wer weiß, in welchem Jahrgang des „Tintenfisch“ (Jahrbuch für Literatur bei Wagenbach) ein kurzer Beitrag über die Geburtsstunde der Redensart „… hat nicht alle Tassen im Schrank“ abgedruckt worden ist? Ich meine, dieses sei nach Tintenfisch 6 und vor Tintenfisch 12 gewesen.
Hallo, vielleicht klappt es mit negativer Auslese: in den Ausgaben 6 - 12 habe ich nicht finden können, mir fehlt aber Ausgabe 10 (das war ein Themensonderheft Hrsg. Lars Gustaffson zum Thema Regionalismus), anderserseits die ersten Beiträge von Christa Reinig (wenn die den Text geschrieben haben soll) tauchen meines Wissen nach erst in den Ausgaben 20, 21 und weitere auf. viel Glück bei der suchem, Uwe
schönen Dank für die Eingrenzung, auch wenn sie erstmal negativ ausfällt.
Christa Reinig bin ich sicher. Erscheinen vor dem (etwas verunglückten) „Gespräch-über-Bäume“-Tintenfisch auch. Wagenbach auch (Erinnerung an die Optik). Überrascht, dass von Christa Reinig nichts in früheren Tintenfischen zu finden ist.
Ein weiterer Erinnerungsfetzen im Nebel ist, dass möglicherweise im gleichen Band Hans-Jürgen Heises „Kilroy was here“ abgedruckt war, und wohl auch ein Bericht von XXX über einen Besuch in Auschwitz, mit der Schilderung der Geister und Imaginationen, die erst beim Verlassen des museal gestalteten Areals und Betreten der damals grade noch imaginär rekonstruierbaren Ruinen erwachen.
Gabs Anfang/Mitte der 1970er Jahre bei den Quartheften eventuell unabhängig vom Tintenfisch noch andere Sammlungen, Anthologien oder dergleichen?
Nun, da gibt es natürlich noch „Tintenfass“ und „Freibeuter“ als Anthologien/Sammlungen jeweils vom Wagenbach, und wenn auch nicht von Wagenbach aber die gleiche Aufmachung „Kursbuch“ vom Rotbuch Verlag. Anfang der 60er gibt es auch ein paar Texte in den „Akzenten“, da ist der gesuchte aber nicht bei. Den einzige Band mit Essays von ihr ist „Der Wolf und die Witwen“, 1978, den hab ich aber nicht. Nun denn, Uwe
Christa Reinig bin ich sicher. Erscheinen vor dem (etwas
verunglückten) „Gespräch-über-Bäume“-Tintenfisch auch.
Wagenbach auch (Erinnerung an die Optik).
Dein Gedächtnis ist zu bewundern und den „kleinen“ Lücken kann abgeholfen werden.
Im Tintenfisch 4 (1970, erschienen 1971) findet sich der Beitrag von Christa Reinig: Tassen im Schrank.
Darin beschreibt sie, daß die Redensart während des Geschirr-Abwasches in der Küche einer nicht-ausgebombten Freundin entstanden ist.
Also nicht während einer „Regentag-Blödelrunde von Literaten“ (Deine Formulierung im Deutschbrett), sondern im Alltag in Berlin während des Krieges. Christa Reinig war damals - so berichtet sie - Lehrling im Reichsnährstandsverlag (sic!).
Überrascht, dass von Christa Reinig nichts in früheren
Tintenfischen zu finden ist.
„Skorpion“ von ihr gibts im Tintenfisch 2.
Vom Wagenbach-Verlag wurden die Tintenfische 1-9 und 11 in einer zweibändigen Ausgabe 1981 nach-/neugedruckt mit alphabetischem Register aller Autoren, was die Suche ungemein erleichtert
(nebenbei: Hans-Jürgen Heise steht nicht im Register!).
vielen lieben Dank, jetzt hammern ja! Dann hab ich die Geschichte im zarten Alter von zehn Jahren gelesen… (oder paar Jahre später, Papier wird ja nicht so schnell alt).
Die „Regentag-Blödelrunde“ hatte ich irgendwie optisch dazu gemischt, deswegen hätte ich die Szenerie auch nach Kleinmachnow oder Buckow verlegt. Aber mit Deinen Stichworten ist das Original wieder da.