Hallo,
Die … hast Du natürlich geflissentlich übersehen, weil Sie
die die Möglichkeit geraubt hätten dein verqueres Weltbild
über bestimmte Berufsgruppen zu verbreiten, oder?
Nein, die … habe ich nicht übersehen. Ich bewerte einfach aus meinen Erfahrungen. Das prägt ein wenig, und ich denke, ich habe kein sooo verqueres Weltbild.
Bei den beiden genannten Berufsgruppen ist es für einen normalen Menschen schier unmöglich, schlechte Leistungen objektiv nachzuweisen. Es mag in der Natur der Sache liegen. Bei RAs habe ich dies häufiger im beruflichen, einmal auch im privaten Bereich erlebt. Eine objektive Chance sich dagegen zu wehren, gab es nicht. Bezahlen und Tschüß sagen, mehr bleibt einfach nicht. Bei manchen Ärzten ähnliches.
In Berufsgruppen die ihr Geld zu einem
nicht unerheblichen Teil mit Beratung und nicht unbedingt
verkörperter Anwendung erworbenen Wissens verdienen ist es
einfach ein grundsätzliches Problem, dass es immer Leute gibt,
die nicht verstehen können - oder wollen - dass im Extremfall
schon ein - wohl erwogenes - Wort Geld kosten kann.
Damit habe ich nicht wirklich das Problem. Eher damit, dass unabhängig von Qualität und Güte gelöhnt werden muss.
Und zwar
deshalb, weil es eben kein lustiger Plausch über Gott und die
Welt ist, wenn man sich eine Krankengeschichte oder einen
Rechtsfall anhört, dabei im Geiste einen ziemlich komplexen
Apparat an gelernter Analyse, gerade gestern beim
Literaturstudium erarbeiteter neuester Forschung oder
Rechtsprechung verarbeitet, … um dann ggf, tatsächlich nur
zu sagen, dass man von einer OP oder einer Klage abrät.
OK, im UP war von einem „kostenpflichtigen“ Anruf die Rede. Und deine Antwort darauf habe ich ein wenig korrigiert, bevor mein Mitleids- und Schleimtöpfchen überläuft.
Die ständige Fort- und Weiterbildung gibt es schließlich ja
umsonst, teure Literatur braucht kein Mensch, und was Arzt
oder Anwalt bitteschön privat am Wochenende statt dem neuesten
Krimi schmökert, kann ja nun nicht wirklich das Problem von
Patient oder Mandant sein.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du deinen Berufsstand über alle anderen stellst. Meinst du, andere investieren nichts? Fortbildung? Abendstudium? Maschinen, Geräte?
Also bitte: Wenn da während fünf
Minuten Telefonat nur als Ergebnis rauskommt, dass man dies
oder dass nicht empfehlen kann, dann muss das doch wohl
umsonst sein.
Tja, genau dies meinte ich mit exclusiv. Andere investieren in Vertrieb, Muster, Werbung usw., weil sie nun mal keine sichere Gebührenordnung o.ä. haben. Die Preise richten sich ausschließlich nach dem Wettbewerb. Und sie sind auch in der Beratung tätig. OK, Ärzte zähle ich zur Grundversorgung in einer Gesellschaft (obwohl auch hier Leistung ein solides Standbein haben sollte), RAs dagegen eher weniger 
Wie unschicklich da einzurechnen, dass man gestern gerade mal
wieder drei - niemand konkret in Rechnung stellbare - Stunden
über den neuesten, teuren Zeitschriften gehangen hat, und nur
deshalb weiß, dass das potentiell zuständige Gericht gerade
vor zwei Wochen in einer ähnlichen Sache genau so geurteilt
hat, dass man heute genau diesen Rat geben muss, den man vor
einem Monat ggf. noch anders gegeben hätte.
In anderen Berufen ist es ganz genauso. Sonst müsstest du heute noch zu Fuß von deiner Lehmhütte in die Kanzlei.
Gruß
Der Franke
Mmmhhh, ich überlege und überlege. In welcher Berufssparte gibt es dies eigentlich noch, dass immer gleich zwei der gleichen Zunft tätig sind, in der gleichen Sache?