Tick

Hallo,

unser Großer (11) nervt uns seit einigen Wochen mit seinem „Entschuldigung“-Tick. Wegen dem allerkleinsten Bisschen, ohne das einer etwas gesagt hat, entschuldigt er sich. Das geht so: „Entschuldigung, tut mir leid, entschuldigung“. Seit er von mir weiss, dass Entschuldigung auf englisch sorry heisst, kommt dieses Wort noch dazu.

Ich sehe es n o c h relativ ruhig, aber meine Frau wollte ihn schon zum Klappskallidoktor, sprich Psychater schleppen. Nach meiner Meinung ist es ein lästiger, aber vorübergehender Tick, meine Göttergattin glaubt langsam an ernsthaftere geistige Störungen.

Hat jemand mit dem Geschilderten eigene Erfahrungen ?

Gruss

Andreas

Hallo Andreas,

also solange er sich „nur“ entschuldigt und nicht wie ein „geprügelter Hund“ von dannen schleicht, würde ich mir keine großartigen Gedanken machen. Ich glaube, solche Phasen haben Kinder in dem Alter einfach zuweilen. Ein Problem sehe ich persönlich erst, wenn auch seine anderen Verhaltensweise schlagartig eine Änderung aufweisen, sprich er verschlossener wird usw. (Wobei auch das einfach nur an der Pubertät liegen könnte!) Das könnte(!) dann nämlich mit eventuellen Bedrohungen oder ähnlichem zu tun haben.

Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich so eine Phase auch… Jedenfalls kann ich mich noch gut daran erinnern, daß meine Mama auch zuweilen geschimpft hat, daß ich mich nicht dauernd entschuldigen soll *lol*

Ich hoffe mal, daß es sich wirklich nur um eine Phase handelt und nichts anderes dahinter steckt.

Viele Grüße
Anja

Hi,

Frage: Hat, oder hatte, er auch schon andere tics? Oder ist er ansonsten irgendwie ‚auffällig‘?

Wenn nicht, würde ich mir eigentlich keine Sorgen machen:
Es wäre äusserst seltsam, wenn der erste tic im Alter von 11 Jahren auftaucht, wenn es absolut keine anderen Auffälligkeiten in den vorigen 10 Jahren gegeben hat.

Vielleicht ist’s ne kleine, sagen wir mal salopp, ‚Macke‘, die sich wieder legt.

Oder würdest Du meine obige Frage mit Ja beantworten?

gruss, isabel

Hallo,

kann es sein, dass er auf das Thema angesprochen werden will? Z.B. weil er - seiner Meinung nach - sich fälschlich für etwas entschuldigen musste?

Das Spielchen wurde bei uns in der Familie früher von uns Dreien immer gerne gespielt. Irgendeine Verhaltensweise wurde eingefordert, wir sahen dies nicht ein, und übertrieben es dann so lange, bis wir unsere Eltern damit zur Weissglut trieben. Dann platzte ihnen der Kragen und es gab richtig Ärger und wir konnten dann damit kontern, dass man doch genau dieses Verhalten von uns verlangt habe.

Gruß vom Wiz

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Hallo,

kann es sein, dass er auf das Thema angesprochen werden will?
Z.B. weil er - seiner Meinung nach - sich fälschlich für etwas
entschuldigen musste?

nein, überhaupt nicht

Gruss

Andreas

Hi,

Frage: Hat, oder hatte, er auch schon andere tics? Oder ist er
ansonsten irgendwie ‚auffällig‘?

Hallo,

mitunter ist er etwas ängstlich wenn es dunkel wird, besonders, wenn er mal wieder heimlich irgendwelche Filme im Fernsehen gesehen hat, während die Eltern schon schliefen.

Dann schaut er unter Bett und in der Abseite nach, ob sich da jemand versteckt hat. Aber das habe ich als Kind auch getan.

Sonst ist der neueste Hit „Tick, du bist verhext“ und „nimmst Du das zurück (das Verhexen), ich kann sonst nicht schlafen“. Insgesamt mit den Nerven wohl etwas schlecht zu Fuß, der Herr Sohn. Sollte ihm mal eine zeitlang den Fernseher wegnehmen.

