Hallo,
ich mache zur Zeit eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. In diesem Rahmen haben wir heute im Fach Pflege das Thema Thromboseprophylaxe durchgenommen.
Leider war unsere Dozentin bei der Frage: " Warum sind Kinder vor den ersten Pubertätszeichen nicht Thrombosegefährdet?" überfordert. Eine schwammige Aussage: das hat was mit den Hormonen zu tun", hat uns allen nicht wirklich weiter geholfen…
Vielleicht weiß ja jemand hier im Forum etwas konkreteres… Sie will sich zwar auch informieren, aber mich hat das doch sehr neugierig gemacht…
Vielen Dank im Vorraus,
Gruß, Katharina
Hallo.
Wenn man sich die Definition und Ursache einer Thrombose anschaut (http://www.google.de/search?hl=de&q=%22Thrombose%22+…)
und mit der Lebenssituation von Kindern vergleicht, sollte klar sein, dass die Hormone teilweise gesundhalten können. Obwohl auch Kinder wg. anderer Faktoren eine Thrombose bekommen können…
HTH
mfg M.L.
Hallo,
das stimmt nicht, denn es gibt sogar schon Neugeborene mit einer Thrombose…
Hab dir mal etwas rausgesucht:
PATIENTEN UND SYMPTOME
Insgesamt sind Schlaganfälle und Thrombosen bei Kindern genauso häufig wie manche Arten von Blutkrebs. In
Münster werden zur Zeit ca. 1200 Kinder mit Thrombosen oder Schlaganfall deutschlandweit mitbetreut. In
Deutschland treten pro Jahr bei 200 bis 300 Kindern neue Schlaganfälle auf.
Diese Gefäßverschlüsse treten spontan hauptsächlich in der Neugeborenenperiode auf: von 100.000 Neugebore-nen
erleiden ca. 5 Säuglinge eine Thrombose und 2-3 einen Schlaganfall. Ein weiterer Häufigkeitsgipfel besteht
zu Beginn der Pubertät im Zusammenhang mit der Hormonumstellung, Zunahme von Rauchen und der Einnahme
der „Pille“.
Während bei Jugendlichen ab der Pubertät ähnlich wie bei Erwachsenen venöse Thrombosen zu 90% in den
oberflächlichen und tiefen Beinvenen beobachtet werden, treten bei Neugeborenen und kleinen Kindern häufiger
Nierenvenenthrombosen, Darmvenenthrombosen, Thrombosen der unteren oder oberen Hohlvene oder Thrombo-sen
der Gehirnvenen (sog. Sinusvenen) auf.
Bei Blutgerinnseln, die z.B. im Herzen oder an anderer Stelle im Körper entstehen und in die Hirnarterien ver-schleppt
werden, kann es zum Schlaganfall kommen. Bei älteren Kindern steht meist eine Halbseitenlähmung
(Hemiparese) im Vordergrund, möglicherweise kombiniert mit einer Lähmung der Gesichtsmuskeln, Sprachprob-lemen
oder Krampfanfällen. Seltener sind Bewußtseinsstörungen und Koma.
Schlaganfälle im Neugeborenenalter können direkt nach der Geburt mit uncharakterischtischen Beschwerden wie
Atemstörungen, Muskelschwäche und Bewegungsarmut bis hin zu Bewußtseinsstörungen oder Krampfanfällen
auffallen. Häufig wird aber die Diagnose eines Schlaganfalls, der bereits vor oder unter der Geburt aufgetreten ist,
erst im Alter von mehreren Monaten diagnostiziert, wenn die Kinder eine Hand nicht oder weniger zum Greifen
einsetzen oder beim Krabbeln eine Seite weniger benutzen als die andere. Dabei bedeutet ein Schlaganfall in der
linken Gehirnhälfte eine Beeinträchtigung der rechten Körperseite und entsprechend umgekehrt.
Bei Verschlüssen von venösen Gefäßen wie bei einer tiefen Beinvenenthrombose kann es zu einem geschwolle-nen,
schmerzhaften, dunkel gefärbten Bein kommen. Eine Nierenvenenthrombose kann z.B. durch Blut im Urin
und einen tastbaren Bauchtumor auffallen. Eine Sinusvenenthrombose oder ein Schlaganfall des Gehirns kann
Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Sprachstörungen usw. verursachen. Das klinische Bild hängt also sehr
von der Art des Blutgerinnsels ab.
Allgemein besteht bei einer Thrombose immer die Gefahr, dass ein Teil des Blutgerinnsels abreißt und mit dem
Blutstrom in die Lunge gespült wird, wodurch eine Lungenembolie verursacht werden kann. Diese Lungenembolie
kann sich klinisch wie eine Lungenentzündung mit schneller und erschwerter Atmung darstellen und muss bei
einer Thrombose immer mit in die diagnostische Abwägung einbezogen werden.
Arterielle Thrombosen präsentieren sich mit der Symptomatik einer akuten Durchblutungsstörung, d.h. mit einem
kühlen, blassen Arm oder Bein ohne bzw. mit abgeschwächtem Puls.
(aus http://paediatrie.uni-muenster.de/links.htm)
LG Manu
Hallo,
vielen Dank für die rasche Hilfe… Ist echt super, wie schnell man hier die passenden Antworten bekommt… Ich werde das dann morgen mal in der Schule zur Diskussion stellen, auch wenn meiner Dozentin das sicher unangenehm sein wird, da sie sich scheinbar nicht wirklich vorbereitet hat…
Liebe Grüße, Katharina