Thrombose im Bein

Hallo alle zusammen,
ich habe einige Fragen an Euch. Bei mir wurde am 02.04. d.J. eine Thrombose im rechten Bein festgestellt, von der Kniekehle abwärts. Muß nun einen Kompressionsstrumpf bis zur Leiste tragen, auch nachts. Mußte anfangs Heparin spritzen morgens und abends, jetzt nehme ich Marcumar, bzw. nicht jetzt, sondern seit dem 04.04. Jede Woche muß ich zur Blutabnahme um meine Werte zu kontrollieren, also ich befinde mich in der Einstellung. Zur Zeit nehme ich 2 Tage 1/2 Tabl. und 1 Tag keine und so geht das z.Zt. in Reihenfolge.Laut Arzt muß ich Marcumar ca. 1/2 Jahr nehmen und dann gibts die erste Nachuntersuchung. Aber meine Frage ist, kann ich mal für 1, 2 Stunden den Strumpf ausziehen? Kann ich im Urlaub schwimmen gehen, fliege am 07.06.? Kann ich mich in die Sonne legen? Sollte ich im Urlaub (Türkei) mein Blut auch untersuchen lassen, ich meine den Quickwert? So vertrage ich Macumar ganz gut, nur ab und an ist mir ein wenig schwindelig, ist aber zu ertragen.

Würde mich über eine Rückantwort freuen.

Viele Grüße
Brigitte

Hallo Brigitte,

das ist nun noch eine ganz frische Geschichte. Dementsprechend denke ich auch, dass du deinen Quick auch im Urlaub noch regelmäßig kontrollieren musst. Hast du kein eigenes Gerät zum Messen (ähnlich wie ein Gerät zum Blutzuckermessen)? Dann wärst du unabhängiger vom Arzt. Wie lange bleibst du denn in der Türkei?
Aber das dauert auf jeden Fall seine Zeit bis der Quick korrekt eingestellt ist und auch nach jahrelanger Einnahme kann der unerwartet fallen oder steigen, je nachdem was du isst oder wie’s dir geht. Und gerade im Urlaub isst man ja mal anders bzw. hat mehr Stress oder weniger/mehr Schlaf als gewöhnlich, das ist kaum vorhersehbar wie dein Quick da reagiert. Fliegen darfst du aber?!

Frag bitte deinen Arzt nochmal (Hausarzt oder richtiger Phlebologe?) ob das tatsächlich so gedacht ist, dass du den Strumpf auch nachts tragen sollst. Ich kenne das eigentlich so, dass es in der Horizontalen nicht notwendig ist, es sei denn man wäre bettlägerig oder so. Damit würde sich dann vielleicht auch schon die Frage klären, ob du am Strand, in der Sonne liegend, den Strumpf anbehalten musst.
Zur Not hol dir noch eine 2. Meinung von einem Venen-Experten.

Schwimmen ist super, im Wasser brauchst du den Strumpf natürlich nicht (Salzwasser würde ihn auch beschädigen), der Druck des Wassers sorgt für ordentliche Kompression. In die Sonne kannst du dich auch legen, vielleicht nicht stundenlang, und nicht unbedingt die pralle Sonne, v.a. wenn du den Strumpf anbehalten musst. Manche ältere Modelle sollen nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt werden, lies bitte mal den Beipackzettel (z.B. Sigvaris Cotton oder Comfort). Neueren Modelle macht das aber nix aus (z.B. Sigvaris Magic).

Grundsätzlich würde ich aber sagen, das ist so frisch, da würde ich den Strumpf lieber einmal zu oft anlassen als zu wenig. Meine Beckenvenenthrombose ist jetzt 10 Jahre her und seit 2 Jahren ist mein Bein so weit genesen, dass ich am Strand oder im Park auch mal 2-3 Std ohne Strümpfe sein kann. Muss ich viel rumlaufen zieh ich ihn dann aber doch wieder an (z.B. beim Volleyballspielen, oder längerem Spaziergang). Ein einzelner Kniestrumpf stört ja auch kaum, ich muss eigentlich immer eine komplette Strumpfhose tragen oder mind. einen Strumpf der bis ganz nach oben geht.

