Daß die Verwendung von Tiernamen als verächtlicher Vergleich auf das Ansehen bestimmter Tiere im Volk zurückgeht, ist klar.
Warum werden aber manche Tiere, die als ehrlos und unedel galten, nie für solche Bezeichnungen verwendet?
Der Wolf, der viel verachteter war als der Hund, wurde dennoch nie als verächtliche Bezeichnung für Menschen verwendet.
Die Hunde hatten ja ein gespaltenes Ansehen, ebenso der Fuchs, während der Wolf nur als einseitig schlecht galt.
Der Wolf, der viel verachteter war als der Hund, wurde dennoch
nie als verächtliche Bezeichnung für Menschen verwendet.
Die Hunde hatten ja ein gespaltenes Ansehen,
Aber der Wolf doch auch. Der Wolf taucht doch auch immer in der Heraldik auf und hat diesen Nimbus des gefürchtet-gefährlichen Wilden. Mir scheint eher, dass dem Hund die Eigenschaften unterwürfig, räudig, kuschend und feige zugeordnet werden, wenn man ihn als abschätzigen Begriff verwendet.
Warum werden aber manche Tiere, die als ehrlos und unedel
galten, nie für solche Bezeichnungen verwendet?
Wirklich nie?
Mir fallen auf Anhieb Schlange und Wurm ein.
Der Wolf, der viel verachteter war als der Hund, wurde dennoch
nie als verächtliche Bezeichnung für Menschen verwendet.
Das sehe ich nicht so. Der (wilde) Wolf war gefürchtet, vielleicht gehasst, aber erst der domestizierte Wolf (= Hund) wies die Eigenschaften auf, die die Verachtung möglich machten.
Warum werden aber manche Tiere, die als ehrlos und unedel
galten, nie für solche Bezeichnungen verwendet?
Wirklich nie?
Mir fallen auf Anhieb Schlange und Wurm ein.
Dann sind dsa keine Tiere, die darunter fallen .
Der Wolf, der viel verachteter war als der Hund, wurde dennoch
nie als verächtliche Bezeichnung für Menschen verwendet.
Das sehe ich nicht so. Der (wilde) Wolf war gefürchtet,
vielleicht gehasst, aber erst der domestizierte Wolf (= Hund)
wies die Eigenschaften auf, die die Verachtung möglich
machten.
Der Wolf galt als feige, solange er nicht hungrig war, gefräßig und unehrenhaft.
Der Fuchs als hinterlistig und falsch.
Aber der Wolf doch auch. Der Wolf taucht doch auch immer in
der Heraldik auf und hat diesen Nimbus des
gefürchtet-gefährlichen Wilden.
Mir scheint eher, dass dem Hund die Eigenschaften unterwürfig, räudig, :kuschend und feige zugeordnet werden, wenn man ihn als abschätzigen :Begriff verwendet.
Ja, aber als feige galt der Wolf auch, sofern er nicht gerade sehr vom Hunger geplagt war.
Unterwürfig ist natürlich eine Eigenschaft, die er als Wildtier nicht zeigt.
Hallo, OLR,
nein, nicht als feige. Wenn du mal die alten Fabeln heranziehst, dann ist der Wolf zwar stark, aber wird vom Fuchs mit Schlauheit immer wieder hereingelegt.
Und wen man fürchtet (und der Wolf war gefürchtet), den verachtet man nicht, denn sonst wäre ja die eigene Furcht verächtlich.
Verachtet wurde der Hund wegen seines angepassten Verhaltens. Ein Tier, bei dem die Herrschaftsverhältnisse vollkommen klar waren. Einen Hund zu verachten, kratzt nicht am eigenen Selbstgefühl.
Ansonsten wird mit diesen Tiervergleichen dem Tier immer eine menschliche Eigenschaft unterstellt - die es in Wirklichkeit nicht hat.
nein, nicht als feige. Wenn du mal die alten Fabeln
heranziehst, dann ist der Wolf zwar stark, aber wird vom Fuchs
mit Schlauheit immer wieder hereingelegt.
Und wen man fürchtet (und der Wolf war gefürchtet), den
verachtet man nicht, denn sonst wäre ja die eigene Furcht
verächtlich.
Also in den meisten Fabeln, die ich kenne, ist der Wolf nur gegenüber dem Fuchs und Vieh stark, vor Menschen aber versucht er immer zu flüchten.
