Tinnitus und Infusionstherapie

Guten Morgen,

nun die medizinische Frage zu meinem gestrigen Fehlposting. Mein Sohn hat seit 3 Wochen ein Rauschen/Ton auf einem, zeitweise auch auf beiden Ohren. (Hintergrund: er ist kein MP3-Player-Träger und hört nur selten laute Musik).
Da wir im Ausland waren, als er mir das sagte, gingen wir dort zum Arzt, der eine Kortisongabe verschrieb und dazu riet, zu Hause zum Spezialisten zu gehen, wenn es nicht besser würde.

Es wurde nicht besser und wir gingen hier zum HNO-Arzt (ca. 13 Tage nach Beginn der Geräusche). Der verschrieb durchblutungsfördernde Kapseln. Ein Hörtest erbrachte, dass mein Sohn keinen Hörverlust hat. Auch die Kapseln brachten keine Besserung, also riet der Arzt zu einer Infusionstherapie (welche ich selbst bezahlen sollte, aber dieses Thema habe ich bei „Versicherungen“ hier gepostet). Die Frage der Kostenübernahme ergab, dass ich - auf Anraten der KK - den Arzt wechseln sollte.

Ein zweiter Arzt also stellte gestern im Hörtest zwar den Ton dar, auch die Frequenz, wurde aber ungehalten, als ich ihm von den bisherigen Maßnahmen und Therapie erzählte und meinte dann, da der Tinnitus OHNE Hörminderung verlaufe, daher auch KEINE Durchblutungsstörung sei, sei eine Infusionstherapie NICHT notwendig, riet aber dazu, die Kapseln weiter zu nehmen und eine Entspannungs-CD zu kaufen(Zusatz: auch bei ihm hätte ich für die Therapie dazu zahlen müssen).

Ich mache mir einfach Sorgen, versteht Ihr?

Natürlich will ich kein Chaos verursachen, aber ich möchte auch nicht eine MÖGLICHE Hilfe auslassen, weil aus politischen und Kostengründen die Ärzte ein Problem haben.
Schlimm ist auch, dass mein Sohn - der natürlich Stress in dieser Situation vermeiden sollte - dieses ärztl. Hickhack mitbekommt.

Ich WEISS, dass die Infusionstherapie nicht zwingend erfolgreich sein MUSS, aber es ist eben auch nicht ausgeschlossen, dass sie helfen KANN - zumal sie eben von den Kassen auch bezahlt würde (wenn auch - nach Ansicht der Ärzte - nicht ausreichend).

Was also kann/sollte ich tun?

Für jeden Rat dankbar,
Christine

Moin Christine

…zum Spezialisten zu gehen, wenn es nicht besser würde.

Es wurde nicht besser und wir gingen hier zum HNO-Arzt Vielleicht meinte er ja einen anderen Spezialisten, einen anderen Facharzt, nämlich den für Psychosomatische Medizin.

… da der Tinnitus OHNE Hörminderung verlaufe, daher auch
KEINE Durchblutungsstörung sei, sei eine Infusionstherapie
NICHT notwendig

Das sehe ich ähnlich, würde aber statt der Entspannungs-CD lieber zu einem Besuch beim Facharzt für Psychosomatische Medizin raten.
Der wird genauso von allen Kassen bezahlt wie jeder

Hallo Branden,

vielen Dank für Deine Antwort. Das ist eine Möglichkeit, an die ich noch nicht gedacht hatte. Bisher hatte ich „zweigleisig“ gedacht:
Schulmediziner: HNO und - parallel dazu - Psychologe zwecks Stressabbau und Selbstfürsorge.

Trotzdem bleibt für mich die Frage: Wenn der Erfolg einer Infusionstherapie NICHT ausgeschlossen werden kann (und das ist eben der Umkehrschluss), sollte ich mich dann damit abfinden, dass sie nicht durchgeführt wird?

Immerhin hielt ein Arzt sie für notwendig und der andere erst dann nicht, als ich auf die Hintergründe hinwies.
Also nochmal - nur zu meiner Sicherheit, Deinen Rat befolge ich: Ist eine Infusionstherapie nicht indiziert, wenn der Tinnitus ohne Hörminderung einher geht?