Gruss

Andreas

Hallo Andreas,

ich hatte so ein paar Ideen zu Deinem Problem und auch zu den
Kommentaren.

  1. Ich bin nicht 100%ig sicher, aber soweit ich weiss, kann eine
    Tickstörung durchaus auch mit der Pubertät kommen. Also von wegen
    „mach Dir keine Sorgen, wenn er früher nichts hatte“

  2. Unabhängig davon ist es in gewissen Phasen ganz normal, dass
    Kinder „zwanghaftes“ Verhalten zeigen, wie zum Beispiel nicht auf die
    Ritzen im Gehsteig treten dürfen u.s.w. Das gibt sich in der Regel
    wieder. Für Kinder ist die Welt in vieler Hinsicht „magisch“, da
    gehört vielleicht bei Deinem Sohn auch verhexen etc. zur „Realität“.

  3. Es kommt wirklich sehr darauf an, in welchem Zusammenhang Dein
    Sohn diese Worte sagt, und wie er sich dabei benimmt. Hast Du das
    Gefühl, er „muss“ es sagen, aus einem inneren Druck heraus, oder
    könnte er es auch lassen? Hast Du ihn selbst das schon mal gefragt?

Erst mal besteht kein Grund zur Panik. Allerdings sollte man die
Geschichte auch nicht einfach ignorieren. Tick- und Zwangsstörungen
sind seeeehr hartnäckig, wenn sie sich erst mal eingespielt haben.
Bei Tick bzw. Tourette-Syndrom kommt ausserdem noch eine starke
biologische Komponente hinzu, so dass man evtl. über Medikamente
nachdenken müsste. Hier kann aber ein guter Neurologe im Falle eines
Falles helfen. Einen Psychiater braucht er nicht unbedingt, eher
einen guten Kinder-Psychotherapeuten.

Jetzt wünsche ich Dir und Deinem Sohn erst mal alles Gute, und lass
von Dir hören, wie die Geschichte ausgegangen ist!

LG
Sibylle

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ruhe bewahren
Hi Andreas,

Unsere Große (heute 12) hatte genau den selben Tick. Dazu kam noch „Danke“ - und zwar für alles: „Danke für die Butter, danke, daß Du mich weckst, danke, daß Du essen gekocht hast …“. *augenroll*

Ich würde erst mal empfehlen: Ruhig bleiben. Ich bin zwar keine Psychologin, kenne aber viele Kinder, und fast alle haben irgendwann phasenweise irgendwelche Ticks. Das müssen darum aber noch lange keine Tics sein, also richtige psychische Störungen.

Die meisten von uns kennen doch den „Nicht auf die Fugen der Pflastersteine treten“. Es sind Spielereien, in die sich die Kinder manchmal versteigen, manchmal auch für länger. Kinder sind so.

Beobachtet ihn einfach genau. Wenn er ansonsten keine Anomalien aufweist, sich also auffällig verschüchtert oder komisch benimmt, ist es wahrscheinlich nur eine Phase. Vielleicht fragt ihr ihn mal, wieso er sich so oft entschuldigt. Aber ansonsten würde ich erst mal abwarten, ob es vorbei geht, und kein allzu großes Thema draus machen. Ignoriert es - für’s Erste.

Liebe Grüße.,
Nike

Entschuldigung
Hallo Andreas,

im Gegensatz zu anderen Meinungen würde ich sagen, aus deiner knappen Information kann man schwer schlussfolgern.

Wegen dem allerkleinsten Bisschen, ohne
das einer etwas gesagt hat, entschuldigt er sich. Das geht so:
„Entschuldigung, tut mir leid, entschuldigung“.

