Schönen Abend,
sagt mal…
wird gegen irgendein Gesetz verstoßen, wenn man Tickets für Veranstaltungen kauft und die dann versteigert, sobald die Veranstaltung ausverkauft ist? Gewerbe wird dafür angemeldet, Mehrwertsteuer abgeführt.
Und wenn das legal ist, meint Ihr, solch ein „Gewerbe“ würde in irgendeiner Form gegen die Moral verstoßen? (ok, die Frage gehört jetzt wohl eher in „ethnik“… aber wenn ich schon dabei bin…)
Bitte von sarkastischen Mails, die mich von irgendwelchen Existenzgründungen abhalten wollen, abzusehen! Grins!
Liebe Grüße,
Véronique
Dass dies illegal sei, wird immer wieder behauptet. Mir hat noch nie jemand eine juristische Erklärung liefern können - kein Urteil, keine Rechtsnorm, kein gar nichts…
Levay
Dass dies illegal sei, wird immer wieder behauptet. Mir hat
noch nie jemand eine juristische Erklärung liefern können -
kein Urteil, keine Rechtsnorm, kein gar nichts…
Der Ticket-Verkauf an sich wohl nicht, das Anbieten von Tickets z. B. für Sportveranstaltungen unmittelbar vor Stadien kann aber in diversen Ländern durchaus strafbar sein. In der Schweiz z. B. stellt dies einen Verstoss gegen das ‚Gesetz über das Hausierwesen‘ dar, in Portugal sind bei der EM 2004, auf welcher Grundlage ist mir nicht bekannt, Schwarzmarkthändler reihenweise verhaftet worden.
Zivilrechtlich kann der Veranstalter aber auch in Deutschland den Verkauf über Kaufpreis unterbinden (zu unterbinden versuchen) oder bekannte Schwarzmarkthändler von zukünftiger Belieferung ausschliessen. Auch nicht übertragbare, namensgebundene Tickets mit RFID-Chips sind für die WM 2006 geplant.
Rechtlich also (in Deutschland) unproblematisch, ‚die‘ Geschäftsidee wird das aber wohl nicht werden.
Gruss
Schorsch
hallo.
Und wenn das legal ist, meint Ihr, solch ein „Gewerbe“ würde
in irgendeiner Form gegen die Moral verstoßen? (ok, die Frage
gehört jetzt wohl eher in „ethnik“… aber wenn ich schon
dabei bin…)
so ein „gewerbe“ ist doch gang und gäbe. unternehmen decken sich mit einem kontingent an karten ein und verkaufen / versteigern diese dann wieder…
ob sich darauf aber eine existenz aufbauen läßt… naja.
solange du genug kunden findest, die bereit sind, einen (wesentlich) höheren preis als eigentlich üblich zu zahlen, ist das kein problem.
im extremfall bleibst du aber auf deinen karten sitzen und machst verlust, und zwar > 100%, denn dein aufwand ist ja teurer als das ticket allein.
probier’s aus. no risk - no fun! 
gruß
michael
Vielen Dank für Eure Antworten!
Ich will damit WIRKLICH keine Existenz gründen (warum nur wird mir das bei JEDER Frage hier unterstellt?), ich hab’ doch schon eine! 
Ich habe nur lange an einer Theaterkasse gearbeitet und wußte damals sehr genau, für welche Veranstaltungen kurz vorher ein Vermögen gezahlt wird… ich glaube, ich hätte mir ein ganz nettes Taschengeld verdienen können, nur fühlt sich das irgendwie nicht „rechtens“ an, deswegen meine Frage.
„…Zivilrechtlich kann der Veranstalter aber auch in Deutschland den Verkauf über Kaufpreis unterbinden…“
da kommen wir der Sache schon näher: warum sollte der Veranstalter was dagegen haben? Erhöht sowas nicht eigentlich den Wert seiner Veranstaltung? Oder ist er einfach nur sauer, dass ER den Gewinn nicht einstreicht?
Oh, da hätte ich noch eine Frage: Wäre es dem Veranstalter erlaubt, mit dem Preis hochzugehen wenn er sieht, dass die Nachfrage gewaltig ist?
Michael, Du sagst, solche Gewerbe gebe es zu hauf… wo kann ich denn so eins finden? In e-bay habe ich zumindest noch keine offiziell gewerblichen Angebote gefunden… Hast Du einen Tipp?
Dank Euch!
„…Zivilrechtlich kann der Veranstalter aber auch in
Deutschland den Verkauf über Kaufpreis unterbinden…“
da kommen wir der Sache schon näher: warum sollte der
Veranstalter was dagegen haben? Erhöht sowas nicht eigentlich
den Wert seiner Veranstaltung? Oder ist er einfach nur sauer,
dass ER den Gewinn nicht einstreicht?
Die Gründe, warum ein Unternehmen keine Eingriffe in seinen Markt wünscht, können sehr vielfältig sein, das geht schon sehr weit in die Wirtschaftswissenschaft hinein. Grundsätzlich ist bei einem derartigen Graumarkt aber immer auch mit Betrug, z. B. dem Verkauf von gefälschten Tickets zu rechnen. Dass ein Anbieter derartiges möglichst unterbinden möchte, ist wohl klar.
Oh, da hätte ich noch eine Frage: Wäre es dem Veranstalter
erlaubt, mit dem Preis hochzugehen wenn er sieht, dass die
Nachfrage gewaltig ist?
Nicht nur dem Veranstalter, sondern jederzeit auch einem Reseller, also z. B. Dir. Die Nachfrage bestimmt den Preis. Aber auch im kulturellen Bereich ist es natürlich denkbar, dass eine Veranstaltung z. B. gezielt mit öffentlichen Fördermitteln bedacht wird und der Förderer im Gegenzug auf einer Preisbindung besteht. Grundsätzlich aber wüsste ich (IANAL) keine Gründe, die deiner Idee zuwider ständen.
Gruss
Schorsch
Ich habe nur lange an einer Theaterkasse gearbeitet und wußte
damals sehr genau, für welche Veranstaltungen kurz vorher ein
Vermögen gezahlt wird… ich glaube, ich hätte mir ein ganz
nettes Taschengeld verdienen können, nur fühlt sich das
irgendwie nicht „rechtens“ an, deswegen meine Frage.
Da würde ich eher Probleme mit deinem Arbeitgeber sehen als mit dem Strafrecht. Das ist aber ja auch nicht zu vernachlässigen.
Oh, da hätte ich noch eine Frage: Wäre es dem Veranstalter
erlaubt, mit dem Preis hochzugehen wenn er sieht, dass die
Nachfrage gewaltig ist?
Natürlich. Wir haben eine Marktwirtschaft, hier kann jeder selbst bestimmen, zu welchem Preis er was wann verkauft.
Levay