Tinnitus

Liebe/-r Experte/-in,

habe seit etwa einem Jahr, einen chronischen Tinnitus…D.h.ich habe ein Dauerpfeifen im Ohr…
Meine Ohren reagieren seit dem auf bestimmte Töne sehr empfindlich, und mir wird sehr unangenehm dabei…Zum Glück aber höre ich diese Geräusche, meistens wenn ich in einer ruhigen Ort bin oder vorm Schlafen halt!!
Habe in der Zeit schon mehrere HNO-Ärzte besucht, doch sie konnte mir nicht weiterhelfen und meinten, dass ich gesunde Ohren hätte und das Ganze vom Stress kommen würde!
Bin jetzt am überlegen, ob ich zum Heilpraktiker gehen sollte, doch bis dahin hoffe ich dass jemand von euch mir vielleicht weiterhelfen kann…
Ich bedanke mich ganz herzlich im vorraus für eure Hilfe…
MfG

Liebe Chiggy -

wenn du den Ton schon so lange hast, lässt sich nicht mehr viel machen. Du kannst natürlich versuchen, ob der Heilpraktiker dir noch helfen kann.
Wahrscheinlich wirst du einfach damit leben lernen müssen - um das erfolgreich zu können, empfehle ich dir das Buch „Leben mit Tinnitus“ von Richard Hallam (ISBN: 3-499-19932-7 Buch anschauen), der selbst Betroffener ist.
Du kannst dich auch an die Tinnitus-Liga wenden, um noch mehr Info’s zu erhalten.

Meinen Tinnitus habe ich seit 13 Jahren, es gibt Tage da nervt er mehr, meist kann ich ihn überhören. Ich habe dank dem Buch damit leben gelernt.

Ich wünsche dir viel Erfolg - schau dir mal die Auslösesituation genauer an. Wie ist er entstanden?
Was war deine innere Situation? Das kann hilfreich sein, wenn du an der Auslösesituation arbeitest. Gut wäre natürlich auch, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen und dich mit anderen Betroffenen austauschen zu können.

Alles Liebe
Heike

Ein freundliches Hallo…

Auch bei mir war es der Stress,der Auslöser für meinen beidseitigen Tini.

Auch ich bin von Doc zu Doc gerannt,habe sämtliche Heilpraktiker ausprobiert,
ich möchte dir nicht schreiben was ich sonst noch alles gemacht habe,aber glaube mir,
wenn du ihn schon so lange hast,dann wird er dich dein Leben lang begleiten.

Ich kann dir nur wärmstens ans Herz legen,suche dir einen Doc der für dich eine Reha
beantagt.
Ich selbst war in der Tinnitus-Klinik in Bad-Arolsen und habe durch ein spezielles Training gelernt
sehr sehr gut mit ihm zu leben.
Zudem hat man in dieser Klinik nicht nur die Möglichkeit seinen Ton genau zu bestimmen,sondern auch die Höhe
und Lautstärke festzustellen.

Es gibt auch andere Kliniken…aber schau dir bitte mal diese Seiten dazu an.

http://www.tinnitus-fakten.de/

http://www.schoen-kliniken.de/ptp/kkh/gra/faz/tinnitus/

Ich weiss du hast dir bestimmt eine andere Hilfe erhofft,aber solange du auf ein Wunder hoffst
wirst du unter dem Tini leiden.
Wenn du ihn annimmst wirst du mit der Zeit merken,das es Zeiten gibt,in denen du ihn nicht hörst.
Und nun lächel,dann wird dir etwas fehlen und schwupps meldet er sich wieder.

Du kannst alles probieren,aber aus einer Sicht kann ich nur sagen,es wird dich viel Geld kosten,
aber er wird nicht verschwinden.

Ich habe nach Arolsen mein Leben auf den Kopf gestellt,mein Leben verändert,sogar meine Ehe beendet,
aber es hat mir geholfen den Tini soweit runter zu bringen das es mir heute besser geht
als bevor ich den Tini bekomme habe.

ich wünsche dir bei deinem Weg von ganzem Herzen alles Liebe

Angelika

Lieber Chiggy,

die Empfindlichkeit lässt mit der Zeit wieder etwas nach. Das ist ein Hyperakusis. Wann hat das ganze denn angefangen? Hast Du viel Lärm im Job - oder privat viel die Kopfhörer aufgehabt oder warst auf Konzerten?

In der Tat sitzt der chronische Tinnitus ja im Kopf/Gehirn - vergleichbar mit einem chronischen Schmerz, der im Schmerzgedächtnis sitzt. Die Ohren sind also tatsächlich „gesund“. Die Schädigung gab es aber meistens trotzdem. Nach einem lauten Konzert hat ja fast jeder einige Stunden einen Ton im Ohr. Meistens geht er weg. Manchmal bleibt er eben. Und dieses Geräusch „behält“ das Gehirn, wenn man nicht eingreift.

