Tierarztrechnung

Guten Tag,

Max Mustermann hat ein Problem mit seinem nicht Landwirtschaftlich genutzten Tier und ruft den Tierarzt seines Vertrauens an, welcher aber seine Frage nicht wirklich klären kann. Er wird nicht auf eventuell anfallende Kosten aufgeklärt.

2 Tage später kommt es zum Konflikt zwischen Patientenhalter und Tierarzt und dieser verlangt nun eine Beratungsgebühr. Müsste Max diese dann bezahlen oder nicht, was meint ihr?

mfg

Hi,

ja, denn auch ein Tierarzt muß seine Rechnungen bezahlen und kann nicht umsonst arbeiten. Auch eine telefonische tierärztliche Beratung ist kostenpflichtig. Da es sich hier um eine Dienstleistung handelt, ist ein vorheriger Hinweis über die Höhe der Gebühren keine Pflicht, wenn ich mich richtig erinnere.

http://www.vetvita.de/tierrecht/got/teila.shtml

Gruß
Tina

Hallo,

Ärzte, Anwälte, Architekten, … sitzen nur deshalb den ganzen Tag im Büro, weil sie sich kein schöneres Hobby vorstellen können. Büromiete und Personalkosten, … bezahlen sie mit dem Geld, was ihnen mit Studienabschluss als dickes Bündel aus dem Himmel direkt in die Hände gefallen ist. Über jeden Anruf und Besuch freuen sie sich, und nehmen sich jede gewünschte Zeit der Welt, um einen netten Plausch mit Hinz und Kunz zu führen. Parkplatz vor dem Haus, Kaffee und nettes Ambiente dienen nur der persönlichen Selbstdarstellung, und dürfen daher natürlich bedenkenlos jederzeit in Anspruch genommen werden.

Vollkommen unschicklich und standeswidrig ist es für einen klassischen Freiberufler selbstverständlich Geld für solch nette Unterhaltungen zu verlangen.

Was vielen Leuten, die am Monatsende einen netten Fixbetrag auf ihrem Konto unabhängig von konkreter Arbeitsleistung vorfinden, offenbar vollkommen abgeht ist das Verständnis dafür, dass jemand der sich selbst, Räume, Personal und Technik finanzieren muss, jede Minute seiner Arbeitszeit zwingend abrechnen muss, damit er nicht morgen den Laden zusperren kann. Und dass der dafür anzusetzende Stundensatz nicht das beträgt, was man dann netto privat mit nach Hause nimmt, sondern all die persönlichen „Nebenkosten“ wie Vorsorge für den Alters- und Krankheitsfall, und eben den gesamten Betrieb umfassen muss.

Gruß vom Wiz

Das ist schon alles richtig so, in der „got“ sind die Gebühren ja geregelt.
Aber was wäre wenn keine wirkliche fachliche Beratung stattgefunden hat, sondern nur ein kurzer Anruf ohne Informationen? Ein Handwerker kann ja schließlich auch keine Reperatur in Rechnung stellen die er nicht durchgeführ hat, auch wenn er vor Ort war.

Naja, du hast irgendwie das Thema verfehlt :wink:

Hallo Sven,

Das ist schon alles richtig so, in der „got“ sind die Gebühren
ja geregelt.
Aber was wäre wenn keine wirkliche fachliche Beratung
stattgefunden hat, sondern nur ein kurzer Anruf ohne
Informationen?

die Gebühren nach der GOT werden dadurch fällig, dass der Tierhalter wegen eines Problems anruft - ob der Tierarzt dieses lösen kann ist unerheblich.

Ein Handwerker kann ja schließlich auch keine
Reperatur in Rechnung stellen die er nicht durchgeführ hat,
auch wenn er vor Ort war.

Da vergleichst du Äpfel mit Birnen, so kommst du nicht weiter.

Gruß

Johnny

Nein, ganz sicher nicht, und ich glaube, dass weißt Du auch! Wer einen Tierarzt anruft und sich nicht gerade als privater Freund mit ihm über das Wetter unterhält, sondern nicht ganz zufällig über Wellis eingewachsene Kralle oder Meeris Haarausfall parliert, der weiß, dass dies Teil der kostenpflichtigen Tätigkeit eines Tierarztes ist. Sprüche wie „keine richtige Beratung“ sind der vollkommen untaugliche Versuch einer glasklar gegebenen Zahlungspflicht entgehen zu wollen.