Wenn es etwas gibt, wofür er meint sich entschuldigen zu müssen, dann lernt er gerade die Verantwortung für sein Tun zu übernehmen. Wenn keiner dazu etwas sagt, was für ihn ein Grund sein könnte, das zu erwarten, dann provoziert er den Dialog darüber, einen Austausch über seine Handlungen. Wenn ihr als seine Eltern das ihm vorlebt, dann erlernt er dies. Wenn ihr das nie tut aber einmal von ihm verlangt habt, dann spiegelt er euch euer Verhalten. usw. Meine hypothetischen Erklärungen sind durchaus positiv gemeint und sind aus meiner Sicht genauso gut möglich als die negativen deiner Frau. Sag mehr, um die Hintergründe zu verstehen. Selbstverständlich, nur wenn du es möchtest. :smile:

Gruß

Hallo Andreas,
falls Euer Sohn bisher keine Schwierigkeiten hatte, also bisher „alles in Butter“ war, würde ich es aus meiner Erfahrung, als ein Zeichen beginnender Pubertät werten:smile:
Ich sehe bei meinem Großen (12), wie ihn die Hormone völlig durcheinander werfen, er weint lachend und weiß nicht warum, der Arme :smile:
Ist es nicht eine Zeit, in der alles, aber auch wirklich alles, in Frage gestellt wird?
Vielleicht entschuldigt er sich indirekt dafür, daß er spürt, daß Ihr auch „nur“ ganz normale Eltern seid, daß er anfängt Fehler bei Euch wahrzunehmen, kritischer zu werden und er sich irgendwie - er weiß auch nicht, wie ihm geschieht - von Euch innerlich entfernt, er plötzlich nicht immer nur liebevolle Gedanken Euch gegenüber hat.
Dann fühlt er sich vielleicht schuldig, weil er noch nicht verstehen kann, wie ihm plötzlich geschieht und er ist überfordert, entschuldigt sich ständig…
hm, nur EIN Interpretationsangebot.
Das allein ist sicher kein Grund zum Psychologen zu laufen - aber auch kein Grund für saloppe „Vätersicht“ (á la immer cool bleiben, grins).
Hilfreich, falls meine Vermutung zutreffen sollte, ist in jedem Fall Verständnis für sein inneres Chaos zu haben, ihn mal in den Arm zu nehmen (was ihm vielleicht ja schon unangenehm werden könnte), Zeit und Gesprächsbereitschaft zu signalisieren und ihm zu zeigen, daß Ihr ihn lieb habt, auch wenn er demnächst anfangen sollte „rumzubocken“ :smile:
Ist ne blöde Zeit für Kids - und sie fangen immer früher damit an.
Lieber Gruß,
Christine

Hallo,
also das das mit dem Fernseher wegnehmen nichts nützt ist dir doch wohl klar oder? Außerdem demütigt ihn das doch. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass dich das einfach nur nervt, du dich aber nicht wirklich dafür interessierst was für eine Ursache dahinter stecken könnte oder ob dein Sohn nicht vielleicht ein ( wenn auch ncht schlimmes ) Problem hat?!
Ich höre aus deinen postings immer so was negatives raus, du redest so abfällig über ihn. Vielleicht kommt das ja nur bei mir so rüber, ich will dir da nichts unterstellen.

Habt ihr denn man mit ihm darüber geredet und ihn einfach mal gefragt warum er das macht? Vielleicht gibt es ja einen Grund, den er euch wenn er ernst genommen wird mit Sicherheit auch irgendwann erzählt.

Wenn alles nichts nützt geht doch ruhig mal zu einer Familienberatung. Das kostet nichts und bezieht euch als Eltern mit ein. Darüber hinaus ist dann eine neutrale Person da, durch die sich dein Sohn im Gespräch dann gestärkt fühlt. Es ist ja manchmal halt nicht so einfach zwischen Eltern und Kindern.
Das ist auch nichts, wofür man sich schämen müsste, übrigens genauso wenig als wenn man zu einem Psychologen geht.
Ich hoffe ihr könnt das Problem bald lösen
schneehase

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Hi Andreas,

mitunter ist er etwas ängstlich wenn es dunkel wird,
besonders, wenn er mal wieder heimlich irgendwelche Filme im
Fernsehen gesehen hat, während die Eltern schon schliefen.

Hm, nun, das mit dem Fernseher wegnehmen würde wohl nicht gerade was bringen - es gibt auch genug, was man lesen kann, dass gruselig genug ist, dass man sich danach fürchtet… es liegt nie am Medium, sondern am Inhalt.