So kurz nach einer frischen Thrombose ist die „Chance“ viel zu groß, dass dich gleich noch eine erwischt (bei mir nach Beckenvenenthrombose 2 Wochen später noch eine in der Kniekehle), sei also lieber etwas zu vorsichtig erstmal.

Ach ja: Grund für die Thrombose? Haben sie Gerinnungsstörungen bei dir festgestellt oder kam die einfach so?

Genieße trotzdem deinen Urlaub und viele Grüße,
Jana

Hallo Jana,
Wie ich zu der Thrombose komme, weiß ich nicht. Hatte vier Tage lang Schmerzen in der Wade, dass wurde so schlimm das ich nicht mehr auftreten konnte. Ostermontag sind wir dann ins Krankenhaus gefahren und dort wurde ein Ultraschall (spezieller Art) gemacht und dabei wurde das entdeckt. Ich mußte 5 Tage in der Klinik bleiben und die Ärzte dort haben gesagt, ich sollte den Strumpf erstmal eine Zeit auch nachts tragen. Habe mich jetzt daran gewöhnt. Wir bleiben 3 Wochen in der Türkei und ich gehe mal davon aus, das ich 1 - 2 mal die Woche kontrollieren lasse. Naja, dann hast Du das ganze Theater auch schon mitgemacht. Ist solch eine Strumpfhose nicht bedrückend? Bekommt man sie auch z.B. wenn man auf Toilette muß, einfach herunter und wieder hoch. Stelle mir das eigentlich schwierig vor. Also nach einem Messgerät habe ich schon im Krankenhaus gefragt und da wurde mir von der Ärztin gesagt, das man das nur bekäme, wenn man für immer Marcumar nehmen müßte, aber bei mir wäre das eine absehbare Zeit,ca. 6 Monate. Ich will es hoffen. Sieht im Urlaub natürlich toll aus, Bikini und Kompr. Strumpf. Ich habe das auch meinem Arzt so gesagt, er meinte nur, ich sollte meine Eitelkeit ablegen, die Gesundheit geht vor. Ob ich fliegen kann am 07.06. das habe ich auch bereits schon im KH gefragt, die Ärzte hatten nichts dagegen, weil ich Kompressionsstrumpf trage und das Marcumar nehme.

Wie hast Du das alles so im Urlaub gehandhabt? Gibt es keine Probleme beim anziehen, wenn man schwimmen war? Ist ja so schon nicht einfach die hochzuziehen.

Trotz allem freue ich mich auf den Urlaub, ich kann sowieso nicht stundenlang in der Sonne liegen, nicht jetzt wegen meinem Bein, allgemein. Außerdem soll ich mich auch bewegen, jede Möglichkeit nutzen damit ich viel gehe. Vielleicht habe ich mir das Problem in der Zeit meiner Erkältung geholt. Wir hatten doch die Grippewelle im Febr. in Deutschland. Ich hatte so eine starke Erkältung, die mich 3 Wochen zum Liegen brachte. Bis mittags im Bett geblieben und von dort aus auf die Couch. Ich habe sehr viel geschlafen und wenig gegessen und getrunken. Nur zur Toilette bin ich gegangen sonst wie gesagt nur gelegen. Aber man weiß es nicht, das sind jetzt alles nur Spekulationen.

Ich möchte mich noch für Deine Rückantwort bedanken, ich habe das Eingangs vergessen. Ansonsten fühlst Du Dich aber wieder gut?

