dir mal die wichtigsten Sachen aus meinen Docs raus…
Und weswegen ich hier nun eigentlich frage: Mir gehen die
Darsteller wider Willen nicht mehr aus dem Kopf. Und ich würde
auch gerne ein Buch lesen, das einer dieser Gefangenen
geschrieben hat, und in dem er auch über die Dreharbeiten
berichtet.
Und außerdem wüsste ich gerne, was mit den Gefangenen in
Theresienstadt dann überhaupt passiert ist - gab es einen
„Todesmarsch“ wie in anderen Lagern? Wie viele haben überlebt?
Fast alle Darsteller des von dir gesehenen Filmes wurden, sowie viele Führungspersönlichkeiten (inhaftiert) und fast alle Kinder der Stadt nach Ausschwitz deportiert.
Hallo zusammen,
Und außerdem wüsste ich gerne, was mit den Gefangenen in
Theresienstadt dann überhaupt passiert ist - gab es einen
„Todesmarsch“ wie in anderen Lagern? Wie viele haben überlebt?
Also in Theresienstadt selbst lebten neben Glaubensjuden und getauften Juden vor allem pol. Gefangene: Kommunisten, Zionisten, Anhänger der Habsburger und Hohenzollern sowie von Maaryk und Benes zusammen.
1942-45 kamen Transporte aus Böhmen, Deutschland, Wien, Holland, Dänemark und der Slowakei.
Von Januar 1942 bis Oktober 1944 gingen Transporte ab von denen man in der Stadt nicht wusste wohin, weshalb viele versuchten dort zu bleiben. Von dem Los der Transportieren (in Vernichtungslager) wusste man bis zum Ende eigentlich nichts (innerhalb der Theresienstadts).
Die Einrichtung des KZs in Theresienstadt begann im Juni 1940 erstmal als Gestapo-Gefängnis. Ab 1941 entstand in der Garnisonsstadt ein Ghetto für Juden.
88.000 wurden in andere Lager deportiert und getötet, nur 3.000 überlebten, großteils aus Ausschwitz. 3.941 starben in Theresienstadt an Folter, Krankheiten und aufgrund der Lebensbedingungen.
250 wurden offiziell in der Festung hingerichtet.
Unbekannt ist die Zahl der Getöteten in den Gaskammern Theresienstadts, da deren Existenz lange abgestritten wurde.
Man hat da also keine Daten zu.
Bekannteste Insassen waren Leo Baeck (Rabbiner), Heinrich Klang (Jurist), Alfred Missner (Minister von Prag), Leon Meyer (Franz. Minister)
Durchgehend lebten etwa 30.000 - 40.000 Juden (allein) in Theresienstadt. Zum Vergleich: Vorher lebten nur rund 7000 Einwohner dort.
Das Rote Kreuz besuchte Theresienstadt am 23. Juli 1944. In dem Zeitraum wurde auch der Film den du gesehen hast gedreht(! nicht erst gezeigt) also wirklich extrem spät.
Am 2. Oktober 1944 erreichte den Ghetto-Leiter Benjamin Murmelstein die Aufforderung eine Liste für die SS zu erstellen, welche die SS aber schließlich selbst zusammenstellte.
Innerhalb von vier Wochen mussten die Anghörigen der „zur Arbeit geschickten“ Personen Theresienstadt verlassen, alle anderen vor der SS erscheinen.
Murmelstein sorgte für die Streichung von 500 Personen von dieser Liste, ohne dass deren Stellen ersetzt wurden.
Danach folgte die Deportation der Darsteller deines Films und der Kinder…
Nach der Transportwelle blieben nur wenig Arbeitsfährige, dafür umso mehr Pflegebedürftige in der Stadt zurück.
Danach wurde Theresienstadt wieder „vorzeigbar“ gemacht.
Offiziell wurde der Erschießungsplatz und die Gaskammer erst 1945 befohlen. Was nicht wirklich sein kann, da darin eindeutig Menschen gestorben sind, oder es wurde noch lange in 1945 Menschen daran umgebracht. Fertig geworden ist sie jedenfalls entgegen mancher Quellen.
Ich war da.
Sie befindet sich im Flur des Befestigungswalles in der Nähe des ehemaligen Litomerice Tors.
Wie gesagt man ging lange daovn aus, dass sie nicht genutzt wurde, aber heute weiß man es, nur die Opferzahlen sind unklar.
Ich hatte darüber damals einen Streit mit meinem Geschichtslehrer, der es mir nicht glauben wollte. In den Gaskammern dort sind die Wände mit FURCHEN von den Händen verzweifelter Menschen bearbeitet… Ein grässlicher Anblick.
Fahr hin, und du bist überzeugt.
Die Brennanlage war weniger als 100 m entfernt, dort wurden die Leichen verbrannt. Grund für die Verbrennung war die Ankunft tausender Juden noch Anfang 1945 was zu Seuchen führte, schließlich wurden die Leute dort zusammengefercht wie sonst was.
Am 6. April 45 erreichte das Rote Kreuz die Stadt, erst am 5. Mai 1945 erhielt der letzte Kommandant Karl Rahm den Marschbefehl.
Die Rote Armee erreichte Theresienstadt erst am Abend des 7. Mai 1945, nicht wie behauptet am 3. Mai.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde Theresienstadt ein Internierungslager für Deutsche, die aus der Tschecosklowakei vertrieben werden sollten.
Vor der kleinen Festung befindet sich heute der Nationalfritor mit den Überresten von ca. 10.000 Opfern.
lg
Kate
(Quellen waren ua.a. www.shoa.de und www.deathcamps.org/reinhard/terezin_de.html, ansonsten fehlt mir ein Quellenblatt…)