Hallöchen miteinander!
Ich muss mal ein bisschen was von der Seele schreiben und möchte gleichzeitig gerne Eure Meinung dazu hören…
Das ist passiert:
Wir, d.h. mein Freund und ich, hatten schon längere Zeit hin und her überlegt, ob wir uns einen Hund anschaffen sollten. Die Pros und Contras abgewogen, die Finanzen überprüft, usw. - eben alles, was man vorher als gewissenhafter (zukünftiger) Hundehalter so überlegen sollte. Wir waren in verschiedenen Tierheimen, haben uns Tierschutz-Homepages angeschaut und „eines Tages“ (so vor ca. 6 Wochen) haben wir ihn entdeckt. Ein ca. zweijähriger Staff-Mix-Rüde, kastriert, maulkorbbefreit. Wir haben uns ganz schön in ihn verguckt, waren mit ihm spazieren - und alles war stimmig. Somit begannen wir, regelmäßig mit ihm Gassi zu gehen, machten den Sachkundenachweis,… alles gut und schön! Er war schon ziemlich genau das, was wir uns unter „unserem Hund“ vorgestellt hatten. Die Leute vom Tierheim meinten ebenfalls, dass wir und der Hund gut zueinander passen würden. Vor kurzem durften wir ihn dann für zwei Tage bzw. Nächte mit nach Hause nehmen, und auch da lief alles relativ problemlos. Er begriff, dass er nicht auf die Couch durfte, wir konnten ihm sein Spielzeug abnehmen, er machte nicht in die Wohnung, er war ruhig in der Wohnung (nachdem er sich auf die neue Situation eingestellt hatte), wir kamen gut mit ihm klar. Tja, alles in bester Ordnung - könnte man meinen. Doch am letzten Samstag änderte sich das Bild…
Ich sollte mit ihm die Tierheim-eigene Hundeschule besuchen; schließlich sollte er die Maulkorbbefreiung ja auch noch mal mit uns machen. Ich wusste, dass es in der Gruppe einen Rüden gab, mit dem er nicht klar kam. Zu allem Überfluss beruhte das auf Gegenseitigkeit. Die Übungsstunde begann schon sehr anstrengend: ich wurde total ignoriert und er riss wie bekloppt an der Leine. Er war völlig auf den „Hundefeind“ fixiert und beachtete mich und meine Kommandos überhaupt nicht. (Anmerkung: ich habe schon mal einen Hund erzogen und wusste eigentlich, was so im Allgemeinen auf mich zukommt) Sogar die schmackhaftesten Leckerlis waren uninteressant. Nun denn, die ganze Sache war ein ziemlicher K®ampf. Und dann passierte das, womit ich am wenigsten gerechnet hatte. Als ich ihn wieder mal zurückreißen musste, da schnappte er nach meinem Bein. Und jetzt zieren zwei Bisswunden (jeweils die Eckzähne) mein Bein, und ich bin zum einen sehr traurig und zum anderen sehr ratlos…
Mein Freund, der nur über wenig Hundeerfahrung verfügt, will den Hund nicht mehr haben. Und ich kann ihn gut verstehen…
Andererseits überlege ich die ganze Zeit, dass ich sicher Mitschuld an dem Zwischenfall trage. Ich hätte die Übung abbrechen sollen… ich hätte ihn sofort unterwerfen müssen… ich hätte vorher mal alleine (ohne Gruppe) üben müssen… hätte, wäre, wenn… Ein bisschen gebe ich auch den Leuten vom Tierheim die Schuld - da ich ja zu stolz, zu dumm, zu ??? war, die Übung vorher abzubrechen, hätte der Trainer doch eigentlich eingreifen müssen, als er gemerkt hat, dass es Probleme gab… Und mir nachher zu sagen, dass ich den Hund sofort hätte unterwerfen müssen. Also mir geht das gegen den gesunden Menschenverstand… damit hätte ich ja wohl noch schlimmere Bisswunden riskiert. Außerdem sollte bei so einer Aktion auch sichergestellt sein, dass man gewinnt; zudem: so gut kenn ich den Hund dann doch auch nicht.