Herzliche Grüße von
Brigitte

Hallo Brigitte,

Eitelkeit ablegen, das is ein gutes Stichwort! Genau so ist es… Das fällt wahnsinnig schwer, ich kann das nachfühlen. Noch heute ziehe ich manchmal lieber die Strumpfhose an als einen einzelnen Strumpf - auch wenn die Strumpfhose umständlicher und unbequemer ist - nur um den Blicken der Leute zu entgehen. An anderen Tagen scheiß ich drauf und sag mir, is doch egal was die anderen denken! Is ja noch schön wenn man gefragt wird was der Strumpf soll, dann kann man erklären und dann erntet man auch Verständnis. Viel schlimmer sind die, die doof gucken, aber nix sagen und sich nur denken: Was läuft die bei 30 Grad im Schatten mit dicker Strumpfhose rum?!

Back to topic: Messgerät, das kann natürlich sein, dass man das so früh nicht bekommt. Ich sollte erst lebenslang Marcumar nehmen, daher bekam ich eins. Jetzt brauch ichs nicht mehr, weil schließlich festgestellt wurde, dass ich doch nur eine, nicht zwei verschiedene Gerinnungsstörungen hab. Kannst meins haben ;D

Das stimmt, hatte ich fast vergessen zu sagen: viel Bewegung und viel Trinken ist natürlich das A und O. Hab vor der Thrombose auch chronisch zu wenig getrunken, heute habe ich immer 1,5l Wasser dabei. Die Bewegung und die Strümpfe verhindern nicht nur weitere Thrombosen, sie sorgen auch dafür dass es deinem Bein langfristig gut geht. Die durch die Thrombose geschädigten Venen können das Blut nicht mehr so gut transportieren und unbehandelt kriegste am Ende ein offenes Bein. Mein krankes Bein sieht bis auf die obligatorische Schwellung, ein paar kleine Krampfadern und viele blaue Äderchen (Besenreißer) unten an der Ferse eigentlich noch fast aus wie das gesunde, und das nach 10 Jahren schlechter Durchblutung. Das ist nur durch konsequente Kompression zu erreichen.
Aber da wären wir wieder bei Eitelkeit, entweder man nimmt in Kauf das Bein 95% der Zeit im Strumpf zu zeigen und dafür ohne Strumpf noch halbwegs vorzeigbare Beine zu haben. Oder man verzichtet auf den Strumpf, hat dann aber nach einiger Zeit Krampfadern, geschwollene Füße, Wasser in den Beinen und im schlimmsten Fall nach einigen Jahrzehnten ein offenes Bein. Da trage ich lieber Strümpfe!

Korrekt, der Strumpf ist schon schwieriger anzuziehen nachdem man aus dem Wasser kommt. Besorg dir beim Sanitätshaus am besten ein paar Gummihandschuhe als Anziehhilfe, dadurch bekommst du besseren Halt, kannst die Strümpfe einfacher anziehen. Die sehen natürlich auch sehr sexy aus, diese Handschuhe… Giftgrün sind meine, und mir fast noch peinlicher als die Strümpfe.
Ich creme meine Beine nach dem Schwimmen immer mit einer leichten Bodylotion ein, lasse das einziehen (im Liegen) und nach 10 Min. oder so rubbele ich eventuelle Cremereste mit dem Handtuch ab und ziehe dann den Strumpf an. Die Haut ist durch das Eincremen geschmeidiger, das Anziehen geht besser. Sehr ölhaltige Lotionen können den Strumpf allerdings angreifen! Viel Cremen ist nach jahrelanger Kompressionstherapie eh super wichtig, da die Strümpfe leider jede Feuchtigkeit von der Haut saugen und man schnell Probleme mit trockener, juckender Haut bekommt.