Ich selbst habe Tinnitus seit 12 Jahren. Vor 2 Jahren wurde es plötzlich wieder so schlimm (Trennung), dass ich alle Experten durchgekaspert habe. Auch Heilpraktiker, Osteopathen etc. - Heute habe ich diese Serie mit einem MRT abgeschlossen. Wie zu erwarten: Null Ergebnis. Du kannst Dir das also im Normalfall alles sparen. Das einzige, was hilft ist Gewöhnung. Ich war im Sommer auf dem Ärzte-Treffen der Tinnitus-Spezialisten weltweit. Dort war auch Prof. Jastrebow persönlich (Erfinder des Retrainings). Die sind alle ratlos. Autogenes Training nutzt. Musiktherapie, Psyhotherapie usw. - Du musst Dich ablenken, damit abfinden, dass Du einen kleinen Mann im Ohr hast. Dann tritt er in den Hintergrund.

Einer der Fachleute nannte folgende Anknüpfungspunkte als einzig sinnvoll: Kinesiologie, Homöopathie, Neuraltherapie, Ernährungstherapie, Toxische Tests, Allergietests, ggf. Weisheitszähne, Thai Chi und ggf. Osteopathie.

Ich hätte auch nie gedacht, dass ich das wieder schaffe, so schlimm, wie es vor 2 Jahren war. Aber es geht tatsächlich. Für eine Übergangszeit hatte ich sog. „Noiser“. Ein rosa Rauschen überdeckt den eigenen Ton. - Am Bett steht heute nur noch ein kleines Radio (gibts beim Hörgeräteakustiker). Es hat zusätzlich 10 verschiedene Geräusche, die sehr nützlich sein können, um den eigenen Ton zu überdecken, wenn man mal nicht schlafen kann (weißes Rauschen, Quelle, Wind, Regen usw.).

Und achte mal drauf, was Du isst. Ich reagiere auf einiges… z. B. Glutamat (in vielen Fertiggerichten). Was ganz sicher nicht schadet ist, auf den B-Vitamin-Haushalt zu achten. Das stützt die Nerven.

Verspannungen vom zu langen am PC-Sitzen können den Ton auch verstärken - oder ein falsches Kopfkissen. Lass Dir aber bloß keine HWS-Physiotherapie verschreiben. Finger weg. Danach gehst Du durch die Hölle.

Was nicht schlecht ist, ist das Angebot der Uni Marburg (Abt.Psychotherapie). Die machen Biofeedback in Kombination mit Psychotherapie. Zahlt sogar die Kasse.

Mit „Stress“ sind alle immer ganz schnell dabei. Jeder hat Stress. Nur sucht sich der Körper eben unterschiedliche Ventile.

Was mir sehr geholfen hat, war eine „Bowen-Therapie“ beim Heilpraktiker. Weiß nicht, ob es das in Deiner Nähe gibt. Da hatte ich tatsächlich mal ein paar Tage vollkommene Ruhe. Leider nur nicht dauerhaft. Ist aber mal eine Erkenntnis und recht erholsam. Akupunktur dagegen hat überhaupt nichts genutzt.

Neurologe, Orthopäde, Chiropraktiker und mehrere spezialisierte HNOs konnten nicht helfen. Alle wollen sie eine teure Retraining-Therapie verkaufen. Angeblich mit hohen Erfolgsquoten…

Außerdem habe ich eine Pilzkur gemacht, Gingko (Tebonin) und Trental genommen, Craniosacral-Behandlungen erhaltne, das Kiefergelenk untersuchen lassen usw. - Bringt alles nix.

Die Fa. Merz hatte eine Versuchsreihe mit einem Alzheimer-Medikament. Die Ärzte bei o. g. Kongress haben ihre Patienten jedoch z. T. abgezogen, weil der Erfolg leider ausblieb und die Nebenwirkungen doch erheblich waren. Alles, was aufs Gehirn zugreift, ist mir ohnehin etwas suspekt…

Neulich habe ich einen Artikel gelesen, der sich auch mit der Musiktherapie befasst. Vielleicht ist das noch ganz vielversprechend:

http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article35257…

Ansonsten: Business as usual ist die beste Methode. Wenn man zu vielen Ärzten läuft, räumt man dem Ton einen immer höheren Stellenwert im Leben ein. Das hat er nicht verdient. Er ist ein lausiger Parasit, den man einfach nicht beachten darf!