Gruß vom Wiz

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Hallo auch,

Ärzte, Anwälte, Architekten, … sitzen nur deshalb den ganzen
Tag im Büro, weil sie sich kein schöneres Hobby vorstellen
können.

irgendwie bezeichnend, dass gerade diese Klientel erwähnt wird. Architekten übrigens kannst du von der Liste streichen, da kenne ich mich sehr gut aus und weiß, dass sie sich im um ihre Kunden bemühen und auch von der Mundpropaganda leben müssen. Und von ihren Leistungen und ihrem Erfolg.

Bei den anderen beiden Berufsgruppen, da gebe ich dir Recht. Es ist mittlerweile offensichtlich selbstverständlich, dass ein Anruf Geld kostet. Ob mit oder ohne Vertrag oder Vereinbarung. Und entsprechender Ausübung von Druck.

Zum nachfolgenden:

Büromiete und Personalkosten, …

Dir ist bekannt, dass es auch sehr viele andere Selbständige und Freiberufler in diversen Berufsrichtungen gibt? Ohne die gewisse Exklusivität und Lobby, dennoch mit solider und rechtschaffener Ausbildung?

Mmmhhh und Gruß
Der Franke

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Die Frage wäre dann aber nicht ob er weiter helfen kann, denn für manche Probleme gibt es einfach keine Lösung, sondern ob er weiterhelfen will.

Hallo,

jede Minute seiner Arbeitszeit
zwingend abrechnen muss, damit er nicht morgen den Laden
zusperren kann.

ich glaube, dass ist das Problem in Deutschland. Dass alles zwingend abgerechnet wird und dabei der Kundenservice auf der Strecke bleibt. Wenn mir mein Tierarzt für einen banalen Anruf („soll ich wegen Blabla gleich vorbeikommen?“… „Warten Sie noch zwei Tage, wenn’s nicht besser wird, kommen Sie vorbei!“) eine Rechnung stellen würde, wäre er spätestens beim zweiten derartigen Vorfall nicht mehr mein Tierarzt.
Nur mal so als Beispiel: Als ich mit unserer Katze beim TA war wegen Flöhen, hat er mir nur das Flohmittel abgerechnet. Auf meine Nachfrage sagte er lächelnd: „Naja, die Diagnose haben Sie ja schon selbst gestellt!“. Merkwürdigerweise ist seine Praxis immer rappelvoll und am Hungertuch scheint er auch nicht zu nagen.

Rechtlich mag das Vorgehen des TA also i.O. sein, kundenorientiert ist es eher nicht.
Leider wurden im Urpsrungsposting nicht die genaueren Umstände geschildert.

Gruß, Niels

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Hi,

Dass alles zwingend abgerechnet wird und dabei der Kundenservice auf der Strecke bleibt. Wenn mir mein Tierarzt für einen banalen Anruf („soll ich wegen Blabla gleich vorbeikommen?“… „Warten Sie noch zwei Tage, wenn’s nicht besser wird, kommen Sie vorbei!“) eine Rechnung stellen würde, wäre er spätestens beim zweiten derartigen Vorfall nicht mehr mein Tierarzt.

Frag mal Deinen Hausarzt, was der für so für Dich abrechnet, wenn Du nur wegen einer Terminvereinbarung anrufst. Die letzte Rechnung die ich selbst gesehen habe, war 10,72 €. Das läuft dann unter telefonischer Beratung.

Wenn Du deshalb den Arzt wechseln würdest, hättest Du ziemlich Schwierigkeiten einen zu finden, der das nicht so handhabt.

Grüße
D.

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Hallo,

Ärzte, Anwälte, Architekten, … sitzen nur deshalb den ganzen
Tag im Büro, weil sie sich kein schöneres Hobby vorstellen
können.

irgendwie bezeichnend, dass gerade diese Klientel erwähnt
wird.

Die … hast Du natürlich geflissentlich übersehen, weil Sie die die Möglichkeit geraubt hätten dein verqueres Weltbild über bestimmte Berufsgruppen zu verbreiten, oder?

Architekten übrigens kannst du von der Liste streichen,
da kenne ich mich sehr gut aus und weiß, dass sie sich im um
ihre Kunden bemühen und auch von der Mundpropaganda leben
müssen. Und von ihren Leistungen und ihrem Erfolg.

Boah ey, jetzt aber noch mal richtig druff! Hat es gut getan?

Bei den anderen beiden Berufsgruppen, da gebe ich dir Recht.

Und noch einen!