Herzlicher Gruß,
Christine

Hallo Christine,

also ich habe diese Infusionstherapie schon gemacht 2x…damals ging das nur stationär, dazu hatte ich mich selbst eingewiesen.
Nachher habe ich nochmal eine gemacht…die letzte glaube ich vor 5-6 Jahren ambulant und alle wurden voll von der KK bezahlt.

Zusätzlich habe ich noch viele andere Therapien ausprobiert, aber keine hatte dauerhaften Erfolg, das mag auch daran gelegen haben, dass mein damaliger Hausarzt das ebenso lapidar ansah, wie es Deiner tut…bei mir hieß es damals nur „…dann machen wir eben das Blut ein bisschen dünner“ und verschrieb mir ASS 100mg…daß schnelle Reaktionen und die Infusion in Bälde hätte erfolgen müssen, wußte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht. :frowning:
Bis ich dann ins KH gegangen bin,waren schon Wochen vergangen.
Ich habe übrigens auch keinen Hörverlust, das mal noch nebenbei.

Vorhin erwähnte ich, dass ich schon div. Therapien durch habe…nahezu überall bekam ich als allererstes gesagt, dass die Behandlung Erfolg haben kann, man aber besser daran tut sich schon vorab mit dem Mann im Ohr zu arrangieren…

Aber weißt Du was, wende Dich doch vertrauensvoll mal hierhin:
http://www.tinnitus-liga.de/index.php

Viele Grüße und gute Besserung
Maja

Hi Christine

Ist eine Infusionstherapie nicht indiziert, wenn der
Tinnitus ohne Hörminderung einher geht?

Du hast schon recht, das ganze Tinnitus-Gebiet ist noch so ein bißchen ein unerforschter Kontinent innerhalb der Medizin, daher gibt es verschiedene Meinungen von verschiedenen Ärzten.
Einen OBJEKTIVIERBAREN Tinnitus würde ich noch EHER mit Infusionen behandeln, aber man kann vorsichtshalbe BEIDES versuchen: Beim HNO die Infusionen und beim Psychosomatiker die Therapie.
Je länger der Tinnitus aurium besteht, desto schwerer ist er heilbar, das muss ich Dir leider auch sagen.
Also ist ein mehrgleisiges Engagement geade am Anfang duchaus sinnvoll.
Gruß,
Branden

Hallo Christine!

Vor 5 Jahren wurde die Infusions-Therapie bei einem niedergelassenen HNO über die gesetzl. Krankenkasse bezahlt.
Allerdings war das Auftreten des Tinnitus und der Beginn der Infusionen höchstens 1 Woche später.

Da man sich als Mutter im Hinblick auf die Zukunft des Kindes sicher mehr Gedanken macht als man das für sich selbst täte, würde ich mich bei der Krankenkasse erkundigen.

Nicht um zu hören „wenn der Arzt das verordnet, zahlen wir“, sondern ob diese Leistung überhaupt (noch) zum Katalog der Krankenkasse gehört.

Dann ggf. den Arzt nach den konkreten Kosten fragen…

In dem von mir geschilderten Fall hat die Infusion leider nichts gebracht, ebensowenig wie hochdosiertes Magnesium, Gingko und eine Akupunkturserie in einem Institut für chinesische Medizin.

Eine spezielle Tinnitus-CD, die angeblich so toll helfen soll, war ebenfalls ohne Wirkung. Zudem war sie so unprofessionell produziert, dass durch die lauten Atemgeräusche des Sprechers die Entspannung für die Katz war.

Ich drücke Deinem Sohn die Daumen, dass er die Ohrgeräusche los wird!

Angelika

P.S. hier findet ein reger Austausch statt:
http://tinnituscafe.dabit.de/index.php

Hallo Christine!

