Thierse und das Supermarkturteil

Hallo,

ich hoffe ich bin nun auf dem richtigen Brett!

T. hat das Urteil gegen die Kassiererin Barbara E. als barbarisch und
asozial bezeichnet.

Wie ist euer Rechtsempfinden?
Seht ihr das auch so?
Ist das Urteil verhältnismäßig?
Steckt da wohl doch deren Gewerkschaftstätigkeit dahinter, dass man
bei ihr einen formalen Grund vorgeschoben hat?

Gruß
Peter

Hallo,

Wie ist euer Rechtsempfinden?

ich finde, daß es ungeheuerlich ist, daß sich ein Teil der Legislative derartig über ein Urteil äußert. Erst recht, wenn es sich dabei um den stellvertretenden Bundestagspräsidenten handelt. Der Mann gehört drei Wochen in einen Raum gesperrt, der mit der Verfassung tapeziert ist.

Seht ihr das auch so?
Ist das Urteil verhältnismäßig?
Steckt da wohl doch deren Gewerkschaftstätigkeit dahinter,
dass man
bei ihr einen formalen Grund vorgeschoben hat?

Da spekuliert jeder so wie er möchte. Wäre ich Arbeitgeber, würde ich jedenfalls auch niemanden an der Kasse sitzen haben wollen, den ich im dringenden Verdacht habe, daß er mich Bescheid. Und genau aus diesem Grunde hat das Gericht so entschiede wie es entschied: dem Arbeitgeber kann die Weiterbeschäftigung nicht zugemutet werden - unabhängig davon, ob es um 1,30 oder 1.300 Euro handelte.

Gruß
Christian

Hallo,

Wie ist euer Rechtsempfinden?

ich finde, daß es ungeheuerlich ist, daß sich ein Teil der
Legislative derartig über ein Urteil äußert. Erst recht, wenn
es sich dabei um den stellvertretenden Bundestagspräsidenten
handelt. Der Mann gehört drei Wochen in einen Raum gesperrt,
der mit der Verfassung tapeziert ist.

Warum sollen Gerichtsurteile nicht auch zur Diskussion stehen? Herr Thierse hat sich hier wohl eher als Privatmann geäußert, als in amtlicher Mission.

Seht ihr das auch so?
Ist das Urteil verhältnismäßig?

Ich sehe es als Schandurteil an. Wenn man einer Kassiererin nach 30 Jahren Tätigkeit wegen 1,30 € Vertrauensbruch vorwirft, dann hat das eine Beigeschmack. Bei 1,30 € Breicherung unterstellen wäre ein Witz!

Steckt da wohl doch deren Gewerkschaftstätigkeit dahinter,
dass man
bei ihr einen formalen Grund vorgeschoben hat?

Ich glaube, dass man hier eher an die Beweggründe des Arbeitgebers herankommt. Und die Richterin hat kalt wie ein Computer entschieden.
Nach Angaben der Verkäuferin waren die Gutscheine vom Chef abgezeichnet, so dass die Kassierern sie an sich ausbezahlen durfte. In der Verhandlung waren natürlich die abgezeichneten Gutscheine nicht (mehr?) vorhanden.

Da spekuliert jeder so wie er möchte. Wäre ich Arbeitgeber,
würde ich jedenfalls auch niemanden an der Kasse sitzen haben
wollen, den ich im dringenden Verdacht habe, daß er mich
Bescheid. Und genau aus diesem Grunde hat das Gericht so
entschiede wie es entschied: dem Arbeitgeber kann die
Weiterbeschäftigung nicht zugemutet werden - unabhängig davon,
ob es um 1,30 oder 1.300 Euro handelte.