Strumpfhosen sind nervig, aber was soll man machen. Ich seh’s positiv: gratis Bauch-weg und Po-formende Hose! :smiley: Für den Toilettengang sind Strümpfe praktischer, aber man gewöhnt sich auch an das Gefiddele mit der Strumpfhose. Anfangs habe ich morgens 15 Minuten und 3 Heulanfälle gebraucht bis die Strumpfhose richtig saß. Heute schaff ich’s in 3 Min. Alles eine Frage der Übung und Gewöhnung :wink:

Wie ich mich fühle: Ich sag mal so, wie vor der Thrombose wird’s (für mich) nie wieder sein. Anfangs habe ich die Strümpfe vor allem auch deswegen getragen, weil mein Bein ohne Strumpf sofort angeschwollen ist und bei großer Anstrengung hart wie Beton wurde. Inzwischen hat sich das deutlich gebessert, der Körper braucht einige Jahre, aber er kann es ausgleichen. Unterstütze ihn durch die Kompressionstherapie, viel Trinken, viel Bewegung und Sport wie Schwimmen, Radfahren, gerne auch spezielle Venengymnastik/übungen (schau mal im Internet oder in der Bibliothek), aber hab Geduld! Noch drei Jahre nach meiner Thrombose war meine Beckenvene komplett geschlossen, alles Blut floß durch Umgehungsvenen. Inzwischen ist die Beckenvene wieder offen, wenn auch kleiner im Durchmesser als vor der Thrombose, daher geht’s mir inzwischen auch besser. Aber langes Sitzen bereitet mir nach wie vor Schwierigkeiten: Der Fuß fängt an zu kribbeln, Spannungsgefühl in der Wade - hast du das auch? Dann stehe ich auf, mache ein paar Venenübungen, dann geht’s meistens wieder besser. Noch ein Vorteil wenn man viel trinkt: Man muss automatisch oft auf’s Klo und hat damit einen Grund bei längeren Autofahrten, im Flugzeug, Zug oder Kino alle 60-90 Min. eine Pause einzulegen. Da is mir nix mehr peinlich, im Flugzeug stelle ich mich gern in den Gang und wippe auf den Zehen auf und ab oder lasse die Füße kreiseln. Kann man natürlich genauso gut in der Toilette machen, wenn die Leute schief gucken :wink:

Ich bin schon traurig, dass ich jetzt, wo ich mich trauen würde meine nackten Beine in einem schönen Sommerkleid oder einer Jeansshorts zu zeigen (vor der Thrombose fand ich meine Beine häßlich), es nicht mehr wirklich kann. Aber ich freue mich dann schon über die paar Minuten im Park im Liegen auf der Wiese in kurzer Hose und die Füße im Gras - das genieße ich richtig. Barfuß laufen fehlt mir schon sehr. Aber wer weiß, vielleicht wird es irgendwann so gut, dass auch das wieder für kurze Zeit geht. Es hätte schließlich schlimmer kommen können, immerhin haben wir keine Lungenembolie oder ähnliches gekriegt :smile:

Ich hoffe du hast einen ganz tollen Urlaub und ja, du bist auch mit Strumpf attraktiv! Da zählt schließlich so viel mehr als so ein oller Gummi an der Wade… Mach dir am besten so wenig wie möglich Gedanken darum, die anderen mögen kurz doof gucken - aber das wars auch schon. Je weniger du drüber nachdenkst desto weniger merken andere überhaupt das was nicht stimmt :wink:

Viele Grüße,
Jana

Hallo Jana,
das mit dem kribbeln habe ich hin und wieder schon seit etlichen Jahren. Gestern habe ich fast den ganzen Tag in der Wohnung zu tun gehabt, wie Gardinen waschen, Fenster putzen etc. mache das grundsätzlich alles komplett so kurz vor dem Urlaub, damit ich nicht, wenn ich nachhause komme loslegen muß, sondern alles wieder langsam angehen kann. Aber das habe ich den ganzen Abend im Bein gespürt, war glaube ich keine gute Idee das alles zu tun. Aber das das Bein jetzt bereits komplett schmerzfrei sein müßte glaube ich auch nicht, dafür ist das alles noch ziemlich frisch. Habe manchmal so einen leichten Schmerz in der Wade und im vorderen Bereich und manchmal am Knie, aber ist zu ertragen. Du schriebst mir, das Du ein Messgerät hast, was möchtest Du dafür haben? Eigentlich brauche ich es ja hauptsächlich für den Urlaub, dann könnte ich alle 2 Tage messen, denn es geht ja los mit dem Essen, ist eine ganz andere Küche bzw. wird anders zubereitet als hier, man will auch ab und zu was trinken. Zuhause achte ich schon auf Lebensmittel die viel K-Vitamine haben, die zu meiden oder wenn ich Apetitt drauf habe, in einer ganz kleinen Portion zu mir nehme, damit das Marcumar seine Wirkung behält. Grüngemüse esse ich garnicht, das gehört zu den schlimmsten. Aber mir macht das nichts, denn ich bin sowieso kein guter Esser. Bin 1.76 groß und wiege 68 kg.
Warum meinst Du, das es nie wieder so wird wie vor der Thrombose? Ich höre auch zum ersten Mal von einer Beckenthrombose, hat man die Schmerzen anfangs bevor das diagnosiziert wird, im ganzen Beckenbereich?

Ich trage auch schon seit 3 1/2 Jahren Kompressionsstrümpfe aber nur bis zum Knie, aber nur aus dem Grund, ich habe das gleiche Problem, wenn es warm wird bekomme ich geschwollene Füße bis zum Knöchel und es paßt mir kein Schuh mehr. Seitdem ich die Strümpfe trage habe ich gar kein Problem damit. Im Urlaub habe ich sie immer ausgelassen, aber dafür hatte ich auch Elefantenfüße. Habe mir dann Sandalen zugelegt mit Klettverschluß vorne und hinten und das funktioniert ganz gut. Wir können unzufrieden mit der Situation sein wie wir wollen, damit müssen wir leben.
Welcher Jahrgang bist Du eigentlich?
Stimmt es eigentlich, wenn man ein Fußbad nimmt, das man das nicht länger als 5-7 Min. machen soll, das wäre nicht gut für die Füße, lt. einem Arzt (Chirurge).

Jetzt begebe ich mich erst mal in den Einkaufstress, denn heute hat mein Mann Geburtstag und muß noch einiges vorbereiten.

Ich sage erstmal viele Grüße und einen schönen Tag, trotz 10°.

Brigitte

Ja man merkt schon dass der Körper nicht mehr so belastbar ist wie früher. Ich ermüde z.B. auch schneller als vor der Thrombose, wenn ich viel rumlaufen muss natürlich sowieso, aber auch nach einem normalen Büroarbeitstag. Einfach mal öfter ne Pause einlegen, Beine hoch, am besten auf einem Venenkissen, man kann halt keine 100% mehr geben.

Wegen des Meßgeräts: Schreib mir mal an [email protected]. Ich weiß aber nicht so recht, das Meßgerät ist ja jetzt schon 8 Jahre alt, ob das noch so up to date ist, ob’s dafür überhaupt noch Meßstreifen gibt usw.?! Aber kanns ja erstmal rauskramen und gucken ob’s überhaupt noch funktioniert :smiley:

Bin Jahrgang '83 (und du?) und die Thrombose hatte ich mit 20. Grund: Pille, seeeeehr heißer Sommer mit wenig Flüssigkeit und wenig Bewegung und natürlich ein vorher übersehenes Faktor-V-Leiden (Gerinnungsstörung).

Fußbäder, weiß ich nicht, guck mal was dir gut tut, würd ich sagen :wink: Da wird dir wahrscheinlich auch jeder Arzt was anderes sagen.

