Hallo Denis,
Eichhörnchen mit einer Fluchtdistanz von fast Null findest Du in jedem Park, in dem sie nicht von Hunden und nur wenig von Menschen bedrängt werden.
Ein Park, der für Begegnungen mit Tieren auf sehr kurze Distanz gut geeignet ist, ist der Luisenpark in Mannheim: Das Bundesgartenschau-Gelände von 1975 wurde (übrigens auf Initiative von Bürgern, der Magistrat wollte das anders machen) eingefriedet gelassen und ist bis heute bloß gegen Eintritt und kontrolliert zugänglich - das hat den dort lebenden Tieren und Pflanzen gut getan.
Es gilt dort ein generelles Fütterungsverbot. Betreffend Enten und anderes Wassergeflügel ist das sicherlich richtig, weil besonders Enten ziemlich ungebremst fressen, was sie kriegen, und auf diese Weise bei Überfütterung die Wasserflächen des Parks ziemlich satt zukoten.
Es werden von den Parkwächtern aber einige Augen zugedrückt, wenn man den Eichhörnchen ein paar Haselnüsse überreicht. Geht besonders dort gut, wo es für Kinder langweilig ist und die Tiere sich dadurch wenig bedroht fühlen, etwa an der „Klangoase“ gleich beim Fernmeldeturm. Vorsicht allerdings: Eichhörnchen sind trotz der (aufs Futter bezogenen) „Zutraulichkeit“ Wildtiere und beißen, wenn sie nicht fliehen können. Im Zweifelsfall schleppen sie trotz der herzigen Knopfäuglein allerlei wenig amüsante Infektionen und Parasiten mit sich herum. Also auch, wenn sie sehr nah herankommen, keinesfalls anfassen oder zu Fangen versuchen.
Einzigartig für Deutschland dürfte die Storchenkolonie im Luisenpark sein. Die Störche der Kolonie kommen auf der großen Picknickwiese regelrecht zum Betteln (Salami und Mortadella schmecken ihnen offenbar, auch wenn weder Frosch- noch Mäusefleisch darin verarbeitet ist) auf knapp einen Meter zu den dort sitzenden Menschen heran. Auch sonst kann es leicht passieren, dass man irgendwo im Park langgeht und sozusagen Aug in Auge einem Storch begegnet - der, wenn man nicht laut ist oder sich plötzlich bewegt, ohne viel Aufhebens grad so vorbeimarschiert wie ein ein bissel introvertierter älterer Herr.
Auf seine Weise ebenso dramatisch ist das Schmetterlingshaus in diesem Park: Viel kleiner als das auf der Mainau, aber auch schon eine merkwürdige Begegnung, wenn unmittelbar neben dem Pfad, auf dem Du gleich weitergehen willst, ein tellergroßes Insekt in unwirklichen Farben sitzt. Während ein anderes sich auf Deine Schulter setzt.
Schöne Grüße
MM