Obwohl es natürlich schon ungünstig ist, wenn ein 11jähriger nach der ‚watershed‘ (der Uhrzeit, bis zu der ‚jugendfreies‘ gezeigt wird), alleine fernsehen kann. Eben wegen des Inhalts. Aber das ist ein völlig anderes Thema.

Dann schaut er unter Bett und in der Abseite nach, ob sich da
jemand versteckt hat. Aber das habe ich als Kind auch getan.

Hab ich als Kind auch getan - immer unterm Bett geschaut, und sogar im Bad hinterm Duschvorhang. Dass sich da nichts ‚reales‘ versteckt, wusste ich, aber ich konnte es trotzdem nicht lassen. Es waren eher ‚Geister‘, irgendnen Fantasiezeug, dem ich damit auch befahl, gefälligst da zu bleiben, wo sie vielleicht sein mögen…

Nur: Ich war als Kind keineswegs normal, sondern extrem schüchtern und verängstigt.

Sonst ist der neueste Hit „Tick, du bist verhext“ und „nimmst
Du das zurück (das Verhexen), ich kann sonst nicht schlafen“.

Eh, ja, siehe oben.

Insgesamt mit den Nerven wohl etwas schlecht zu Fuß, der Herr
Sohn.

Hm. Entweder, seine Ängste sind für sein Alter ganz normal (wie normal bist Du, der ja schliesslich auch als Kind unter’s Bett geschaut hat?).

Oder er hat einfach eine sehr rege Fantasie.

Oder er hat eine rege Fantasie, die auch ‚Symptom‘ für anderes es - wie sieht es denn bei ihm mit sozialen Kontakten aus? Wie kommt er - heute - mit Mitschülern, Freunden etc klar, wie war es früher, zB Kindergarten? Kommt er gut klar, oder kompensiert er über eine Fantasiewelt?

Wie sieht’s denn mit Euch Eltern aus? Du kommst mir recht ‚alt‘ vor, und das meine ich nicht in Jahren, sondern in der Distanz zu einem 11jährigen. Wie warst Du in dem Alter, bzw kannst Du Dich dran erinnern?

Wie ist Eure Kommunikation mit ihm? Seid Ihr Eltern als Autorität, oder seid ihr Eltern auch als ‚Freunde‘, inwieweit könnt ihr Euch mit ihm identifizieren?

Ich würde an Deiner Stelle über zwei Dinge nachdenken: Hat einer von Euch beiden Elternteilen Symptome, die die tic- Vermutung bei Deinem Sohn irgendwie rechtfertigen würden? (Da ist es SEHR schwer, sich selbst gegenüber einerseits bewusst genug, und andererseits ehrlich genug zu sein).

Wenn eher nicht, dann würde ich mich fragen: Wie gut ist der Instinkt Deiner Frau Deinem Sohn gegenüber? Man denkt nicht daran, seinen Sohn in psychologische Behandlung zu schicken, weil er sich plötzlich andauernd entschuldigt - hat Deine Frau tieferliegende Vermutungen oder ‚Instinkte‘?

Wenn hier auch nein, kommt das zweite:
Vergiss erstmal die ‚Psycho-Schiene‘, und sprich Deinen Sohn drauf an. Aber nicht in so nem betroffenen Ton, als wäre entweder was ‚falsch‘ an ihm selbst, oder als ob er eben einen Fehler begehen würde.

Eher lächelnd, ‚amused‘ - ‚sag mal [grins], Du entschuldigst Dich schon wieder‘?

Und etwas, was hier noch gar nicht bedacht worden ist:
Könnte er den Gesamtausdruck irgendwo aufgeschnappt haben? Manchmal kopiert man ja, bewusst oder unbewusst, Ausdrücke anderer Leute.

Ich muss sagen, mit Deinen bisher kargen Aussagen hab ich hier ne Reihe von Sachen erwähnt, die alles von wahr bis zu komplettem Unsinn sein können.

Daher noch ne Frage: Wenn Du sagst, er entschuldigt sich, wenn es keiner erwartet - wofür entschuldigt er sich eigentlich, und in welchem Zusammenhang??? Es muss ja irgendwo in einem Dialog geschehen.