Ich sehe da schon einen Unterschied und an der Nichtigkeit von 1,30 € entzündet sich ja auch der Streit - bei 1300 € wäre alles klar! Nach 30jähriger Tätigkeit, offensichtlich ohne irgendwelche anderen Verfehlungen, habe ich eine gute, eingearbeitete Mitarbeiterin die sich sicherlich auch einig Verdienste erworben hat (unbezahlte Überstunden, geringe Manko). Die ziehen zu lassen wegen 1,30 € dazu gehört der Arbeitgeber mit dem Klammernbeutel gepudert. Jetzt sitzt die Frau auf der Strasse und ist der Armut und dem Steuerzahler ausgeliefert. Man muß in diesem Staat schon Patienten abmurksen, um mit 2 Mio € Abfindung glimpflich wegzukommen, oder Geld verbrennen mit Aussicht auf millionenschwere Boni!

Wolfgang D.

Wolfgang D.

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Hallo,

Wie ist euer Rechtsempfinden?

ich finde, daß es ungeheuerlich ist, daß sich ein Teil der
Legislative derartig über ein Urteil äußert. Erst recht, wenn
es sich dabei um den stellvertretenden Bundestagspräsidenten
handelt. Der Mann gehört drei Wochen in einen Raum gesperrt,
der mit der Verfassung tapeziert ist.

Warum sollen Gerichtsurteile nicht auch zur Diskussion stehen?
Herr Thierse hat sich hier wohl eher als Privatmann geäußert,
als in amtlicher Mission.

Ja, schöne Ausrede, auf die Thierse auch schon gekommen ist. Herrje, der Mann ist stellvertrendender Präsident des Organs, das die Gesetze beschließt. Seine Aussage entspricht einem buchstäblichen Herumtrampen auf der Unabhängigkeit der Justiz im speziellen und der Gewaltenteilung im allgemeinen.

Seht ihr das auch so?
Ist das Urteil verhältnismäßig?

Ich sehe es als Schandurteil an. Wenn man einer Kassiererin
nach 30 Jahren Tätigkeit wegen 1,30 € Vertrauensbruch
vorwirft, dann hat das eine Beigeschmack. Bei 1,30 €
Breicherung unterstellen wäre ein Witz!

Wenn Du meinst.

C.

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Hallo,

T. hat das Urteil gegen die Kassiererin Barbara E. als
barbarisch und
asozial bezeichnet.

T sollte sich mal um seine Sachen kümmern. Wir haben eine Gewaltenteilung und unsere Gerichte sind unabhängig.

Wie ist euer Rechtsempfinden?
Seht ihr das auch so?
Ist das Urteil verhältnismäßig?

In einer einzigen Zeitung wurde nicht nach BLÖDzeitungsniveau berichtet und dies hört sich ganz andersn. Die Kassiererin hatte die Möglichkeit die Tat zuzugeben. Stattdessen hat sie während der ganzen Verhandlung die Tat abgestritten und sogar noch versucht andere Kollegen zu beschuldigen. Nur aufgrund ihrer Uneinsichtigkeit hatt die Richterin das Urteil gesprochen. Ansonsten wäre es wahrscheinlich anders ausgefallen.

Steckt da wohl doch deren Gewerkschaftstätigkeit dahinter,
dass man
bei ihr einen formalen Grund vorgeschoben hat?

Schwachsinn.

Gruß Katie

Gruß
Peter

Hallo,

Da spekuliert jeder so wie er möchte. Wäre ich Arbeitgeber,
würde ich jedenfalls auch niemanden an der Kasse sitzen haben
wollen, den ich im dringenden Verdacht habe, daß er mich
Bescheid. Und genau aus diesem Grunde hat das Gericht so
entschiede wie es entschied: dem Arbeitgeber kann die
Weiterbeschäftigung nicht zugemutet werden - unabhängig davon,
ob es um 1,30 oder 1.300 Euro handelte.

Da schwirren in diesen Läden beliebig viele Testkäufer herum. Warum hat der Arbeitgeber durch etwas Zuwarten aus dem Verdacht nicht eine bewiesene Tatsache werden lassen?
Ein schwerer Verlust der zur Insolvenz geführt hätte war ja wohl nicht zu erwarten.
Gruß
Markoliner