Nein, Ärzte und Anwälte sind natürlich grundsätzlich böse Geldgeier, denen schlechte Mundpropaganda gar nichts ausmacht, weil sie ihr Geld selbst drucken.

Es ist mittlerweile offensichtlich selbstverständlich, dass
ein Anruf Geld kostet. Ob mit oder ohne Vertrag oder
Vereinbarung. Und entsprechender Ausübung von Druck.

Klar, jeder Terminwunsch und jede Sachstandsanfrage führt gleich zur Rechnung!

Zum nachfolgenden:

Büromiete und Personalkosten, …

Dir ist bekannt, dass es auch sehr viele andere Selbständige
und Freiberufler in diversen Berufsrichtungen gibt? Ohne die
gewisse Exklusivität und Lobby, dennoch mit solider und
rechtschaffener Ausbildung?

Und immer noch die … übersehen!

Das es auch eine andere Seite der Geschichte geben könnte, interessiert Dich sicher nicht so wirklich. Aber da hier ja auch andere mitlesen: In Berufsgruppen die ihr Geld zu einem nicht unerhebnlichen Teil mit Beratung und nicht unbedingt verkörperter Anwendung erworbenen Wissens verdienen ist es einfach ein grundsätzliches Problem, dass es immer Leute gibt, die nicht verstehen können - oder wollen - dass im Extremfall schon ein - wohl erwogenes - Wort Geld kosten kann. Und zwar deshalb, weil es eben kein lustiger Plausch über Gott und die Welt ist, wenn man sich eine Krankengeschichte oder einen Rechtsfall anhört, dabei im Geiste einen ziemlich komplexen Apparat an gelernter Analyse, gerade gestern beim Literaturstudium erarbeiteter neuester Forschung oder Rechtsprechung verarbeitet, … um dann ggf, tatsächlich nur zu sagen, dass man von einer OP oder einer Klage abrät.

Die ständige Fort- und Weiterbildung gibt es schließlich ja umsonst, teure Literatur braucht kein Mensch, und was Arzt oder Anwalt bitteschön privat am Wochenende statt dem neuesten Krimi schmökert, kann ja nun nicht wirklich das Problem von Patient oder Mandant sein. Also bitte: Wenn da während fünf Minuten Telefonat nur als Ergebnis rauskommt, dass man dies oder dass nicht empfehlen kann, dann muss das doch wohl umsonst sein.

Wie unschicklich da einzurechnen, dass man gestern gerade mal wieder drei - niemand konkret in Rechnung stellbare - Stunden über den neuesten, teuren Zeitschriften gehangen hat, und nur deshalb weiß, dass das potentiell zuständige Gericht gerade vor zwei Wochen in einer ähnlichen Sache genau so geurteilt hat, dass man heute genau diesen Rat geben muss, den man vor einem Monat ggf. noch anders gegeben hätte.

Gruß vom Wiz

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Hi Didi,

falls es wirklich nur eine Terminvereinbarug war und nichts sonst, hat er Dich übers Ohr gehauen.

Reine Terminvereinbarungen sind nämlich nach den Allgemeinen Bestimmungen zu Abschnitt B der GOÄ ausdrücklich nicht berechnungsfähig!

Schöne Grüße, Bernhard

Hi,

ich habe über Ostern daheim ausgemistet und habe dabei auch alte Arztrechnungen (war früher mal privat versichert) entsorgt.

Alle haben tel. Beratung abgerechnet, egal ob Haus- oder Zahnarzt, Orthopäde. Und ich habe noch nie mit einem meiner Ärzte persönlich telefoniert.

Wenn natürlich die Frage der Arzthelferin „was fehlt Ihnen denn?“ als Beratung durchgeht…

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass dies die Regel ist und von allen Ärzten praktiziert wird. Mein früherer Hausarzt konnte so locker eine bis zwei Vollzeitstellen finanzieren.

Gruß
D.

Hallo,

zement mal, GOÄ 1 lautet AFAIR „Beratung, auch telefonisch“, d.h. hierüber kann sowohl die telefonische als auch persönliche Beratung vor Ort abgerechnet werden. Und wenn Du einen Termin am Telefon machst, dann hingehst, und dort vom Arzt beraten wirst, dann ist eine GOÄ 1 verdient. Das hat dann nichts mit der Terminvereinbarung am Telefon zu tun.

Übel finde ich die Fälle von Ärzten, die Rezeptabholungen nur mit Termin machen, und dann noch mal schnell nach dem werten Befinden fragen, um daraus dann eine Beratung zu konstruieren.