Verachtet wurde der Hund wegen seines angepassten Verhaltens.
Ein Tier, bei dem die Herrschaftsverhältnisse vollkommen klar
waren. Einen Hund zu verachten, kratzt nicht am eigenen
Selbstgefühl.
Der Wolf galt als feige, solange er nicht hungrig war,
gefräßig und unehrenhaft.
Der Fuchs als hinterlistig und falsch.
Derartiges ist freilich blanker Unsinn.
Es entsprang einerseits absoluter Unkenntnis, andererseits wurde der Wolf als ständiger Begleiter Odins von den Verbreitern der „christlichen Lehre“ konsequent schlecht gemacht. Reine Machtpolitik, um die „heidnischen“ Germanen zu verunsichern.
Offensichtlich ist das nicht gelungen - den Göttern sei Dank.
Der Wolf galt als feige, solange er nicht hungrig war,
gefräßig und unehrenhaft.
Der Fuchs als hinterlistig und falsch.
Derartiges ist freilich blanker Unsinn.
Es entsprang einerseits absoluter Unkenntnis, andererseits
wurde der Wolf als ständiger Begleiter Odins von den
Verbreitern der „christlichen Lehre“ konsequent schlecht
gemacht. Reine Machtpolitik, um die „heidnischen“ Germanen zu
verunsichern.
Ob Unsinn oder nicht, die Sichtweise und auch die Verwendung der Tiere in der Sprache geschahen im Volk, welches so dachte.
Daß die Eigenschaften in Wirklichkeit nicht stimmen, sollte natürlich klar sein.
Verachtet wurde der Hund wegen seines angepassten Verhaltens.
Ein Tier, bei dem die Herrschaftsverhältnisse vollkommen klar
waren. Einen Hund zu verachten, kratzt nicht am eigenen
Selbstgefühl.
Das würde aber auf das Pferd ja auch zutreffen.
In dieser Hinsicht ist es natürlich wirklich interessant, dass das Pferd (obwohl faktisch eher dümmlich) als stolz und klug gehandelt wird, der aufsässige und störrische Esel aber als dumm verachtet wird.
In dieser Hinsicht ist es natürlich wirklich interessant, dass
das Pferd (obwohl faktisch eher dümmlich) als stolz und klug
gehandelt wird, der aufsässige und störrische Esel aber als
dumm verachtet wird.
Das liegt vielleicht daran, daß Pferde schon immer den Wohlhabenden vorbehalten waren, während sich die Armen mit Ochs und Esel begnügen mussten. Pferde waren schon immer das edlere Zug- und Reittier. Vielleicht wurden auch die (zum Teil sicher falschen) Eigenschaften der Besitzer auf die Tiere übertragen.
Hallo!
Sollte man nicht den umgekehrten schluss ziehen: Aus der verwendung bestimmter tiere für schimpfworte ebenso wie für komplimente lässt sich erkennen, wie das betreffende tier in einem bestimmten kulturkreis jeweils angesehen wird/wurde.
Ich meine so: “Hund” ist in der ILIAS von Homer ein übles Schimpfwort, bei uns als “blöder Hund” desgleichen; aber in Altbayern ist die aussage, einer sei “scho(n a Hund” eine Anerkennung, etwa gleichbedeutend mit “Koryphäe” oder “Genie” (selbst wenn es nur auf das erfolgreiche betrügen beim kartenspielen oder rosstäuschen bezogen wäre).
Im übrigen stehen ja auch die tiere in den fabeln in den verschiedenen kulturkreisen nicht immer für die gleichen menschlichen eigenschaften.
Beste grüße!
H.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
dass das Ansehen des Wplfes gar nicht so schlecht war, zeigt allein schon die
Verwendung in vielen Vornamen:
Wolfgang
Wolfhart
Wolfram
Rudolf (= Ruodwolf), Ingolf, Ludolf, Gerolf, Gandolf …
dass das Ansehen des Wplfes gar nicht so schlecht war, zeigt
allein schon die
Verwendung in vielen Vornamen:
Wolfgang
Wolfhart
Wolfram
Rudolf (= Ruodwolf), Ingolf, Ludolf, Gerolf, Gandolf …
Ja sicher, der Ursprung der Namen wird aber auch schon älter sein als die Übernahme des Christentums, unter dessen Einfluß das Ansehen der Tiere im Volk dann umgeprägt wurde.