Naja, und jetzt geht’s mir echt beschissen. Zum einen denke ich, der Hund hätte noch eine Chance verdient. Zum anderen denke ich, dass es gut ist, dass der sein „zweites Gesicht“ offenbart hat. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie sowas z.B. bei uns zu Hause ausgesehen hätte. Das Vertrauen in den Hund ist sowieso erstmal weg. Mein Freund sieht das noch krasser als ich, aber vielleicht versuche ich ja auch bloß, eine verfahrene Situation schönzureden?!?
So, das musste ich jetzt doch mal loswerden. Es wäre schön, wenn Ihr mir dazu Eure Meinungen sagt.
Traurige Grüße vom
Sternchen
Hallo Sternchen,
so leid es mir tut, ich würde dir von diesem Tier abraten.
Sollten die Tierheim-Bediensteten von diesem Vorfall wissen, so hoffe ich, dass sie dir das Tier nicht lassen. Nimm den Vorfall als Warnschuss. Es ging noch glimpflich ab.
Als wir unseren Wuffi im Tierheim entdeckten und haben wollten wurde uns kräftig auf den Zahn gefühlt. Unser Wuffi war vorher schon 2 mal vermittelt aber zurückgebracht, weil er aggressiv sei. Wir wären nicht die ersten, die sich sofort in den Wuffi verliebt hätten (eine 1,5 Jahre alte Hundedame, Husky-Zwergcollie-Mix, taub, wohl als Hundebaby sehr gequält). Erst die Aussage eines Hundezüchters/Gutachters, der uns priv kennt sorgte dafür, dass wir Wuffi auf Probe bekamen. Probezeit 6 Monate. Wir haben Wuffi zu uns genommen. Das ist jetzt ca 4,5 Jahre her. Gerade gestern waren wir wieder zu Besuch in dem Tierheim, in dem unser Wuffi fast 1,5 Jahre lebte. Wuffi ist jetzt fast 6,5 Jahre alt.
Unser Wuffi mußte, im Rahmen einer Mischlingsausstellung, eine Wesensprüfung ablegen. Der Gutachter kannte Wuffi vom Tierheim her. Der Gutachter war sehr überascht, was aus Wuffi wurde. Eine stolze, ruhige, aber dominate Hundedame, die selbst an der Hand eines 10jährigen Mädchens sich nicht aus der Ruhe bringen liess. Diese Beurteilung war ausschlaggebend, dass wir nicht mehr kontrolliert wurden, was das Wesen von Wuffi angeht.
Was ich aber keinem Fremden raten würde ist, sich an unserem Auto, an meinen Kindern oder in unserer Wohnung zu schaffen zu machen, wenn Wuffi nicht angeleint ist. So süß und lieb und fürsorglich Wuffi im Beisein von uns oder von Kindern (!) ist, so aggressiv kann er werden, wenn die Kids, die bei Wuffi sind, sonst jemand aus unserer Familie oder unser Eigentum bedroht wird. Schon einige Erwachsene (!) mußten die Erfahrung machen, dass Wuffi längst nicht so friedlich und süß ist, wenn wir nicht dabei sind. Bekannte, Nachbarn oder ähnliche brauchen aber keine Angst vor ihm zu haben.
Wie sagte man uns erst gestern wieder im Tierheim, als Wuffi mal wieder „ihre“ Bezugspersonen besuchte: „Ihr könnt sagen, was ihr wollt, xxx (Wuffi) hat nur auf euch gewartet damals. Ich würde zu gerne wissen, was die anderen Familien, die damals xxx (Wuffi) zurückgaben, sagen würden, wenn sie xxx jetzt so sehen würden.“
Wie gesagt, so ein Wuffi bedeutet eine Verantwortung. Wir hätten Wuffi auch nicht behalten/bekommen, wenn Wuffi gegen uns gegangen wäre. Aber auch bei uns hat es Jahre gedauert, bis wir Wuffi so weit hatten. Von der Leine lassen können wir Wuffi außerhalb nicht, da Wuffi ja taub und leider jetzt auf einem Auge blind ist.