Beckenvenenthrombose is ne Spur schwerer als Unterschenkel, die Beckenvene ist ziemlich groß und der Weg zum Herzen/zur Lunge ist auch nicht weit. Gemerkt habe ich erstmal nix, ein dumpfer Schmerz im Becken, den ich nicht zuordnen konnte (eher noch dem Hüftgelenk zugeordnet hätte), der aber auch nicht schlimm war. Dabei hab ich mich gefühlt als würde ich krank werden, schlapp, Nierenschmerzen, als käme gleich ne Grippe umme Ecke. Die Grippe kam nicht, nach 3 Tagen wurde mein Bein dann innerhalb von 1-2 Std. dick, blau und heiß. Als ich nicht mehr auftreten konnte hat mich netterweise ein Freund mit Auto in die Notaufnahme gefahren (112 wollte keinen Rettungswagen vorbeischicken, die meinten ich könne ja mit der Bahn zum Krankenhaus fahren). Danach eine Woche Krankenhaus, erst Heparin, dann Marcumar, dazu die schlimmsten Schmerzen meines Lebens für die nächsten 3-4 Wochen. Musste die ganze Zeit Codein nehmen, so schlimm waren die Schmerzen.

Durch die Thrombose sind die Venenklappen unterhalb des Beckens alle geschädigt worden und funktionieren nicht mehr. Dadurch kann das Bein gar nicht so funktionieren wie das gesunde andere Bein. Bei dir sind ja maximal die Venenklappen ab Kniehöhe kaputt, ich denke allein dadurch wirst du weniger Einschränkungen spüren. 6 Wochen nach meiner Thrombose konnte ich noch keine 300 m laufen ohne außer Puste zu kommen, geschweige denn die 4 Stockwerke zu meiner Whg. hochlaufen ohne Schmerzen, Herzrasen und Atemnot. Was du erzählst klingt nicht so schlimm, also wer weiß, vielleicht fühlst du irgendwann kaum bis gar keine Einschränkungen mehr :smile:

Mit nie wieder wie vorher meinte ich (bei mir):
* Das kranke Bein wird nie mehr exakt so aussehen wie das gesunde (immer etwas geschwollen, mit Krampfadern oder Besenreißern)
* Es wird immer irgendwelche Schwierigkeiten bereiten, sei es Kribbeln, Schmerzen, Schweregefühl, das Bedürfnis es hochzulegen etc.
* Der Körper ist nicht mehr so belastbar, weil er mehr ackern muss, das Blut im Bein zirkulieren zu lassen, v.a. es wieder rauszupumpen. Das merkt man vor allem beim Sport oder anderen belastenden Tätigkeiten, langes Stehen, langes Laufen. Die ersten Jahre war mein Bein nach nem Sprint zur Bahn o.ä. erstmal steinhart und hat gepocht, musste es hochlegen bis es irgendwann wieder ging. Und außer Puste war ich eben schnell. Joggen würd ich z.B. nicht, fahre lieber Rad, gehe wandern oder gehe schwimmen, alles was die Venen wenig belastet und keine Hüpf-, Springbewegungen oder sonstige aprubte Bewegungswechsel beinhaltet.
* Ständig die Strümpfe tragen zu müssen schränkt natürlich auch ein, z.B. dauert das Anziehen nach dem Schwimmen doch länger als ohne etc.
* Und dann die Angst: Die ersten Jahre hatte ich massive Panik vor erneuten Thrombosen. Wenn ich gezwungen war länger zu sitzen ohne aufstehen zu können, habe ich Schweißausbrüche gekriegt und ich war ein gutes Dutzend mal in Notaufnahmen oder beim Arzt weil ich dachte da wär wieder was. Nach 10 Jahren ohne Thrombose fühle ich mich wieder halbwegs sicher, aber da ich kein Marcumar mehr nehme spritze ich vor längeren Auto-, Zugfahrten oder Flügen immer Heparin.

Also, kannst ja mal schreiben wg. des Gerätes, gucken wir mal :smile:

Viele Grüße,
Jana

Hallo Jana,
ich melde mich entweder heute noch oder morgen, denn ich bin heute den ganzen Tag mit meiner Schwester unterwegs, das machen wir 1 x die Woche, also bummeln/shoppen gehen anschließend irgendwo gemütlich essen gehen. Macht immer Laune.

Bis dahin Gruß Brigitte