Good luck.

Die Sandflocke.

Danke vielmal für die so schnelle Antwort…Ebenso alles Liebe…MfG Daniel

Hallo Angi,:smile:

ich bedanke mich ganz herzlich für deine so schnelle Antwort und deine Offenheit und Ehrlichkeit…Werd wohl damit leben müssen, das hab ich schon paar mal gehört…aber bin zum Glück positiv eingestellt und werd damit klar kommen…danke nochmal und alles Liebe…

Liebe Sandflocke,

ich bedanke mich ganz herzlich, für die so schnelle sachliche Antwort…bin jetzt seit ein paar std. bei wer-weiss-was registriert, und wurde schon so viel geholfen…find ich Klasse…Danke vielmal und Gute Zeit…

Hallo,

das mit dem Heilpraktiker finde ich eine gute Alternative, mir haben die HNO-Ärzte auch nicht geholfen. Ich habe einen Text im Tinnitus-Forum eingestellt, in dem ich alles beschrieben habe, was mir verschiedene Therapien gebracht haben. Den kannst Du unter folgendem Link aufrufen:

http://forum.mytinnitus.de/de/viewtopic.php?pid=682#…

In diesem Forum findest Du sicher noch viel mehr interressante Tips.

Alles Gute weiterhin!!!

Hallo

danke für deiner antwort…mal schauen was der heilpraktiker bringen wird…
dir auch alles gute und danke nochmal…

Liebe Chiggy,
Tinnitus hat viele mögliche Ursachen: Stress, Hörsturz, bestimmte Medikamente, Zahnproblem, orthopädische Probleme etc. etc. etc. Es wäre also wichtig zu schauen, wo in Deinem Falle die mögl.Ursachen liegen. Das könne nur Mediziner, also immer die Tinnitusproblematik mit ansprechen.
Tinnitus heißt ja erstmal nix anderes, als dass das Ohr klingelt o. klingt (lat.). Das haben über 90% der Menschen. Der Trick ist nur, die meisten hören es nicht.
In Deinem Fall ist die normale Hörwahrnehmung durcheinander gekommen (durch bspw. Stress) und konzentriert sich besonders wenn es leise wird auf den Tinnitus. Die Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen tritt auch oft zusammen mit Tinnitus (TT) auf und zeigt wie sehr Du gegenüber Geräuschen sensibilisiert bist. Bitte auf keine Fall sich den Altagsgeräuschen entziehen. Sonst „trainierst“ Du Dir eine noch größere Überempfindlichkeit an.
Es gilt jetzt die Hörwahrnehmung wieder „gerade zurücken“. Das kann mit Hörtraining funktionieren. Anders, meide sehr leise Situationen. Bzw. sorge für Geräuschanreicherung auf leiser, gerade wahrnehmbarer Basis. Hintergrund von dem, was ich Dir erzähle, ist die sog. Tinnitus- Retraining- Therapie nach Jastreboff und Hazell.
Heilpraktiker finde ich schwierig. Der müßte ja erstmal um die Entstehenungsursache wissen. Viele, die ich erlebt habe, hatten nach den ersten positivien Erlebnissen beim Heilpraktiker nach ENde der Behandlung genau das gleiche Problem wie vorher.

Vielleicht hat es Dir ein bischen geholfen. Wenn Du noch weitere Fragen hast, dann los.

Lieben Gruß und alles Gute
Hennie

Hallo,
es ist schon mal gut, dass der HNO-Arzt eine organische Erkrankung ausschließen konnte!
Tinnitus kann man aus verschiedenen Richtungen betrachten und behandeln. Was für Dich das Richtige ist musst Du leider selbst herausfinden. Aber egal was Du von Ärzten oder Heilpraktikern an Präperaten, Behandlungen wie Akupunktur bekommst ist das wichtigste die „Innenschau“. Das was der Arzt mit Stress beschrieben hat. Du bist nicht im gleichgewicht bzw nicht ausgeglichen. Und deine Ohren sind sozusagen das Ventil. Langfristig hilft aus meiner Erfahrung nur eine Auseinandersetzung mit der Lebenssituation. Du solltest dir Hilfe suchen im Bereich Lebensberatung, Entspannungsmethoden lernen oder auch eine systemeische Aufstellung des Tinnitus kann die Ursachen aufzeigen um gezielt etwas zu verändern im Leben.
Ich hoffe, dass ich eine paar hilfreiche Infos geben konnte. Ansonsten einfach nochmal melden.
Alles gute
Nadine

Danke vielmal nadine…hat mir sehr geholfen…bis bald liebe Grüße

Danke vielmal Hennie für deine Hilfe… bis bald liebe Grüße