Tierpsychologie/Verhaltensbiologie

Hey,

Mich tät mal interessieren was ihr von Tierpsychologie hält.

Bei uns in Ö. ist „Psychologe“ ein geschützter Begriff, ich glaub in D. ja nicht?

Jedenfalls meint Psychologie ja „Erleben und Verhalten von Menschen und Tieren“

Wieso lässt man (bei uns zumindestens) die Tiere komplett aus und schenkt die „Tierpsychologie“ einfach so her - für ne 1 oder 2 jährige Ausbildung darf man sich dann Tierpsychologe nennen?

(Das Gleiche gilt für die Bezeichnung Lebensberater, für Coaches etc… aber das will ich lieber nicht zum Thema machen :wink:

Gibt es denn die Möglichkeit innerhalb des Psychologiestudiums was in die Richtung zu machen, um sich dann Tierpsychologe/psychologin zu nennen?

Würde Vorlesungen in die Richtung gerne als Freifach machen …ich interessier mich für viele Bereiche …daher ist es ja nicht so das Problem…aber irgendwie fehlt der Bereich …und meine Junghündin hat mir gezeigt, dass eigentlich sehr viel Psychologie auf Erziehung und Handhabung anzuwenden ist… eigentlich sehr wenig, was wir gegenüber guten Trainern nicht wissen…

Lg, Chris

Hallo,

Bei uns in Ö. ist „Psychologe“ ein geschützter Begriff, ich
glaub in D. ja nicht?

doch, auch in Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Psychologe“ rechtlich geschützt (Urteil des Bundesgerichtshofs von 1985):

http://www.bdp-verband.org/psychologie/faq_titelaner…

Jedenfalls meint Psychologie ja „Erleben und Verhalten von
Menschen und Tieren“

Psychologie ist die Wissenschaft vom menschlichen Verhalten und Erleben.

Tierisches Verhalten ist aber selbstverständlich nicht irrelevant, um menschliches Verhalten zu verstehen. Manchen Fragestellungen kann man auch nur im Tierexperiment nachgehen. Deshalb spielen Tiermodelle auch in der Psychologie eine wichtige Rolle und

Wieso lässt man (bei uns zumindestens) die Tiere komplett aus

in Deutschland wird tierisches Verhalten durchaus in diesem Kontext mitberücksichtigt. Tierisches Verhalten per se interessiert dagegen in der Verhaltensbiologie.

Gibt es denn die Möglichkeit innerhalb des Psychologiestudiums
was in die Richtung zu machen,

Ich hatte zumindest das Glück, in meinem Psychologiestudium einen Kurs in Verhaltensbiologie belegen (als Wahlfach) und ein Diplomarbeitsthema basierend auf einer verhaltensbiologischen Theorie bearbeiten zu können.

um sich dann Tierpsychologe/psychologin zu nennen

Soweit ich weiß, ist „Tierpsychologe“ in Deutschland kein rechtlich geschützter Begriff. Jeder könnte sich also so nennen. Juristisch ist es aber untersagt, sich „Diplom-Tierpsychologe“ oder „Diplom-Tierpsychologin“ zu nennen. Mit dem Führen der Bezeichnung werde nämlich der Eindruck erweckt, daß ein Studiengang an einer Universität oder Fachhochschule erfolgreich abgeschlossen worden wäre, obwohl es keinen solchen Studiengang gibt (Landgericht Bochum):

http://blog.blindwerk.de/?p=1061

http://www.bdponline.de/web/newsletter/2007/03.html

Beste Grüße

Hallo,

Bei uns in Ö. ist „Psychologe“ ein geschützter Begriff, ich
glaub in D. ja nicht?

doch, auch in Deutschland ist die Berufsbezeichnung
„Psychologe“ rechtlich geschützt (Urteil des
Bundesgerichtshofs von 1985):

http://www.bdp-verband.org/psychologie/faq_titelaner…

Achso - dachte ich mir fast nicht mehr, weil sich bei euch viel mehr Menschen als solche benennen ohne studiert zu haben - aber liegt dann wohl an der höheren Bevölkerungsanzahl und daran, dass es bei euch mehr Ausbildungen in die Richtung gibt

Jedenfalls meint Psychologie ja „Erleben und Verhalten von
Menschen und Tieren“

Psychologie ist die Wissenschaft vom menschlichen
Verhalten und Erleben.

Wir bekamen damals in der Einführungsvorlesung die obige Bezeichnung :wink:

Gibt es denn die Möglichkeit innerhalb des Psychologiestudiums
was in die Richtung zu machen,

Ich hatte zumindest das Glück, in meinem Psychologiestudium
einen Kurs in Verhaltensbiologie belegen (als Wahlfach) und
ein Diplomarbeitsthema basierend auf einer
verhaltensbiologischen Theorie bearbeiten zu können.

Welches Thema hattest du denn? *neugierig guck*

um sich dann Tierpsychologe/psychologin zu nennen

Soweit ich weiß, ist „Tierpsychologe“ in Deutschland kein
rechtlich geschützter Begriff. Jeder könnte sich also so
nennen. Juristisch ist es aber untersagt, sich
„Diplom-Tierpsychologe“ oder „Diplom-Tierpsychologin“ zu
nennen. Mit dem Führen der Bezeichnung werde nämlich der
Eindruck erweckt, daß ein Studiengang an einer Universität
oder Fachhochschule erfolgreich abgeschlossen worden wäre,
obwohl es keinen solchen Studiengang gibt (Landgericht
Bochum):

Dann dürfte man sich doch genauso Heilpsychologe/psychologin oder psychologischer BeraterIn nennen und es wird immer noch der Eindruck erweckt man wäre Psychologe/Psychologin?

Dann gibts bei euch so eine Möglichkeit scheinbar auch nicht - ich dachte mit einer Vertiefung in der Biologie/Zoologie würde das funktionieren ähnlich wie mit Vertiefung Psychotherapie :wink:

Danke & Lg, Chris

Hallo,

Achso - dachte ich mir fast nicht mehr, weil sich bei euch
viel mehr Menschen als solche benennen ohne studiert zu haben

die bewegen sich juristisch auf dünnem Eis. An deren Stelle würde ich es lassen. Es kann nämlich richtig Geld kosten, wenn es doch mal einer den Behörden meldet.

Ich hatte zumindest das Glück, in meinem Psychologiestudium
einen Kurs in Verhaltensbiologie belegen (als Wahlfach) und
ein Diplomarbeitsthema basierend auf einer
verhaltensbiologischen Theorie bearbeiten zu können.

Welches Thema hattest du denn? *neugierig guck*

Erklärung von gruppalem und individuellen Wahlverhalten durch ideal freie Verteilung und Matching Law:

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Beh…

Dann dürfte man sich doch genauso Heilpsychologe/psychologin
oder psychologischer BeraterIn nennen und es wird immer noch
der Eindruck erweckt man wäre Psychologe/Psychologin?

Psychologischer Berater ist anscheinend in Ordnung. Hinsichtlich des „Heilpsychologen“: Der Bundesgerichtshof hat damals jemandem untersagt, sich „praktischer Psychologe“ zu nennen, obwohl er kein Psychologe war.

Ich würd’s einfach lassen, sich mit Berufsbezeichnungen und akademischen Graden zu schmücken, die man entweder nicht hat oder die man nicht führen darf, weil sie unrechtmäßig „erworben“ oder „verliehen“ wurden (Stichwort: gekaufte (Phantasie-)Titel und -Grade).

Beste Grüße