Gruss, Isabel

(die ADS hat, was sie aber noch nicht allzu lange weiss, heute alles andere als schüchtern oder introvertiert ist, aber als Kind schon ein paar Macken hatte, die man wohl nur als tics einordnen kann)

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Hallo Andreas,
ich würd mal sagen - es geht vorüber! Ich habe 2 Töchter (14 und 11) die „Große“ hatte das auch eine zeitlang drauf.
Ich hab das bei ihr so wieder entschärft, indem ich z. B. beim versehentlichen Anrempeln, oder auf den Fuß treten - na eben solche Sachen, wofür man sich durchaus entschuldigen kann - gesagt hab, „ist schon gut - ist ja nichts passiert!“. Später dann hab ich sie veräppelt, indem ich selbst immer Entschuldigung gleichzeitig mit ihr zusammen sagte - da musste sie lachen und erkannte, dass sie sich nicht für jeden Furz entschuldigen muss.

Wenn ein Gegenstand umfiel oder so und sie Entschuldigung meinte hab ich sie lachend gefragt „Bei wem? Entschuldigst Du Dich jetzt bei der Milch, dass Du sie ausgeschüttet hast?“ Und das half! Echt. Versucht es mal.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass Kinder ein Spiegel ihrer Eltern, ihrer Umgebung sind und sich alles abschauen - prüft also mal, ob es nicht daher her rühren könnte. Gesundes Selbstbewusstsein und eigene Wünsche und Erwartungen kennen, ist hier das Stichwort.

lieben Gruß
Trine

Hallo Andreas

Wenn dies das einzige ist, dann ist es vorübergehend. wenn er aber auch andere im Vergleich zu anderen Geliechaltrigen stark „normabweichende“ Sachen macht oder hat, dann könnte es eine ernstere Ursache haben

Gruss
beat

Hi Isabel,

Hm, nun, das mit dem Fernseher wegnehmen würde wohl nicht
gerade was bringen - es gibt auch genug, was man lesen kann,
dass gruselig genug ist, dass man sich danach fürchtet… es
liegt nie am Medium, sondern am Inhalt.

da möchte ich doch heftigst widersprechen:

Ich kann um Welten gruseligeres lesen als Ansehen. Bei mir wird die Wirkung solcher „Spannungsszenen“ deutlich erhöht durch entsprechende Begleitmusik. Die fällt auf jeden Fall beim Lesen weg (bisher noch zumindestens :smile:)

Außerdem muss/kann ich mir das, was ich lese, vorstellen, beim bildlichen Eindruck kriege ich aufgezwungen, was dargestellt wurde.

Gruß, Karin

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Hi,
da muss auch ich Dir heftigst widersprechen:

Selbstverständlich hast Du mit der ‚Begleitmusik‘ recht - man könnte bei bestimmten Szenen rückwärts zum Fernseher sitzen, und allein durch die Musik das Gruseln bekommen…

Hier geht es aber um einen Menschen, der EVENTUELL über eine sehr rege Fantasie verfügt. Der nicht ‚verhext‘ ins Bett gehen kann, weil ihm das Angst macht.

Genau deswegen KANN das, was man liest, und wo man seine eigene Vorstellungskraft benutzt, beängstigender sein als alles reale, gerade weil es hier keine Grenzen des Möglichen gibt.

(wobei ich hier nicht bestreiten will, dass gewisse Horrorfilme etc etc sich sicherlich mindestens auf dem gleichen level befinden, aber bitte unterschätze nicht die Fantasie eines Kindes. Ich hab als Kind so gut wie nie ferngesehen, und wenn, dann nur von Eltern ausgesuchtes.
Das hinderte mich aber nicht dran, völlig überängstlich zu sein. Angst vor Einbrechern, oder sonstige reale Ängste, hatte ich NIE. Aber dennoch hab ich selbst mit 12 noch irgendwo anders übernachtet, wenn meine Eltern mal abends wegwollten… Ich hab das später wohl ganz gut kompensiert *g*, taken a few risks too many, maybe, aber ich hätte damals wohl nicht in den Schuhen meiner Eltern sein wollen).