Habe vor ca.3,5 Jahren auch eine Infusionstherapie wegen Tinnitus bekommen.
Zwei Wochen am Stück mußte ich jeden Tag eine Stunde an der Infusion hängen.
Zusätzlich habe ich noch eine Sauerstofftherapie gemacht(Kosten wurden alle von der Kasse übernommen-Frag doch einfach mal nach). Ca. eine Woche nach Ende der Behandlungen war das Piepsen weg.
Allerdings kommt es ab und an wieder, verschwindet aber auch so schnell wie es gekommen ist.
Muss jetzt allerdings immer Ohrenstöpsel tragen wenn es zu laut wird (z.B. auf einem Konzert oder beim Querflöte spielen, etc.)
Mache ich das nicht piepst es direkt wieder.
Habe auch schon öfter Durchblutungsfördernde Medikamte bekommen und die haben bei mir immer nach ein bis zwei Tagen angeschlagen.

Wichtig bei Tinnitus ist das die Therapie sehr schnell erfolgt.
Sie kann helfen, muss aber nicht. Ich für meinen Fall würde immer alles dafür tun das das Piepsen nicht wieder kommt und wenn doch das es schnellst möglich wieder aufhört und nicht dauerhaft bleibt!!!

Ich wünsche deinem Sohn alles Gute und vor allem das das Piepsen aufhört!!!

lg Nadine

Habe noch vergessen zu schreiben das ich auch keine Hörminderung hatte!!! lg Nadine

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Hallo,

vielen Dank für Eure Mut machenden Antworten!

Als Krankenschwester bin ich kein großer „Arztgänger“, weiß mir und meiner Familie meistens selbst sehr gut zu helfen und bin auch nicht sonderlich ängstlich.
Ich fand es - gelinde gesagt - erschreckend, wie Ärzte unter den heutigen finanzpolitischen Umständen eher zum „Gegner“ der Patienten werden statt zum Partner…seufz.

Ich habe mich heute an die Kinderärztin meiner Kinder gewandt (musste eh mit meine Tochter hin - wenn, dann kommt es immer dicke:smile:. Diese meinte, es sei UNBEDINGT notwendig, diese Infusionstherapie zu probieren. Das ginge doch nicht, der Junge sei 14. Sie hat mir geraten, nochmal den Arzt zu wechseln. Sie hat uns einen weiteren HNO-Arzt empfohlen, bei dem wir Mitte nächster Woche einen Termin haben. Ich hätte NIE gedacht, dass ICH mal zu einem „Arzthüpfer“ werden würde, aber unter den gegebenen Umständen scheine ich keine andere Wahl zu haben…traurig.

Na, vielen Dank nochmal,
Christine

Hallo!

Ich habe seit fast 4 Jahren Tinnitus und sass damals schon nach 5 h beim HNO auf dem Stuhl!
Ich habe wirklich sämtliche Sachen ausprobiert- Infusionen, Tabletten,Homöopathie, Osteopathie undundund…letztlich hat nichts geholfen!

Ich für mich würde heutzutage auch nicht mehr gross was machen wollen-in anderen Ländern wird überhaupt nicht behandelt bei sowas-- nach dem Motto „es geht oder bleibt“!

Beim eigenen Kind sieht man das natürlich enger- ginge mir auch so :wink:- und ich würde da schon alles versuchen!!

Letztlich wird diese Schwachstelle in seinem Körper bleiben und da TT ja oft auch ein Zeichen für Stress ist- kann Entspannung evtl. Therapeutische Begleitung da auch helfen, für die Zukunft damit gut umzugehen-- sofern er überhaupt bleibt!!

Ich wünsche Euch jedenfalls ganz viel Glück!!
Kitty

Hallo Christine,

geh mal zu einem Heilpraktiker mit Fachgebiet Neuraltherapie.

Liebe Grüße Rosa

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Hallo Christine,

ich leide selber seit 8 Jahren an Tinitus. Mir hat eine Infusionstherapie geholfen. Und zwar insofern, dass die Ohrgeräusche durch die Infusiontherapie auf ein erträgliches Maß gemindert wurden. Sie sind nun seit 8 Jahren da, aber ich kann damit leben. Ohne die Therapie wäre ich wahrscheinlich irgendwann am Rad gedreht, da der Tinitus anfangs unerträglich laut war.

Ich würde deinem Sohn zuliebe alles mögliche ausprobieren. Vielleicht hilft bei ihm die Infusionstherapie, vielleicht aber auch etwas völlig anderes.

Gruß

Samira