Tipps beim Kauf von Gebrauchtwagen

Hallo liebe Experten,

ich möchte mir in nächster Zeit ein Auto kaufen, habe aber leider wenig Ahnung, auf was ich da achten sollte.
Preisliche Vorstellungen und gewisse Vorlieben was die Marke angeht, habe ich schon. Unklar ist mir aber z.B. noch:

  1. ob ich eher auf die Erstzulassung oder die Kilometeranzahl achten sollte. Wo sind da die „Grenzen“ zu setzen?

  2. wie es mit Versicherung und Steuern aussieht (gibt es da sowas wie eine Auflistung im Internet?)

  3. Diesel oder Benziner? Ab wieviel Km rechnen sich die Mehrkosten eines Diesel?

Danke für Eure Hilfe

Coyo

Hi, das beschäftigt mich auch gerade.
Gibt wohl kein ja/nein dazu, es sind gleitende Übergänge.

  1. ob ich eher auf die Erstzulassung oder die Kilometeranzahl
    achten sollte. Wo sind da die „Grenzen“ zu setzen?

Immer die Kombination. Z.b. Wagen 3 Jahre alt, 100.000 km, dann wird er wohl viel Autobahn gehabt haben, dann ist vieles nicht so verschlissen, also kann man noch kaufen.
Oder 10 Jahre alt, 50.000 km, also eher Stadtauto, vielleicht von Oma, dann ist das auch ok. Muss man halt mit Auspuff und Kupplung rechnen usw.

  1. wie es mit Versicherung und Steuern aussieht (gibt es da
    sowas wie eine Auflistung im Internet?)

Das habe ich bisher auch nur schwer rausgefunden. Es gibt eine Seite, da kann man die Kfz-Scheinnummern eingeben, und erfährt die Eingruppierung, und dann muss man das noch bei einer Versicherung in Euro ausrechnen lassen.
Sehr umständlich und langwierig.
Dann gibts noch Seiten mit einer Kostenübersicht für die Autos, aber das ist so pauschal, dass es wenig bringt, denn das ist höchst individuell mit den Versicherungen, nur die Steuern sind gleich.

  1. Diesel oder Benziner? Ab wieviel Km rechnen sich die
    Mehrkosten eines Diesel?

Nehmen wir mal 15 cent unterschied pro liter und ca. 1 liter weniger auf 100 km für den Diesel.
7 liter benzin = 9,10.
6 liter diesel = 6,90.
Alle 1000 km 22 Euro Ersparnis.
Mehrpreis für den Diesel:
1000 Euro -> ab 45000 km break-even-point
3000 Euro -> ab 136000 km.
(nicht pro jahr, sondern absolut gesehen.)
Bei 15000 km im Jahr und 1000 Euro unterschied,
dann nach 3 Jahren Vorteil für den Diesel.
Etwas höhere Steuer, wobei ältere Autos mit Benzin genausoviel wie ein Diesel kosten, der Faktor ist aber nicht so relevant wie die Km.
Du kannst mehr oder weniger nach 3-5 Jahren davon ausgehen, dass sich dann ein Diesel im Idealfall lohnt, allerdings auch nicht zum Goldesel wird.

Deshalb würde ich raten, nur beim Kauf eines neueren Autos einen Diesel zu bevorzugen, denn die neuen Motoren sind leiser und von vielen Dingen her besser geworden als die alten Diesel, bei denen iele Potentiale noch nicht genutzt wurden.

Danke für Eure Hilfe

Coyo

Hallo joseff11

  1. Diesel oder Benziner? Ab wieviel Km rechnen sich die
    Mehrkosten eines Diesel?

…Du kannst mehr oder weniger nach 3-5 Jahren davon ausgehen,
dass sich dann ein Diesel im Idealfall lohnt, allerdings auch
nicht zum Goldesel wird.

wir haben im Freundeskreis 2 Fahrzeuge eines deutschen Großserienherstellers. Beide gleich alt mit etwa gleicher Laufleistung, jeweils als Gebrauchtwagen gekauft, mit vergleichbarer Leistung als Diesel und Benziner. Beide fahren im Jahr 11.000 km mit vergleichbarem Anteil an Stadt, Überland und Autobahn.

Die Freunde haben sich den Spass gemacht und mal 1 Jahr wirklich alles aufgeschrieben: Benzin / Diesel, Reparaturen, Inspektionen, Steuer, Versicherung (wurde für den Vergleich auf exakt gleiche Prozentzahl eines Versicherers umgerechnet) etc. usw. bla, bla, bla.

Ergebnis:

rechnet man sämtliche Kosten zusammen liegt der break-even-point bei ca. 9.500 km im Jahr. Weniger ist der Benziner im Vorteil, mehr der Diesel.

Nicht betrachtet wurden lediglich Anschaffungswert und Wertverlust.

Danke für die Aufmerksamkeit
Klaus

Hi,

Du kannst mehr oder weniger nach 3-5 Jahren davon ausgehen,
dass sich dann ein Diesel im Idealfall lohnt, allerdings auch
nicht zum Goldesel wird.

Stimmt. Vor allem, wenn da Reparaturen ins Spiel kommen, wie z.B. der Zahnriemen, der beim Diesel erheblich früher gewechselt werden muss als beim Ottomotor. Auch sind beim Diesel die Wartungsintervalle oftmals kürzer als beim Ottomotor. Und sollte mal was an der Kraftstoffversorgung sein, also etwa eine Einspritzdüse defekt oder gar die Pumpe (kommt allerdings selten vor), dann wird das kein Vergnügen.
Daher meine Meinung: für den Otto Normalfahrer lohnt sich ein Diesel in aller Regel nicht, wenn er nicht wirklich sehr viel fährt, etwa als Pendler.

Viele Grüße
WoDi

thx. owt
dankeschön! werde mal sehen, für welches Auto ich mich entscheide.