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Hi Isabel,

da muss auch ich Dir heftigst widersprechen:

oh bitte,

Hier geht es aber um einen Menschen, der EVENTUELL über eine
sehr rege Fantasie verfügt. Der nicht ‚verhext‘ ins Bett gehen
kann, weil ihm das Angst macht.

Kam bei mir auch schon mal vor. Aber nie durchs Lesen. Da hat meine Phantasie, wenn sie nicht anderweitig überhitzt war (die lieben älteren Geschwister z.B.) eigentlich nie beim Lesen verrückt gespielt.

(wobei ich hier nicht bestreiten will, dass gewisse
Horrorfilme etc etc sich sicherlich mindestens auf dem
gleichen level befinden, aber bitte unterschätze nicht die
Fantasie eines Kindes.

Nö, kenne ich auch selber.

Ich hab als Kind so gut wie nie
ferngesehen, und wenn, dann nur von Eltern ausgesuchtes.

Wir hatten gar keinen Fernseher. Allerdings waren meine schlimmsten Horrorgefühle damals auch vom Radio zum Beispiel, wo ja noch der optische Eindruck fehlte, oft sehr schlimm. Ich traute mich sogar mit 15 mal fast nicht mehr nach Hause, nachdem ich bei einer Schwester einen sehr spannenden Hörfunkkrimi"genossen" hatte.

Das hinderte mich aber nicht dran, völlig überängstlich zu
sein. Angst vor Einbrechern, oder sonstige reale Ängste, hatte
ich NIE. Aber dennoch hab ich selbst mit 12 noch irgendwo
anders übernachtet, wenn meine Eltern mal abends wegwollten…

Nun ja, erstens sind meine Eltern fast nie weggewesen, zumindestens nicht gemeinsam, und außerdem war ich als jüngste von fünfen sowieso nie in dem sinne alleine.

Es ist mit Sicherheit immer auch eine Frage dessen, wie ein Mensch am leichtesten zu beeindrucken ist. So lerne ich auf akustischem Wege meistens auch leichter als z.B. über Lesen.

Mein Einwurf war vor allem auch darauf gerichtet. Oft merken Eltern gar nicht, welche Geräuschkulisse gewohnheitsmäßig in der Wohnung ist und wundern sich dann, wenn die lieben Kinderlein nervös sind.

Schönen Gruß,

Karin

da sieht man mal, wie leicht…
…sich solche Widersprüche aufklären lassen.

Kam bei mir auch schon mal vor. Aber nie durchs Lesen. Da hat
meine Phantasie, wenn sie nicht anderweitig überhitzt war (die
lieben älteren Geschwister z.B.) eigentlich nie beim Lesen
verrückt gespielt.

Es ist mit Sicherheit immer auch eine Frage dessen, wie ein
Mensch am leichtesten zu beeindrucken ist. So lerne ich auf
akustischem Wege meistens auch leichter als z.B. über Lesen.

Im Gegensatz zu Dir bin ich halt visuell veranlagt - was auch heisst: hab ich was gesehen, zB auch Namen, oder einfach irgendein Wort, kann ich mir es merken.

Hab ich nur den Klang im Ohr, dann ‚verebbt‘ dieser Klang, und wech isses.

Das erklärt wohl auch unsere unterschiedliche Sichtweise.
Bei mir war es immer der Inhalt, der hängenblieb (bzw meine Interpretation dessen), und nicht die ‚Verpackung‘, sei es visuell, akustisch oder sonstwie.

gruss & thx,
isabel

hi, kann auch ne mode in der schulklasse sein

Das geht so: „Entschuldigung, tut mir leid, entschuldigung“. Seit er von
mir weiss, dass Entschuldigung auf englisch sorry heisst,
kommt dieses Wort noch dazu.

Hallo Andreas.

manchmal machen Kinder so etwas auch aus „frackischkeet“.
Ich weiß leider kein hochdeutsches Wort, daß es so gut ausdrückt.

Übertriebene Geste aufgrund einer Unzufriedenheit.

Schounge Jrooß ousser Eefel,
Markus Onlein