Wenn ihr euren Wuffi wirklich wollt, so macht ne Probezeit aus, vielleicht wie bei uns (1/2 Jahr). Dann lernt ihr euch richtig kennen. Aber ich würde das Tier nimmer ohne Leine und Maulkorb mit raus nehmen. Das Risiko, dass er nochmals austickt wäre mir zu hoch.
Gruß *wink* Daggi
Datenschutz für XXX ‚Wuffi‘ (Hund)
Wie sagte man uns erst gestern wieder im Tierheim, als Wuffi
mal wieder „ihre“ Bezugspersonen besuchte: „Ihr könnt sagen,
was ihr wollt, xxx (Wuffi) hat nur auf euch gewartet damals.
Ich würde zu gerne wissen, was die anderen Familien, die
damals xxx (Wuffi) zurückgaben, sagen würden, wenn sie xxx
jetzt so sehen würden.“
Ist das Datenschutz oder was soll dass …XXX Wuffi…Wuffi…xxx(Wuffi)…Wuffi?
Oder heißt Euer Hund (Wuffi) Wuffi? Oder heißt er XXX und ist ein Hund (Wuffi) oder ist das Wort Hund (Wuffi) eine zu alltägliche Bezeichnung für einen Hund ((Wuffi)(XXX))?
M.
Hallo Daggi,
vielen Dank erstmal für Deinen Bericht und für Deine Meinung.
Heute waren wir noch einmal beim Tierheim und haben mit den Leuten da über den weiteren Ablauf gesprochen. Vorher hatten wir (also mein Freund und ich) natürlich ausführlich über „die Sache“ gesprochen.
Im Gespräch mit den Tierheim-Leuten sind wir dann gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass wir und der Hund einen zweiten Versuch wagen können und dass es an dem besagten Tag in der Hundeschule einfach beschissen gelaufen ist.
Ich will die Situation nicht beschönigen, aber das Schnappen vom Hund war in der Situation nicht zielgerichtet. Das bestätigen auch die Leute vom Tierheim. Es war nun mal eine Stress-Situation, für die sowohl ich als auch der Hund, also wir zusammen, eigentlich noch nicht bereit waren. Da nehm ich auch ein gutes Stück Schuld auf meine eigenen Schultern, denn ich hätte die Übung schon vorher abbrechen müssen - als ich gemerkt habe, dass sich der Hund überhaupt nicht auf mich, sondern nur auf seinen „Feind“ konzentriert… Wenn da nicht dieser Zeitraum gewesen wäre, in dem es klappte, dann hätte ich es vielleicht auch eher gemacht… So gesehen bin ich selber schuld, dass er mehr als einmal zugeschnappt hat. 
Die Leute vom Tierheim sind aber (zum Glück) immer noch der Meinung, dass der Hund und wir gut zusammen passen. Wir sind jetzt so verblieben, dass wir auf jeden Fall noch mehr Zeit mit dem Hund verbringen und eine stärkere Bindung aufbauen müssen, bevor wir noch einen Versuch innerhalb einer Hundegruppe wagen. Außerdem wollen wir (wenn es denn mal soweit ist) eine andere Hundeschule besuchen. Schließlich kannte der Hund diese Situation (mit dem „Hassgegner“) bereits aus vorherigen Übungsstunden - demnach war es logisch, dass er mit einem Mords-Adrenalin-Überschuss in die Stunde reinmarschiert ist…
Wie gesagt, es ist alles ein bissel schief gelaufen… Aber wir wollen diesen Hund wirklich! Dass er womöglich mal unsere Führungsqualitäten in Frage stellt, das ist ein Gedanke mit dem wir umgehen können und ich denke auch eine Situation, mit der wir fertig würden. Das kann man auch nicht mit dem Schnappen in der Hundeschule vergleichen. Und man kann nun mal nicht vorher alle Eventualitäten abwägen, denn dann kann man sich besser ein Plüschtier kaufen…
Ich hoffe, dass es Dich auch interessiert hat, wie die Sache weiterlaufen soll…
Hoffnungsvolle Grüße,
das Sternchen