Hallo Experten,
vor kurzem ließ sich meine Freundin auf der Straße breitschlagen, für min. zwei Jahre in einen Tierschutzverein namens „Terra Mater“ einzutreten. Sie vereinbarte schriftlich auf dem Aufnahmeformular einen Monatsbeitrag von 7,- bei halbjährlicher Zahlungsweise per Lastschrift.
Zuzüglich der Aufnahmegebühr von 9,- hätte der Verein also 51,- EUR abbuchen können.
Stattdessen buchten sie 129,- vom Konto meiner Freundin ab - was sie natürlich von ihrer Bank sofort zurückbuchen lies.
Prompt folgte die 1. Mahnung über 129,- + 3,- Mahngebühren.
Umgehend schrieben wir vor 2 Wochen einen Brief (Einschreiben + Rückschein), daß dieser Betrag nicht gerechtfertigt sei und daß der Verein bitteschön nur die vereinbarten 51,- abbuchen möge.
Statt einer Antwort auf unser Schreiben (oder die Abbuchung des korrekten Betrages) kam heute die 2. Mahnung, diesmal schon mit 6,- Mahngebühren.
Bevor ich jetzt einen zweiten Brief schreibe, habt ihr Tips, was dieser enthalten sollte? Ich dachte u.a. and die Androhung einer Strafanzeige wegen versuchten Betruges? Oder sollte man lieber gleich einen Anwalt einschalten - auch wenn man nicht im Rechtschutz ist?
Und wie sieht das mit der Mitgliedschaft aus? Ist es - rechtlich gesehen - überhaupt noch zumutbar, weiterhin Mitglied sein zu müssen, wenn dieser Verein gleich von Anfang an derartig mit seinen Mitgliedern umgeht? Gibt es in solchen Fällen ein Sonderkündigungsrecht?
Vielen Dank für Eure Antworten
Christian
vor kurzem ließ sich meine Freundin auf der Straße
breitschlagen, für min. zwei Jahre in einen Tierschutzverein
namens „Terra Mater“ einzutreten.
Hallo Christian,
auf Anhieb findet man bei Google mit dem Suchbegriff Terra Mater eine Warnliste unseriös arbeitender Tierschutzorganisationen http://www.tigerfreund.de/abl/warnblatt-ergaenzung.htm .
Das muß noch nicht viel heißen, sollte aber Anlaß für weitere Recherchen sein.
Der Markt für Mitgliedschaften in solchen Vereinen ist hart umkämpft. Wer auf solchen Warnlisten auftaucht, hat es als Wettbewerber schwer und ist fortan auf Info-Stände in Einkaufspassagen angewiesen, wo die Leute von berufsmäßigen Drückern überrumpelt werden, ohne viel nachprüfen zu können.
Ich wurde auch schon einmal von den Leuten des Info-Stands eines Tier-irgendwas-Vereins angesprochen. Man präsentierte eine Menge Bildmaterial und schob mir dann ein Anmeldeformular über den Tisch. Ich sollte sofort unterschreiben. Das Formular mitnehmen, um es zu Hause zu studieren, war nicht möglich. Man wollte mir den Wisch um keinen Preis geben, das sei nicht üblich blah blah … kann man vergessen. In solchem Fall halte ich es für sicher, daß die Organisation unseriös ist.
Angesichts der Praktiken, die Du gerade erlebst, würde ich von keinem Irrtum ausgehen und deshalb versuchen, aus dem Club schleunigst wieder auszutreten. Ob und wie das geht, weiß ich aber nicht. Bin kein Rechtsverdreher sondern habe etwas Anständiges gelernt
.
Gruß
Wolfgang
Egal, ob Terra Mater auf einer Warnliste steht und mit welchen Strategien Du dazu bewegt wurdest, den Vertrag zu unterschreiben-es besteht zunächst einmal ein Vertrag, den es zu erfüllen gilt.
Aber:
2 Beiträge auf einmal abbuchen, wenn nur einer vereinbart war dürfen die nicht.
D.h. es ist Dein gutes Recht, die Hälfte zurückzubuchen.
Mahngebühren brauchst Du selbstverständlich nicht zu zahlen, zumal Du den Verein per Brief auf den Fehler aufmerksam gemacht hast.
Eine Klage wegen Betrug ist etwas zu voreilig und trifft m.E. den Sachverhalt (noch)nicht.
Betrug wäre es erst dann, wenn Sie Dir den Beitrag abbuchen und Dir die versprochene Gegenleistung nicht liefern (z.B. Mitgliedszeitschrift).
Rücktrittsrecht hast Du (noch) nicht.
Ein zweiter Brief mit Androhung eines Rechtsanwaltes sollte Abbhilfe schaffen, ansonsten NICHTS mehr zahlen.
Sollte, was ich für unwahrscheinlich halte von dem Verein ein Mahnbescheid erlassen werden, unbedingt fristgerecht Widerspruch einlegen. Dann gehts direkt vor Gericht-mit besten Aussichten auf Erfolg…
Gruss Salvo