Tiierprozese im Mittelalter

Gerichtsprotokolle aus dem Jahr 1320 belegen, dass damals in Avignon
ein Gerichtsprozess wider die Maikäfer statrtgefunden hat. Vermutlich
wurde die religiös begründet, denn auch die Maikäfer waren Gottes
Geschöpfe, nur hielten sie sich gelegentlich nicht an die Spielregeln,
weshalb man Justitia bemühen musste. Wer hennt sich hier aus?
Mit Gruß an die Runde, Alexander

Es wurden ja nicht nur Prozesse gegen Maikäfer geführt, sondern auch gegen einen toten Papst, den man ausbuddelte und im Gerichtsraum hinstellte.

mfgConrad

…:sondern auch gegen einen toten Papst, den man ausbuddelte und
im Gerichtsraum hinstellte.

Hallo Vonrad M.,
dieser off-topic-Beitrag gehört meiner Meinung nach ins Religions-
Forum. Aber hier Näheres:
„Papst Stephan VI, war vollkommen verrückt. Er grub einen korsischen
Vorgänger, Papst Formosus (891-96) wieder aus, als dieser seit über
neun Monaten tot war. Bei der später so benannten Kadaversynode
kleidete er die stinkende Leiche in volles päpstliches Ornat, setzte
sie auf den Thron im Lateran und schritt dann persönlich zum Verhör.
Formosus wurde beschuldigt, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen
Papst geworden zu sein; er war Bischof eines anderen Ortes und daher
für Rom nicht wählbar. Laut Stephan waren deshalb all seine
Beschlüsse ungültig, besonders seine Ordinationen…“
Peter de Rosa, Gottes erste Diener. S. 61
Wer etwas vergnüglisches lesen will, dem sei dieses Buch empfohlen.
Mit Gruß, Alexander

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dieser off-topic-Beitrag gehört meiner Meinung nach ins
Religions-
Forum.

Und warum läßt Du Dich so breit darüber aus?

Und warum läßt Du Dich so breit darüber aus?

eigentlich um von dir gelobt zu werden. Das war denn wohl ein Schuß ins
Knie.

Hallo,
ich vermute, das wird damit zusammenhängen, dass man sich erst im moderneren Strafprozeß eingehender mit Dingen zu beschäftigen begann, die man heute „subjektive Tatseite“ nennt, also Schuldbegriff, Vorsatz, Fahrlässigkeit etc. Man hat sich früher viel stärker und fast ausschließlich auf das objektiv wahrnehmbare Geschehen gestützt, was etwa in dem germanischen Rechtsgrundsatz „Die Tat tötet den Mann“ Ausdruck gefunden hat: wenn jemand einen anderen verletzt oder getötet hat, wurde der Täter bestraft; mit Fragen, ob der Täter schuldhaft gehandelt hat, setzte man sich erst gar nicht lang auseinander. Da es für die Strafbarkeit schon ausreichte, dass jemand (oder etwas) einen anderen schädigte, verletzte, tötete…, hat man nichts dabei gefunden, neben Menschen (ungeachtet ihrer persönlichen Eigenschaften wie Geisteszustand, Alter, Entschuldigungsgründen etc.) auch Tiere als Verursacher zu bestrafen.
Einen anderen Ansatz kann man in religiös verbrämten Prozessen (etwa Hexenprozessen) sehen: da „das Böse“ nach damals verbreiteter Ansicht überall, also auch in Tieren wohnen konnte und daher auch dort bekämpft werden mußte, konnten und mussten auch Tiere „bestraft“ werden.
Grüße, Peter

Hallo,

Ich weiß von einem Fall in Deutschland (ebenfalls Mittelalter), in dem es gegen zigtausende Engerlinge ging, weil diese die Ernten ruinierten. Diese Spielregeln waren denen natürlich ebenso egal und die Sache ging auch mit mehrmaligem Exorzismus nicht zu Ende.
Dachte egtl. das wäre ein kurioser Einzelfall, aber wenn so etwas häufiger vorkam, gibt es bestimmt das ein oder andere Buch zu dem Thema.

LG Lisa