Gruß vom Wiz

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Hallo,

Die … hast Du natürlich geflissentlich übersehen, weil Sie
die die Möglichkeit geraubt hätten dein verqueres Weltbild
über bestimmte Berufsgruppen zu verbreiten, oder?

Nein, die … habe ich nicht übersehen. Ich bewerte einfach aus meinen Erfahrungen. Das prägt ein wenig, und ich denke, ich habe kein sooo verqueres Weltbild.

Bei den beiden genannten Berufsgruppen ist es für einen normalen Menschen schier unmöglich, schlechte Leistungen objektiv nachzuweisen. Es mag in der Natur der Sache liegen. Bei RAs habe ich dies häufiger im beruflichen, einmal auch im privaten Bereich erlebt. Eine objektive Chance sich dagegen zu wehren, gab es nicht. Bezahlen und Tschüß sagen, mehr bleibt einfach nicht. Bei manchen Ärzten ähnliches.

In Berufsgruppen die ihr Geld zu einem
nicht unerheblichen Teil mit Beratung und nicht unbedingt
verkörperter Anwendung erworbenen Wissens verdienen ist es
einfach ein grundsätzliches Problem, dass es immer Leute gibt,
die nicht verstehen können - oder wollen - dass im Extremfall
schon ein - wohl erwogenes - Wort Geld kosten kann.

Damit habe ich nicht wirklich das Problem. Eher damit, dass unabhängig von Qualität und Güte gelöhnt werden muss.

Und zwar
deshalb, weil es eben kein lustiger Plausch über Gott und die
Welt ist, wenn man sich eine Krankengeschichte oder einen
Rechtsfall anhört, dabei im Geiste einen ziemlich komplexen
Apparat an gelernter Analyse, gerade gestern beim
Literaturstudium erarbeiteter neuester Forschung oder
Rechtsprechung verarbeitet, … um dann ggf, tatsächlich nur
zu sagen, dass man von einer OP oder einer Klage abrät.

OK, im UP war von einem „kostenpflichtigen“ Anruf die Rede. Und deine Antwort darauf habe ich ein wenig korrigiert, bevor mein Mitleids- und Schleimtöpfchen überläuft.

Die ständige Fort- und Weiterbildung gibt es schließlich ja
umsonst, teure Literatur braucht kein Mensch, und was Arzt
oder Anwalt bitteschön privat am Wochenende statt dem neuesten
Krimi schmökert, kann ja nun nicht wirklich das Problem von
Patient oder Mandant sein.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du deinen Berufsstand über alle anderen stellst. Meinst du, andere investieren nichts? Fortbildung? Abendstudium? Maschinen, Geräte?

Also bitte: Wenn da während fünf
Minuten Telefonat nur als Ergebnis rauskommt, dass man dies
oder dass nicht empfehlen kann, dann muss das doch wohl
umsonst sein.

Tja, genau dies meinte ich mit exclusiv. Andere investieren in Vertrieb, Muster, Werbung usw., weil sie nun mal keine sichere Gebührenordnung o.ä. haben. Die Preise richten sich ausschließlich nach dem Wettbewerb. Und sie sind auch in der Beratung tätig. OK, Ärzte zähle ich zur Grundversorgung in einer Gesellschaft (obwohl auch hier Leistung ein solides Standbein haben sollte), RAs dagegen eher weniger :smile:

Wie unschicklich da einzurechnen, dass man gestern gerade mal
wieder drei - niemand konkret in Rechnung stellbare - Stunden
über den neuesten, teuren Zeitschriften gehangen hat, und nur
deshalb weiß, dass das potentiell zuständige Gericht gerade
vor zwei Wochen in einer ähnlichen Sache genau so geurteilt
hat, dass man heute genau diesen Rat geben muss, den man vor
einem Monat ggf. noch anders gegeben hätte.

In anderen Berufen ist es ganz genauso. Sonst müsstest du heute noch zu Fuß von deiner Lehmhütte in die Kanzlei.

Gruß
Der Franke
Mmmhhh, ich überlege und überlege. In welcher Berufssparte gibt es dies eigentlich noch, dass immer gleich zwei der gleichen Zunft tätig sind, in der gleichen Sache?

Ja, das kann natürlich sein!

Dann habe ich das „auch“ einfach nicht wahrgenommen.

Sorry, nehme meine Behauptung natürlich zurück.

Danke und Gruß
D.